Zusammen gewachsen (Arbeitstitel)

von Ein3
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Hermine Granger Severus Snape
10.07.2020
01.08.2020
9
10.621
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01.08.2020 1.344
 
Hallo, es tut mir leid, dass ich so lange nichts gepostet habe. Ich bin gerade mit meiner Masterarbeit beschäftigt und na ja....irgendwie reichen die Stunden des Tages einfach vorne und hinten nicht.
Wenn ich abgegeben habe, dann schreibe ich jeden Tag und es geht besser voran mit den beiden.

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19.05.1998

Severus Snape nippte an seinem schwarzen, aber unglaublich süßem Kaffee. Er hatte den Umständen entsprechend geschlafen. Sein Köper hatte Ruhe gefordert und gleichzeitig war er nicht zur Ruhe gekommen. Die Geräusche des Hauses waren ihm fremd und ließen ihn nur schwer seine Wachsamkeit senken. Schließlich hatte er einige Banne um sein Bett ziehen müssen und sich in eine Art Meditation per Okklumentik versenken müssen, um wirklich schlafen zu können, dabei waren der Blutbann von Granger eine sehr sichere Methode, sofern man sie nicht Kidnappte und hier her zerrte. So viel Weitsicht traute er aber keinem der noch freien Todesser zu. Rein rational wusste er also um seine Sicherheit. Rational. Heute würde er nach Hogwarts reisen und seine Habe holen. Wohl war ihm dabei nicht. Er hatte am Vorabend noch lange über dieses Gefühl nachgedacht. Denn entgegen der landläufigen Meinung, hatte er Gefühle. Er verbat sie sich hier und da, um sie zu anderen Zeitpunkten zuzulassen, aber er hatte sie und er verdrängte sie seit Jahren nicht mehr. Er hatte gelernt, dass Verdrängung zu Schwäche führt. Die Emotionen bezüglich Lily hatte er lange nicht zugelassen, sie waren stets zu Halloween über ihn hineingebrochen und hatte in einem Zusammenbruch an dem Tag gegipfelt, als St. Potter eingeschult wurde. Es war eine schreckliche Nacht gewesen, die viel Irrationalität und das ein oder andere zerbrochene Porzellan beinhaltet hatte. Er hatte erkannt, dass man seine eigenen Trigger kennen musste, damit sie nicht gegen einen verwendet werden konnten. Er vermutete, dass er immer noch ein paar hatte, die ihm entgangen waren, aber im großen und ganzen wusste er um seine wunden Punkte. Sie definierten ihn, aber sie machten ihn nicht mehr irrational. In den letzten Jahren hatte er viel an sich gearbeitet. Potter war immer noch schwer zu ertragen, Black war es auch gewesen, Lupin bis zu einem gewissen Punkt auch. Aber, sofern sie ihn nicht zu sehr provoziert hatten, war er klar gekommen. Nun war nur noch Potter übrig und er war entschlossen ihm nie wieder zu begegnen.
Hogwarts war einst sein Zuhause gewesen und irgendwie würde das Schloss es immer bleiben. Aber dieses Gefühl der Heimat war durchzogen von negativen Emotionen. Die Peitschende Weide hätte er vor weit über 10 Jahren mal in einem Anfall von Irrationalität beinah in Stücke geflucht. Er erinnerte sich an allen Ecken an seine Tage als Schüler und nun kamen die neusten Erinnerungen noch dazu. Er würde als zweiter Schulleiter aus Slytherin in die Geschichte eingehen. Als jener, der Schüler hatte foltern lassen. Die Zeit würde vieles in die Vergessenheit schicken und seine Befürchtung war gewesen, er würde mit intakter Deckung zu sterben, als treuer Todesser. Dann wäre irgendwann nur noch dieser Punkt seines Lebens bekannt. Der Todessern-Schulleiter, der gefoltert hatte. Es schauderte ihn. Er war froh, dass es anders gekommen war, auch wenn er das nicht mal unter Folter zugeben würde. Er hatte sich innerlich gewappnet für die Emotionen, die ihn heute treffen würden. Er hoffte, es wären nicht zu viele Leute im Schloss. Mit Minerva würde er fertig werden, auch wenn er keinerlei Interesse an einer Konversation verspürte. Und Albus Portrait würde er nicht besuchen. Er war sich nicht sicher, ob er ihn irgendwann einmal aufsuchen würde. Aber das würde nicht in Hogwarts sein, er würde dann mit einem der anderen Portraits sprechen, die zweifelsohne demnächst gemalt werden würden. Aber alles zu seiner Zeit, nun war erst einmal Hogwarts dran. Sich streckend stand Severus Snape auf, verließ zügigen Schrittes die Küche der Grangers, steifte sich seinen Umhang über und befühlte sicherheitshalber die Phiole mit dem Blut in seiner Brusttasche bevor er die Augen schloss und an das Schlossgelände dachte. Man hätte es für Höflichkeit halten können, dass er nicht direkt in seinen Räumen in den Gewölben unter dem Schloss aufgetaucht war, sondern vor den Toren des Schlossgeländes. Er hatte es kurz in Erwägung gezogen, schließlich hatte er sich so im letzten Jahr zwischen dem Schulleiterbüro und seinen Räumen hin und her bewegt. Aber er wusste nicht, ob Hogwars noch im vollen Verteidigungsmodus war und ob er während diesem frei aparieren konnte. Er hatte nicht vor es zu testen. So würde er Minerva zwar mehr Zeit haben ihn aufzusuchen, aber damit musste er wohl oder übel leben. Eine Hand gegen das Tor zum Gelände legend bat er um Einlass. Mit einem leisen quietschen schwang es auf, die Magiebarriere prickelt über seinen Körper als er das Gelände betrat. Nun war Minerva informiert.  Langen, aber nicht eiligen Schrittes machte er sich auf den Weg hinauf zum Schloss. Sein Blick schweifte über die Ländereien. Man sah noch deutlich, dass hier ein Krieg getobt hatte. Auch dem Schloss sah man noch an, was passiert war. Kaum hatte er das Schlosstor hinter sich gelassen stand Minerva vor ihm. „Severus?! Wie schön dich zu sehen.“, setzte sie an. „Ich bin nicht hier um Smalltalk zu halten, Minerva. Ich hole nur meine Habe.“, richtete er im Vorbeigehen an sie. „Aber Severus, so warte doch…“ Sie mache sich daran ihm zu folgen. „Mach dir keine Mühe, Minerva. Ich finde mich noch bestens zurecht.“ Er betrat sein Büro. Seine Bücher, der Inhalt seines Schreibtisches und einige der Zutaten auf den Regalen begannen sich in die Lüfte zu setzen, zu verkleinern und in einen Tasche zu schweben, die aus einen privaten Räumen herbeigeschwebt kam. „Severus…“, setzte die Schulleiterin noch einmal an, blieb aber in der Tür stehen, um den fliegenden Dingen nicht in die Quere zu kommen. Der Tränkemeister ließ sie stehen und setzte seine Mission in seinen Räumen fort. Kleidung, ein altmodisches Rasierset, Notizen, weiter Bücher, einige wenige Möbel – alles wirbelte durcheinander und flog sich verkleinernd in eine schwarze Ledertasche, die von der Form an eine Sporttasche erinnerte. Er würde für so viel nonverbale Magie den Rest des Tages erschöpft sein, aber er wollte das hier schnell erledigt haben und Minerva konnte er so erfolgreich auf Distanz halten. Er spürte schon, wie ihre Magie zu prickeln begann. Ihr Temperament begann einzusetzen. Das war ihm wesentlich lieber als dieser Blick, mit dem sie ihn neuerdings bedachte. Als wäre er ein armer, bemitleidenswerter Erstklässler, den sie zu Unrecht gescholten hatte. Er setzte seine Reise fort und betrat sein Labor. Eine zweite, etwas größere Tasche des gleichen Designs schwebte herbei und befüllte sich mit Zutaten, Fläschchen und dem ein oder anderen Kessel. Ein Reisebrauset, diverse Rührstäbe, eine Wage und sein persönliches Scheidebrett mit dem Messersatz folgten. „Severus Snape, nun bleib doch einmal stehen und rede mit mir.“, brüskierte sich die Schulleiterin. „Es gibt nichts zu bereden, Minerva. Ich kenne mich aus, schließlich habe ich hier über ein Jahrzehnt gelebt und du hast sicherlich genug zu tun. Daher kannst du mich ohne schlechtes Gewissen allein lassen. Ich bin eh schon fast wieder weg.“ Ihr Gesicht hatte nun Ähnlichkeit mit der Katze, in die sie sich zu verwandeln pflegte. Es würde ihn nicht wundern, wenn sie ihn gleich anfauchen würde. Er ließ ihr aber keine Zeit für eine Erwiderung. Mit einem Plop scholls sich die Tasche und folg dicht gefolgt von der zweiten in seine Hände. „Ich bin fertig mit Packen und verabschiede mich, Minerva. Ich wünsche dir noch einen schönen Tag.“ Er schloss die Augen, konzentrierte sich auf eine kleine Allee in London und ließ die Schulleiterin einfach stehen. Das war doch mal gut gelaufen. Er hätte gern ihr Gesicht gesehen als ihr klar wurde, dass er immer noch den Status eines Schulleiters innehatte und sie soeben in ihrer eigenen Schule stehen gelassen hatte. Unter normalen Umständen hätte er diesen Umstand nicht einfach so Preis gegeben, aber er war kein Spion mehr und durfte nun solch einen Spaß haben, ohne hinterher dafür zu zahlen. Die Allee entlang schlendernd, direkt auf eine kleine Bäckerei zusteuernd, war er nahezu beschwingt. Er würde sich ein Frühstück kaufen und dann ins Grangerhaus zurückkehren.
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