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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
63.054
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29.08.2020 1.565
 

Kapitel 16

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Leb dich erst einmal ein!


„Das wird wohl auch noch ein paar Tage so weitergehen, befürchte ich.“ meinte ich jetzt nur. Das Eingewöhnen würde nicht einfach sein, aber wir mussten sie auch noch darüber aufklären, dass wir gerade auf dem Grund und Boden von Templern standen! Als ich das erwähnte, sah sie mich erschrocken an und klammerte sich an meine Hand und sah sich ängstlich um.

Es war Yannick, der sie versuchte zu beruhigen. „Marie, sie brauchen keine Angst haben. Das läuft hier einfach etwas anders, auch wenn … noch nicht alles so geklärt ist, dass alle Beteiligten zufrieden sind.“ lächelte er sie an.

„Oh, also... dann bekriegen sich die Bruderschaft und der Orden nicht mehr pausenlos? Denn ich habe gesehen, was passieren kann, wenn einem einzelnen Templer plötzlich der Kragen platzt.“ und wieder stiegen ihr Tränen in die Augen und ich legte ihr meinen Arm auf die Schulter und hielt sie fest.

„Wir sollten jetzt erst einmal dafür sorgen, dass sie anständige Sachen zum Anziehen bekommen und dann werden wir uns alle zusammensetzen. Wir müssen auch das weitere Vorgehen besprechen.“ meinte Tobias einfach nur.

„Was ist eigentlich mit Marius? Wie geht es ihm jetzt?“ fragte ich Yannick und Tobias. „Dem geht es gut, das Wesen kann schon wieder ordentlich Zeter und Mordio schreien!“ grinste mein Sohn mich an.

Herr Schäfer orderte eine seiner weiblichen Angestellten, welche sich um Marie vorerst kümmern sollte, doch diese wollte nicht von meiner Seite weichen. Verständlich, also ging ich mit, denn auch ich musste mich wieder in meine Alltagskleidung schmeißen. Danach wollten wir uns unten beim Eingang treffen und etwas essen gehen. Ob das nun eine gute Idee war, de Scudéry gleich so ins kalte Wasser zu werfen, bezweifelte ich, doch ich war überstimmt.

Als sie um den Paravant herum kam, trug sie eine völlig neutrale Kleidung unserer Zeit. Elegant, aber nicht zu auffällig. Es war irgendwie so typisch Templer-Like, schwer zu beschreiben, aber es stand ihr. Denn sie war so groß wie ich, aber wog vermutlich 10 Kilo weniger als ich, sie war sehr schlank. Ihre schwarzen Locken hatte die Angestellte ein wenig hochgebunden und festgesteckt.

So konnten wir uns dann auch wieder sehen lassen. Erleichtert, dass ich wieder hier war, nahm ich ihren Arm und wir gingen hinauf zum Eingang. Dort erwarteten uns die beiden Herren schon und ich sah, wie Tobias einen bewundernden blick auf Marie warf. Ich fragte mich gerade, ob er eigentlich verheiratet war oder eine Freundin hatte. Aber das konnte mir auch einerlei sei, sollte er den Frauen hinterherschauen, IHN musste ich ja nicht heiraten.

Und die dunklen Wolken wollten schon wieder Einzug halten. Der Gedanke erst in ein paar Jahren meinen Verlobten wieder zusehen, versetzte mir wieder einen Stich. Als wenn Yannick es gespürt hätte, drückte er meine Hand und meinte nur, ich müsse Geduld haben! Seit er von diesem Wesen und Marie besessen war, hatte sich etwas in ihm verändert. Er hatte nicht nur eine Fähigkeit bekommen, sein Wesen hatte sich gewandelt, ins positive und das freute mich. Oder lag es nur daran, dass er älter wurde? Ich schüttelte mich, um das Ganze erstmal von mir abzuwerfen.

Immer noch zögerlich ging Marie mit uns hinaus und staunte über die ganzen Gebäude, über den Straßenbelag und über diese komischen Dinger auf dem Parkplatz. Es war für uns selbstverständlich, ich konnte mir nur schwer vorstellen, wie sie sich fühlen musste. Wenn wir zum Beispiel in die Vergangenheit reisten, hatten wir einen groben Überblick über Dinge und ähnliches und wie sie funktionierten. SIE hatte das aber gar nicht. Es würde wohl auch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis sie damit klar kam.

Gerade als ich fragte, wo Yannick denn geparkt hätte, fuhr ein dunkelblauer Audi vor und ein Mann stieg aus und reichte Tobias die Schlüssel. Dieser hieß uns einzusteigen. Ich ging nach vorne, hinten sitzen war nicht meins. Yannick half Marie mit dem Gurt und dann fuhren wir vom Gelände Richtung Innenstadt. „Ich habe einen Tisch bei einem Italiener bestellt. Damit kann man nichts falsch machen.“ lächelte der Templer in den Rückspiegel und sah dabei Marie an.

Diese saß mit schüchtern zusammengekniffenen Beinen da und wusste nicht, wohin sie zuerst schauen sollte. Mit offenem Mund sah sie aus dem Fenster und bestaunte einfach alles. „Wer hat das alles gebaut und wie funktioniert das? Schaut mal, wie kommt man denn da oben hinauf? Und was sind das für Lampen dort vorne und warum stehen wir davor?“ Fragen über Fragen und wir versuchten sie alle irgendwie zu beantworten.

Beim Restaurant angekommen stiegen wir schon einmal aus und Herr Schäfer suchte einen Parkplatz. Dann stieß er zu uns und wir gingen hinein. Der Kellner brachte uns an den Tisch, doch es war noch für zwei weitere Personen gedeckt. „Wer leistet uns denn noch Gesellschaft?“ fragte ich einfach drauflos. „William und Laura werden noch mit dabei sein. Ich habe sie informiert, dass du wieder da bist und dass wir Neuigkeiten haben. Aber ich habe noch nichts genaues gesagt.“ meinte Yannick nun.

Oh, das wird ein spaßiges Essen. Ein mürrischer Miles neben einem misstrauischen Schäfer! Gut, dann sollte ich mir schon passende Antworten überlegen, nicht dass das Ganz noch eskalierte. Wir saßen noch nicht ganz, als William mit meiner Kollegin zu uns kam. „Alex, was bin ich froh, dass du wieder heile angekommen bist. Wir hatten uns schon Sorgen gemacht!“ ich sah fragend von William zu Tobias. „Ja, ich habe ihn angerufen, weil ich nicht wusste, ob es normal sei, dass du so lange weg bist. Und wir hätten auch nicht hinterher kommen können. Das war das größte Problem. Doch jetzt bist du wieder hier und wir können weitermachen.“ Dann stellte ich Marie den Neuankömmlingen vor, diese war mittlerweile doch überfordert und klammerte sich wieder an meinen Arm und fragte immer wieder, was sie machen sollte.

In kurzen Sätzen aber konnten wir ihr erklären, dass es diese Höflichkeitsfloskeln und dergleichen so nicht mehr gibt. „Oh, aber woher weiß ich dann, wie der Herr heißt, der mir die Hand reicht?“ kam es aus ihrer Sicht logisch. „Natürlich stellt man sich noch mit Namen einer fremden Person vor, oder diese wird einem vorgestellt. Doch Handkuss oder so gibt es nicht mehr!“ lächelte ich sie an.

Als es dann um die Bestellung des Essens ging, fragte ich sie, was sie denn gerne äße. Fleisch, kam es wie aus der Pistole geschossen. DAS war natürlich einfach. Ich orderte einfach für sie mit. Steak mit Kartoffeln, ich konnte davon ausgehen, dass es hier hervorragend sein wird. Ich für mich selber bestellte meine übliche Portion in Käsesauce schwimmender Pasta.

Wir mussten nicht allzu lange auf unser Essen warten und als es aufgetragen wurde, sah unser Gast erstaunt auf ihren Teller! „Das ist alles für mich alleine?“ Es war eine normale Portion, nichts riesiges. Doch die Größe des Steaks war schon nicht zu verachten. „Ja, für dich ganz alleine. Iss soviel wie du magst.“ ermunterte ich sie nur. „Oh, das werde ich Alex. So ohne Korsett kann ich sicherlich mehr essen als sonst.“ grinste sie mich an und da waren wir uns einig, die Dinger sind der Horror.

Laura musterte uns die ganze Zeit, bis ich sie darauf ansprach. „Was ist denn? Habe ich einen Fleck auf der Nase, oder warum siehst du uns so seltsam an?“ ich hasse es, beobachtet zu werden! „Nein, aber ich versuche heraus zu finden, was hier gespielt wird.“ gab sie giftig zurück. Achja, sie hatte ja auch etwas gegen Templer. „Nichts, Laura, gar nichts wird hier gespielt!“ meinte ich schnippisch.

Während des Essens hielten sich die Gesprächsthemen im Rahmen von Belanglosigkeiten. Erstaunlich fand ich, dass sich William Tobias gegenüber zusammen riss. Die Spannung zwischen ihnen war dennoch deutlich zu spüren! Ich hoffte, dass es vorerst so bliebe, denn auf einen Streit hatte ich keine Lust.

Als wir fertig waren, fing ich einfach an, zu erzählen, was vorgefallen war und warum ich einen Gast mitgebracht hatte. „Na endlich kriegen wir eine Erklärung!“ kam es etwas unwirsch von meinem Mentor. Doch die Erwähnung der Truhe ließ sie alle aufhorchen und ich hatte die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Und jetzt sprach sogar Marie, denn sie war stolz, dass sie meinen Rat befolgt hatte und somit die ganzen Artefakte und kleineren Schriftstücke gesammelt hatte. „Ich habe sie dann einfach verschlossen im Keller stehen lassen, ich wusste nichts damit anzufangen. Aber ich sehe schon, hier wird einiges dringend davon benötigt. Wenn ich dabei behilflich sein kann, dann kann man auf mich zählen!“ erzählte sie euphorisch und ich muss sagen, sie machte sich bis jetzt ganz gut in unserer Zeit.

„Das heißt, wir können Marius jetzt von diesem Wesen befreien?“ fragte mich Laura gelangweilt. „Was ist los mit dir? Es geht hier um mehr, als nur meinen Ex von diesem Ding zu befreien, verstehst du das nicht?“ maulte ich sie jetzt an, Weil sie anfing mich zu nerven.

„Weiß ich, doch warum macht man da so ein Aufhebens drum. Der Typ ist Templer, erschießt ihn, das geht schneller!“ mit großen Augen sahen wir sie nur an. „Was denn, ich hab doch Recht, oder?“ fragte sie erstaunt in die Runde! „Bist du eigentlich nicht mehr ganz richtig im Kopf? Er hat doch nichts verbrochen! Zumal wir damit diese Vorläufer nicht los wären!“ fragte William jetzt ziemlich sauer. Bisher hatte er sie immer in Schutz genommen bei Streitereien. Doch auch er musste sich eingestehen, dass sie eine größere Abneigung gegen den Orden hatte, als angenommen.
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