Zusammen gewachsen (Arbeitstitel)

von Ein3
GeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P16
Hermine Granger Severus Snape
10.07.2020
01.08.2020
9
10.621
6
Alle Kapitel
23 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
 
10.07.2020 1.063
 
Hallo, ich freue mich dich hier zu sehen. Dies wird meine erste FF.
Die Idee ist noch etwas schwammig, aber mal sehen wo Severus und Hermine es so hintreibt.
Die Kapitel sind ungebetat und ich werde nur unregelmäßig hochladen, aber ich freue mich über Komentare und Anregungen.
______________________________________________________________________________________

02.05.1998 – Hogwarts

Die Schlacht war vorbei. Lord Voldemort war besiegt. Harry hatte sich zurückgezogen, Ron saß bei seiner Familie voller Schock und Trauer. Und Hermine, vollkommen erschöpft, aber dennoch vollkommen rastlos, streifte über die Ländereien von Hogwarts. Die meisten Verletzten befanden sich schon in der Obhut von Madame Pomfrey beziehungsweise waren ans St. Mungo übergeben worden. Die Wahrscheinlichkeit noch jemanden lebendig auf dem Gelände zu finden, war mehr als gering. Hermine konnte jedoch nicht anders, sie konnte nicht akzeptieren wie viele geliebte Menschen gestorben waren. Besonders der Anblick von Freds Leiche hatte sich ihr auf die Netzhaut gebrannt. Aber auch den Anblick der vielen anderen aufgebahrten Leichen in der Großen Halle konnte sie kaum verdrängen. Es drängte sie weiter. Wachsam, den Zauberstab gezückt, ging sie immer weiter. Es war kaum noch jemand auf dem Gelände. Die meisten hatten sich in das Schloss oder das Dorf zurückgezogen. Am Horizont ging langsam die Sonne auf und Hermine war unzählige Stunden auf den Beinen. Ohne den Plan gehabt zu haben, fand sie sich vor der peitschenden Weide wieder. Die Bilder des sterbenden Professors liefen vor ihrem inneren Auge erneut ab. Wie sehr sich doch alle geirrt hatten. Ein trockenes Schluchzen entwich ihrer Kehle und hörte sich in ihren Ohren unnatürlich laut an. Plötzlich wusste sie, was sie zu tun hatte. Sie würde Severus Snapes Leiche bergen und ins Schloss bringen. Es war das mindeste, was sie für ihn tun konnte. Er war einer von ihnen, ihr Spion bis zur letzten Sekunde, geächtet und gehasst von allen. Sie schwor sich, seinen Reputation wieder herzustellen, während sie sich wie ferngesteuert durch den Tunnel unter dem Baum bewegte. Sie wurde immer schneller und begann zu schwitzen und zu keuchen. Man sollte meinen ihre Kondition wäre besser, aber die Zeit der Entbehrungen hatte ihren Körper geschwächt. Sie bewegte sich nur noch durch pure Willenskraft weiter. Endlich in der heulenden Hütte angekommen wischte sie sich den Schweiß aus den Augen und hielt einen Moment inne. Zu allgegenwärtig war das Bild von Severus Snape, der Harry ein letztes Mal anblickte und dann mit rasselndem Atem die Augen für immer schloss. Sie schüttelte unwillkürlich den Kopf. Sie sollte jetzt nicht denken. Ihr wurde bewusst, dass niemand wusste, wo sie war und dass die hier befindliche Leiche auch für die dunkle Seite attraktiv sein könnte. Man würde ihn sicherlich Schänden wollen, wenn man ihn in die Finger bekam. Das musste sie unbedingt verhindern. Nun zielstrebig, aber bemüht leise, ging sie weiter. Severus Snape lag noch genauso da, wie sie ihn zurück gelassen hatten. Am Hals klaffte eine riesen Wunde, die stark geblutet hatte und sich gegen seine bleichen Haut abzeichnet. Hermine kniete sich neben ihn und griff nach seiner Hand. „Es tut mir so leid Professor. Ich bringe Sie nach Hause!“ murmelte sie. Tränen stiegen ihr in die Augen. Sie hatte seit Harrys vermeintlichem Tot keine einzige Träne vergossen, aber nun konnte sie sie nicht mehr zurück halten. „Es tut mir wirklich so unendlich leid.“, schluchzte sie und fiel erschöpft weinen auf seine Brust.
Moment, was war das? Sie hielt sie Luft an. War das ein Herzschlag?! Ganz schwach und kaum wahrnehmbar? Sie versuchte angestrengt zu lauschen, ihre Tränen versiegen schlagartig. Bevor sie sich sicher sein konnte, setzte ihr Schluckauf ein. „Scheiße“, hickste sie beherzt und hätte am liebsten überdreht gelacht. Sie besann sich darauf, dass sie eine Hexe war. Mit einer gezielten Bewegung ihres Zauberstabs vollführte sie einen Diagnosezauber. Da war wirklich ein schwacher Puls. Sein Herz schlug noch, zumindest gerade so. Der Blutverlust war gefährlich und in seinen Adern pulsiert immer noch Naginis Gift. „Sie leben!“, jubelte sie. Ihre Müdigkeit war für den Moment vergessen. „Dann wollen wir mal sehen, dass das auch so bleibt, Professor. Geben Sie bloß nicht auf!“, murmelte sie, während sie ihre Handtasche öffnete und einmal tief durchatmete. Sie war ruhig, wie schon lange nicht mehr. Ihr war sich zwar wage bewusst, dass sie sich beeilen musste und dass die Voraussetzungen nicht gut waren, aber es fühlte sich nicht so an. Sie war fokussiert auf ihr Ziel. Servers Snape musste überleben. Sie wusste, dass sie den Blutverlust nicht ausgleichen durfte, aber die Wunde geschlossen werden musste. Weiterer Blutverlust musste verhindert werden und seine Organe, vor allem Herz und Lunge mussten in ihrer Funktion unterstützt werden. Dann musste das Gift neutralisiert werden. Erst danach konnte neues Blut gebildet werden sowie Stimmbänder, Augen, Leber und Nieren versorgt werden. Würde sie diese Reihenfolge nicht einhalten und den Blutverlust direkt ausgleichen, würde das Gift sich wieder schneller im Körper verteilen und weiter verheerenden Schaden anrichten.
Sie wünschte sich, sie hätte mehr Diptam übrig. Vorsichtig träufelte sie die verbleibenden Reste auf die Halswunde und überprüfte dann wieder die Herzfunktionen. „Gut, dass sie bewusstlos sind und ihr Körper daher nicht durch den Schmerz in einen Schock verfällt. Halten Sie weiter durch. Nur noch ein bisschen, ja?“ Sie drückte seine Hand erneut. Die Wunde dampfte und schloss sich nahezu komplett. Die verbleibende Restwunde blutete leicht, aber sehr träge. Hermine ließ das Blut mit einem Zauber gerinnen, mit dem sie auch kleinere Verletzungen in Kräuterkunde schloss. Es bildete sich augenblicklich eine Blutkruste, die den weiteren Blutfluss unterband. Snapes Plus beschleunigte sich kurz, während sein Blutdruck abfiel. „Hey, nein!“, rief sie und wirkte dem mit einem Zauber entgegen. Ihr ehemaliger Lehrer stabilisiert sich wieder und sie atmete auf. Viel mehr konnte sie nicht tun. Nun war es an der Zeit ihn schnell ins Schloss zu bringen und von einem ausgebildeten Heiler behandeln zu lassen. Das Gegengift war bei Mr. Weasley schon zum Einsatz gekommen, daher würde es im St. Mungo vorhanden sein. Hermine wischte sich die Hände an ihrer Hose ab und konzentrierte sich auf das Gefühl Severus Snape lebend gefunden zu haben. Mit „Expecto Patronum!“ schickte Sie Ihren Otter los zu Madame Pomfrey. Das war geschafft. Mit den Worten „Auf geht’s Professor, wir gehen jetzt nach Hause.“ stand sie auf, um eine Trage heraufzubeschwören. Weit kam sie dabei aber nicht. Durch die ruckartige Bewegung und die Erschöpfung versagte ihr Kreislauf und ehe sie wusste, wie ihr geschah, sackte sie neben Severus Snape in sich zusammen.
Review schreiben