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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
63.054
2
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17.10.2020 1.323
 

Kapitel 30

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Hier muss ein Krieg getobt haben - angezettelt von meinem Sohn!


Aber als ich die Wohnung betrat, dachte ich, mich trifft der Schlag. Es waren nur knapp 4 Tage, in denen ich nicht hier war und es sah aus, als hätte der dritte Weltkrieg hier getobt! Ich stand mit offenem Mund da und hörte aus dem Wohnzimmer eindeutige zweideutige Geräusche. Ich schlug die Eingangstür laut zu und räusperte mich laut, damit die beiden Verwüster sich rechtzeitig wappnen konnten.

Das Wohnzimmer war ebenfalls ein Schlachtfeld. „Mom... oh verdammt. Ich... wir haben … noch nicht mit dir gerechnet!“ mit hochrotem Kopf und freiem Oberkörper stand er vor mir und wusste nicht wohin er sehen sollte. Melissa hatte sich hinter mir Richtung Bad verdrückt. „Das ist doch nicht wahr oder? Ich werde jetzt in mein Schlafzimmer gehen, dann gehe ich unter die Dusche und wenn ich fertig bin, habt ihr den Saustall hier gefälligst aufgeräumt! Hab ich mich klar ausgedrückt, YANNICK???“ brüllte ich ihn jetzt an.

Wütend stapfte ich in mein Reich und schmiss die Türe genau wie die Eingangstür laut zu. Hier hatte sich niemand aufgehalten, Odin sei Dank. Sonst wäre jetzt die Hölle los!

Ich saß auf meinem Bett und versuchte mich zu beruhigen. Was hatten die beiden bitte die letzten Tage hier veranstaltet? Und es roch nach Shisha-Tabak, den, den Yannick so gerne mochte und es roch verdächtig nach Gras. Aus der Wohnung vernahm ich jetzt geschäftiges Treiben und die Worte „Jetzt hilf mir gefälligst, du hast ja auch mitgemacht. Vielleicht sollten wir die anderen auch noch anrufen!“ maulend von meinem Sohn. Das wäre eine gute Idee, doch ich bezweifelte, dass es klappt. Saufen und feiern können sie alle, aber wenn es ums Aufräumen geht, sind sie alle plötzlich verhindert und zu beschäftigt.

Da musste ich doch ein wenig schadenfroh grinsen. Ich zog mich aus und schmiss mir meinen Bademantel über und machte mich auf ins Bad. Dort herrschte zwar auch Unordnung, aber es war sauber, was mich erstaunte. Die heiße Dusche beruhigte meine Nerven ein bisschen und als ich auf den Flur trat, konnte ich ohne Gefahr in die Küche gehen. Dort war Melissa gerade mit dem Einräumen des Geschirrspülers beschäftigt.

„Entschuldige, Alex. Wir hatten halt... eine Feier und das ist etwas eskaliert.“ meinte sie etwas kleinlaut. „Ich hoffe, es war keine Polizei hier oder so? Die armen Nachbarn!“ gab ich etwas mürrisch von mir.

„Naja, doch... es war ein Streifenwagen hier. Aber danach waren wir dann leise und... die meisten Leute sind auch gegangen. Nur... da ist noch etwas... dein Sofa... da... also...“ ich sah sie Stirnrunzelnd an, doch ich konnte es mir denken. „Ein Brandfleck, hab ich recht? Ich hoffe, ich kann den einfach abdecken, oder ist er...“ Sie unterbrach mich gleich.

„Also, uns ist die Shisha-Kohle aus Versehen darauf gefallen!“ ihr Gesicht wurde noch roter, wenn es denn möglich wäre. „WIE, in Odins Namen, kann DAS passieren. Die Shisha steht auf dem Tisch oder nicht? Habt ihr damit Basketball gespielt oder was?“ fragte ich jetzt einfach, es war einfach unglaublich, wie dumm die Menschen manchmal sein können. Die ganze Bude hätte abfackeln können!

Ich machte mir trotzdem erst Kaffee... oder besser ich wollte es... die Dose mit den Pads war aber LEER! Und es gab auch keinen Ersatz mehr! „Ich werde jetzt gleich echt sauer! Wo ist der ganze Kaffee hin?“ ich war jetzt echt sauer, ... kein Kaffee... das geht gar nicht!

Ich ging ins Wohnzimmer, wo mein Sohn mit dem Staubsauger hantierte und mich erst nicht bemerkte. Ich zog kurzerhand den Stecker und erschrocken sah er zu mir. „DU wirst jetzt losfahren und mir Kaffee besorgen! Aber ein bisschen Pronto, wenn ich bitten darf!“ polterte ich drauf los. „Aber du hast gesagt, dass...“

„Yannick Frederickson, wenn ich dich nicht enterben soll, dann machst du jetzt, was ich dir sage. Oder es gibt ein noch größeres Donnerwetter, ist das klar?“ meckerte ich ihn jetzt. „Ich mach ja schon, ich zieh mir nur was an. Ähm... kann ich dein Auto nehmen? Meines steht noch bei einem Kumpel!“ kam es jetzt kleinlaut von ihm. Innerlich betete ich meine Mutter-Mantren damit ich nicht komplett aus der Haut fahre und atmete tief durch.

„Dann kann dich Melissa begleiten und du kannst dein Auto gleich abholen! Also los... hopp hopp!“ und drehte mich um, um wenigstens noch ein wenig Cola oder ähnliches zu finden. Doch weit gefehlt, nichts war mehr da. Der Kühlschrank war aber noch ganz gut gefüllt. Niemand hatte meinen Wein angerührt. Also schön, es ist zwar noch nicht Abend, aber dann eben Wein. Ich machte mir nicht die Mühe, ein Glas zu nehmen. Mit der Flasche in der Hand ließ ich mich, als die beiden los waren, auf das Sofa fallen. Das Brandloch war enorm... da musste eine neue Couch her. Ich seufzte nur tief. Der erste Schluck war wie immer etwas seltsam und irgendwie fühlte ich mich wie der letzte Brückenpenner mit der Flasche am Hals.

Aus einer Eingebung heraus ging ich an meinen Schreibtisch und öffnete die Schublade mit meinen Unterlagen und den Recherchesachen. Faiths Buch war in meinem Nachttisch und Haythams Tagebücher waren bei ihm. In diesem Moment war ich froh darum, es hatte sich hier jemand daran zu schaffen gemacht. Es war alles durcheinander! Meine Wut kroch hoch und ich kochte innerlich. Wie respektlos sind diese jungen Leute eigentlich? Was aber noch schlimmer ist, ist die Tatsache, dass jemand sah, was ich vorhatte. Im besten Falle dachte der Leser nur, dass es eine Geschichtsrecherche ist und nicht eine echte Lebensgeschichte.

Die Flasche war zur Hälfte geleert, als mein Sohn samt Freundin und drei Freunden hier wieder auftauchte. Ich traute meinen Augen nicht. Sie alle standen schüchtern vor mir und hatten ihre Augen gesenkt. „Frau Frederickson, es tut uns leid. Wir hätten sicherlich noch vorher wieder aufgeräumt, wenn wir gewusst hätten, dass sie schon so früh wieder zurück sind.“ meinte ein Kumpel kleinlaut und sah mich entschuldigend an. Ein anderer meldete sich zu Wort „Ich werde natürlich für den Schaden an dem Sofa aufkommen, es war wirklich ein Versehen. Mir ist die glühende Kohle aus der Zange geflogen und unglücklich darauf gelandet. Meine Eltern meinten aber, meine Haftpflichtversicherung kommt dafür auf.“ er versuchte ein versöhnliches und gleichzeitig schüchternes Lächeln.

„Dann seht zu, dass ihr hier alles wieder aufgeräumt bekommt und ich melde mich bei dir, wegen der Versicherung. In den nächsten Tagen werde ich dann ein neues Sofa besorgen. Wer mich sucht, ich bin in der Küche bei meinem Kaffee!“ meinte ich jetzt etwas versöhnlicher.

Die nächsten Stunden wurde hier gesaugt, geputzt und aufgeräumt und ich musste keinen Finger rühren. Man könnte sich daran gewöhnen, oder? Als alles wieder nach meinen Vorstellungen fertig war, bestellte ich für alle Essen und wir ließen den Abend noch ausklingen. Warum auch immer, aber ich hatte mit den Freunden meines Sohnes schon immer ein gutes Verhältnis, ich hasste es, von meinen Eltern her, wenn man so super-autoritär daher kam... das war einfach nicht meins. Doch eines ließ mir keine Ruhe... „WER war an meinem Schreibtisch?“ fragte ich irgendwann, weil es mir unter den Nägeln brannte.

Ich hörte ein Husten.... „Das war ich... aber … ich wollte nicht spionieren, wir suchten nur nach Textmarkern für ein Spiel! Ich schwöre es... die Papiere sind durcheinander, weil ich dachte, darunter lägen die Stifte. Es tut mir leid!“ kam es von einem Kumpel. Ich musste ihm wohl so glauben, hmmm? Es fiel mir etwas schwer... aber ich beließ es dabei.

Als die Freunde sich dann verabschiedet hatten, wünschte ich Yannick und Melissa noch eine gute Nacht und verschwand in meinem Schlafzimmer. Mein erster Griff war zu Faiths Tagebuch. Ich hatte es vermisst und … es war, als würden immer wieder neue Seiten dazu kommen. Obwohl ich sie alle schon gelesen hatte. Wie war das möglich?

Auch diese Nacht war sehr entspannend und ich genoss dieses Gefühl von meiner Freundin... sie ließ mich teilhaben und ich freute mich immer mehr auf ein Wiedersehen.
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