Zusammen gewachsen (Arbeitstitel)

von Ein3
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Hermine Granger Severus Snape
10.07.2020
01.08.2020
9
10.621
6
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Dieses Kapitel
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17.07.2020 1.890
 
Dieses Wochenende werde ich nicht dazu kommen, noch ein weiteres Kapitel hochzuladen, aber dieses ist ein bisschen länger als die Vorangegangenen.  Auch auf die Kommis werde ich erst nächste Woche eingehen können, tut mir leid.

Nun aber viel Spass :)
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18.05.1998 – Teil IV

Pünktlich um 16:30 Uhr trafen sich die zwei wieder vor dem Lokal. Severus hatte mehrere Satz Kleidung, einen Sammelband mit den Abenteuern des Sherlock Holmes, ein Notizbuch und eine Packung mit Kugelschreibern gekauft. Mit ihnen schrieb es sich einfach wesentlich angenehmer als mit diesen vermaledeiten Feldern, die man in Hogwarts benutzen musste. Zauberer waren einfach ein antiquiertes Völkchen.  „Haben Sie alles bekommen, was Sie wollten, oder müssen Sie noch etwas besorgen, Mr. Snape?“, fragte Hermine höflich. „Danke, wegen meiner können wir direkt aufbrechen.“, erwiderte Severus Snape und führte Hermine durch die Straßen. Bevor Hermine fragen konnte, wo er genau hin wollte bog er in eine schmale Seitenstraße ein. Diese endete nach gut 300 Metern in einer Art Innenhof mit einer großen Kastanie in der Mitte, um die eine alte, verwitterte Bank herumgebaut war. Wie selbstverständlich betragt er eins der alten Häuser. „Am Ende des Flurs ist ein Raum in dem Werkzeug und Putzmittel verwahrt werden. Von dort aus kann man ungesehen apparieren.“, erklärte er leise. Hermine, die wusste, wie schwer es in London war einen Ort zu finden, von dem man ungesehen apparieren konnte nickte anerkennend. Es war schön, dass er wusste, was er tat. Harry und Ron verließen sich immer bis zu einem gewissen Grad darauf, dass sie ein Kaninchen aus dem Hut zauberte, wenn es nötig wurde. Severus Snape hingegen verlies sich auf niemanden und brauchte ihr Mitdenken nicht. Eine angenehme Abwechslung.
Im Raum angekommen hielt Hermine Severus ein kleines Fläschchen mit roter Flüssigkeit hin. „Blut, Miss Granger?“ „Ja, mein Blut, verlieren Sie es nicht. Ohne werden Sie nicht durch den Schutzzauber kommen. Er ist an die Granger-Blutlinie gebunden.“ „Sie haben Ihr Haus mit Blutmagie geschützt?“ Sie nickte und griff nach seinem Arm. „Sind Sie bereit, Mr. Snape?“ Auf ein Nicken konzentrierte sie sich und sie tauchten in einem Hausflur wieder auf. Es war staubig und die Luft abgestanden. Hermine atmete tief durch. „Da wären wir. Ich fürchte, wir werden erst mal lüften und ein bisschen putzen müssen.“, lächelte sie entschuldigend und setzte sich direkt in Bewegung. Severus Snape sah sich im Raum kurz um, die Garderobe war leer, auf dem Läufer waren Hermines Schritte zu erkennen und auf einer Kommode stand eine verstaubte kleine Tischlampe. Es gab eine Treppe, die nach oben führt und unterhalb der Treppe gab es eine Tür, hinter der er die Kellertreppe vermutete. Es führten drei Türen vom Flur ab. Eine war geschlossen, eine stand einen Spalt breit offen und durch die dritte war Miss Granger geschritten. Der Fußboden der angelehnten Tür war gefliest, es schien ein Badezimmer zu sein. Er folgte Hermine, welche in der Mitte der Küche stand und ihren Zauberstab durch die Luft schwang, wodurch sich die Fenster öffneten und der Staub verschwand. Auf dem Herd stand schon ein altmodischer Teekessel. Hermine wuselte weiter durch eine Schwingtür, die in einen großen Wohnraum führte. Einige Möbel waren noch da, andere fehlten ofenkundig. Es gab ein großes Sofa und zwei gemütliche alte Sessel, aber der Ort, wo früher mal der Fernseher gestanden hatte, war leer. Der große Tisch mit den sechs Stühlen fehlte und auch die schlichten Regale waren alle leer. Hier hatten ihre Eltern ihre Bücher, CDs und Filme drin aufbewahrt, welche sie natürlich mitgenommen hatten. Die nackte Fensterbank zum Wintergarten ließ sie schlucken, aber sie bewegte sich weiter, ließ sich die Fenster öffnen und auch hier die Fenster öffnen. „Miss Granger?“, sprach Snape sie an. Sie hatte ihn fast vergessen. „Oh, Prof…. Mr. Snape, verzeihen Sie. Wie unhöflich von mir. Fühlen Sie sich bitte ganz wie zu Hause. Hier im Erdgeschoss gibt es ein kleines Bad, die Küche und diesen Raum mit dem Wintergarten. Oben sind dann: ein großes Bad, das Schlafzimmer meiner Eltern, mein Zimmer und ein Gästezimmer, dass meine Eltern auch als Büro benutzt haben. Im Keller gibt es dann die Waschmaschine, falls sie noch da ist, …“, plapperte Hermine und geriet ins Stocken. Das Pfeifen des Kessels rettete sie aber. Sie trat am Tränkemeister vorbei und fing an in den Schränken nach Geschirr und Tee zu kramen. „Es tut mir leid, das gute Geschirr haben meine Eltern mitgenommen, es ist nur noch das Sammelsorium an nicht zusammenpassenden Teilen da, dass sich über die Jahre angesammelt hat.“, entschuldigte sich Hermine als sie nicht zusammenpassende Tassen auf einen kleinen Tisch in der Ecke in der Küche stellte. Auf der Wandseite gab es eine einfache Bank, mit blauem Bezug, die nicht über Eck ging und auf der anderen Seite standen zwei Stühle. Severus Snape interpretierte dies als Einladung sich zu setzen und ließ sich auf einem der Stühle nieder. Hermine rutschte unelegant auf die Bank. Sie war emotional aufgewühlt und spiele mit dem Teebeutel in ihrer Tasse. „Blutmagie also. Wieso haben Sie das Haus nicht anders geschützt? Das ist nicht gerade eine konventionelle Methode.“, begann Severus das Gespräch. „Meine Eltern haben das Haus nach mir verlassen. Sie mussten ihre Abreise ja noch regeln nachdem ich ihre Erinnerung verändert hatte. Ich wollte sie aber nicht ungeschützt zurücklassen. Muggel tangiert der Blutzauber nicht, da er an die Magie im Blut gebunden ist, welche bei ihnen ja nicht vorherrscht. So ist das Haus für Nachbarn und Postboten weiter find- und betretbar. Magier außerhalb der Granger-Linie brauchen aber mich, um es betreten zu können. Ich hielt des für effizient ohne meine Eltern in ihren Gewohnheiten einzuschränken.“ Severus war beeindruckt. Das war wirklich mal eine elegante Lösung. Es nickte anerkennend. „Woher haben Sie die Idee?“ Hermine entfernte ihren Teebeutel auf muggelart und Snape tat es ihr gleich. „Ich weiß es gar nicht so genau, das war ein Prozess. In der Bibliothek der Blacks gab es einige Werke zu Blutmagie. Alles recht dunkles Zeug, aber in dem einen wurden die Grundlagen gut beschrieben. Natürlich gab es da keine Anhaltspunkte bezüglich des Blutes von Muggeln. Aber meine Eltern sind Ärzte. Ich weiß, wie Blut aufgebaut ist, daher konnte ich einiges vermuten und ableiten. Ich hab‘ ein paar Tests mit kleineren Barrieren auf Blutbasis gemacht und konnte so meine Vermutungen bestätigen.“ „Sie sollten dazu eine Abhandlung schreiben.“, schlug Severus vor. „Mir ist nicht bekannt, dass es dazu schon veröffentlichte Forschungen gibt. Wobei Blutmagie in unserer Kultur aber auch nicht weit verbreitet ist.“ Hermine sah ihm groß an. „Meinen Sie wirklich? Ich hatte eigentlich nicht vor es an die große Glocke zu hängen.“ <in unserer Kultur nicht weit verbreitet> war eine nette Umschreibung für <als schwarzer und gefährlicher Zweig der Magie betrachtet>. „Sie könnten dadurch natürlich Anfeindungen auf sich ziehen.“, schnarrte Snape. „Wie viele ihrer Klassenkameraden haben die Lizenz zum Apparieren geschafft?“, fragte er, scheinbar das Thema wechselnd. „Ich verstehe nicht, Sir.“ „Benutzen Sie Ihren Kopf, waren es 30%?  Haben Sie je über die Fähigkeiten der restlichen 70% nachgedacht?“, fragte Snape. Ihre Stirn legte sich in Falten. „Diese, sagen wir um eine Zahl zu nennen, 70% sind entweder nicht mächtig genug, können sich nicht genug konzentrieren oder beides. Was würde wohl passieren, wenn Sie die auf Blutmagie loslassen würden?“ Snape machte, ganz wie er es als Lehrer oft getan hatte, eine Kunstpause und sprach dann weiter. „Richtig, es wäre ein Fiasko. Ein gefährliches Fiasko. Darum ist Magie, die Macht und Konzentration braucht so verpönt. Jeder Vollidiot kann durch Magie einen Kochlöffel zum Rühren abkommandieren, aber zu viel mehr sind viele Magier nicht fähig. Und alles, was sie selbst nicht können, macht ihnen Angst. Das sollten Sie nie vergessen.“ Er sah sie eindringlich an und nahm dann, als sie nickte einen Schluck Tee. Er sah, dass sie begann zu verstehen, was er ihr versucht hatte zu vermitteln. „Also war meine Überlegung über die Blutmagie zu schweigen doch richtig, oder?“, fragte sie vorsichtig nach einer Weile. Er seufzte. „Das können nur Sie für sich beantworten.“ Einem Slytherin hätte er das ganz nicht buchstabieren müssen, aber sie war diese Art des Denkens und Schlüsseziehens, trotz ihrer Leistungen im Krieg nicht gewohnt. „Sie können schweigen, das ist sicher. Niemand würde Sie je mit Blutmagier in Verbindung bringen. Irgendwann werden Sie sterben und Sie werden Ihr Wissen darüber mit ins Grab nehmen. Oder Sie entschließen sich den wenigen, die die Fähigkeiten und den Intellekt dazu haben, Ihr Wissen zugänglich zu machen. Sie müssen sich überlegen, wo Ihren Prioritäten liegen.“ „Ich habe noch nie über … sowas nachgedacht.“, gab sie zu. „Natürlich nicht, Miss Granger. Wann hätten Sie darüber nachdenken sollen?“, schmunzelte er in seine Tasse. „Außerdem tendieren Ihre Lehrer in Hogwarts eigentlich dazu die Stärken der Schüler hervorzuheben, so wenige es auch sein mögen. Sie sagen ihren Schülern nicht, dass sie unbegabte Amöben sind, die knapp am Squib vorbei geschrapt sind.“ Hermine prustete in ihre Tasse. Sie wussten beide, dass Snape, wenn es um die Schüler jenseits seins Hauses ging, mit derlei Bemerkungen nicht gegeizt hatte.

Nach dem Gespräch war Hermine ruhig genug gewesen, um ihm noch das Obergeschoss zu zeigen. Das Schlafzimmer ihrer Eltern sparten sie aus. Sie zeigte nur erklärend auf die Tür, öffnete sie aber nicht. Ihr Zimmer war unberührt und voll eingerichtet, der Schreibtisch im Gästezimmer und die vielen Aktenordner waren verschwunden, das Bett und ein kleiner leerer Kleiderschrank, indem früher die Winterjacken ihrer Eltern gehangen hatten, waren aber noch da. Hier würde Snape ein Lager aufschlagen. Im Bad fanden sie ein paar Handtücher, alle mit Hermines Namen bestickt, sowie ein paar Hygieneprodukte. Severus Snape versicherte resolut, dass das mehr als ausreichend war, um ein paar Tage über die Runden zu kommen. Setzte aber gedanklich Shampoo und Duschgel auf die Einkaufsliste. Bestickte Handtücher waren ihm vollkommen egal, aber Erdbeershampoo und -seife, würde er nicht benutzen. Im Keller stellte sich heraus, dass es keine Waschmaschine mehr gab. Aber auch hier versicherte Snape, dass er als Magier damit kein Problem habe, als Hermine sich zu winden begann. „Miss Granger, es ist in Ordnung. Ich werde zurechtkommen. Hören Sie auf mit diesem Getue, ich habe schon wesentlich schlimmer gehaust.“ Mit einer Beschreibung, wie er den fußläufig erreichbaren, kleine Supermarkt finden konnte, verabschiedeten sich die beiden voneinander. Hermine lud ihn zwar ein zum Essen mit in den Fuchsbau zu kommen, da keine Lebensmittel jenseits von Tee im Haus waren, Severus lehnte aber ab. „Wann werden Sie nach Australien reisen?“ „In den nächsten Tagen irgendwann. Je nachdem wie sich die … politische Lage entwickelt. Fühlen Sie sich aber nicht unter Druck gesetzt das Haus schnell wieder verlassen zu müssen. Wenn meine Eltern wieder herziehen wollen, wird das einiges an Vorbereitung und Bürokratie bedeuten.“, gab sie zu verstehen. Seltsamerweise hatte Severus Snape die unterschiedlichsten Impulse bezüglich der Antwort und schwieg daher. Ein Teil von ihm wollte nach ihr schnappen, dass er auch Ihne ihre Fürsorge auskam und sie beleidigen, dass sie sich endlich verziehen solle, nerviges Mädchen, dass sie war. Ein anderer Teil wollte brav <Danke> sagen für alles was sie für ihn getan hatte ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Der größte Teil jedoch, wollte wissen, warum sie keine Gegenleistung verlangte. Er hatte den ganzen Nachmittag darauf gewartet, dass sie irgendwas von ihm wollte oder dass sie allgemein seine Tätigkeiten erwähnte. Aber es war nichts dergleichen geschehen. Weder war sie neugierig, noch wertet sie, noch schien sie irgendwas von ihm zu verlangen.
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