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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
63.054
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12.09.2020 1.509
 

Kapitel 20

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Guter Templer - böser Templer
„Lauras Geschichte“


„William, ich muss nach Finnland fliegen, wenn es geht! Nach Möglichkeit in spätestens in drei Tagen?“ fragte ich etwas kleinlaut und erntete einen fragenden Blick. „Was willst du bitte in Finnland?“ Ich erzählte von meinem Fund und das ich diesem Herrn Hakkonen einige alte Seekarten und ähnliches in Aussicht gestellt hatte. Williams Augen wurden groß und ich sah, dass er darüber nicht gerade erfreut war. „Du hast über meinen Kopf hinweg einfach so etwas bestimmt?“ polterte er dann drauf los.

„Ich weiß, es tut mir ja leid. Doch ich musste eine Entscheidung treffen und sie musste schnell gefällt werden. Aber es wäre ja auch nur leihweise. Wenn alles erledigt ist, bekommen wir die Sachen ja wieder. Genauso wie das Museum seinen Ring zurück bekommt.“ Als ich davon erzählte, dass die Sammlung von einem reichen Geschäftsmann gestiftet worden sei, bat mich mein Mentor, etwas über diesen Herren in Erfahrung zu bringen, wenn ich vor Ort sei. Sozusagen als Strafe, weil ich einfach über seinen Kopf hinweg eine so wichtige Entscheidung getroffen hatte.

„Alex, dann hattest du mit deinem Verdacht wahrscheinlich recht, dass diese nordischen Götter ihre Finger mit im Spiel haben. Ich finde das spannend und ich hoffe, wir können bald die Runen entschlüsseln. Du solltest dich noch einmal mit Tobias in Verbindung setzen, damit sie anfangen können mit der Übersetzung.“ meinte mein Mentor in einem fröhlichen Plauderton. Nanu? Seit wann ist er den Templern gegenüber so freundlich? Aber das konnte mir nur recht sein, so wäre dieser Waffenstillstand, welchen ich anstrebte nicht mehr ganz so abwegig. Nur Laura meinte wieder rummeckern zu müssen!

„Warum müssen wir mit diesen Idioten zusammenarbeiten? Ich versteh das einfach nicht. Sie sind unfreundlich, inkompetent und … einfach nervig!“ maulte sie wieder rum. „Laura, ich weiß, du bist nicht gut auf sie zu sprechen. Aber könntest du mir jetzt endlich einmal sagen, warum du so einen wahnsinnigen Groll gegen sie hast?“ fragte ich jetzt einfach etwas gereizt.

„Du willst wissen, warum sie meine Familie jahrelang, jahrhundertelang verfolgt haben? Warum sie sogar einige von meinen Vorfahren gefoltert haben? Ja? Gut, dann setz dich und ich erzähls dir.“ Ich dachte, sie meinte es nicht wörtlich, doch sie setzte sich jetzt an den Arbeitstisch und fing an zu erzählen und was soll ich sagen, es war wirklich haarsträubend!

Ihre Familie war im Besitz von einigen metallischen Gegenständen, die von Generation zu Generation weitergereicht wurden. Ihr Stammbaum fing mit drei Familien an Klant, Antoni und Broda, von denen besaß jeder ein solches Stück dieser Vorrichtung. WAS es war, wusste Laura nicht! Die drei Teile wurden dann irgendwann nur noch von EINER Familie, nämlich Familie Sabzig, gehütet. Ich erspare jetzt die Aufteilung wie welcher Zweig aussah, es würde Seiten füllen! Seit einigen Jahren hatten die Templer aber ihr Interesse verloren, doch das konnte sie sich nicht erklären.

Einige Vorfahren wurden gequält, gefoltert, verstümmelt und und und. Nur weil man wissen wollte, wofür diese Gegenstände seien. Es muss schrecklich gewesen sein. Ich konnte ihren Hass schon verstehen, es war doch sehr heftig von ihrer Seite. „Also weißt du auch nicht, wozu diese Teile gut sind?“ fragte ich jetzt nochmal. „Nein, weiß ich nicht. Ich habe sie aber hier im Lager in einer Kiste deponiert, weil ich sie nicht in meiner Wohnung haben wollte! Willst du sie sehen?“ kam es in einem plötzlich freundschaftlichen Ton von ihr.

„Gerne, vielleicht kann ich ja etwas damit anfangen, oder wir könnten doch die archäologisch Begabten hier mal fragen?“ meinte ich nur. „Hmmmm, du hast Recht. Vielleicht wäre es mal an der Zeit, heraus zu finden, was es damit auf sich hat!“ Wir gingen also gemeinsam ins Lager und sie zog eine etwas verstaubte kleine unscheinbare Truhe aus einem der Regale.

Sie stellte sie auf den kleinen Tisch hier und öffnete sie. Im Inneren sah ich eine runde ungefähr zwei Zentimeter dicke Platte. Was das für Material ist, wusste ich nicht, es fühlte sich aber irgendwie warm an. Dann kam eine Art Stab zum Vorschein, 30 Zentimeter lang aus Edelstahl mit einem Gewinde, vermutlich für den Fuß. Und dann holte ich ein Gebilde hervor, an dem acht kleine und vier längere Metallstreben in Sternenform angeordnet waren. Doch die kleineren Streben waren nicht jeweils zwei zwischen den länglichen, sondern willkürlich angebracht. Zwei, zwei, eins und drei Spitzen waren es. Eine seltsame Formation. Es war aus Messing, etwas angelaufen mittlerweile, doch das war ja nicht wichtig.

Als die Einzelteile vor mir lagen, konnte ich mir zwar vorstellen, wie sie zusammengebaut aussehen sollten, doch wofür das Gebilde dann gut sein sollte, erschloss sich mir auch nicht so wirklich. Laura aber baute es auf und wir besahen uns unser Werk nun. Ein wenig machte es den Eindruck eines Schmuckständers, an den man Ketten hängen könnte... und... damit hatte ich mir die Erklärung selber gegeben! „Laura, weißt du was du die ganze Zeit gehütet hast?“ fragte ich eher rhetorisch, als das ich eine Antwort erwartete. „Nein, ich weiß es immer noch nicht!“ grinste sie mich an.

„Du hast hier vermutlich die Halterung für die Armreifen, für unsere Zeitreise-Artefakte gehütet! Das ist... fantastisch!“ völlig euphorisch rannte ich hinaus und zu William. Dieser sah mich überrascht an, als ich so angestürmt kam. „Alex, was ist los?“ kam es besorgt.

„William, wir haben eine Halterung für diese Zeitreise-Teile! Lauras Familie hat sie über Jahrhunderte bewacht. Es war die ganz Zeit unter unserer Nase!“ meine Stimme überschlug sich vor Freude, dass wir so etwas im Besitz hatten. Doch dann wurde mir klar, dass wir damit gar nichts anfangen konnten. Zuerst brauchten wir noch die restlichen Ringe und was dann damit passieren sollte, wusste ich auch nicht. Etwas ernüchtert sah ich meinen Mentor an. „Hmmm, ich glaube, ich muss mich dann noch weiter an die Forschung machen. es ist ja toll, wenn wir so ein Ding haben, aber nicht alle Ringe!“

„Das stimmt und wir wissen nicht, was passiert, wenn alle Ringe platziert sind. Vielleicht gibt da aber auch das Manuskript noch etwas her?“ meinte William und ich nickte nur und ging zurück zu Laura, diese hatte alles wieder in die Truhe gepackt. „Wir sollten die Kiste besser in den Tresor packen, dort ist sie sicher! Und bis wir wissen, was es damit auf sich hat, können wir eh nichts damit anfangen!“ sagte ich ein wenig enttäuscht, auch Laura sah so aus. „Echt schade, aber ich bin sicher, wir finden noch eine Lösung!“

Damit gingen wir wieder Richtung Büro und sie machte sich daran, selber Nachforschungen anzustellen und ich ging meinen eigenen Studien nach. Also noch einmal das Manuskript begutachten, ich seufzte einfach nur. Ich hatte mich schon gefreut, dass es schneller als gedacht voran ging.

Vertieft über den Seiten, bemerkte ich meinen Sohn erst recht spät. „Mum, du meine Güte. Bist du eigentlich taub? Ich stehe hier bestimmt schon fünf Minuten und rede mit dir!“ grinste er mich an! „Oh nein, wirklich? Ich habe nichts mitbekommen!“ meinte ich nur lachend. „DAS habe ich gemerkt! William meinte, du seist in deinem Büro und bist auf der Suche nach Lösungen.“ kam es von ihm.

„Ja, aber irgendwie sind sie nicht in Sicht. Vorhin noch dachte ich, wir hätten eine tolle Spur. Laura hat eine Vorrichtung für die Artefakte gehütet und wir haben sie zusammengebaut und im ersten Moment war es ein großartiges Gefühl, weiter gekommen zu sein. Doch jetzt? Wir haben nicht alle Armreifen und wir wissen nicht, wie man sie platziert... Das ist doch alles scheiße...!“ maulte ich jetzt rum.

„Hast du schon einmal mit dem Blick über die Seiten geschaut?“ fragte er völlig pragmatisch. „Ja, und es sind ein paar Andeutungen, aber nichts ausschlaggebendes.“ in dem Moment fiel mir die Fähigkeit von Yannick ein. „Könntest du nicht mal den Sinn einsetzen? Vielleicht siehst du tatsächlich mehr als ich. Schon bei den Chroniken hattest du eine Eingebung!“

Voller Stolz, dass er wirklich gebraucht wird und seinen Beitrag leisten konnte, stellte er sich neben mich und besah sich das Manuskript. „Hmmm... da... nein, das war nichts wichtiges... Moment... ach neee...“ so ging es einige Seiten lang. Ich hatte ihn sich setzen lassen und nun wanderten seine Augen die einzelnen Passagen ab. Es mag sich seltsam anhören, aber ich war stolz auf ihn! Er hatte sich in kürzester Zeit unglaublich weit entwickelt. Seine Persönlichkeit, sein Können und seine Fähigkeit. Gerade dafür brauchte man eigentlich viel Zeit, doch es war, als hätte er sie schon sein Leben lang! Ich stand einfach nur da und beobachtete meinen Sohn.

„DA... ich hab was gefunden... Mum... siehs dir an!“ kam es mit einem Freudenschrei von Yannick. Und tatsächlich, auf der einen Seite war eine Art Karte eingezeichnet, ein Weg führte zu einer Höhle. Ich nahm es an, es war an einem Berg markiert. Und dieser lag in einem Gebirge in … Russland? Die Vorläufer sind aber weit herum gekommen, ging es mir durch den Kopf.

„Das ist fantastisch! Kannst du eventuell diese Karte abzeichnen, nur grob. Damit ich sie William und so zeigen kann?“ fragte ich meinen Sohn. „Kein Thema, mach ich!“ meinte er fröhlich und fing an zu zeichnen.


Lauras Stammbaum
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