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Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
04.10.2020
9
8.564
6
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Dieses Kapitel
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01.08.2020 985
 
Es waren viele Stunden vergangen und die Sonne knallte gnadenlos auf sie herab.

Lydia war schon immer eine sehr sportliche Person gewesen, weshalb sie gut mit dem Tempo des Magizoologen mithalten konnte. Vielleicht hatte sich der englische Zauberer gedacht, er könnte sie damit abschütteln. Bei diesem Gedanken musste sie leicht schmunzeln.

Die Beiden waren nun auf einem steinigen Pfad unterwegs, der zum Grand Canyon führte. Von weitem konnte sie schon die riesigen beeindruckenden Schluchten sehen, welche wohl durch den Colorado River vor Millionen von Jahren entstanden.

Lydia betrachtete mit Bewunderung das Phänomen der Natur und schwor sich, dieses durch eine Zeichnung in ihrem Block zu verewigen. Mit ihren Augen versuchte sie so viel wie möglich in Erinnerung zu behalten, scannte jedes kleinste Detail der Szenerie, welches sie vor sich sah.

Die Sträucher, die verschiedenen Schattierungen, welche die steinigen Felswände benötigten, die kleinen schuppigen Echsen, welche in verschiedene Spalten umherkrochen.
Da der Grand Canyon ein sehr gut besuchter Ort war, mieden sie die üblichen Pfade. Auch der Gedanke, dass der Donnervogel wohl eher abgeschieden von diesen lebte, nahmen sie zur Kenntnis.

Das Ergebnis war, dass sie an engeren Wegen entlang laufen mussten, teilweise mussten sie sich so eng wie möglich an Wände pressen, um keinen steilen Hängen zum Opfer zu fallen. Das Apparieren hatten sie sein lassen, da man doch auf einige ungünstige, sehr sensiblen Stelle kommen konnte, und dies womöglich kein gutes Ende genommen hätte. Keiner der beiden kannte sich an diesem Ort wirklich aus und nur anhand von Newt's Karte konnten sie grob den Standort von "Frank" ausmachen.

Newt Scamander schien kaum müde zu sein; war enthusiastisch bei der Sache.
„Donnervögel haben ihre Nester meist ganz weit oben, auch um sich vor den Menschen zu verstecken. Meist bauen sie sich dann ihre Nester in den Nischen“, erklärte er und obwohl sie nur seinen Rücken sehen konnte, konnte sie sich vorstellen welche Begeisterung sich in seinem Gesicht wiederspiegeln musste. Er schien in seinem Element zu sein, wissend wohin es gehen würde.

Irgendwann standen sie an einer hohen Wand, welche unendlich weit hoch zu gehen schien.
„Dies ist wahrscheinlich einer der höchsten Punkte des Grand Canyons“, murmelte er und rieb sich den Schweiß von der Stirn. Dann wandte sich der Zauberer um.
„Ich würde es verstehen, wenn Ihnen dies zu gefährlich ist. Sie können gerne hier unten warten, wenn Ihnen das lieber ist.“

„Nein, ich werde mitkommen“, beteuerte Lydia. Als ob er sie so leicht loswerden würde. „Also, wie kommen wir dort hinauf? Haben Sie zufällig Besen eingepackt?“
Er kramte etwas aus seinem Koffer (den er übrigens die ganze Zeit mit sich trug, als wäre es ein Leichtgewicht) und kramte daraus Seile und einige Haken hervor. „Wir benutzen das hier.“

~

Bloß nicht herunterschauen, ermahnte sie sich gedanklich.

Sie hatten schon die halbe Strecke erklommen und Lydia spürte, wie ihre Finger durch das Greifen an der Felswand aufgescheuert und langsam taub wurden. Die Hexe biss die Zähne zusammen. Bald hatten sie es geschafft.

Sie hatte zwar keine Höhenangst, aber dass das Einzige, das verhinderte, dass sie tödlich auf dem Boden aufklatschen konnte, tatsächlich nur ein Seil und den daran hängenden Zauberer vor ihr war, gab ihr ein mulmiges Gefühl. Einzig allein der Gedanke, dass ihr Zauberstab bei ihr war und sie sich Notfalls durch einen Zauberspruch retten konnte, beruhigte sie ein bisschen.

Auch wenn das Apparieren vermutlich leichter gewesen wäre, wollte der Magizoologe nichts riskieren, falls sich das gesuchte Tierwesen dort aufhielt und sich erschrecken würde, würden die beiden so plötzlich aus dem Nichts auftauchen. Donnervögel waren wie viele Tiere schreckhaft und würden daher notfalls zum Angriff übergehen.

„Geht es Ihnen gut?“, kam es von oben. Ihr Begleiter hatte den Koffer auf seinen Rücken geschnallt. Mit einem Zauberspruch hatte er einen der Haken bis zur Aussichtsplatte befestigt.

„Ja, es ist alles gut, Mr. Scamander.“, versicherte sie ihm und drückte sich mit ihrem rechten Bein mit aller Kraft weiter nach oben. Dieses war wie ihr anderes Bein sicher schon mit einigen Schürfwunden versehen. Lydia spürte, wie der Schweiß ihren Rücken runter rann und obwohl es anstrengend war, fühlte sie sich lebendig.

„Wir haben es gleich geschafft“, rief er und hievte sich noch ein letztes Mal hoch, bis er es auf die Aussichtsplatte schaffte. Prompt drehte er sich um und hielt ihr seine Hand hin.
„Nehmen Sie meine Hand, ich ziehe Sie nach oben“, keuchte er.

Lydia nahm tief Luft und nahm mit Schwung seine Hand. Sie wollte es ihm leichter machen und suchte nach dem nächsten Vorsprung, um sich mit ihren Beinen abzudrücken, als dieser unter ihr nachgab und sie ruckartig nach unten zog. Es nahm ihr kurz die Luft und Panik schoss ihr in die Glieder.

Sie hörte, wie der Magizoologe etwas fluchte und den Griff um ihre Hand verstärkte. „Versuchen Sie einen Halt an der Felswand zu finden“, rief er zu ihr hinunter und versuchte sie hochzuziehen. Ihr Körper war auf Alarmbereitschaft und nahm ihr jeden Sinn, rational und ruhig zu reagieren. Blind versuchte sie sich irgendwo abzustützen. Als sie dann endlich einen Halt gefunden hatte, drückte sie sich so schnell wie möglich davon ab und griff nach dem erst Besten, was ihr unter die Finger kam, was seine Schulter war.

Newt Scamander ließ sich so gut es ging mit aller Kraft nach hinten fallen und schaffte es damit, dass beide nun endlich zum Ziel gelangten. Die beiden atmeten noch heftig, erholten sich von dem Schock.

Erst als ihr Herzschlag einigermaßen runtergefahren war, bemerkte sie, dass sie halb auf ihm zwischen seinen Beinen lag und schaute zu ihm hoch, nur um zu sehen, dass ihre Gesichter wenige Zentimeter voneinander entfernt waren.

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Hallo :)
So ein neues Kapitel ist online und ihr habt es bis hier nach unten geschafft! Ich hoffe es hat euch gefallen. Ehrlich bin ich ein wenig unsicher was die Handlung in diesem angeht, also würde es mich freuen, wenn ihr mir ein Feedback da lasst!
Bis demnächst,
bee
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