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Ein Ausweg

von AJ1305
GeschichteAllgemein / P18 Slash
Paul Richter Stephan Sindera
11.07.2020
09.11.2020
19
23.960
10
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Dieses Kapitel
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14.07.2020 1.298
 
Müde schloss Paul die Wohnung auf. Er war gespannt, was ihn erwartete. Er hoffte, dass Marco heute nicht betrunken war, er hielt es langsam nicht mehr aus. Er hatte keine Kraft mehr.

Es roch angenehm als er die Wohnung getrat. Hatte Marco etwa gekocht. Neugierig Strich sich Paul die Schuhe ab und begab sich in die Küche.
"Hallo." meinte er und musste grinsen, als er sah wie sich Marco am Herd abkämpfte.

"He Schatz." drehte sich Marco überrascht um, grinste verlegen und überbrückte die letzten Meter. Er legte für Arme im Paul und hauchte ihm einen sanften Kuss auf die Lippe.
"Wie habe ich den das verdient." meinte Paul lächelnd, löste sich von Marco und blickte neugierig in die Töpfe.

"He, nicht naschen." Marco umarmte ihn von hinten und hauchte Paul einen Kuss an den Hals.
."Paul... Ich wollte mich nochmal entschuldigen für die letzten Wochen und vorallem wegen gestern. Ich kann mir das selbst nicht verzeihen." flüsterte Marco leise und Paul drehte sich zu ihm um. Er wusste nicht was sagen. Er senkte seinen Blick, doch Marco legte ihm die Hand an das Kinn und drückte es sanft wieder hoch.

"Lass es mich wieder gutmachen." flehte Marco und sah Paul tief in die Augen. Dieser nickte langsam, woraufhin Marco anfing zu lächeln.

Der Abend wurde wunderschön und Paul vergaß fast die letzten Wochen, in denen Marco jeden Tag gesoffen hatte, fast vergaß er auch den Vorabend, an welchem Marco voller Wut auf ihn eingeschlagen hat.

Nach dem Essen kuschelten sie sich auf den Balkon, deckten sich mit Kuscheldecken zu und sahen zum Himmel. Marco hielt Paul sanft in den Armen und streichelte ihn, währenddessen dieser in den Himmel starrte. Er hatte zuviele Gedanken in seinem Kopf.

Marco liebte ihn noch, es konnte wieder schön werden. Er liebte Marco so sehr, sie hatten immer so schöne Momente gehabt vor dem Unfall. Er dachte an ihren ersten gemeinsamen Urlaub. Marco und er hatten sich an einer Cocktailbar in Italien betrunken und waren zur späten Stunde nackig ins Meer baden gegangen, bis ein Security sie heraus geholt hatte. Er hatte irgendwas auf italienisch geschimpft. Paul musste lächeln und Marco sah ihn neugierig an.
"An was denkst du?"
"Unseren ersten Urlaub... Weißt du noch, deer Security?" Marco musste anfangen zu lachen und hauchte einen Kuss auf Pauls Wange. Paul seufzte.

"Wir waren so glücklich." meinte er traurig und starrte wieder in dem Himmel. Marco seufzte auch.
"Ich werde alles dafür tun, dass wir wieder glücklich werden." versprach er und Paul hoffte so sehr, dass es wahr ist.

Seine Gedanken wanderten weiter zu Stephan. Er fragte sich, wieso er sich gerade wünschte, dass dieser hier bei ihm war.





Es lief ein paar Tage gut, Marco bemühte sich wirklich und auch auf der Dienststelle lief es wieder besser. Stephan war immer noch sehr kritisch und ihr Verhältnis war angespannt. Aber immerhin redeten sie wieder miteinander.

Paul stand gerade von seinem Computer auf, er hatte heute Innendienst und einen lange überfälligen Bericht abgeschlossen. Zufrieden lief er zum Drucker, holte die ausgedruckt Variante des Berichtes und legte sie auf seinen Tisch.

Sein Blick wanderte weiter zu Stephan, welcher auch gerade etwas am Computer arbeitete. Als dieser den Blick bemerkte, hob er seinen Kopf und sah Paul fragend an.

"Ich geh einen Kaffee trinken, kommst du mit?" Stephan schien kurz zu überlegen, stimmte dann aber zu.

Die beiden betraten den Sozialraum und bemerkte Moritz und Marc, welche bereits Kaffee tranken und sich unterhielten. Es war offensichtlich ein emotionales Thema, den die beiden bemerkte Paul und Stephan zuerst gar nicht.

"Ich bleib dabei, ich kanns einfach nicht verstehen. Ich wär beim ersten Anzeichen weg." meinte Moritz gerade und verschränkt seine Hände. Marc nickte leicht.
"Ja ich verstehe dich schon, aber ich denke, dass ist nicht so einfach."

Stephan ließ sich auf die Bank fallen und Paul setzte sich neben ihn.
"Um was geht es?" fragte er nach, während Paul an seinem Kaffee schlürfte.
"Ah wir hatten gerade einen Einsatz mit häuslicher Gewalt. Das Opfer hat sich das über ein Jahr gefallen lassen und wollte nicht mal jetzt auspacken." meinte Moritz und schüttelte verständnislos den Kopf.

Paul verschluckte sich am Kaffee und fing an zu Husten. Besorgt klopfte ihm Stephan auf den Rücken. Er sah den Blick von Stephan. Er war besorgt und so sanft. Er wusste es. Paul war klar, dass er es spätestens jetzt wusste. Wieso musste er sich auch verschlucken. Moritz und Marc bemerkten nichts. Sie sahen ihn kurz komisch an und erzählten dann weiter.

"Er hat sie grün und blau geschlagen. Aber sie wollte sich einfach nicht helfen lassen. Sie hat alle ihre Freunde verloren, weil die es einfach nicht verstanden haben." traurig schüttelte Moritz den Kopf.

"Ich würde nie jemand im Stich lassen, der das durch macht. Ich denke die Leute denken da einfach nicht rational. Aus so etwas auszubrechen ist extrem schwer. Ich würde der Person so lange beistehen, bis sie bereit dazu ist." meinte Marc und Moritz legte seinen Kopf schräg und dachte nach. Im Stich lassen würde er auch niemand. Aber er konnte einfach nicht verstehen, wie man sich das gefallen lassen kann.

" So etwas fängt meist mit der großen Liebe an. Ich denke... " Paul hörte nicht mehr, was Marc dachte. Er hielt dieses Thema nicht mehr aus, er musste hier weg. Er entschuldigte sich leise, rutschte von der Bank und flüchtete quasi aus dem Sozialraum.

Er wollte hier raus. Er musste atmen. Er stieß die Hintertür auf und blieb dort stehen. Er atmete tief ein und aus. Er hatte nicht gedacht, dass es ihn so belastete.
Aber Marco hatte wieder angefangen zu trinken und irgendwie hatte Paul Angst. Er war hin und her gerissen, er wusste nicht was das richtige war.

Er hörte wie die Türe hinter ihm aufgemacht wurde und er musste sich gar nicht umdrehen, um zu wissen, dass es Stephan war.

Er spürte wie dieser knapp hinter ihm stehen blieb. Er sagte keine Wort, wartete wie Paul reagierte.
Dieser drehte sich langsam um und sah Stephan in die Augen. Dieser schlang die Arme um den Kleineren und Paul ließ sich in die Umarmung fallen. So sehr hatte er sich jemand gewünscht, der ihn einfach festhielt. Jemand, bei dem er nicht Angst hatte. Er wollte diese Angst nicht haben, aber irgendwie war sie bei Marco nun ein Teil seiner Gefühle.

"Ich weiß nicht was ich sagen soll Paul." flüsterte Stephan.
"Ich mache mir Sorgen, deshalb war ich so distanziert. Aber ich werde dich niemals im Stich lassen." redete Stephan weiter und Paul merkte, wie sich Tränen in seinen Augen bildeten. Er wollte sie runter schlucken, aber als Stephan ihn anfing sanft zu streicheln, war es um ihn geschehen. Er schluchzte leise auf und spürte gleich darauf, wie Stephan ihn noch fester an ihn drückte.

"Ich werde ihn umbringen, dass ist dir bewusst?" sagte Stephan irgendwann so halb Ernst, aber auch halb lachend. Paul musste leise lachen und löste sich von Stephan. Dieser sah ihn mitfühlend an und strich ihm sanft die Tränen von den Wangen.

"Es war nur das eine Mal, er hat sich entschuldigt und seit dem läuft alles wieder gut." versuchte Paul seinen Freund in Schutz zu nehmen. Stephan sah ihn misstrauisch an.

"Okay, dann bring ich ihn halt um, wenn er dich nochmal schlägt." meinte er dann und Paul musste leicht grinsen. Stephan zog ihn daraufhin nur wieder in eine Umarmung.

"Du hast jemand so viel besseres verdient." hauchte Stephan leise in Paul's Haare, während dieser es genoß, nicht stark sein zu müssen.
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