Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P16
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
04.10.2020
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14.07.2020 838
 
Newt Scamander würde in ein paar Tagen nach Amerika kommen, um seine Studien fortzusetzen.
Nachdem er allgemeine Anerkennung durch seine Tat vor einem Monat gewonnen hatte, wurde ihm ein Freipass mitsamt seiner Kreaturen vom MACUSA bewilligt. Eine Sache, die bei der MACUSA auf sehr viele negative Meinungen gestoßen war, jedoch war es das mindeste was sie tun konnten, nachdem er ihnen aus der äußerst schwierigen Lage geholfen hatte.

Natürlich kam ihm das sehr zugute, da es nach ihm noch viele Wesen hier gab, die noch nicht erforscht wurden. Es hatte wohl seine Vorteile die Geheimhaltung der amerikanischen Zauberergemeinschaft zu wahren und einen der mächtigsten Zauberer zu fassen.

Lydia war es natürlich nicht erlaubt mit irgendjemandem über das Gespräch mit Präsidentin Picquery  zu reden. Ehrlich gesagt wusste sie nicht mal, ob sie das überhaupt mit jemandem wollte. Sie wollte nur im Boden versinken und ihre Existenz bemitleiden. Es war demütigend und sie hatte versucht, sich abzulenken um auf andere Gedanken zu kommen, aber dies war einfach nicht möglich. Ihre erste eigene Mission war sich einem Zauberer um den Hals zu schmeißen, damit er ihnen im Krieg zur Seite stand.

Als Tarnung wurde sie als Mr. Scamanders persönliche Begleitung, beziehungsweise als Schutz durch seine Reise zugeteilt. Um sich so "näher" zu kommen. Sie schauderte jedes mal bei diesem Gedanken an diese äußerst moralische Absicht, welches ihr ein ungutes Gefühl im Bauch hinterließ.

Es war Angebot an den britischen Zauberer, welches von ihm höflich abgewiesen wurde, jedoch bestand die Präsidentin sehr dringend darauf, dass er sich irgendwann geschlagen gab. Wahrscheinlich wollte er seine Privilegien und die Gastfreundschaft nicht ganz überschreiten. Außerdem waren Briten nicht dafür bekannt unhöflich zu sein. Für Lydia hätte es nicht schlimmer laufen können. Ihr war bewusst, was bald auf sie zukam und ihr Innerstes weigerte sich gegen die Forderung Picquerys.

Ein Verhältnis mit Newt Scamander? Wie konnte man sie nur so tief sinken lassen?
Wenn sie in den Spiegel schaute, frustrierte es sie noch mehr.

Ihr streng zurückgekämmtes Haar, ihre Angespanntheit, welche auf ihrem Gesicht deutlich durch ihr kaum vorhandenes Lächeln sichtbar wurde und ihr grimmiger Blick, der nicht einmal mit ihren blauen Augen etwas heiterer wirken konnte. Sie hielt sich fit, hatte keine schlechte Figur, welche jedoch nicht unbedingt von der dunklen MACUSA-Uniform zur Geltung kam.

Was soll jemand wie Mr. Scamander an ihr finden? Wahrscheinlich brauchte er ein gehorsames Frauchen, wie es viele andere Männer brauchten. Wie sie dieses Bild der Frauen hasste und sich vehement dagegen wehrte. Es war alles, was sie nicht war und auch unter den Hexen und Zauberer nicht sehr gut aufgenommen wurde.

Die junge Hexe fühlte sich erniedrigt. Wie konnte die Präsidentin glauben, dass gerade sie dafür in der Lage wäre? All das ganze Training und ihre neue Mission war es, eine Liaison mit einem... einem Magizoologen einzugehen. Wie weit müsste sie mit ihm gehen? Ganz sicher würden sie Intimitäten miteinander austauschen. Lydia schauderte innerlich bei diesem Gedanken und ihr wurde sogar ein wenig schlecht. Die Hexe wusste jedoch, dass sie Contenance behalten musste. Ihre erste große Rolle für das MACUSA, wenn auch nicht eine sehr ehrenwerte und sie würde es schaffen.

Auch wenn es sich so falsch anfühlte.

~

Der Wind zog heftig über den Hafen von New York.

Viele Menschen tummelten sich auf dem großen Platz, sodass Lydia sich wirklich Mühe geben musste, keinem im Weg zu stehen oder mit jemandem der No-Majs in Berührung zu kommen. Sie persönlich hatte nie besonders viel Kontakt zu ihnen. Ihre Familie war wohlhabend und besaß ein Stück Land weit weg von der großen Stadt New York.

Sie fröstelte, wusste aber nicht, ob es an der Kälte lag oder an den Gedanken was ihr bald entgegenstand. Waren sie wirklich schon so weit gekommen, dass sie auf solche Mittel zurückgreifen mussten? Ja, dachte sie sich. Was hatte sie denn erwartet? Jeder musste in diesen Zeiten seine Opfer bringen. Was machte das schon. Es war nun ihre Bestimmung, verdammt. Der MACUSA zu dienen, das Wohl ihres Landes vor ihrem zu stellen. Dann würde sie diesem Zauberer etwas vorgaukeln, na und?

Die Hexe schaute auf die Uhr. In nur wenigen Minuten würde das Spiel beginnen.

Von der Entfernung konnte sie schon die Menschen sehen, welche sich auf den Weg machten, das Schiff zu verlassen, auf dem er sich befunden haben musste. Sie konnte Mütter entdecken, die versuchten ihre Kinder bei sich zu behalten, während diese am Hafen wie die wilden herumrannten, Männer, welche dabei zusahen. Doch noch kein Magizoologe war in Sicht.

Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, doch sie zwang sich, ernst und seriös zu bleiben. Sich ihre Aufregung und auch leichte Wut nicht anmerken zu lassen. Lydia spürte wie sie langsam ruhig wurde. Wie sie sich innerlich eine Maske aufsetzte, welche versuchte, das Chaos in ihren Gedanken zum Schweigen zu bringen.

Nur noch ein bisschen, dachte sie sich. Nur noch ein bisschen mehr Zeit.

„Miss Wilkinson?", vernahm sie eine melodische Stimme mit britischem Akzent.

Die Angesprochene atmete noch einmal tief durch und drehte sich um.
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