Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
23.08.2020
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26.07.2020 899
 
„Sag mal, hast du mich vergessen?“

Lucas Fontaine wedelte mit der Hand vor Lydias Gesicht herum. Das riss sie natürlich aus den Gedanken. Wie lange hatte sie schon nachdenklich da gesessen? Auf ihrem Schreibtisch lagen immer noch einige Akten, um die sie sich vor ihrer Reise nach Arizona kümmern musste. Nur weil ihr eine Mission zugeteilt wurde, hieß es nicht, dass die Suche nach Grindelwald vernachlässigt werden sollte.

„Nein, nur viel zu tun“, antwortete sie seufzend und nahm sich schon den nächsten Papierstapel. „Wenn du mir also was abnehmen könntest?“

Der Angesprochene ließ sich seufzend auf den Stuhl neben ihr sinken und nahm ihr einen Teil ihres Stapels ab, welches sie ihm gereicht hatte. Um sie herum hörte sie, wie sich ihre Kollegen voneinander verabschiedeten.

„Sag mal, Abernathy meinte, er hat dich mit Scamander in New York rumlaufen sehen. Hat er wieder seine Biester losgelassen?“

Bei dem Klang seines Namens zuckte sie innerlich ein wenig zusammen. Gibt es nicht einen Ort, an dem sie ausnahmsweise nicht an ihn denken musste? Ihr Ziel war es für den Abend gewesen, sich so in ihre Arbeit zu vertiefen, dass sie gar nicht anders abgelenkt werden konnte.

„Hat er nicht.“, antwortete sie nur knapp um das Thema zu beenden.

Als daraufhin Stille folgte, bemerkte sie, dass er auf weitere Informationen wartete, denn er sah sie mit erhobener Augenbraue an. Ahnte er irgendetwas?

„Was willst du hören? Er wird hier eine Weile bleiben um ein paar Forschungen zu betreiben. Damit Scamander keinen Unsinn baut, hatte mich die Präsidentin darum gebeten ihn ein wenig im Auge zu behalten.“

Lucas lachte trocken auf.
„Du musst jetzt seinen Babysitter spielen? Hätte Präsidentin Picquery nicht Goldstein mit dieser Lappalie beauftragen können?“

„Du weißt, dass man Goldstein immer noch etwas im Auge behält. Etwas, was ich nur befürworte.“, antwortete sie ihm. „Außerdem haben Goldstein und Scamander ein freundschaftliches Verhältnis zueinander. Was ist wenn sie ihm Dinge durchgehen lässt? Und jetzt lass das Thema endlich fallen. Wir sollten nicht an Präsidentin Picquery’s Entscheidungen zweifeln.“

Tatsächlich bring ihn diese Aussage zum Schweigen. Er lehnte sich seufzend zurück und war die Akte, welcher er keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt hatte, auf Lydia’s Schreibtisch. Nur kurze Zeit später hörte sie ihn wieder etwas von sich geben.

„Tss, hat uns noch gefehlt, dass der Spinner hier rumläuft“, murmelte der Zauberer verächtlich. „Kannst du glauben, dass so jemand Golstein aufgerissen hat? Hat aber auch nicht lange gehalten. Wer möchte denn bitte auch etwas mit diesem-“

Er schrak zusammen, als Lydia plötzlich aufstand und den dicken Ordner auf den Tisch knallen ließ.
„Lass uns gehen. Ich habe genug für heute.“

~

„Mr. Scamander?“

Sie klopfte noch einmal gegen die Zimmertür, doch es kam keine Antwort. Er würde doch nicht alleine losgezogen sein? Verärgert klopfte sie ein wenig energischer an die Tür.

Es war der dritte Tag ihrer „Mission“ und schon hatte sie ihn komplett aus den Augen verloren. Bevor sie jedoch ihren Zauberstab zuckte, um die Tür damit zu öffnen, wurde diese aufgerissen und ein etwas zerstreuter Magizoologe blickte ihr entgegen.

„Miss Wilkinson, es tut mir Leid, dass ich Sie habe warten lassen. Ich bin gleich soweit.“
Dabei eilte er in die Mitte des Zimmers und schloss er eilig seinen braunen Lederkoffer und klappte die Verschlüsse zu.
Ah, er hatte sich wohl noch um seine Begleiter gekümmert.

Angeblich sollte die Menagerie gefährliche Biester besitzen, welche ganz und gar nicht in Amerika erlaubt waren. Unter anderem waren darunter Nundus aufgelistet, welche eher unschädlich gemacht wurden in ihrem Department. Der Atem dieses Tieres soll den Tod bringen. Wie der Zauberer sie dennoch als unschuldig betiteln konnte, war ihr unklar.

„Sind Sie soweit? Dann würde ich jetzt mit Ihnen zum Portschlüssel apparieren“, sagte sie und hielt ihm ihren Ärmel hin.
„Auf zu Frank“, schien er zu sich selbst zu flüstern und nahm zaghaft ihren Arm.

~

Es war unglaublich heiß in Arizona.

Nachdem sie in einem abgelegenen Ort außerhalb von New York den Portschlüssel nahmen, landeten sie prompt wenige Kilometer von einem kleinen Dorf entfernt, welches nahe genug am Grand Canyon war.

„Hier liegt ein Missverständnis vor.“, sagte der Zauberer zum Gastwirt und warf einen flüchtigen Blick zu seiner Begleiterin. „Wir hatten zwei Zimmer reserviert. Nicht eines.“

„Tut mir Leid, Mr. Scamander.“, antwortete dieser gelangweilt und hatte nicht mal den Anstand, in das Gästebuch zu schauen. „Alle Zimmer sind ausgebucht. An ihrer Stelle würde ich mich nicht beschweren.“ Sein Blick blickte auf die Hexe hoch und runter, bevor er ihnen den Schlüssel gab.

Schweigend gingen sie in das von ihnen reservierte Zimmer. Es war nicht besonders groß und erinnerte sie an ein Motel. Ganz in diesem Stil war es spärlich dekoriert, außer einem Kleiderschrank, einem Sessel, einem Doppelbett mit Nachttischen und einem kleinen Bad in dem man sich gerade so um sich selbst drehen konnte, gab es nicht viel.

„Ich nehme den Sessel.“, bestand Newt Scamander darauf und stellte seinen Koffer ab. „Für diese Umständlichkeit möchte ich mich entschuldigen. Ich hatte ausdrücklich zwei Zimmer reserviert.“

Das hatte er. Doch sie hatte dort auch nochmal angerufen und die Reservierung ein wenig geändert.

„Das macht nichts Mr. Scamander.“, beteuerte sie ihm. „Ich könnte das Bett in zwei Teile teilen, wenn sie möchten.“ Immerhin wären sie trotzdem nah beieinander.
Der Magizoologe seufzte nur, murmelte etwas vor sich hin, bevor er schließlich eine Karte aus seiner Hosentasche kramte. Auf dieser war ein Weg mit roter Farbe aufgezeichnet.

„Wir sollten bald aufbrechen.“
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