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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
63.054
2
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10.10.2020 1.567
 

Kapitel 28

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Höhlenforschung 2.0


Ich atmete tief durch und stieg dann in die Klapperkiste, welche uns in unsere Unterkunft bringen würde. Es war eine alte Kaserne, welche man ein wenig umgebaut hatte. Dort hatten wir 4 Zimmer gemietet für eine Woche. Es war nicht komfortabel, aber es war sauber und das reichte auch. Wir wollten ja keinen Urlaub hier machen.

Am nächsten Morgen brachen wir dann auf, um jetzt endlich dieses Bergmassiv zu finden. Die Karte von Boris war wirklich gut gelungen und wir waren schon am späten Nachmittag angekommen. Wir schlugen hier unser Lager auf, auch wenn mir bei der Witterung hier nicht nach Camping zumute war. Die Zelte waren schnell aufgebaut und ein kleines Feuer war auch schnell fertig. Wir standen direkt vor einem Berg, der irgendwie fehl am Platz wirkte. Langsam schritt ich am Fuß dieses Ungetümes entlang und versuchte herauszufinden, wo eventuell ein Eingang oder ähnliches wäre.

Als es bereits dunkel war, fand ich eine kleine Felsspalte, die breit genug für zwei Personen war. Freudig ging ich schnell zu meinen Leuten zurück und berichtete davon, doch erst am nächsten Tag sollten wir dorthin. Es war schon spät geworden und ich hatte auch so langsam Hunger, fiel mir auf.

Der nächste Morgen war eisig kalt und ich hatte das Gefühl, dass meine Muskeln eingefroren waren. Ich kam kaum aus dem Schlafsack heraus. Ich wusch mir schnell durchs Gesicht mit dem gesammelten Wasser aus dem Bach und als ich vor mein Zelt trat, sah ich, dass die anderen schon auf den Beinen waren. Nach einem kleinen Frühstück und Kaffee natürlich, führte ich die Jungs in die Richtung meines Fundes von gestern Abend.

Wir hatten Werkzeuge dabei, Waffen, Seile und natürlich Taschenlampen. Jetzt im Hellen sah es hier etwas anders aus, doch mit einem Mal hatte ich ein Déjà-vu! Diese Lichtung und der Bach der hier langlief, das kam mir bekannt vor! Ich war schon einmal hier! Doch nicht mit meinen Leuten, sondern mit Faith und hatte vorher gegen ein Rudel Wölfe gekämpft! Ich schüttelte mich, dieser Gedanke war mir unheimlich.

„Alex, was ist?“ fragte mich einer meiner Männer. „Ich bin hier schon gewesen, aber... es war eigentlich nur ein Traum! Ich war mit Mrs. Cormac hier... es... lasst uns erstmal weitergehen und dann entscheiden wir, wie wir fortfahren werden.“ meinte ich jetzt einfach, ich wollte wissen, was uns dort im Inneren erwartete.

Hier soll mein Großvater den Armreif also gefunden haben? In einem Berg? Nun gut, unter Ausschachtungsarbeiten verstehe ich eigentlich etwas anderes, doch wer bin ich, dass ich das beurteilen kann.

Wir knipsten die Lampen an und gingen in diese Spalte. Sie war breit genug und auch hoch genug, noch hatte ich keine Platzangst und ich war beruhigt. Dieser Gang schlängelte sich durch die Felsen und führte uns immer tiefer hinunter. Die Kälte nahm zu und ich spürte meine Finger nicht mehr richtig. Nach gefühlten Stunden erreichten wir eine große Höhle, welche nicht natürlichem Ursprungs war. Man sah, dass die Wände behauen waren und auch die Form zu symmetrisch war. Wir teilten uns auf und jeder suchte für sich die Wände ab und den Boden. An der Decke selber sah man nichts, einfach nur rauer Fels.

Dann hörte ich von einem der Jungs, er hätte eine Öffnung im Felsen gefunden, wusste aber nicht, wofür sie sei. Ich eilte zu ihm und leuchtete hinein. Etwas tiefer dort drin, sah ich einen Knopf oder Schalter, wie man es auch immer nennen will. „Irgendwie traue ich mich nicht, dort hinein zu fassen. Wer weiß, was wir damit auslösen!“ meinte ich in die Runde.

„Aber sonst ist hier nichts, keine Tür oder Tor, wo wir weiterkämen. So schlimm kann es nicht werden, oder?“ doch ich musste an die Geschichte in Lissabon mit Shay und Faith denken. Einfach etwas anfassen, wenn man nicht weiß, wofür es gut ist, ist nicht klug!

Doch wir hatten jetzt keine andere Wahl und ich steckte meine Hand hinein, kniff die Augen zusammen und drückte den Schalter. Im ersten Moment passierte nichts, dann nach ein paar Sekunden spürten wir eine leichte Erschütterung neben uns und eine Wand in der Breite einer normalen Tür senkte sich hinab. Mit bloßem Auge hatten wir nicht einmal die Einkerbungen gesehen, so filigran war das Ganze gearbeitet!

Jetzt standen wir vier davor und leuchteten mit den Lampen hinein, doch man konnte kaum etwas erkennen. Uns schlug nur ein Geruch von altem Gewölbe entgegen, es roch irgendwie muffig. Ich nahm mir ein Herz und schritt hinein, langsam einen Fuß vor den anderen. Oh, ich sehe gerade die Höhlen von Great Inagua vor mir. Erinnerst du dich noch? Dort gab es auch diesen Raum! Hörte ich Edward in meinem Kopf. Er hatte Recht, dieser viereckige Raum sah fast genauso aus. Doch er war kleiner, aber in der Mitte war wieder so eine Art Podest, auf dessen Sockel lag etwas leuchtendes.

Ich muss ehrlich gestehen, ich verstand gerade gar nichts. Es war... zu einfach. Wir fanden in Null Komma nix alle Artefakte! „Rafael, das geht zu schnell, mir ist nicht wohl dabei. So einfach machen es diese Götter einem auf einmal? Das kann ich nicht glauben!“ und sah zweifelnd zu meinem besten Freund. Auch dieser sah sich skeptisch um. „Da stimmt auch etwas nicht. Sieh dir die Wände an, sie... sehen wie mit Blut bespritzt aus. Moderne Kunst wird es wohl kaum sein, nehme ich an.“ sein Sarkasmus war manchmal schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Erst jetzt leuchtete ich an die Wände und es waren rote Handabdrücke zu sehen und eben hier und da rote Flecken. Doch irgendwelche alten Knochen oder Leichen sah ich hier nicht. Ich ging vorsichtig auf das Podest zu und beäugte es kritisch. Das leuchtende Etwas darauf war tatsächlich ein einfaches Reiseartefakt in Silber gehalten. Doch es lag nicht einfach so darauf, es stand aufrecht und schien mit dem Stein verbunden zu sein.

Man konnte Spuren ausmachen, die andeuteten, dass sich hier jemand mit Hammer und Meißel betätigt hatte. Wie sollte man sonst auch an diesen Ring kommen? Die drei Herren standen jetzt um mich herum und besahen sich ebenfalls unseren Fund. „Ich traue mich ehrlich gesagt nicht, das Ding anzufassen. Nachdem, was du über diese Funde erzählt hast, hat man ja Albträume bekommen!“ meinte der jüngste unter ihnen.

„Das kann schon sein, doch … irgendwie müssen wir ja diese Dinger sammeln. Also... Ihr geht jetzt bitte alle hinaus. Ganz hinaus und wartet auf mich dort. Ich will hier niemanden drinnen haben, ist das klar?“ meinte ich jetzt in meiner Funktion als Anführerin dieser Truppe und erntete ein eindeutiges „Das könnte dir so passen und dann kommst du nicht wieder hinaus. Nix da!“

„Gut, dann... macht euch bereit. Ich gehe davon aus, dass ihr euch nicht umstimmen lasst.“ gab ich resigniert von mir und sah in die mir zustimmenden Augen der Jungs.

Langsam griff ich nach dem Armreif und versuchte ihn zu lösen. Im ersten Moment saß er wirklich fest, aber ich konnte ihn mit dem hin- und herbewegen frei bekommen, hob ihn jedoch noch nicht herunter. Wieder sah ich die Männer an „Ich zähle bis drei und dann nehme ich das Ding darunter.“ Ein einstimmiges Nicken... dann mal los … 1 … 2 … 3... Mit Schwung riss ich das Teil herunter … aber es passierte nichts. Erstaunt sahen wir uns um und warteten. Es könnte ja auch ein wenig verzögert eine Falle auslösen. Plötzlich sah mich Rafael nur an und deutete ungläubig auf die Tasche an meinem Gürtel, in dieser hatte ich das Kästchen mit dem Runenring.

Ein pulsierendes Leuchten ging davon aus und jetzt konnten wir an den Wänden winzige Einbuchtungen erkennen, in welchen kleine Pfeile steckten. Auch sie pulsierten, aber es tat sich nichts. „Ich glaube, wir sollten jetzt lieber hier raus. Dieses andere Artefakt scheint uns zu beschützen, doch wie lange weiß ich nicht.“ wir sahen, dass das auf- und ableuchten immer schneller wurde, wie ein Countdown und das Ende wollte ich nicht abwarten.

Wir rannten hinaus und gerade als wir in dem anderen Raum ankamen, hörten wir diese Pfeifgeräusche von den Pfeilen, welche jetzt dort aktiviert wurden. Seltsam, dachte ich nur. Warum wurden wir gewarnt? Und... welcher Gott mag in diesem Ring stecken? Ob ich es jetzt sofort erfahren wollte bezweifelte ich, ich wollte lieber von hier weg. Mir war das nicht geheuer.

Gerade als wir wieder an der frischen Luft waren, spürten wir die Erde unter unseren Füßen leicht erzittern. Es war kein Erdbeben, es war eher so, als würde jemand sauer mit dem Fuß auftreten. Wer weiß, was wir geweckt hatten. Aber warum hatte ich dann diese Träume mit Faith, die mich hierher führten? Oder täuschte ich mich und es war eine andere ähnliche Lichtung? In meinem Traum war es ja auch dunkel gewesen...

„Wir sollten uns auf den Heimweg machen, Alex. Ich will hier nicht länger bleiben als nötig, wenn du mich fragst.“ kam es von einem der Männer und ich stimmte ihm zu. „Du hast Recht, lasst uns das Lager abbauen und dann ab zur Kaserne. Morgen fliegen wir wieder zurück.“ und damit gingen wir geschlossen zu den Zelten.

Als alles verstaut war und wir im Auto saßen, war ich etwas beruhigter. Ich besah mir jetzt unseren neuesten Fund und stellte fest, dass hier andere Symbole zu sehen waren. Es waren aber keine Runen, sondern so etwas wie Tribals, das Muster sah hübsch aus. In der Kaserne angekommen, war es bereits Abends und wir buchten die Flüge für den morgigen Tag.
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