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2020 07 11: Klau für mich [by Sira-la]

OneshotAllgemein / P6 / Gen
Chad Jay
11.07.2020
11.07.2020
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Tag der Veröffentlichung: 11.7.
Zitat: „Ich bin durch damit, irgendwo einzusteigen und irgend’n Scheiß zu klauen. Was soll ich für Sie tun?“ „Na, irgendwo einsteigen und irgend’n Scheiß klauen.“ (Ant-Man)
Titel der Geschichte: Klau für mich
Autor: Sira-la
Hauptcharaktere: Jay, Chad
Nebencharaktere: Carlos
Pairings: Jay/Lonnie, Carlos/Jane; beide nur erwähnt
Kommentar des Autors:
Ein kleiner Text über eine Bitte an Jays altes Leben. Mit einer Moral am Ende ^^
Ein paar Kleinigkeiten beziehen sich auf den zweiten Film, aber es sollten keine massiven Spoiler sein. Dennoch empfehle ich sehr, Descendants 2 zu schauen, falls ihr ihn noch nicht kennt. Mir gefällt er am besten aus der Reihe :D
Viel Spaß beim Lesen
Sira

Klau für mich
„Du, Jay?“
Jay sah von seinen Hausaufgaben auf und zur Tür. „Was willst du, Chad?“, wollte er wissen. Seit er wusste, dass der blonde Idiot einen Zimmerschlüssel nachgemacht hatte, um Carlos‘ 3D-Drucker zu nutzen, war er bei Jay unten durch.
„Du warst doch mal ein Dieb, richtig?“
Jay verzog das Gesicht. „Ja“, stimmte er zu. Es war ja auch allgemein bekannt und von Jafars Sohn wurde auch nicht unbedingt etwas anderes erwartet. „Aber ich bin damit durch, irgendwo einzusteigen und irgendwas zu klauen.“ Er sah demonstrativ wieder auf seine Hausaufgaben. Es war nicht seine Lieblingsbeschäftigung, aber er sah ein, dass er sie machen musste. Als er wieder aufsah, stand Chad immer noch da. „Was willst du?“, wollte Jay wissen, jetzt schon etwas aggressiver. Vielleicht würde es Goldlocke ja vertreiben.
Das Gegenteil war der Fall. Chad trat in das Zimmer und schloss die Tür hinter sich. „Ich will“, sagte er mit verschwörerischem Tonfall, „dass du wo einsteigst und mir etwas klaust.“
Jay legte bemüht ruhig seinen Stift weg und klappte das Heft zu. Dann stand er langsam, sehr langsam, auf. „Wiederhole das“, befahl er angespannt.
Chad lächelte ihn strahlend an, so wie nur Chad es konnte. Diese Mischung aus kriecherisch und hochnäsig, die nur dieser Prinz auf die Reihe bekam. „Ich will, dass du wo einsteigst und mir etwas klaust“, sagte er erneut.
Jay krallte seine Finger um die Tischplatte. „Nein“, stieß er zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor.
„Wieso nicht?“ Chad sah ehrlich verwirrt aus.
Jay ließ den Tisch los und ging langsam um ihn herum. Er setzte jeden Schritt mit Bedacht, konzentrierte sich ganz auf die Bewegung, damit er Chad jetzt nicht an die Gurgel sprang. Ein Bedürfnis, das er in letzter Zeit immer öfter hatte. Seit er Lonnie zum Kapitän der Fechtmannschaft gemacht hatte, ließ Chad jedes Training zum Kräftemessen zwischen ihm und Lonnie werden. Es machte Jay wahnsinnig. Er lehnte sich mit dem Rücken gegen die Tischplatte und verschränkte die Arme vor der Brust. „Weil ich nein gesagt habe“, antwortete er betont.
„Aber wieso?“ Chad schien nicht zu merken, dass er sich auf sehr dünnem Eis befand.
Jay ballte seine Hände zu Fäusten. Er war wirklich kurz davor, auf den Idioten loszugehen. ‚Erst wieder auf dem Feld‘, befahl er sich selbst und entspannte seine Hände wieder. „Weil ich kein Böser mehr bin“, sagte er ganz ruhig. Jetzt gerade war es sehr praktisch, dass sein Vater ihm beigebracht hatte, seine wahren Gefühle hinter Freundlichkeit zu verstecken.
„Aber ...“, setzte Chad erneut an.
„Nein heißt nein!“, fuhr Jay ihn an. Langsam reichte es ihm. „Und jetzt verschwinde, ich muss meine Hausaufgaben fertig machen. Solltest du auch tun. Wir schreiben schließlich in zwei Tagen einen Test.“
„Darum geht es doch!“, rief Chad verzweifelt. „Du sollst mir die Testfragen besorgen.“
Für einen Moment, einen winzigen Moment, war Jay tatsächlich versucht, zuzusagen. Dann fiel sein Blick auf das Bild von Lonnie und ihm, das auf der Yacht-Feier aufgenommen worden war. Er hatte es gegenüber seinem Bett an die Wand gehängt, genauso wie Carlos es mit dem Bild von Jane und sich getan hatte. Er ging an Chad vorbei und öffnete die Tür. „Nein“, wiederholte er. „Und jetzt verschwinde und lass mich lernen. Ich schaffe den Test. Ohne zu betrügen!“
Chad sah ihn mit großen Augen an. „Bitte, Jay, du bist meine letzte Hoffnung!“
Jay verdrehte die Augen. Würde er Ben nicht kennen, er wäre wirklich davon überzeugt, dass alle Prinzen so drauf waren. Er legte Chad eine Hand auf die Brust und schob ihn langsam durch die Tür. „Geh lernen. Oder finde einen anderen Idioten, der seinen Kopf für dich hinhält.“
„Denkst du, Carlos ...“
Jay schnaubte. „Der ist ein miserabler Dieb“, log er ohne zu zögern, bevor er die Tür vor Chads Nase zuschlug und sich wieder seinem Lernstoff widmete.
Keine fünf Minuten später kam Carlos in ihr Zimmer und setzte sich Jay gegenüber. „Chad wollte, dass ich die Prüfungsfragen für ihn stehle. Weil ich zwar ein miserabler Dieb sei, aber immer noch besser darin, als er.“
„Ich hoffe doch, du hast abgelehnt“, meinte Jay, seinen Blick weiterhin auf das Heft vor ihm gerichtet.
„Natürlich“, antwortete Carlos empört. „Ich frage mich nur, wie er daraufkommt, dass ich miserabel im Stehlen bin. Du weißt das nicht zufällig?“
Jay zuckte mit den Schultern. „Ach, du weißt doch, wie er ist. Vermutlich hat er da einfach was falsch verstanden.“
„Vermutlich“, stimmte Carlos zu und legte sein Heft auf den Tisch. „Kannst du mir mit diesen Gleichungen helfen? Ich verstehe das noch nicht richtig.“
„Klar“, sagte Jay sofort. „So helfe ich gerne.“
Sie lachten beide, bevor sie sich wieder ihrem Lernmaterial widmeten.

Den Test zwei Tage später bestanden sie beide beinahe fehlerlos, während Chad eine Verwarnung bekam, da er mit einem Spickzettel erwischt worden war.
Und die Moral von der Geschicht‘: Betrug lohnt sich nicht. (Schon gar nicht, wenn die Gute Fee in der Nähe ist.)





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Eine tolle Geschichte zu einem Fandom, das ich mal wieder nicht kenne. Das Zitat hat hier wirklich wunderbar gepasst.

Eure lula-chan
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