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Das Leben ist kein Märchen und es gibt kein glückliches Ende

von Shiek2709
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Connor Kenway OC (Own Character)
09.07.2020
15.10.2020
3
6.443
2
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
09.07.2020 826
 
Vorwort:

Dies ist nun meine (glaube ich) dritte Geschichte die ich hochlade, in der wagen Hoffnung diese auch mal zu Ende zu bringen. Wer jetzt tatsächlich recherchiert, wird in meinem Account allerdings die alten Storys nicht mehr finden, da ich unfertige, aufgegebene Projekte komplett lösche und nicht als "abgebrochen" bei Fanfiktion.de drin lasse. Ich werde hier auch keinen Upload-Zyklus versprechen, aber zumindest ist das erste Kapitel auf jeden Fall schon fertig.

Ich schreibe selbst nicht so wirklich häufig Reviews und verurteile niemanden der dies bei meiner Story auch nicht tut. Allerdings möchte ich betonen, das ich mich natürlich RIESIG über konstruktive Kritik, nette Worte, oder auch Meinungen freue!
Mein Vorschlag: Gefällt dir meine Story und du willst keine Review schreiben, dann speichere sie doch einfach bei deinen Favoriten. Das sind für dich nur ein paar Klicks und ich habe trotzdem mein Feedback ;)

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und hoffe das ich euch etwas für meine Story begeistern kann ;)


Prolog

Boston, 1772

Der Himmel war von Wolken verhangen und ließ in seinem tristen Grau nicht einmal vermuten, das sich dahinter irgendwo die strahlende Sonne befinden musste. Trotzdem war es für Elias ein fast erhabener Anblick. Immer wieder blinzelte er gegen die sich sammelnden Tränen seiner Augen an, die sich an das neu gefundene Tageslicht nicht so recht gewöhnen wollten. Noch immer hafteten die Spuren der modrigen Zelle an seinem Körper, aus der er gerade erst hinaus gezerrt worden war. Man roch sie an seiner verschlissenen Kleidung, man sah sie in seinem verdreckten Gesicht und man erkannte sie an den wackeligen Schritten die er barfuß voreinander setzte. Genau wie bei den anderen Personen, die gerade vor und hinter ihm entlangschlichen. Sie alle waren mit Seilen aneinander gebunden, von einem verschnürrten Händepaar zum nächsten und folgten den Anweisungen einiger Uniformträger die sie stetig daran erinnerten sich weiter fort zu bewegen. Wenn es sein musste auch mit einigen Schlägen.

Es waren nur ein paar Meter die sich die ungepflegte Meute vom Zuchthaus weg bewegte, doch es war genug für Elias um die lang ersehnte, frische Luft in tiefen Atemzügen bestmöglich zu genießen. Sofern man überhaupt davon sprechen konnte. Denn auch wenn er jetzt seinem stinkenden, dunklen Gefängnis entkommen war, stand ausser Frage das dass nun Folgende sein Dasein einmal mehr auf Messers Schneide legen sollte. Und doch... Erneut blickte er in den tristen Himmel, spürte den rauhen Boden des Pflasterweges unter seinen nackten Füßen und wurde sich der kühlen Luft an seiner Haut gewahr. Im Gegensatz zu seinen Mithäftlingen hatte Elias gerade einmal ein paar wenige Wochen hinter Gittern zubringen müssen, doch mit seinen jungen 15 Jahren, war ihm diese Zeit wie ein halbes Leben vorgekommen, das er alleine und im stetigen Dämmerlicht fristen musste.
Jetzt wieder die so lang ersehnte Freiheit, wenn auch nur einen Hauch von ihr, zu erhaschen, war Grund genug, die Angst und die Befürchtungen vor dem was kommen würde, in den hintersten Teil seines Kopfes zu schieben. Denn wer konnte schon sagen was nun mit ihm passierte? Vielleicht war dies die letzte Möglichkeit das Tageslicht wissentlich zu bewundern, bevor man ihm wieder auf ungewisse Zeit entsagen musste. Oder gar für immer...

"Beweg dich!"
herrschte einer der grimmigen Wachleute Elias an, als dieser in seiner Trance nicht bemerkte, das ein Gefangener nach dem Anderen auf drei fensterlose Holzkutschen verteilt wurde, vor denen jeweils ein schweres Zugpferd ungeduldig schnaubte. Ein beherzter Zug an seinen Fesseln weckte ihn nicht nur aus seinen Gedanken, sondern erinnerte ihn auch an die bereits wundgescheuerte Haut seiner Handgelenke. Lautlos presste er die Lippen aufeinander, stieg mit einem großen Schritt in die dunkle Kabine und erlaubte sich erst wieder einen Atemzug, als der Zug am Seil endlich nachließ. Das schmerzliche Brennen pochte dennoch eine ganze Weile seinen Arm hinauf, ehe es wieder auf ein erträgliches Maß zurückfiel.
Als die, mit einem schweren Eisenschloss beschlagene Tür schließlich zufiel, hatte Elias seinen Platz, zusammen mit den anderen drei unfreiwilligen Mitfahrern, auf einer der zwei Bänke gefunden. Ihm zur Seite saß ein älterer Herr, mit grauem Bart und schütterem Haar, während gegenüber zwei eher kräftige Burschen mürrische Blicke in die Leere starrten. Das Gesetz kannte kein Alter, genauso wenig wie Milde oder gar Mitleid. Immerhin hatte Elias 'nur' ein missglückter Taschenspielertrick überhaupt erst an diesen Ort gebracht, während diese Rüpel mit Sicherheit ein wenig mehr auf dem Kerbholz haben mussten. Die leicht schiefe Nase des Einen und die nie richtig verheilte Narbe an der Schläfe des Anderen, sprachen wortlos dafür das die beiden ihre Probleme gerne mit den Fäusten klärten. Was der ältere Mann zu seiner rechten verbrochen hatte, war dann schon das größere Geheimnis, bedachte man einmal die fortgeschrittenen Jahre und die bereits zitternden Finger, die sich hilfesuchend zum Gebet geformt hatten. Letzlich schien es an ihrem Schicksal ohnehin nichts zu ändern. Sie alle saßen hier, sie alle hatten ihr Leben vor dem Gesetz verwirkt und sie alle warteten auf das, was kommen würde.
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