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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
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03.10.2020 1.696
 

Kapitel 26

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Das Ende ist nahe, doch die Runen sagen etwas anderes!


Ich gab ihm das Kistchen, er öffnete es vorsichtig und bestaunte den Inhalt. Aber anscheinend hörte er KEINE Stimme. ICH schon... Ach, das ist immer so schön, wie ihr versucht, euch zu schützen. Und was ist? Ihr lauft immer weiter in euer Verderben, anstatt diesem zu entkommen! Du solltest dich so langsam wappnen, denn es dauert nicht mehr lange und das Ende kommt! Doch mehr hörte ich nicht, William hatte die Box schon wieder geschlossen!

„Alex... hast du wieder etwas gehört? ALEX... sag doch was!“ ich fühlte wie mich jemand bei den Schultern gepackt hatte und mich schüttelte. „Was? Bei Odin... ja, ich habe es wieder gehört... William, er sprach vom Ende, dass es bald kommen würde und ich mich wappnen sollte!“ mir war übel und es drehte sich plötzlich wieder alles.

„Welches Ende? Wovon hat dieses Dinge gesprochen?“ fragte mich mein Sohn jetzt ängstlich. Doch darauf hatte ich keine Antwort. „Weiß ich nicht, aber ich befürchte, ich werde es auf die ein oder andere Weise schon noch erfahren! Und das macht mir gerade selber Angst!“ gab ich ehrlich zu! Ich ging davon aus, dass er ein Ende meinte, wenn wir alles entschlüsselt hatten? Doch das würde noch eine Weile dauern.

Wir schlossen diesen Ring weg und ich fühlte mich wieder sicher! „Alex, wir haben das Ende doch schon einmal fast erlebt. Doch mein Sohn hat es verhindert, also was könnte Loki jetzt meinen? SEIN Ende? Das Ende der Götter? Das macht doch alles keinen Sinn!“ überlegte mein Mentor jetzt laut und ich musste an den Tod von Desmond denken. „Manchmal frage ich mich, ob es wirklich so gut war, die Welt zu retten?“ dachte ich laut.

„Daran habe ich schon so oft gedacht, glaub mir!“ meinte William traurig und in seinem Gesicht spiegelte sich große Trauer wieder. Über seine Frau sprachen wir so gut wie nie, denn sie hatte sich seit dem Vorfall komplett zurückgezogen und war für niemanden zu sprechen.

Eine Assoziation zu Haythams Mutter kam mir in den Sinn, Tessa hatte sich nach Edwards Tod ebenfalls abgewandt und hatte sich verändert! Ich mochte mir nicht vorstellen, wie diese Frauen sich gefühlt haben mussten.

„Wir werden es auf uns zukommen lassen müssen, William. Ich habe keine Ahnung, wie ich gerade schon sagte!“ gab ich resigniert zu und es machte mich wütend, dass ich keine Antwort hatte, geschweige denn wusste, auf WAS ich mich vorbereiten musste.

In diesem Moment klingelte mein Handy und Herr Lorentz war am anderen Ende. „Ah, schön, dass ich sie gleich erreiche, Frau Frederickson. Wir haben interessantes herausgefunden über diese Runenringe! Wenn sie Zeit haben, können sie gerne vorbeikommen und ich zeige ihnen auch gleich, WAS ich meine?“ erzählte völlig euphorisch. „Herr Lorentz, dass ist großartig. Doch ich bin gerade erst aus Helsinki zurück und würde doch gerne erst einmal nach Hause. Wenn es ihnen nichts ausmacht, dann schaue ich morgen früh gleich bei ihnen rum? So gegen 9 Uhr?“ fragte ich, denn ich war doch etwas erschlagen von den vielen Neuigkeiten mal wieder.

„Sicher doch, dann sehen wir uns morgen früh. Ich sage Herrn Schäfer ebenfalls Bescheid, wenn es Recht ist.“ ich konnte ihn freudig grinsen sehen beim Sprechen und er legte auf.

„Wenn es dir nichts ausmacht, ich würde dann gerne jetzt nach Hause und mich ein wenig ausruhen. Und morgen habe ich gleich einen Termin bei Herrn Lorentz, einem der Entschlüssler bei Abstergo. Vielleicht magst du auch mitkommen, William?“ fragte ich ihn einfach.

„Gerne. Dann sehen wir uns dort und erhol dich ein bisschen. Denk nicht mehr an den Loki-Ring, das wird sich sicherlich alles klären!“ meinte er jetzt zuversichtlich. Doch ich teilte sie nicht mit ihm!

Yannick und ich verabschiedeten uns und fuhren nach Hause. Nach einer warmen Dusche, saß ich an meinem Rechner und fing an, die letzten Tage aufzuschreiben. Immer wieder schoss mir dieser Gedanke in den Sinn, dass das zu einfach ist. Es kann nicht sein, dass wir so schnell an unser Ziel kommen! Gleichzeitig fragte ich mich aber, was es mit diesem vorhergesagten Ende auf sich hatte. Alles Grübeln half nichts, denn ich würde es vermutlich noch nicht erfahren.

Als Melissa dann auch wieder hier war, sah sie sich erschöpft um, begrüßte mich nur kurz und verschwand im Bad. Ich sollte bald ein Gespräch mit ihr beginnen, in welchem ich sie in alles einweihe. Das Mädchen hatte ein Recht zu erfahren, was ihr Freund so trieb und was dessen Mutter vorhatte. Mal sehen, wann der passende Moment war... Dieser Moment des Abschieds... der Moment in dem mein Leben hier endete... Das ENDE! Du meine Güte! Meinte dieses Wesen DIESES Ende? Ein ganz profanes menschliches Verabschieden? Sprach es gar nicht von einem Armageddon? Oder Ragnarök? Aber warum klangen dann diese Worte so bedrohlich für mich?

Aus meinen Gedanken riss mich die Freundin meines Sohnes. „Alex, wie wars in Finnland? War das Museum interessant? Gab es dort wenigstens etwas spannendes zu sehen?“ fragte sie mich neugierig. „Ja, das war es. Eine Ausstellung über die nordischen Götter. Du weißt ja, ich mag sie und... wir leben nach ihnen!“ meinte ich jetzt nur. „Ja stimmt, dass hat mir Yannick auch versucht zu erklären. Finde ich voll spannend, aber da gibt es so viele Kleinigkeiten und Unterschiede und Namen, die vertauscht werden können. Das würde mich wahnsinnig machen.“ meinte sie lachend.

„Richtig, das ist nicht immer leicht. Aber man gewöhnt sich daran.“ Wir aßen noch zusammen zu Abend und dann waren die beiden im Zimmer verschwunden. Ich hatte meine Reise mittlerweile aufgeschrieben und fing an, weiter im Jahr 1760 zu forschen. Doch so langsam, war ich dort am Ende und es gab nichts mehr. Also... auf ins Jahr 1761... Das war aber auch schneller abgearbeitet, als ich dachte und ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es schon 1 Uhr nachts war. Erschrocken fuhr ich den PC runter und ging ins Bett. Es dauerte auch nicht lange, da war ich eingeschlafen!


04. Februar 2020



Pünktlich um 9 stand ich bei Herrn Lorentz mit Herrn Miles und Herrn Schäfer. „Ich komme auch gleich zum Punkt. Wenn sie sich die Symbole einmal ansehen wollen? Es sind immer die gleichen, in der gleichen Reihenfolge in den einzelnen Gruppen. Doch die Gruppen sind immer unterschiedlich. Beide Artefakte weisen unterschiedliche Anordnungen der Runen auf.“ Er deutete jetzt auf die beiden vor ihm liegenden Ringe, welche sich leicht drehten. „Und das ist das fantastische, sie richten sich mit einer bestimmten Formation aus. EINE Gruppierung zeigt in die Mitte, ich gehe davon aus, wenn uns die anderen Ringe auch zur Verfügung stehen, können wir mehr sagen.“ er hatte so schnell gesprochen, dass er vergessen hatte Luft zu holen und das holte er jetzt nach.

„Herr Lorentz, dass ist schön, doch... das hilft uns immer noch nicht weiter. Sie richten sich aus... nach was? Nach Norden? Nach einem potentiellen Tempel? Und was am wichtigsten ist, was wollen diese Zeitreise-Artefakte uns mitteilen mit ihren Schriften?“ fragte ich jetzt, denn das war für mich mit am wichtigsten.

„DAS ist ein weiterer interessanter Fakt, denn sie belehren die Menschen lediglich, zum Beispiel loyal zu sein, zu geben und zu nehmen im ausgeglichenen Maße. Es hört sich eigentlich schon fast nach den 10 Geboten an, wenn sie mich fragen!“ grinste er mich an und ich sah ihn etwas zweifelnd an. Erst hieß es sogar, da wäre das Hexenalphabet mit involviert und jetzt die 10 Gebote?

Ich fragte eben das jetzt und er meinte nur, dass sie mit ihrer ersten Vermutung dann wohl doch falsch gelegen hätten. Er entschuldigte das Ganze damit, dass sie nicht die Originalen Teile zur Hand gehabt hätten, sondern nur mit Fotos arbeiten konnten. Doch er sei sich sicher, dass die 10 Gebote nur im übertragenen Sinne gemeint seien und sah mich dann beruhigend an. „Das will ich hoffen, denn wenn wir uns jetzt auch noch mit der Bibel herumschlagen müssen, dann wandere ich aus!“ meinte ich leichtfertig dahin und erntete von William einen bösen Blick. „Auswandern würde ich es ja nicht unbedingt nennen, eher umsiedeln!“ kam es trocken von ihm.

Die beiden Templer warfen uns fragende Blicke zu und ich wusste nicht, ob ich schon mit offenen Karten spielen sollte. Ich sah zu meinem Mentor, dieser schüttelte nur leicht den Kopf und deutete so, dass ich NOCH nichts sagen sollte.

Sie sagten aber nichts weiter und dann kamen wir auf das Thema der anderen beiden Teile. „Ich denke, ich werde mich an die Routen setzen, welche ich auf der Karte von Shay gefunden habe. Sie deuten einmal auf Russland hin, dorthin wären wir eh schon gefahren und dann noch eine nach Spanien. Achja, und wir haben noch den Hinweis auf einen einfachen Armreif in Großbritannien. Doch dort müssen wir noch suchen, Laura ist bereits damit beauftragt!“ erklärte ich jetzt in kurzen Sätzen.

„Das hört sich ja großartig an, dann versuch du dein Glück in Russland, wir werden uns, wenn es nichts ausmacht in Spanien umsehen?“ fragte mich Tobias jetzt voller Freude, denn er war erpicht darauf, auch endlich Fortschritte zu machen. Also berichteten wir ihm von unseren bisherigen Erkenntnissen und er notierte sich alles. „Dann schick mir den Rest per Email, mal sehen, wann wir aufbrechen können.“ er freute sich wie ein kleines Kind und ich musste mal wieder schmunzeln, denn diese Züge machten ihn sympathisch. So langsam verstand ich, warum Marie so fasziniert von ihm war.

„Wo ist eigentlich Marie, Herr Schäfer?“ fragte ich und sah mich suchend um. „Oh, sie ist beim Training. Ich habe sie zu den Rekruten gesteckt, denn sie saugt alles wie ein Schwamm auf und ich denke, sie sollte alles kennenlernen. Und schau mich nicht so an! Ich werde ihr BEIDE Seiten zeigen und ich finde, auch ihr solltet sie unterrichten!“ Bei Odin, was für eine Wandlung innerhalb so kurzer Zeit. Ich meine, ja, ich freute mich darüber, aber es war schon sehr unheimlich, dass plötzlich Frieden einkehren sollte zwischen Orden und Bruderschaft.

Auch William sah sehr skeptisch aus. „Das hört sich nach einem Plan an und wir sollten jetzt so langsam aufbrechen. Denn die Vorbereitungen dürfen nicht auf sich warten lassen. Ich will endlich Klarheit haben!“ meinte mein Mentor jetzt etwas fordernder.
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