Imperfections

GeschichteAbenteuer, Romanze / P12
Newt Scamander OC (Own Character) Seraphina Picquery Theseus Scamander
11.07.2020
23.08.2020
8
7.314
5
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
11.07.2020 649
 
Das Geräusch von knallenden Zaubersprüchen und zerberstendem Holz war ohrenbetäubend. Die schalldichten Wände des schwarzen Raumes, welches nur spärlich beleuchtet wurde, verhinderten, dass der Lärm nach außen drang und schützten sie davor, von irgendjemandem gestört zu werden.

Nicht, dass irgendjemand diesen Raum freiwillig betreten würde, so weit unten im MACUSA Gebäude.

Sie atmete langsam aus, versuchte ihrem schwitzenden Körper nicht die Pause zu geben, welche dieser schon seit Stunden verdient hatte. Sie spürte, wie jeder Muskel ihres Körpers brannte und sie zum Aufhören zwingen wollte.
Und doch war es die Energie in ihr, die ihr keine Ruhe ließ.
Diese Energie, die mit Leichtigkeit und Geschick aus ihrem Inneren in ihren rechten Arm schoss und sich in dem dunklen Stab ihrer Besitzerin bündelte, um mit einer genauen Präzision Angriffszauber gegen verzauberte Marionetten zu feuern.

„Denkst du nicht, das ist genug?"

Ihre blauen Augen huschten reflexartig zur Quelle der Stimme. Nur um sich verärgert über die Unterbrechung wieder umzudrehen. Er schon wieder.
„Ich hab dir schon gesagt, Fontaine-"
„Wir stehen kurz vor einem Krieg. Wir müssen vorbereitet sein. Jaja", äffte er sie nach und ging langsam und mit lässigen Schritten auf sie zu. Seine Hände hatte er in den Taschen seines grauen Mantels vergraben und nach dem nassen Zustand des Stoffes musste es wohl draußen regnen. Auch sein blondes, sehr gepflegtes Haar schien nicht davon verschont geworden zu sein. Seine grauen Augen musterten sie spöttisch.

Lucas Fontaine war einer ihrer Arbeitskollegen in der Auroren-Abteilung, aber sie kannten sich schon seit der Schulzeit und sie wagte es sogar, ihn als eine Art Freund zu bezeichnen. Sie hatte in Erinnerung, dass er immer gelangweilt im Unterricht saß und auch nicht so oft Lust hatte, sich darin zu beteiligen. Sie, Lydia Wilkinson, war das komplette Gegenteil gewesen, ständig in der Bibliothek bis in die späten Abendstunden, um sich auf den Unterricht vorzubereiten. Bürokratie war nicht sein Gebiet, doch wenn er sich im Kampf befand, war er sehr präzise und geschickt. Nur leider war dies nicht das Einzige, was ihn interessierte.

„Wenn du nur halb so viel Zeit damit verbringen würdest, etwas an deinem äußeren Erscheinungsbild zu ändern..." Oh wie oft hatte sie sich dies schon anhören müssen. Es war nicht zu leugnen, dass ihr Partner gut aussah und bei den Damen in den anderen Abteilungen mit seinem Charme ziemlich gut ankam. Ihr Seufzen und Gekicher waren ein ständiger Begleiter, wenn sie durch die Hallen liefen und sie konnte nur genervt dabei die Augen verdrehen.
„Dann wäre ich vermutlich genauso intelligent wie viele deiner Verehrerinnen", beendete sie seinen Satz und lief in Richtung Ausgang.

Ihre Konzentration war hinüber. Da konnte sie auch gleich gehen.

„Ich meine ja nur, Lydia", fing er an und joggte ihr hinterher.
„Alles was du tust, ist, dich stundenlang in diesem stinkenden Raum einzuschließen und unnötig für etwas zu trainieren, was sowieso bald kein Thema mehr sein wird. Dann ist Grindelwald auf freiem Fuß. Na und? Er und ein paar seiner Anhänger gegen uns?"

Sie hielt inne. Diese Konversation hatten sie auch schon hunderte Mal hinter sich und trotzdem musste Lucas es ein weiteres Mal ansprechen.
„Du verstehst es einfach nicht und du willst einfach nicht verstehen", begann sie, wischte sich den Schweiß von der Stirn und hob ihre Aktentasche mitsamt ihres Umhangs auf.  
„Grindelwald ist geschickt. Und viele Zauberer und Hexen teilen seine Ansichten, ob Anhänger oder nicht. Und sobald er sie überzeugt hat, dann stehen dunkle Zeiten für uns bevor."

Doch er verdrehte nur die Augen und legte lässig einen Arm um ihre Schulter.
„Eigentlich wollte ich dich nur abholen, um mit dir essen zu gehen. Eine Pflicht als dein bester, naja und einziger Freund. Du solltest dich mal reden hören. Kein Wunder, dass du schon lange niemanden- Ouch!"

Nur fast hätte er ihrer Faust, welche sich mit voller Wucht in seiner Schulter vergrub, ausweichen können.
Review schreiben