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Der graue Nebel

von eromanga
GeschichteAllgemein / P12
Lindsay Donner Peter Axon Professor Anton Hendricks Professor Connor Doyle
11.07.2020
16.11.2020
20
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11.07.2020 1.124
 
Es war ein dunkler verregneter Vormittag als Conner Doyle die Hauptzentrale des O.S.I.R betrat. "Schon der achte Tag in Folge mit diesem grauen Wetter, was?" Lindsay Donner kam ihm mit einer heißen Tasse Kaffee entgegen und reichte sie ihm. Mit einem kleinen Lächeln nahm er ihr die dampfende schwarze Flüssigkeit ab. "Danke." Zusammen gingen beide den langen Flur des Gebäudes entlang. Connor wirkte konzentriert wie immer, obwohl sie zur Zeit an keinem aktuellen Fall arbeiteten. Es kam nicht sehr oft vor, dass er Zeit hatte, alle Fälle in Ruhe abzuschließen und sogar noch einmal die offenen älteren Fälle durchzusehen. Inzwischen saß er schon eine Weile in seinem Büro und las an einem älteren Fall als er zu Frank Elsinger, seinem Vorgesetzten, gerufen wurde. "Sicher ein neuer Fall", sagte er zu sich selbst und trat zur Tür hinaus. Er betrat den Aufzug und drückte den Knopf für die oberste Etage. Während Connor Stockwerk für Stockwerk höher fuhr, dachte er über seinen Vorgesetzten nach. Er war ihm schon immer sehr suspekt vorgekommen und im Grunde genommen mochte er ihn nicht. Doch er hatte keine Möglichkeit mehr, weiter nachzudenken, da sich die Türen des Aufzugs mit einem leisen Schnaufen öffneten und Connor direkt im Büro des Leiters des O.S.I.R. stand.

Elsinger saß an seinem Schreibtisch, hatte aber den Rücken zu Connor gedreht; dabei hatte er seine Füße auf die Kommode gelegt, während er telefonierte. Connor räusperte sich einmal und sein Vorgesetzter hob die Hand, was bedeutete, dass er zu warten hatte. Er merkte schnell, dass das Telefonat privater Natur war und war genervt, denn schließlich hatte er besseres zu tun als hier rumzustehen, bis sich sein Vorgesetzter für das nächste Tennismatch verabredet hatte. Connor ging zum Fenster und sah nach unten. Auch wenn er im 6. Stock war, konnte er Lindsay Donner erkennen. Sie war ein fester Bestandteil seines Teams, da sie eine ausgezeichnete Datenanalytikerin war. Außerdem mochte er sie sehr gerne. Unweigerlich musste er lächeln. Er sah, wie ein weiterer Kollege von ihm, Peter Axon, zu Lindsay ging. Connor mochte auch Peter, dieser war ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil seines Teams, wenn auch nicht ganz so oft dabei wie Lindsay. Peter war der Chefphysiker des O.S.I.R. und wurde oft auch von anderen Teamleitern benötigt. Peter machte einen ausgezeichneten Job, wenngleich er auch ab und zu sehr eigensinnig und verbissen sein konnte. Aber gerade diese Eigenschaften schätzte Connor sehr an ihm, da Peter nicht aufgab. Viele belächelten ihn, weil dieser sich nicht scheute, auch von ganz anderen Möglichkeiten zu sprechen. Ein anderer Leiter, Matt Praeger, sagte gerne, dass sich Peter in Science Fiction verlieren würde. Aber diese Neugierde, die Peter an den Tag legte, um auch wirklich alle erdenklichen und unerdenklichen Dinge anzunehmen, beeindruckte Connor sehr. Er selbst hingegen war immer sehr beherrscht und versuchte, niemals die Kontrolle zu verlieren. Connor sah wieder hinunter zu Lindsay und Peter und stutzte, da sie von ihrem Kollegen in den Arm genommen wurde. Jedoch konnte er nicht mehr weiter darüber nachdenken, da Elsinger nun endlich sein Telefonat beendet hatte.

Peter löste sich von seiner Kollegin. "Alles Gute zum Geburtstag, Lindsay" Er gab ihr noch einen leichten Kuss auf die Wange. "Danke Peter." Lindsay lächelte, doch wirkte sie etwas traurig. "Was ist denn los?" Sie zuckte mit den Schultern. "Ach, eigentlich nichts. Du bist nur der Einzige, der an meinen Geburtstag gedacht hatte." - "Das kann doch nicht sein. Nicht einmal Anton hat dran gedacht?" Lindsay schüttelte den Kopf. "Ist ja auch egal. Wir sind schließlich nur Kollegen." - "Na ja, aber die meisten von uns verbringen weitaus mehr Zeit mit den Kollegen als mit der eigenen Familie. Matt Praeger hatte mal zu mir gesagt, dass er manchmal nicht mal mehr weiß, welche Haarfarbe seine Tochter zur Zeit trägt." Lindsay nickte mit einem kleinen Lächeln. "Ja, das kann ich verstehen." Sie dachte an Stuart, ihren letzten Freund, der sie vor wenigen Wochen verlassen hatte, weil sie einfach zu viel unterwegs war.

"Connor, woran arbeiten sie im Moment?" Elsinger sah seinen besten Teamleiter eindringlich an. "Ich schaue mir zur Zeit die noch offenen alten Fälle an. Vielleicht haben wir ja etwas übersehen oder inzwischen bessere Möglichkeiten zum nachforschen." - "Das brauchen sie nicht. Ich habe einen neuen Fall für sie." Connor sah zu Elsinger, während dieser eine schmale Akte hervorholte. "Ihnen ist bestimmt schon aufgefallen, dass wir in der Vergangenheit vermehrt schlechteres Wetter haben. Kaum noch Sonnenschein." - "Das stimmt, aber für das Wetter sind wir hier ja nicht verantwortlich." - "Ja, aber was ist, wenn es einen Grund gibt, dass es zur Zeit nur noch grau draußen ist?" Connor wurde neugierig. Genau diese Dinge faszinierten ihn immer wieder an seinem Beruf. Sie wurden zu den unterschiedlichsten Fällen gerufen. Paranormale Phänomene, Telekinese und viele andere Dinge. Er musste immer noch schmunzeln, als er an die merkwürdige Schlangenwanderung dachte. Diese Schlangen hatten den Mörder ihres Besitzers gejagt, gefunden und schließlich auch umgebracht. Das war zwar tragisch, aber die Ermittlungen waren teils amüsant, da Peter Axon zwar Angst vor Schlangen aber dennoch seine Neugierde gesiegt hatte. Sie konnten bei diesem Fall ihren Kollegen mal von einer völlig neuen Seite kennenlernen. Aber das etwas so großen Einfluss auf das Wetter haben sollte, dass sogar das O.S.I.R. verständigt wird, weckte seine Interesse. "Das Wetteramt hat uns beauftragt. Sie sind der Meinung, dass die neuen Tiefdruckgebiete immer aus British Columbia kommen. Niemals von woanders und das bereits seit weit über einem Jahr." Connor nahm die Akte von Elsinger entgegen. "Das ist interessant. Warum ist das bisher niemanden aufgefallen? Ich meine, die meisten Menschen schauen täglich den Wetterbericht." - "Der Wetterdienst hat etwas getrickst, damit es nicht auffällt. Sie hatten gehofft, dass es von alleine wieder aufhört, aber da es inzwischen kaum noch Sonnenschein gibt, waren sie gezwungen, etwas zu unternehmen." Connor nickte und las aufmerksam die Fakten in der Akte. "In Ordnung. Ich stelle sofort ein Team zusammen. Es ist ja nicht weit weg. Dann können wir noch heute Nachmittag mit den ersten Untersuchungen anfangen." - "Wen wollen sie mitnehmen?" Connors Blick ging wieder zur Akte. "Lindsay Donner und Peter Axon. Lindsay kann Befragungen vornehmen und Peter möchte bestimmt Bodenproben von den unmöglichsten Stellen nehmen." Bei diesem Satz musste sogar Elsinger schmunzeln. "In Ordnung. Nehmen sie auch Anton mit." Connor sah zu seinem Vorgesetzten. "Warum? Anton ist Psychiater. Ich denke eher an ein physikalisches Phänomen." - "Dennoch. Nehmen sie ihn mit." - "In Ordnung. In einer Stunde brechen wir auf."
 
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