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Zusammen gewachsen (Arbeitstitel)

von Ein3
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Hermine Granger Severus Snape
10.07.2020
01.08.2020
9
10.621
6
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15.07.2020 1.013
 
18.05.1998 – Teil II

Im Tropfenden Kessel war es voll. Er hatte einen Zauber gewirkt, der die Leute um ihn herum keine Notiz von ihm nehmen ließ, ohne unsichtbar zu werden. Solange ihn niemand berühre, würde er sich unerkannt bewegen können. Vorsichtig schlängelte er sich an den Menschen um ihn herum vorbei und fing immer wieder den einen oder anderen Gesprächsfetzen auf. Einmal Spion, immer Spion. Manche Angewohnheiten ließen sich nicht ablegen. Bis er bei Gringotts angekommen war, hatte er von einigen Festnahmen einiger Todesser gehört, wusste, dass Narzissa und Draco unter Hausarrest standen, während Lucius in Haft war und dass Hogwarts schwer beschädigt worden war. In Gringotts angekommen hob er einiges an Zauberer- und Muggelgeld ab und beauftragte den Kobold wie geplant damit, eine Auswahl an Immobilien für ihn zu finden. Er wollte ungestört leben können und brauen können. Alles weiter, würde er dem Kobold überlassen. Sein Bankberater, er schmunzelte innerlich bei dieser Beschreibung des Koblodes, würde ihn in den nächsten Tagen kontaktieren. Als nächstes würde er neue Kleidung und eine vorübergehende Bleibe brauchen. Er hatte kurz, sehr kurz, darüber nachgedacht, ob er nach Hogwarts zurückkehren solle. Diesen Gedanken verwarf er jedoch im gleichen Moment, wie er gekommen war. Es fühlte sich seltsam an ohne Zeitdruck durch die Winkelgasse zu gehen. Die letzten Jahre hatten die Tage zumeist zu wenig Stunden gehabt und er war stets zur Effizienz angehalten gewesen, selbst wenn es um so etwas Banales ging, wie einen Einkauf. Von außen hätte niemand den Unterschied bemerkt, aber er spürte ihn ganz deutlich. Sein Schritt war eine Nuance langsamer und er war tatsächlich vor Fourish & Blotts stehen geblieben und hatte das Schaufenster kurz betrachtet. Einer Laune nachgeben, war er sogar eingetreten und hatte ein bisschen gestöbert. Gekauft hatte er jedoch nichts, ihm stand nicht der Sinn nach Fach- und Sachliteratur. Ein weiterer Luxus, den sonst niemand erkennen würde, er konnte nun lesen, was immer er wollte, wann immer er wollte. Eine Buchhandlung im Muggel London würde ihm sicherlich einen schönen Roman verkaufen können. Sherlock Holmes wäre doch mal wieder eine unterhaltsame Abendlektüre. Mir einen Gedanken bei seiner Abendplanung machte er einen folgenschweren Fehler. Er war gerade auf der Höhe einer neuen magischen Bäckerei, als plötzlich ein kleines Kind aus dessen Tür geschossen kam und an seinen Beinen abprallte. Er schaffte es nicht auszuweichen und kam kurz ins Stolpern, fing sich aber sofort wieder. Der kleine Junge hingegen, vielleicht 5 Jahre alt, hatte sich direkt auf seinen Hosenboden gesetzt und begann sofort zu weinen. Das war mehr Aufmerksamkeit als er gebrauchen konnte. Sein Zauber war gebrochen und er spürte einen Haufen Blicke auf sich. „Scheiße“, dachte er und blickte finster auf den Knirps herab. Er hasste Kinder mit ihrer Unbedarftheit. Ehe er sich versehen konnte, hatte er auch schon die Mutter an der Backe, die ihren Sohn auf die Beine zog und dann zu ihm hochsah. Sie setzte zu einer Entschuldigung an, aber die Worte starben mit einem keuchenden Geräusch auf den Lippen ungesagt. Ihre Augen weiteten sich angstvoll und sie packte die Hand ihres Kindes, um ihn schnellstmöglich hinter sich zu schieben. Dabei ließ sie den Mann nicht eine Sekunde aus den Augen. Snape seufzte und wollte gerade seinen Weg fortsetzen, als er eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm. Seine Reflexe ließen ihn nicht im Stich, ehe er bewusst hätte reagieren können hatte er schon seinen Stab gezückt und in das Gesicht der Frau schräg hinter sich gerichtet. In ihre Augen standen Verachtung, nahezu Hass. Ihr Zauberstab war ebenfalls auf ihn gerichtet. „Snape, du Hurensohn! Jetzt bezahlst du!“
Er spürte alle Augen der um stehenden Passanten auf sich und bevor er etwas tun oder sagen konnte, war eine kleine Gestalt mit erhobenem Zauberstab zwischen sich und die Frau getreten. „Was fällt Ihnen eine?!“, zischte die Gestalt aufgebracht und schob ihre tiefsitzende Kapuze vom Kopf. „Sehen Sie zu, dass Sie sich Land gewinnen. Sofort!“ Auch Sie hatte nun ihren Zauberstab nun drohend auf die Frau gerichtet. „Sie wissen, wer er ist und was er getan hat! Gehen Sie aus dem Weg.“, richtete sich nun die Frau an seine Verteidigung mit einem Haufen brauner Locken. „Niemals!“, antwortete sie leise, aber bestimmt. „Er ist ein freier Mann, nehmen Sie Ihren Stab runter und gehen Sie. Ansonsten werde ich dafür sorgen, dass sich der Minister persönlich der Sache annimmt.“ Die Augen der Frau weiteten sich, dann zischte sie „Das nächste Mal….“ und wirbelte davon. Die kleine Person von Snape schnaubte, richtete sich zur vollen Größe auf und drehte sich zu ihm um, während sie ihren Zauberstab wegsteckte. „Es tut mir so leid, dass das passiert ist, Professor.“, sagte Hermine Granger zu ihm.
„Es tut mir so leid, Professor.“ Irgendwas regte sie in ihm bei diesem Worten. „Miss Granger? Was tun sie hier?“ war die erste, zugegebenermaßen nicht sehr intelligente Frage, die er an sie richtete, während auch er seinen Stab wegsteckte. Die Meute um sie herum starrte weiter. „Einkaufen, Professor. Und Sie?“, gab sie von sich und fauchte dann die um stehenden Passanten an. „Habt ihr nichts zu erledigen? Hier gibt es nichts zu sehen!“ Snape zog eine Augenbraue hoch, aber sie beachtete diese Geste nicht. „Also Professor, was führt Sie in die Winkelgasse?“
„Ich wüsste zwar nicht, was sie das angeht, aber ich kaufe ebenfalls ein.“, gab der Tränkemeister von sich. Warum er ihr überhaupt antwortete, war ihm nicht ganz klar. „Es ist schön Sie zu sehen, hätten Sie Lust mit mir zu Mittag zu essen?“, fragte Sie gerade heraus. „Miss Granger, das halte ich nicht für die beste Idee.“, antwortet er ihr. Er sollte mit ihr nicht essen gehen, aber ihm war bewusst, dass er irgendwie in ihrer Schuld stand. Sie hatte ihm das Leben gerettet, da war ein Mittagessen wohl durchaus akzeptabel, zumal er im Krankenhaus aufs Frühstück verzichtet hatte. Sofern man den Fraß dort überhaupt Essen nenne konnte. „Ach kommen Sie, unweit vom Tropfenden Kessel im Muggel London gibt es ein nettes kleines Lokal, dort würden wir auch nicht angestarrt.“, Lächelte sie. Sie lächelte. Sie lächelte ihn an?! „Gehen Sie voraus, Miss Granger.“ War alles, was er erwiderte.
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