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Das Schicksal bestimmen wir selbst

GeschichteAllgemein / P16
Hazel Grace Lancester OC (Own Character)
11.07.2020
11.07.2020
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To live is the rarest thing in the world.


Most people exist. That is all.




-OSCAR WILDE-






ACE



Mein Körper war ausgelaugt und völlig kaputt, als ich an diesem Tag mit schmerzenden Muskeln und der Sonnenbrille auf der Nase aus dem Fitnessstudio der Stadt trat, endlich, nach 1 ½ Stunden mühsamen Trainings. Ich schloss die Augen und der kühle Wind wehte mir entgegen, belohnte meine harte Arbeit mit einer weichen Brise, die durch meine Haare fuhr und wahrscheinlich meine Frisur zerstörte, aber das war jetzt nebensächlich. Außerdem sah ich mit zerzausten, vom Winde verwehten Haaren noch attraktiver aus, laut einigen Mädchen, daher war das kein Problem.

Ich schob den Ärmel meiner Lederjacke hoch, um einen Blick auf meine Smartwatch zu erhaschen, halb sieben, noch genügend Zeit.

Sollte ich…? Ich hatte es mir verdient! Nach all den Hanteln und Beinpressen und den sonstigen Fitnessgeräten im Studio hatte ich mir eine Belohnung verdient, keine Frage!

Eine Cola. Nach Monaten einfach wieder mal Cola trinken, einfach so, ohne Bedenken, ohne sich ständig daran erinnern zu müssen, dass der geile Six Pack, den ich mir so mühsam erarbeitet hatte, so nicht lange bleiben würde, dass die körperliche Fitness mit jedem Schluck schrumpfte. Aber heute, nach Monaten strebsamer und fokussierter Arbeit, hatte ich es mir wirklich verdient!

Zuhause hatten wir keine Cola mehr, ich wollte mich nicht verlocken lassen, deshalb müsste ich in den Supermarkt fahren. Ich warf einen Blick auf den Parkplatz und meinen Roller, ein „Erbe“ meines älteren Bruders, nachdem der sein Auto bekommen hatte und dem Roller nicht auch nur einen Blick schenkte.

Eine schlanke Blondine schlenderte in Richtung Fitnessstudio, die Haare lang und wellig, perfekt gebräunt, eine Wespentaille. Ich schob mir gespielt unabsichtlich die Sonnenbrille hoch und unsere Blicke trafen sich. Ihre Augen waren dunkelgrün und ich lächelte ihr anzüglich zu.

„Hey“

„Ich habe einen Freund!“, meinte sie stur und ich stöhnte innerlich genervt auf. Ihre Stimme war rau und gleichzeitig glasklar.

„Aber sicher. Alles andere wäre undenkbar“, gab ich zurück und zwinkerte ihr gekonnt zu, ich hatte vor dem Spiegel geübt. Normalerweise hätte sie rot anlaufen müssen, auf ihre Sneakers starren müssen, verlegen zurückgrinsen müssen, aber sie blieb steinhart und zog nur eine gezupfte Augenbraue nach oben, dann ging sie weiter. Wir waren beide unbewusst stehen geblieben.

Mist, das war gar nicht gut gelaufen. Ein Versuch war es noch wert.

„Ist ganz schön heiß heute, was?“, fragte ich und fächelte demonstrativ mit meiner Lederjacke. Die Augenbraue blieb oben. Fuck. Und keine Antwort.

„Hättest du Lust auf eine Abkühlung?“, hakte ich weiter nach und wackelte mit den Augenbrauen. Grinste. Unwiderstehlich. „Süße, du wirst es nicht glauben, aber ich habe einen Whirlpool!“

Spätestens jetzt hätte sie mir um den Hals fallen müssen. Tat sie nicht.

„Und du wirst es nicht glauben, aber ich habe einen Freund, Arschloch!“ Sie wendete sich von mir ab, warf ihre langen Haare über ihre Schulter und eilte weg, schnell weg. Was war denn mit der falsch? Mein Gott, gleich so empfindlich. Richtig zimperlich.

Egal. Ich wollte jetzt meine Belohnung, meine Cola.

Eine hübsche Blondine als Belohnung wäre natürlich auch nicht schlecht gewesen, aber Cola klang auch nicht schlecht. Ich schlenderte in Richtung meines Rollers, sah mich schon mit der eiskalten Cola im kühlen Pool liegen, Sonnenbrille auf der Nase, zufrieden.





Ich hatte keine Ahnung, dass ich meine Cola nie trinken würde.

Und die zickige Blondine, die mein Ego enthauptet hatte, schneller vergessen würde, als gedacht.
 
 
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