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Zusammen gewachsen (Arbeitstitel)

von Ein3
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Hermine Granger Severus Snape
10.07.2020
01.08.2020
9
10.621
6
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Dieses Kapitel
1 Review
 
11.07.2020 999
 
04.05.1998 – Zaubereiministerium

Die erste Verhandlung , direkt am Montag nach der Schlacht startete morgens um Punkt neun. Den Vorsitz würde der Minister höchstpersönlich übernehmen. Verhandelt wurde der Fall <Severus Snape>. Hermine hatte sich, bevor sie überhaupt wusste, dass ihr ehemaliger Professor noch lebte das Versprechen gegeben seine Reputation wieder herzustellen. Sie hatte die letzten anderthalb Tage nichts anderes gemacht als eine Verteidigung für diesen Mann aufzubauen. Sie hatte mit dem Portrait von Albus Dumbledore gesprochen, die Erinnerungen, die Harry erhalten hatte ausgewertet und unendliche Diskussionen mit Harry, Neville und Ginny geführt. Sie war vorbereitet, sie würde alles vortragen und Kingsley würde einsehen müssen, dass Severus Snape ebenso Opfer des Krieges war, wie sie selbst. Gut, sie hatte ihre Eltern nicht getötet, sondern nur der Erinnerungen beraubt ins Exil geschickt, aber es zeigte doch eindrucksvoll, das jeder etwas getan hatte, dass emotional schwer war und den Umständen geschuldet war. Severus Snape hatte lediglich auf Befehl gehandelt. Professor Dumbledore hatte seinen eigenen Tod befohlen, um die Schülerinnen und Schüler in Hogwarts vor weit schlimmerem Gräuel zu schützen. Natürlich war das letzte Schuljahr in Hogwarts der Horror gewesen, aber unter den gegebenen Umständen war es der bestmögliche Ausgang der Lage gewesen. Severus Snape hatte unmenschliches geleistet. Noch war er nicht offiziell angeklagt worden, aber Hermine hatte dafür gesorgt, dass Harry seinen Einfluss geltend machte. So hatte Kingsley Shacklebolt eingewilligt die Verhandlung zum frühestmöglichen Termin und unter Ausschluss der Öffentlichkeit abzuhalten, bevor der Tränkemeister überhaupt wieder wach war. Lediglich Luna Lovegood war von der Presse da. Ihr wurde exklusiv erlaubt die Öffentlichkeit über alle Prozesse zu informieren. Sie hatte das nötige Feingefühl um nicht unnötig reißerisch zu sein und sensible Informationen als diese zu erkennen und auch so zu behandeln.
Die Verhandlung begann, war kurz und endete, wenn man von dem Ergebnis absah, unspektakulär. Hermine trug ihr Plädoyer vor, legte detailliert dar, was Severus Snape alles zur Last gelegt werden konnte und entkräftigte dann systematisch alles Punkt für Punkt. Hierzu hatte sie eine dicke Mappe mit unterschiebenen Zeugenaussagen und einem Dokument, in dem sie sich selbst für den Wahrheitsgehalt des Protokolls aller Gespräche mit dem Portrait von Albus Dumbledore verbürgte. Sie forderte einen Freispruch für Severus Snape. Kingsley Shacklebolt hörte aufmerksam zu, stellte hier und da weiterführende Fragen und ehe sie sich versah lächelte er sie an und verkündete, er würde ihrer Einschätzung zustimmen. Severus Snape sei als Spion zu all seinen Taten gezwungen gewesen. Hermine hatte sich auf einen weit härtere Kampf vor Gericht eingestellt, was sie Harry, Ginny und Luna auch unumwunden beim gemeinsamen Mittagessen sagt.
„Du bist halt wie ein Pitt Bull, Mine.“, schmunzelte Harry. „Dein Vortrag war aber auch unglaublich, Hermine. Ich wusste, dass du gut bist, aber DAS in nur gut einem Tag auf die Beine zu stellen, das war schon echt krass.“, gab Ginny zu verstehen. Hermine grinste nur und trank ihren Kaffee. Koffein war jetzt das einzige, was sie davon abhalten würde ihren Kopf auf den Tisch zu legen und hier und jetzt einzuschlafen. Das Gespräch plänkelte noch ein bisschen vor sich hin, aber sie folgte nur halbherzig. Sie hatte es geschafft. Der einzige Wermutstropfen war nur, dass Ron jetzt wieder mal nicht, oder zumindest nur unzureichend, mit ihr sprach. Er hatte zwar aus seinem Fehler, sie in jener Nacht im Zelt verlassen zu haben, gelernt, aber er hatte trotzdem mit ihr gestritten. Er hatte ihr vorgeworfen pietätlos zu sein, sein Bruder wäre gerade gestorben, sie wären alle seelisch und körperlich verletzt und sie würde nicht einen Moment innehalten. Das wäre gefühllos und kalt. Nur hatte er es wesentlich weniger eloquent ausgedrückt, war dabei auf und ab gelaufen und am Ende hatten sie sich angeschrienen. Irgendwann hatte er innegehalten und resigniert gesagt, dass jeder das tun müsste, was für ihn richtig war. Er würde sich um seine Familie kümmern, da würde seine Priorität liegen. Es würde ihm leid tun, bevor Fred nicht begraben wäre, könne er ihr nicht helfen. Das hatte ihr unendlich weh getan, aber sie hatte diesem Gefühl keinen Raum gegeben. Wenn sie anfing über ihre Gefühle nachzudenken, dann würden sie damit so schnell nicht wieder aufhören. Erst hatte sie Snapes Reputation wieder herzustellen und ihre Eltern zu finden, danach würde sie sich mit der Verarbeitung der Geschehnisse beschäftigen. Harry unterstützte diesen Plan, er fand ihn nicht gut, aber er verstand sie. Er verstand, dass sie hoffte ihre Eltern würden ihr etwas Stabilität geben. Die Zeit würde dann die Wunden schon heilen und in ihrem letzten Jahr in Hogwarts würde sie dann auch darüber nachdenken, was sie mit ihrem Leben eigentlich anfangen wollte. Bisher war es immer nur darum gegangen viel Wissen zu generieren, was ihr aber auch Freude bereitet hatte und Harry zu helfen Voldemort zu besiegen. Nun war diese Aufgabe erledigt und es lag eine Zeit vor ihr, über die sie zuvor nie groß nachgedacht hatte. Sie hatte zwar mal überlegt für die Rechte magischer Kreaturen einzustehen und ins Ministerium zu gehen, oder zu forschen, Arithmantik war nicht umsonst ihr Lieblingsfach. Aber sich wirklich Gedanken gemacht, hatte sie nie. Es war mehr eine Träumerei, wie kleine Kinder Polizist oder Tierarzt werden wollten. Das Bild war cool, aber nicht fundiert. Ginny stupste sie leicht an: „Mine, du schläfst ja schon fest hier ein. Lass uns dich ins Bett bringen.“ Mit diesen Worten standen die vier auf und sie umarmte Luna zum Abschied. Auch bedankte sie sich noch einmal, das Luna einen Artikel dazu schreiben würde. Luna lächelte strahlend und versicherte ihr, es sei ihr eine Ehre. Ihr Vater wäre auch ganz aus dem Häuschen, dass ihre Familie die Exklusivrechte zugesprochen bekommen hatten. Ihm würde es gut tun, dass sie wieder zu Hause sein und das er seine Arbeit wieder aufnehmen könne.
Harry hakte sich bei den beiden jungen Frauen unter. „Fuchsbau oder Grimmaulplatz?“, fragte er. „Grimmaulplatz“, bestimmt Ginny. Sie wurden nicht vor dem Abend im Fuchsbau erwartet und ein bisschen Zeit allein würde den beiden gut tun. Hermine würde direkt ins Bett gehen.
So brachen sie auf zum Grimmaulplatz.
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