Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
04.10.2020
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17.07.2020 878
 
Blau.

Das war das Erste, was ihr an ihm auffiel.

Sein Mantel, sowie seine gelbe Weste stach unter den grauen Mänteln, von denen einer davon ihrer war, kräftig hervor. Seine Kleidungsstil ließ ihn ein wenig unordentlich und chaotisch wirken. Und dennoch schien der Mann, der diesen wunderschönen Mantel trug, nicht von der Idee angetan, auffällig zu sein.

Newt Scamander stand nun leibhaftig vor ihr. Der Magizoologe war einen halben Kopf größer als sie und sah mit gesenktem Blick auf dem Boden. Er hatte braunes, leicht rötliches Haar, welches ihm ein wenig ins Gesicht fiel. Wenn sie genauer hinschaute, sah sie die einzelnen Sommersprossen auf seinem Gesicht. Dies war der Zauberer der Grindelwald festgenommen hatte? Lydia versuchte seinen Blick zu treffen, konnte nicht, da er auf den Boden schaute.

Allgemein fiel ihr seine abwehrende Haltung auf.

„Mr. Scamander.“ Sie hielt ihm die Hand hin. Lächeln und Interesse zeigen, dachte sie sich.
„Miss Wilkinson. “, sagte er, schaute kurz auf ihre Hand und nahm sie zögernd, nur um sie schnell wieder von ihr zu ziehen. „Ich muss gestehen, dass ich nicht sehr angetan bin von dieser Idee. Trotzdem, ich weiß, dass es Ihre Aufgabe ist und ich werde versuchen Ihnen keinen allzu großen Ärger zu machen.“ Er lächelte ein wenig nervös dabei.

Sie konnte sich gerade noch ein Lächeln verkneifen.
Oder hätte sie es zulassen sollen? Würde er sie lieber mögen, würde sie ihm zeigen, dass sie ihn amüsant fand? „Vielen Dank, Mr. Scamander.“, sagte die Hexe. “Und ich werde mein Bestes versuchen Sie im Auge zu behalten“.

Ihr Blick wanderte zu seinem Koffer, den er sicher umklammert hielt. Newt Scamander schien dies bemerkt zu haben und schloss seine Finger nur fester darum. Ah, der berühmte Koffer. Der Aufbewahrungsort seiner „nicht“ gefährlichen Biester.
„Wenn Sie mir nun folgen würden“, sagte Lydia und setzte zum Gehen an. „Präsidentin Picquery hat Ihnen und Ihren... Begleitern eine Unterkunft besorgt. Ich werde Sie dorthin geleiten.“

„Miss Wilkinson... Ich würde gerne davor einen alten Freund besuchen gehen, wenn es Ihnen recht ist“, warf er ein und schenkte ihr ein schiefes Lächeln.

~

Es duftete herrlich in der Bäckerei.
Sie konnte Brioche-Niffler mit Schokoladencremefüllung erkennen, mit Zuckerguss glasierte Demiguise-Plätzchen, sowie Erumpment-Croissants.

Lydia kannte , wie viele andere Zauberer und Hexen von New York diesen Laden. Er war vor einiger Zeit das beliebteste Gesprächsthema unter ihnen. Einige liebten diesen Laden und konnten von den Leckereien, welche Jacob Kowalski, No-Maj und ehemaliger Begleiter von Mr. Scamander, verkaufte, nicht genug kriegen. Andere sahen dieses Geschäft als Bedrohung für die Zauberergemeinschaft.

Obwohl die gesamte Stadt dank Newt Scamander obliviert wurde, blieb noch etwas in Gestalt köstlicher Backwaren. Vermutet wurde und dies wurde auch vom Magizoologen selbst bestätigt, dass nur schlechte Erinnerung gelöscht wurden. Eine Information, die erst einmal für einen leichten Aufschrei sorgte. Jede noch so geringe Chance, dass ihre Welt aufgedeckt wurde musste in ihren Augen im Keim erstickt werden.

Da Jacob Kowalski einen guten Draht zu seinen Freunden hatte, war wohl nicht alles obliviert worden. Schlussendlich wurde entschieden, ihn nicht noch einmal mit einem Vergessenszauber zu konfrontieren. Dies würde vermutlich nur noch mehr Aufmerksamkeit erregen und wurde auch von Mr. Scamander selbst nicht geduldet.

Ehrlich gesagt hatte sie das Gefühl, dass Scamander nun alles machen konnte, nun da die MACUSA in seiner Schuld stand. Immerhin hatten sie ihn fast zum Tode verurteilt, ohne dass es eine richtige Anhörung gab. Nachdem das bekannt wurde, hatte auch sein Bruder, Theseus Scamander, ein Auror und Kriegsheld von wichtiger Position, ein Wort eingelegt.

Sie kannte seinen Bruder von einigen internationalen Auror-Konferenzen und ihr fiel auf, dass sich die Brüder kein bisschen ähnelten. Während sein Bruder vor Autorität und Stärke nur so strotzte, schien sein Bruder genau das Gegenteil zu sein.

Sie konnte immer wieder nicht glauben, dass so ein Mann in der Lage sei, den größten Verbrecher der Zaubererwelt zu fassen.

Das leise Klingeln einer Glocke ertönte und die Tür ging auf. Queenie Goldstein betrat strahlend den Raum und ihr Blick fiel sofort auf den Besitzer. Sie war die Art von Frau, welche Lydia immer so sehr verachtete. Zu perfekt, zu aufgesetzt und zu gefügig. Stirnrunzelnd betrachtete Lydia die Situation, da ihr natürlich durch ihre Beobachtungsgabe auffiel, dass dort mehr dahintersteckte, ging jedoch nicht darauf ein.

„Ich halte das Verbot des MACUSA, was die Beziehung zwischen Muggeln und Zauberern betrifft, schon immer für Humbug.“
Ihre blauen Augen huschten erschrocken nach rechts. Ertappt.
Mr. Scamander hatte ein wissendes Lächeln auf den Lippen und hielt noch immer seinen Blick gesenkt. Ertappt schwieg sie und schaute gespielt interessiert auf die Auswahl an Mondkalb-Törtchen.
Doch sie stand zu ihrer Meinung. Sie wusste, dass die Briten damit keine großen Probleme hatten. In Zeiten wie diesen konnten sie niemanden trauen und ein solches Geheimnis an No-Majs weiterzugeben, welches in Krieg resultieren könnte, klang für sie ganz und gar nicht harmlos.

„Newt!“, rief Queenie und schritt freudig auf ihn zu. „Tina hat mir schon gesagt, dass du wieder hierherkommst. Ja, ich bringe ihr das Buch gerne vorbei, wenn du magst.“ Sie schloss ihn in eine Umarmung, welche er zögernd aber trotzdem warm erwiderte.

In diesem Moment klingelten Alarmglocken in ihrem Kopf und sie wusste Sekunden später wieso.
Legilimens, kam ihr in den Kopf und im selben Moment wandte sich die Angesprochene ihr zu.
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