Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
04.10.2020
9
8.564
6
Alle Kapitel
19 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
21.07.2020 886
 
Die blonde Hexe musterte sie kritisch und Lydia konnte von Glück sagen, dass zu ihrer Ausbildung die Technik der Okklumentik gehört hatte. Kaum auszumalen was passiert wäre, hätte Queenie Goldstein ihre Gedanken lesen können. Sie musste, was sein Umfeld anging, auf jedenfall vorsichtig sein.

„Lydia Wilkinson.“, stellte sie sich vor und reichte ihr die Hand.
„Queenie Goldstein. Ich kenne Sie, Tina arbeitet mit Ihnen.“, sagte sie und betrachtete die Aurorin vor ihr eindringlicher, jetzt wo sie spürte, dass man ihr die Einsicht in die Gedanken verwehrte.

„Wir waren... sind gute Kolleginnen.“, stimmte Lydia ihr zu. Dies entsprach tatsächlich der Wahrheit. Es gab nicht viele Frauen in ihrer Abteilung und doch hatte sie Goldstein von ihrem Talent überzeugt. Nur ihr Gerechtigkeitssinn war ihrer Meinung nach zu stark ausgeprägt.

Es war zu Unrecht von ihr, diesen Jungen beschützt und dabei die Geheimwahrung gefährdet zu haben. Berichten zufolge war Credence Barebone, sogar der gefährliche Obscurus gewesen, welcher den Senator Henry Shaw Jr getötet hatte. Sie hatte zwar gehört, dass Goldstein ihren Posten wieder hatte, war aber nicht dazu gekommen, wieder mit ihr zu arbeiten. Ehrlich gesagt wusste Lydia nicht, ob sie das wirklich wollte. Jemand der mit so viel Leichtsinn arbeitete? Nun gut, immerhin war es mit ihrer Hilfe gelungen, Grindelwald festzunehmen.

Lydia spürte, wie nervös sie wurde, diese Wand zwischen ihr und Queenie herzustellen. Auch spürte sie, wie ein leichter Druck in ihrem Kopf ausgeübt wurde. Kleine Schweißperlen traten auf ihre Stirn und sie wollte schon etwas sagen, als eine frohe Stimme einige Meter weiter erklang.
„Queenie! Schön, dass Sie da sind. Ich habe gerade meine neueste Kreation aus dem Ofen geholt. Probieren Sie!“

„Ich komme, Darling! Es hat mich gefreut Sie kennenzulernen“, lächelte die blonde Hexe, musterte sie noch einmal, bevor sie sich strahlend dem Besitzer des Ladens zuwandte.

Noch einmal Glück gehabt.

~

Nachdem Newt sich einige der Backwaren geholt hatte, befanden sie sich schon auf dem Weg zu seiner Unterkunft. Während des Gesprächs zwischen dem No-Maj und ihm hatte sie mit Adleraugen beobachtet, ob der Magizoologe nicht etwas verraten würde. Sie hatte jedoch nicht viel zu befürchten, da sich Mr. Scamander nur über den Laden informieren und sich über seine Rezeptideen kundig machte.

Für den morgigen Tag hatte der Magizoologe geplant, einen Portschlüssel nach Arizona zu beantragen, damit er Frank besuchen konnte. Dies war die erste Sache über die er sie informierte, vorhin, als sie auf dem Weg zur Bäckerei waren und klang für die Hexe nach einer Chance, sich ihm anzunähern.

Lydia erinnerte sich vage an den großen Donnervogel, der dafür gesorgt hatte, dass die Existenz der Hexen und Zauberer in New York bewahrt wurde. Ein majestätisches Tier, welches das Wappen ihres Illvermorny Hauses zierte. Sie hatte ihren Augen kaum glauben können, als jenes Tier aus dem braunen Lederkoffer herausschoss und es tatsächlich schaffte, ein Gewitter herbeizurufen.

Über New York war die Sonne dabei unter zu gehen und färbte die Stadt in orangefarbenen Tönen. Sie war schon lange nicht mehr draußen gewesen, hatte sich nur in der MACUSA-Zentrale befunden, hatte Papierkram erledigt oder trainiert. Innerlich seufzend schaute sie hinauf zum Himmel und fragte sich, wie sie nun weiter verfahren wollte.

Im Moment lief der Magizoologe  einige Schritte hinter ihr, schien die Nähe zu anderen Menschen zu vermeiden, welche an ihnen vorbeigingen. Sie fragte sich, was mit ihm wohl passiert war, dass er diese Haltung eingenommen hatte. Und es nervte sie, dass er ihr es nicht einfach machte. Bis jetzt hatten sie es nicht geschafft eine Beziehung aufzubauen, geschweige denn ein richtiges Gespräch geführt. Sie war nicht gut in so etwas. Hätte Präsidentin Picquery jemanden anderes ausgesucht, welcher der Technik der Verführung schon eher lag, hätten sie ihn sicherlich schon für sich gewonnen.

Was würde Lucas Fontaine wohl dazu sagen, wüsste er von ihrer jetzigen Lage? Natürlich würde er das Ganze unglaublich absurd finden, sie verspotten, dass gerade sie, Lydia Wilkinson, romantisch wie ein Hauself, eine Affäre einfädeln soll. Er würde ihr bestätigen, was sie seit Stunden dachte; dass dies niemals funktionieren würde.

„Wer sich sorgt, leidet zweimal.“

Lydia blieb vor Überraschung stehen und drehte sich verdutzt um. „Wie bitte?“

„Das ist einer meiner Ansichten“, antwortete Newt Scamander und auch er blieb stehen, wollte nicht so nah an sie herantreten. In dem Licht der untergehenden Sonne, fiel ihr auf,  wirkte sein Haar nur noch rötlicher.

„Sie scheinen mir jemand zu sein, der sich über viele Sachen den Kopf zerbricht. Aber letztendlich müssen wir uns auch einfach damit zufrieden geben, dass einige Dinge passieren, wie sie auf uns zukommen.“

„Ist das nicht sehr naiv?“, rutschte es der Hexe auf einmal heraus und sie verfluchte sich dafür im Stillen. So viel dazu sympathisch zu sein.

Doch der Magizoologe lächelte nur, als hätte er dies schon oft gehört und schaute ihr zum ersten Mal richtig in die Augen. Jetzt endlich erkannte sie seine grünen Augen, welche sie fast schon verschmitzt anschauten. Ihr Herz machte einen leichten Satz. Er wirkte auf einmal so anders, selbstbewusster und zuversichtlich. Vielleicht war er doch anders, als sie dachte.

„Es liegt an uns die Umstände so zu verändern, dass wir damit zufrieden sind. Darauf hören, was uns unser Gefühl im Moment sagt.“

„Was uns unser Gefühl im Moment sagt...“, wiederholte sie langsam und auch auf ihrem Gesicht zeichnete sich nun auch ein leichtes Lächeln.

Wenn er nur wüsste.
Review schreiben