Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Was zusammen gehört

von Carthamus
Kurzbeschreibung
GeschichteFamilie, Liebesgeschichte / P16 / MaleSlash
Anthony J. Crowley Erzengel Gabriel Erziraphael Sandalphon Uriel Warlock
10.07.2020
01.01.2021
27
118.286
11
Alle Kapitel
49 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
10.07.2020 3.523
 
Hallo zusammen :D

Wollte mich an einer weiteren Ff probieren.

-Erziraphael trägt hier seinen Originalnamen, Aziraphale
-Die Geschichte ist ab 16, wird deswegen manche Intimere Szenen nur anschneiden und nicht genauer beleuchten.
-Dazu inspiriert hat mich das Lockdown Video XP

Wünsche euch viel Spaß beim lesen.
Verbesserungsvorschläge und Tipps sind immer gern gesehen :)


---


"Crowley!"
Aziraphale war entsetzt aus seinem bequemen Ohrensessel aufgesprungen und griff hastig nach einer Serviette um sich damit die Spuren des Rotweins notdürftig von seiner hellen Kleidung zu tupfen.
"Ein einfaches Nein hätte es auch getan!"
Ärgerlich gab er das tupfen schnell wieder auf, die dunklen Flecken argwöhnisch begutachtend.
Da würde wohl nur noch ein Wunder weiter helfen.
Er warf seinem Besucher einen Vorwurfsvollen Blick zu, welcher ihn immer noch Fassungslos ansah.
"Engel! Sag mir bitte dass ich mich eben verhört habe!"
Die Stimme des Rothaarigen klang aufgebracht, fast schon panisch.
"Vergiss es einfach, ok?!"
Aziraphale verschränkte die Arme vor der Brust.
Er war wirklich Beleidigt von Crowleys Reaktion auf seine Frage.
Eine einfache Ablehnung hätte es schließlich auch getan, der Dämon hätte ihn nicht mit Rotwein zu prusten müssen.
Dadurch war ihm der Abend, trotz ihrem fabelhaften Abendessen zuvor, ganz schön verdorben worden.
"Das hast du nicht ernsthaft gefragt, oder?"
Crowley stellte das halb leere Weinglas beiseite und erhob sich ebenfalls, Aziraphale mit seinen zu schlitzen geformten Pupillen aufmerksam beobachtend.
"Doch, ich habe ernsthaft gefragt.
Warum sollte ich etwas fragen, wenn ich die Antwort nicht hören wollen würde?"
Der Engel vollführte ein elegantes Schnipsen und ließ die Flecken auf seiner Kleidung verschwinden.
Wie sehr er so etwas hasste.
Er sah sie nun zwar nicht mehr, aber er würde immer wissen dass an dieser Stelle einmal Rotweinflecken auf seinem hellem Hemd geprangt hatten.
"Aziraphale...Du...du hast das wirklich,  w i r k l i c h  ernst gemeint?!"
Angesprochener schenkte dem Dämon nur einen warnenden Blick.
"Nhg...", Crowley rollte unkomfortable mit seinen Schultern, ehe er sich mit einer Hand etwas nervös wirkend durch die Haare fuhr.
"Also gut Engel...Du möchtest also, also... Sex haben?"
Aziraphale spürte wie seine Wangen warm wurden und er wandte deswegen schnell sein Gesicht ab und räusperte sich verlegen.
"Vereinfacht gesagt...ja."
Crowley sah ihn still schweigend an, sich wohl nicht sicher ob er träumte oder nicht.
"Setz dich einfach wieder dort hin", wies Aziraphale ihn mit einer Handbewegung Richtung Couch an und nahm selbst ebenfalls wieder platz.
Ob es wohl ein Fehler gewesen war dieses Gespräch mit Crowley führen zu wollen?
Aziraphale war mittlerweile äußerst verunsichert wegen dessen Reaktion und würde am Liebsten das Gespräch ungeschehen machen, was leider Gottes nicht möglich war.
So blieb ihm nichts anderes übrig außer das Beste aus der angefangenen Sache zu machen.
"Wie ich dir eben erzählt hatte, ich würde es gerne einmal probieren, ja.
Allerdings nicht mit irgend jemanden, nein, das wäre immerhin eine Sünde.
Ich möchte diese Erfahrung mit jemanden teilen der mir wichtig ist, dem ich vertraue."
Erwartungsvoll sah er Crowley an.
Konnte er wirklich hoffen dass dieser ihn verstand und nachvollziehen konnte wie der Engel sich in seiner Position fühlte?
Heutzutage teilten viele Menschen bereits vor ihrer Volljährigkeit das erste mal ihre Betten.
Und Aziraphale war seines Erachtens nach alt genug um es wenigstens auch einmal versuchen zu wollen.
Diese Art der Vereinigung war ihnen immerhin nicht direkt verboten worden, es kam immer auf die Umstände an.
Und solange er sich nicht einen Haufen fremder Menschen anlache oder gar vorhätte mit einem Menschen ein Kind in die Welt zu setzen, sollte dies überhaupt  kein Problem darstellen.
Eine Grauzone also.
Und dennoch, vor einem halben Jahr hätte er dies wohl nicht einmal ansatzweise gewagt zu denken.
Seit sie letzten Sommer jedoch zusammen alles daran gesetzt hatte die Welt vor ihrem bevor stehenden Armageddon zu retten, hatte sich vieles verändert.
Er traf sich mit Crowley immer noch fast genauso häufig wie die letzten elf Jahre, wo sie sich bei der Erziehung des vermeintlichen Antichristen beinahe jeden Tag gesehen hatten.
Viel war die letzten Jahre passiert und vieles hatte sich letztendlich auch verändert.
Mittlerweile war Aziraphale kein Bote des Himmels mehr, wenn auch unanfechtbar weiterhin ein Engel des Herren.
Es hatte eine Zeit lang die Furcht in seinen Knochen gesteckt, dass er doch noch fallen würde, jedoch war dies nicht geschehen.
Aziraphales Flügel waren weiterhin strahlend weiß geblieben.
Der Allmächtige war also einverstanden damit gewesen, dass er sich entschieden hatte zusammen mit einem Dämon die Welt vor ihrem bevorstehenden Schicksal zu bewahren.
„Du willst also Sex haben...mit mir?“
Meldete sich Crowley erneut zu Wort und holte Aziraphale wieder aus seine Gedanken zurück.
„Crowley! Wenn du nicht sofort ausnüchterst und aufhörst mich wie ein Papagei zu veralbern, dann setze ich dich vor die Tür.
Und dann möchte ich dich die nächste Woche kein einziges mal in meinem Buchladen sehen!“
„Schon gut, schon gut!“
Der Dämon winkte sofort beschwichtigend ab: „Es fällt mir nur schwer zu glauben dass ausgerechnet du, der sich sogar bei ein paar keuschen Küssen zwischen zwei Menschen auf der Straße immer abwendet, Sex haben möchte?!“
„Warum denn nicht? Es sieht keiner mehr hin und ich würde diese Erfahrung gerne mit dir teilen.
Tu mir nur einen gefallen und hör endlich auch es so zu nennen, das klingt doch vulgär...“
„Soll ich es lieber ficken nennen?“
„Grundgütiger, nein!“

Aziraphale stieg vor sich hin grübelnd aus der Duschkabine und griff nach einem Handtuch.
Nach dem abtrocknen trug er sich eine wohlduftende Hautcreme auf und ging dabei innerlich seine Prioritätenliste durch.
Teuren Wein hatte er gekauft und eine neue Fliege.
Geduscht hatte er, sich rasiert und nun sorgte er dafür dass er an jeder Stelle gut roch.
Auf was sollte man vor dem teilen des Bettes noch acht geben?
Er hatte in seinem Leben schon viele Bücher gelesen und in dem ein oder anderen lief eine Situation schon einmal auf eine sehr Intime Situation hinaus.
Anfangs hatte er solche Seiten nur pikiert weiter geblättert.
Irgendwann dann war der Moment gekommen wo er sogar damit begonnen hatte sie flüchtig zu überlesen.
Die letzten Jahrzehnte über hatte er dann letztendlich immer mal etwas länger auf besagten Seiten verweilt und sie eingehender studiert.
Sich selbst dabei anzufassen oder sich zu wünschen auch jemanden neben sich zu haben, das hatte er jedoch nie gewagt.
So versuchte er nun etwas planlos dafür zu Sorgen dass der Abend unvergesslich werden würde.
Im positiven Sinne natürlich.
Nachdem die Hautcreme eingezogen war, kleidete er sich frisch an, ehe er sich prüfend im Spiegel betrachtete.
Ob ihm das teilen des Bettes wohl gefallen würde?
Menschen schienen dabei ihren Spaß zu haben.
Und Torten und Crêpes hatten sie ja auch erfunden, genau wie die schicke Mode die Aziraphale zu schützen wusste.
Und alte Zigarrendosen und Tee und Kakao.
Ob Crowley der Abend wohl auch gefallen würde?
Ob ER Crowley gefallen würde?
Der blonde Engel versuchte die Unsicherheit eisern zurückzudrängen.
Gewiss, Crowley hatte sicherlich schon unzählige male das Lager mit jemanden geteilt und dadurch wohl immens Erfahrungen gesammelt.
Aziraphale würde sich einfach an seinen Freund halten und den heutigen Abend so zu etwas ganz besonderen für sie Beide machen.
Nachdem er sich bereit fühlte begab er sich wieder nach unten in den Verkaufsbereich seines alten Buchladens und wanderte dort durch die Regalreihen, nach dem rechten sehend.
Es würde noch eine Weile dauern bis Crowley ihn abholen würde und sie den Abend nach einem guten Abendessen dann bei Crowley verbringen würden.


Nervös betrachtete Crowley seinen Engel ihr ganzes Essen über.
Sein Blick lag hinter der dunklen Sonnenbrille verborgen und er versuchte sich nicht im geringsten seine Nervosität anmerken zu lassen.
Seit Aziraphale ihm vor genau einem Monat offenbart hatte dass er Sex mit ihm wollte, nachdem sie am Silvesterabend noch beisammen gesessen hatten, war Crowley keinen einzigen Tag mehr wirklich entspannt gewesen.
Dass er den Engel schon lange begehrte, dass war sein am bestgehütetes Geheimnis.
- Gleich nach ihrem Körpertausch natürlich.
Er hatte den Blonden von Anfang an Interessant gefunden, seit sie sich damals auf der Mauer von Eden das erste mal getroffen hatten.
Gab dieser einfach so sein Schwert an die Menschen weiter, als diese den Garten verlassen  mussten und hatte dabei kein einziges mal an die Folgen die dadurch für ihn entstehen könnten gedacht.
Im Laufe der Jahrhunderte war aus Crowleys Interesse stetig mehr geworden und schließlich hatte er sich eingestehe müssen, dass der Engel aus seinem Leben nicht mehr wegzudenken war.
Und spätestens seit dem achtzehnten Jahrhundert war er sich sicher, dass er mit ganzem Herzen an den Blonden gebunden war.
Am liebsten würde er sich die Haare raufen und laut schreien, konnte dies jedoch nicht in aller Öffentlichkeit und dazu noch vor seinem Engel tun.
Wie Crowley auffiel schien Aziraphale etwas stiller als sonst zu sein, jedoch schien der Grund ihres heutigen Treffens sich keineswegs auf dessen Appetit ausgewirkt zu haben.
Heute konnte Crowley den Anblick eines glücklichen Aziraphales vor einem Teller mit leckerem Essen jedoch nicht wie sonst genießen.
Seine Gedanken befanden einfach viel zu sehr an diesen einen Moment gefesselt.
Nachdem der Dämon dieses mal mit dem zahlen ihres Essens an der Reihe gewesen war, machten sie sich zum Aufbruch bereit und stiegen in Crowleys Bentley, welcher sie viel zu schnell jedoch auch unbeschadet zu des Rothaarigen trautem Heim brachte.
Dort angekommen hielt Crowley dem blonden Engel die Tür auf, ehe er nach ihm eintrat und ihnen zu aller erst einmal zwei Gläser für den Wein holen ging, welcher sein Gast mitgebracht hatte.
Er hätte jene zwar auch herbei wundern können, jedoch tat ihm etwas Bewegung ganz gut um seine Gedanken wieder etwas ordnen zu können.
Nachdem sie einige Zeit mit den Gläsern auf Crowleys schwarzer Ledercouch gesessen hatten und die Flasche geleert hatten, schnitt Crowley schließlich das Thema an, welches ihnen Beiden wohl schon geraumer Zeit auf der Zunge lag.
„Also Engel... Wie genau hast du dir das jetzt vorgestellt?“
Der Blonde schluckte zuerst einmal nur trocken, ehe er sein Weinglas beiseite stellte und Crowleys Blick suchte, welcher jedoch für ihn noch immer hinter den dunklen Gläsern verborgen lag.
„Ich vertraue dir voll und ganz, mein Lieber.
Deswegen werde ich auch mit allem einverstanden sein was du dies bezüglich vorschlagen wirst.“
Falsche Antwort, ganz falsch!
Crowley spürte ein stärker werdendes ziehen in seiner Lendengegend, wie auch im Brustbereich.
Wieso konnte er Engel nicht etwas sagen was Crowleys Gefühle schwächer werden ließ und nicht etwas, was sie noch schön mit einer guten Portion Zunder versorgten?
Zwischen ihnen würde es nie etwas engeres als Freundschaft geben.
Aziraphale hatte es bereits 6000 Jahre gekostet um immerhin die Freundschaft zu einen Dämon als echt anzuerkennen.
Viel mehr würde Crowley wohl nicht mehr von ihm erwarten können.
Dieses Gebiet welche sie nun jedoch betraten, lag für Crowleys Gefühlsleben metaphorisch gesehen weit draußen auf einem zugefrorenen See mit einer viel zu dünnen Eisschicht, während Aziraphale sicher am Ufer stand.
Ob der Engel wohl wusste was Freundschaft Plus bedeutete?
Wahrscheinlich nicht.
Wahrscheinlich würde dies ein einmaliges Ereignis für sie Beide sein, da sein Engel sich einfach nur einmal in der Sache Liebesleben austoben wollte.
„Sicherlich...“, der Dämon atmete einmal tief ein und aus, ehe er seine Sonnenrille langsam abnahm.
Sei es drum, er würde aus diesem Abend alles herausholen und seinen Engel sich richtig gut fühlen lassen, egal wie er selbst sich danach fühlen würde.

Crowley mochte das Rauchen nicht, fühlte sich der Geruch wie auch der Geschmack unangenehm an seiner Zunge an und heftete sich immer viel zu hartnäckig an der Kleidung fest.
Momentan jedoch hätte er am liebsten eine Zigarette gehabt um sie einfach nur in der Hand zu halten und sich dabei so zu fühlen wie einer dieser Geschäftsmänner aus alten Filmen, während jener nebenher in Erinnerungen an das Liebesgeplänkel von eben schwelgte.
In Erinnerungen schwelgen, genau das tat Crowley soeben auch, während er den so verlockenden, völlig unbekleideten Körper betrachtete, welcher sich an seine Seite kuschelte.
Die warme, weiche Haut, so verführerisch, die feinen, blonden Haare auf der Brust und die gut gebauten Rundungen an dessen Kehrseite.
Der Engel war alles im allen heute Nacht die reinste Sünde für den Dämon gewesen.
Erst hatten sie sich nur etwas geküsst und dabei gestreichelt, Crowley mochte wie der Engel küsste.
Etwas Scheu und zurückhaltend, und dennoch warm und gefühlvoll.
Als der Dämon sich sicher war dass Aziraphale bereit für mehr war, waren seine Zärtlichkeiten langsam aber sicher intimer geworden und es hatte nicht lange gedauert, ehe Aziraphale sie zu kopieren begonnen hatte.
Allerdings hatte sich danach recht schnell gezeigt dass sein Engel eben ein blutiger Anfänger war, als dieser ehe es überhaupt richtig zur Sache kam bereits seinen Engelsschuss abgegeben hatte.
Danach hatte Crowley sämtliche Überredungskunst benötigt um seinem Engel klar zu machen dass der Abend dadurch nicht verdorben worden wäre.
Dass sie einfach weitermachen würden wie zuvor und doch noch ihr gemeinsames Ziel erreichen würden.
Es wäre doch gelacht gewesen hätte er, die Schlange von Eden, seinen geliebten Engel nicht dazu gebracht der Versuchung erneut nachzugeben und binnen weniger Minuten erneut bereit für mehr zu sein.
Er streichelte Aziraphale sachte durch die Blonden Locken auf seinem Kopf, woraufhin jener sich leicht regte.
Crowley redete sogleich beruhigend auf ihn ein, dass jener einfach liegen bleiben und noch etwas Schlafen sollte.
Nicht das übernatürliche Wesen Schlaf benötigen würden, allerdings würde Aziraphale sein Gesäß am Morgigen Tag wohl noch zu genüge zu spüren bekommen.
Der Dämon bekam ein leises Brummen zur Antwort, welches ihn nur zu gut an dessen zuvorige Stöhnen erinnerte, woraufhin Crowleys Mundwinkel nach oben zuckten.
Und noch etwas anderes würde dieser Aufwärtsbewegung folgen, würden seine Gedanken noch viel länger bei den Geschehnissen an zuvor verweilen.


Aziraphale hatte den Moment als sie vor drei Wochen das Lager geteilt hatten sehr genossen.
Er vertraute Crowley wirklich, das hatte er an dem Tag an dem sie Armageddon verhindert hatten, bemerkt.
Er schämte sich immer noch ihre Freundschaft so lange von sich gewiesen zu haben und Crowley sogar belogen zu haben, das er nicht wüste wo sich der Antichrist befinden würde.
Ob er ihm davon jemals erzählen könnte um sich richtig entschuldigen zu können?
Der Engel seufzte resigniert auf und ließ seine Gedanken wieder an den schönen Abend zurück verlaufen.
Crowley war umwerfend gewesen.
Besonders als der Rothaarige über ihm gekniet hatte und Aziraphale zu seinen gemacht hatte.
Seinen schlanken, drahtigen mit einer dünnen Schweißfilm überzogenen Körper gegen Aziraphales Gesäß gepresst hatte und ihre Körper dabei zur vollkommenen Vereinigung gebracht hatte.
Crowleys leises Stöhnen an seinem Ohr und das Gefühl von jenem komplett-
Aziraphale schüttelte schnell den Kopf, befand er sich doch in der Öffentlichkeit und konnte sich hier unter den Menschen nicht die Blöße eines unangebrachten Benehmens eines seiner Körperteile in der untere Region erlauben.  
Das einzige was ihm an dem Abend nicht gefallen hatte, dass war das unangenehme ziehen in seinem Hinterteil gewesen, welches ihn am Morgen nach dem Aufwachen empfangen hatte.
Crowley hingegen hatte ihn nur frech angegrinst und ihm einen festen Klaps verpasst, woraufhin Aziraphale ihn ordentlich ausgeschimpft hatte, jedoch anhand dessen breiten Grinsen und funkelnden Augen davon ausging, dass er nur auf taube Ohren gestoßen war.
Dennoch würde er dies definitiv sehr gerne mir Crowley wiederholen, hatte es doch so gewirkt als hätte es jenem ebenfalls gefallen.
Nun jedoch würde er erst einmal sein Frühstück zu Ende verzehren.
Nach etwa einer halben Stunde bezahlte der Engel für sein Frühstück, ehe er mit der zuvor erworbenen Zeitung sein Stammcafé wieder verließ.
Wie er aus den Seiten entnehmen hatte können, breitete sich in Asien soeben ein Virus aus.
Er hoffte nur dass jener schnell eingedämmt werden würde und nicht zu viele arme Menschen ihr Leben lassen mussten.
Und er hoffte auch dass weder die Hölle, noch der Himmel etwas damit zu tun hatten.

Die Tage plätscherten wie Wassertropfen aus einem undichten Hahn vor sich hin und mündeten schließlich in Wochen.
Aziraphale traf sich weiterhin alle paar Tage mit Crowley, welcher Aziraphale davon zu überzeugen versuchte dass der Virus weder von Himmel, noch von der Hölle kam, zu Subtil wäre dies für die letzten Atemzüge der Erde.
Der Engel ließ sich davon überzeugen, merkte er doch dass ihm das ganze ziemlich auf den Magen ging, hatte er seit geraumer Zeit schon mit Übelkeit am Morgen zu kämpfen.
Die Wochen vergingen weiter und schließlich beschloss die Landesregierung dass es zu einem Lockdown kommen sollte, um die Ausbreitung endgültig einzudämmen.
Den Abend davor verbrachten sie Beide noch zusammen in Aziraphales altem Buchladen und hatten zusammen etwas Wein getrunken.
Eben hatte sich Crowley zum gehen bereitgemacht, drehte sich jedoch noch einmal um.
„Und du hast wirklich vor dich an die Ausgangssperre zu halten?“
Fragte der Dämon ihn etwas missmutig.
„Natürlich, mein Lieber.
Wir sollten den Menschen mit gutem Beispiel vorangehen.
...Ich zumindest.
Was du machen wirst, darüber steht es mir nicht zu zu Urteilen
Immerhin bist und bleibst du doch ein Dämon.
Pass bloß auf dich auf, dass du dich nicht ansteckst, ja?“
„Keine Sorge Engel, ich bin mir ziemlich sicher dass auch diese Krankheit uns nichts anhaben kann.
Also...“
Es kam Aziraphale fast so vor als hätte Crowley für einen kurzen Augenblick vorgehabt ihn zu umarmen, vielleicht sogar zu küssen, jedoch war der Moment viel zu schnell wieder verflogen.
Der Engel musste sich wohl getäuscht haben.
„Bis bald, Engel.“
„Bis bald Crowley.“
Er sah Crowley noch kurz nach als jener auf seinen Bentley zuhielt, ehe er die Eingangstür des Buchladens sorgfältig verschloss.

Tage später entdeckte Aziraphale seine Lust am selber backen,
Zuerst waren es nur einfache Blechkuchen und Muffins, später dann jedoch auch ausgefalleneres wie Krapfen und Tarte und schließlich ganze Torten.
Besonders hätte es ihm die Schwarzwälderkirschtorte angetan.
Der Engel liebte die Kombinationen von süßem Gebäck und Früchte sehr.
Mittlerweile war der Frühling gekommen und bald schon kam der April, welcher in den Mai überging.
Er hatte von Crowley die letzten Wochen nichts gehört und langsam hatte er sich begonnen Sorgen zu machen.
So entschied er sich bei diesem anzurufen und nach dem Rechten zu fragen.
Seine Entscheidung hatte sich als Richtig erweisen und er bemerkte wie er innerlich aufblühte, als er den Rothaarigen so dicht an seinem Ohr hörte.
Es schmerzte ihn sogar etwas als er jenen davon abraten musste, bei ihm vorbeizuschauen.
Gewiss, er vermisste den Dämon ebenfalls, jedoch mussten sie stark bleiben und ein gutes Vorbild sein. Selbst wenn es Niemand außer ihnen Beiden bemerken würde.
Er hörte natürlich heraus das Crowley enttäuscht über Aziraphales Entscheidung war, diese jedoch ohne groß darum herumzureden akzeptierte.
Sie hatten sich Früher immerhin oft Jahrhunderte lang nicht gesehen, da wären ein paar Monate doch ihre leichteste Übung.
Aziraphale freute sich schon jetzt drauf, wenn die Ausgangssperre wieder fallen würde und sie zusammen Essen gehen und danach hier bei ihm oder Crowley Wein genießen können würden.
Vielleicht sogar erneut das Bett miteinander teilen?
Wer wusste das schon.
Auch der Mai verging und mittlerweile war auch die Übelkeit verschwunden, die den blonde Engel an manchen Tagen unnötiger weise begleitet hatte.
Dafür hatte er mit einem neuen Problem zu kämpfen.
Er hatte es wohl eindeutig mit den vielen Kuchen und Crêpes übertrieben, wie er feststellen musste war er um die Mitte herum gut ein paar Zentimeter mehr geworden und musste sogar seiner geliebten Hose ein Wunder verpassen um sie wieder korrekt schließen zu können.
Am Besten würde er die nächsten Tage auf seine leckeren Backwerke verzichten und lieber die Zeit mit seinen geliebten Büchern verbringen.
Wie sich bald schon herausstellte schien ihm diese jedoch auch nichts zu helfen, schien sein kleines Problem dadurch auch nicht verschwinde zu wollen, sondern sich weiter zu verschlimmern.
Bald schon ließ er sogar das abendliche Weinglas ausfallen und hatte damit begonnen in seinem Buchladen auf und ab zu laufen um sich in Bewegung zu halten.
Als der Juni sich seinem Ende neigte, musste er seine Hose abermals erweitern und auch seine Weste konnte er dieses mal nicht davon verschont lassen.
Langsam stieg Verzweiflung in ihm hoch.
Wie konnte man zunehmen wenn man doch gar nichts mehr aß und sich mehr als sonst bewegte?
Am Liebsten hätte er Crowley angerufen und ihm erzählt dass er die Vermutung hatte von dem Virus befallen zu sein.
Jedoch bezweifelte er seine Vermutung zeitgleich auch schon wieder, hatte er doch gelesen dass sich das Virus auf die Lungen und nicht das Gewicht auswirkte.
Und Crowley würde ohnehin noch gut eine Woche schlafen und Aziraphale wollte ihn nicht unnötiger weise wecken.
Vielleicht half es auch einfach nur, wenn er etwas mehr Sport betrieb.
Vielleicht sollte er Kniebeugen einbauen und es auch einmal mit Liegestütze probieren?
Etwas unsicher wandte er seinen Blick an einen unbestimmten Punk der Decke seines Ladens.
War das die Strafe dafür dass er sich hatte gehen lassen mit den Kuchen?
Er hielt mühselig den Drang zurück seine Flügel zu manifestieren und nachzusehen ob da auch kein dunkler Fleck erschiene war.
Denn wäre dies der Fall gewesen, hätte er es wohl längst gespürt.
Er musste einfach mehr an sich arbeiten, dann würde gewiss wieder alles gut gehen.



---

Und das war das erste Kapitel auch schon wieder.
Ein neues Kapitel wird voraussichtlich weiterhin jeden Freitag erscheinen.

Wünsche euch noch ein schönes Wochenende!
Lg, Carthamus
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast