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Even when your kind appears to triumph - Part 3

GeschichteFamilie, Schmerz/Trost / P12
Haytham Kenway OC (Own Character) William Miles
11.07.2020
07.11.2020
44
63.054
2
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08.08.2020 1.723
 

Kapitel 10

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Brauche ich schon wieder einen Priester?


„Wie wäre es, wenn du das Kind einfach mal sprechen lassen würdest, du Templerhure!“ Ahhhhhhhhhh... da war es! Jetzt war die Stimme auch anders und alle Beteiligten im Raum sahen von meinem Ex zu mir und konnten es nicht glauben!

„Mein Vater hätte nie zugelassen, dass mir etwas passiert. Was willst du also von mir? Denn ich bin dir nichts schuldig!“ kam es in einem kalten Ton von meinem Sohn! Erstaunt sah ich ihn an, er hatte sich entwickelt und er kontrollierte ebenfalls seinen Geist!

„DU nicht, aber deine Mutter!“ böse funkelte mein Ex jetzt in meine Richtung! „Aha, und weswegen bin ich dir etwas schuldig? Nicht DU warst es, der in dem Turm mit mir sprach, es war ein anderer Isu und ich bezweifle, dass ich dir aus diesem Grund irgend etwas schulde!“

„Wo glaubst du hast deine neuen Fähigkeiten her? Hmmmm? Wir überlassen euch ja nicht ohne Grund solche Gaben und Geschenke, dafür verlangen wir eine Gegenleistung!“ Jetzt kamen wir zum Punkt! Dieses Wesen war wie die Habgier und sie war machthungrig. Also musste ich wirklich noch die Götter durchgehen, ich musste wissen, woran ich war.

„Und was willst du als Gegenleistung von mir haben? Die Artefakte wirst du sicherlich nicht einfach so von mir bekommen, vergiss es!“ ich war die Ruhe in Person und sah meinen Ex entspannt an. Im Raum herrschte jedoch eine Luft die man zerschneiden konnte.

„Das führt doch zu nichts, wir sind hier doch nicht bei einem Geschäft, wo man die Preise aushandelt! Was willst du? Sag es einfach und du bekommst es und dann ist Ruhe, verdammt.“ Steffen war mittlerweile schon in Angriffslaune, das war nicht gut und ich sah auch Anna an, dass sie sich immer mehr manipulieren ließ. In Gedanken ließ ich meine Mantren laufen und hatte mit einem Mal das Gefühl, als läge ich beschwichtigend meine Hände auf ihre Schultern, um sie runter zufahren. Doch es war Edward, seine Präsenz war im Raum oder nur in meinem Kopf?

„Alex, was soll das? Du nutzt die Fähigkeit, die dir mein Bruder überlassen hat gegen MICH?“ Marius sprang auf und sah wütend auf mich hinunter. Tobias war ebenfalls auf den Beinen und sah von einem zum anderen. Langsam erhob ich mich und mein Sohn tat es mir gleich.

„Ja, ich nutze sie. Es ist mein gutes Recht und jetzt sag mir, wie ich den Armreif aus deiner Welt bekomme, damit wir hier abschließen können. Oder ich...“ doch mehr konnte ich nicht sagen, weil mein Ex förmlich über den kleinen Tisch zwischen uns sprang und seine Hände schlangen sich um meinen Hals.

„Du hast doch keine Ahnung wozu wir fähig sind! Diese menschliche Hülle hat mir nur Scherereien gebracht und ich komme nicht aus ihr heraus, weil DU zu früh gehandelt hast, Schlampe!“ ich bekam langsam keine Luft mehr und hinter Marius zerrten vier Leute an ihm, um ihn von mir runter holen, doch vergebens. Also blieb mir keine Wahl, ich aktivierte meine Klingen und rammte sie meinem Ex in den rechten Oberschenkel. Mit einem Schmerzenslaut ließ er von mir ab und wand sich am Boden wie ein Aal. „Du zerstörst nur die Hülle, ihr Menschen seid einfach zu dumm um das große Ganze zu sehen.“ Ja, das hatten wir schon einmal und jetzt? „Dann sag mir doch einfach, wie wir das Artefakt aus der anderen Welt bekommen und ich kann dich wieder nach Hause bringen!“ sagte ich mit krächzender Stimme, denn mir tat mein Hals weh.

Langsam ließen die körperlichen Kräfte meines Ex nach, nur das Wesen versuchte weiter zu zetern, doch es wurde immer schwieriger. Tobias hatte Geistesgegenwärtig seinen Gürtel ausgezogen und band jetzt das Bein ab, damit Marius nicht noch mehr Blut verlor. Dann plötzlich sah ich, wie das Leuchten kurz nachließ und mein Ex sprach. „Es … es tut mir wirklich leid, hilf mir hier raus... ich will das nicht mehr! Du musst nur... in der Kammer... die Kiste und die Chroniken! Such danach!“ und dann verdrehte er die Augen und war bewusstlos.

In der Hoffnung, dass auch der Isu nun nicht mehr agieren konnte, atmete ich erleichtert aus. Erst jetzt sah ich, dass vier Augenpaare gebannt auf mich gerichtet waren. Yannick sprach als erster. „Mum, welche Kammer meinte er und... welche Chroniken? Ich verstehe das nicht!“ sein Blick ruhte fragend auf mir.

„Frau Frederickson, war das jetzt wirklich ihr Ex, der da gesprochen hat?“ fragte mich Tobias. „Ja, das war er und er scheint wirklich Panik zu haben, ich weiß, wie es sich anfühlt, besessen zu sein und... es ist ein schrecklicher Zustand!“ besorgt sah ich immer noch auf Marius.

„Meinte er die Asservatenkammer? Wenn ja, von welcher Kiste spricht er? Wir haben ja nicht nur eine einzige im Besitz, unser Lager umfasst ja auch andere Fundstücke aus verschiedenen Epochen und Ländern! Das kann ja ewig dauern!“ doch mir kam ein Gedanke und ich hoffte, das Lukas seinen Plan noch nicht in die Tat umgesetzt hatte. Die Kiste mit dem Krebs-Wappen war mein erklärtes Ziel gewesen, bevor ich abgereist war.

„Ich könnte mir vorstellen, welche er meint...“ murmelte ich vor mich hin. „Aber wir sollten erst einmal einen Krankenwagen rufen, oder zumindest einen Arzt kommen lassen. Er verblutet sonst noch!“ mir wäre Faith gerade sehr recht, es ginge unbürokratisch und ohne große Scherereien über die Bühne, wenn sie ihn behandelte. Doch ich konnte sie schlecht holen und mal wieder zogen dunkle Wolken in meinem Kopf auf und ich vermisste sie! Ich schüttelte mich, um diese negativen Züge durch zulassen und erntete seltsame Blicke von den Anwesenden.

„Mum, ist alles in Ordnung?“ Fragte mich mein Sohn etwas besorgt. „Ja, alles ok. Ich... hatte gerade nur böse Gedanken, ist schon wieder vorbei!“ und ich hoffte, es klang ehrlich. Herr Schäfer hatte mittlerweile einen Arzt angerufen, natürlich einen vertrauenswürdigen aus dem Haus, warum auch immer hier Ärzte anwesend waren! Wir hatten meinen Ex jetzt auf die Couch gelegt und drückten abwechselnd die Wunde zu mit einem Kissen. Das würde nie wieder rausgehen aus dem Bezug, dachte ich noch und musste grinsen, weil ich gerade JETZT an so etwas dachte.

„Frau Frederickson, und jetzt mal bitte Klartext, WELCHE Kiste könnte er gemeint haben. Sie haben eben genuschelt, dass sie eine Ahnung hätten, um welche es sich handeln könnte. Dann bitte... raus mit der Sprache und WOHER wissen sie das?“ Mist, jetzt drohte die ganze Sache zu kippen, ich konnte schlecht sagen, dass unser Spion Videos in der Asservatenkammer gemacht hat. Ich könnte aber vielleicht eine kleine Notlüge nutzen und sagen, dass ANNA mir das in ihrem verwirrten Zustand erzählt hatte. Aber … da kam wieder mein schlechtes Gewissen durch. Vorhin hatte ich noch davon gepredigt, bei der Wahrheit zu bleiben und hielt mich dann selber nicht daran?

Ein Räuspern riss mich aus meinen Gedanken. „Ich warte immer noch auf eine Erklärung!“ kam es jetzt etwas ungehalten vom CEO. Ich atmete tief durch und richtete mich auf, sah ihm direkt in die Augen und berichtete von dem eingeschleusten Spion. Wenn ich mit Wut über diesen Verrat gerechnet hatte, wurde ich enttäuscht. Tobias grinste mich an und bat mich, auf den Monitor von seinem Schreibtisch zu sehen.

Ein paar Klicks und ich sah Lukas in einer Art Zelle auf einer Pritsche hocken! Oh verdammt. „Sie haben gute Arbeit geleistet, doch leider haben wir ihn vor ein paar Tagen erwischt, wie er die Kameraeinstellungen ändern wollte. Uns war schon länger aufgefallen, dass etwas nicht stimmten konnte damit!“ Tobias sah mich immer noch lächelnd an, aber es war nicht wütend, es sah aus wie ein Pech gehabt Grinsen!

„Na, dann weiß ich zumindest, wo er abgeblieben ist. Wir hatten uns ja auch schon gewundert!“ flunkerte ich, denn genau das Gegenteil war der Fall bis jetzt. „Wenn ich jetzt sage, es tut mir leid, wäre das nicht ehrlich. Wie soll es weitergehen ab hier?“

Hinter mir hörte ich ein verächtliches Schnauben und ein „Aber wir sind Stümper, pfffff... das ich nicht lache!“ Anna! Doch es war Herr Schäfer der ihr über den Mund fuhr. „Frau Richter, ihre Art und Weise des Vorgehens war auch alles andere als professionell, oder nicht? Also wäre es ratsam, wenn sie sich bitte zurückhalten mit solchen Äußerungen!“ Er sah sie kalt an.

„Wir sind damit quitt, Frau Frederickson, denke ich.“ meinte er jetzt und in mir stieg Panik auf, dass es jetzt vorbei ist und ich gehen könnte! Oh bitte... ich war so nah dran! Da ich aber nicht so leicht aufgeben wollte, hakte ich nach, ich war neugierig. „Wie meinen sie das, wir sind quitt?“

Er lehnte sich an den Schreibtisch und sah grinsend auf mich nieder und dann zu meinem Ex. Ahhhh, ich verstand allmählich. „Wir haben euch damals Herrn Engelhardt aufgedrückt und ihr habt uns diesen Lukas geschickt. Also... wie sagt man so schön? Quitt pro Quo, oder?“ ich atmete etwas erleichtert aus, dann konnte es doch noch weiter gehen? „Ja, ich denke schon. Wie sollen wir jetzt weiter vorgehen, Herr Schäfer?“ preschte ich jetzt einfach nach vorne, ich wollte endlich ein paar Ergebnisse sehen!

„Sagen wir mal so, eine gewisse Vertrauensbasis wäre ja vorhanden, aber ich bezweifle, dass ich euch in unser Allerheiligstes lassen werde!“ Gut, das konnte ich verstehen, aber ich brannte darauf, mich dort umzusehen.

„Sie haben nicht ganz unrecht, dennoch könnte ich anhand von den Wappen oder ähnlichem sicher schneller finden, wonach wir suchen. Ich habe einige in Erinnerung und ich hoffe, dass ich nicht falsch liege.“ natürlich kam nur als Antwort, ich könne sie ja beschreiben, dann würde man danach suchen. Verdammt.

„Fürs erste wäre da eine Kiste mit einem Krebs-Wappen. Allerdings weiß ich nicht, welcher Familie dieses gehören würde. Das konnte ich noch nicht in Erfahrung bringen! Aber es prangte auf einer Kutsche eines Herren, der meine Brig an sich bringen wollte!“ Leider hatte Familie McGregor/Williams/Cormac kein Wappen, sonst hätte ich auch danach suchen lassen können. Als ich das auch noch erwähnte, sah mich Herr Schäfer wieder so schief an.

„Warum sollte uns gerade diese Familiengeschichte weiter bringen, Frau Frederickson?“ Er selber war es doch, der vorhin noch ganz erstaunt war, dass ich mit Faith ein relativ enges Verhältnis habe. Ich erzählte ihm also noch einmal, dass sie in gewisser Weise wie eine gute Freundin für mich sei und die Templer ja schon gesehen haben, dass dort mehr verborgen war, als bisher angenommen.
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