Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Fallen Angel - Einmal Ferox, immer Ferox?

von JessiJJ
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16
Beatrice "Tris" Prior Eric OC (Own Character) Tobias "Four" Eaton
08.07.2020
22.08.2020
6
12.445
2
Alle Kapitel
7 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
06.08.2020 3.850
 
Hey Leute,
Wie erwartet wird dadurch, dass ich jetzt im Krankenhaus arbeite alles stressiger.
Deswegen gibt es eine kleine Änderung.
Ich versuche (!) jeden 2. Donnerstag ein Kapitel online zu stellen.
Das heißt nächste Woche kommt kein Kapitel, aber dafür über nächste Woche.
So und jetzt viel Spaß beim lesen : D
(Reviews sind erwünscht!)
LG JessiJJ


4. Tattoo & Abendliches treffen

Nachdem wir endlich vom Training befreit wurden, ging ich mit Cole und Tessa zum Mittagessen.
Hunger hatte ich keinen, doch was hatte ich schon für eine Wahl. Immer mal wieder warfen Cole oder Tessa mir besorgte Blicke zu, nur um dann gegenseitig einen Blick auszutauschen.
Sagen taten sie aber vorerst nichts. Wir holten uns schnell was zu Essen und setzten uns an einen noch nicht besetzten Tisch.
Ich stocherte zu 90% nur in meinem essen herum und war in meinen Gedanken versunken.
›War es richtig zu gehen? Hätte ich nicht vielleicht doch bleiben sollen? NEIN! Nein ich hätte dort nicht bleiben können. Es wären nur schlimmer geworden.
Aber was ist mit Eric? Warum ist es so... Anders? Ich weiß nicht was es ist oder wieso er mich auf dem Kicker zu haben scheint, aber irgendwie machte es spaß. Diese Stichellein. Aber was war das zwischen uns? Gibt es überhaupt ein UNS?!‹ dachte ich verwirrt und sagte dann unbewusst laut: „Was denk ich denn da...?!"
„Ich weiß nicht Engelchen... Was denkst du denn?", hörte ich eine Stimme hinter mir.
Verwirrt, weil es nicht Eric war, welcher mich gerade Engelchen genannt hatte drehte ich mich um und sah Alex hinter mir.
Er lächelte mich hinterlistig an und zog eine Augenbraue hoch, während sein Anhängsel, welches sich auch Jil nannte, kaputt lachte.
„Was ist dein Problem, Alex?", fragte nun Cole und seine stimme hörte sich ungewohnt kühl an.
„Oh ich hab kein Problem. Ich wollte mich nur mal mit unserem Engelchen hier unterhalten.
Es würde mich ja brennend interessieren, wie sie es schafft ungestraft, so mit Eric zu reden.
Jeder andere wäre Fraktionslos geworden oder hätte zumindest Bekanntschaft mit der Krankenstation gemacht.", redete er genauso scheinheilig weiter und grinste dann dreckig.
„Was willst du hier andeuten?", fragte ich unnormal ruhig, für meine Verhältnisse, doch bevor er antworten konnte sagte seine begleitung: „Du Schwester, musst schon die Beine für den großen Anführer breit gemacht haben, um so glimpflich aus der Sache eben raus gekommen zu sein." - „Nein Jil erinnere dich an seine Worte... Das passiert heute Abend, hab ich recht Engelchen? Deswegen sollst du nach dem Abendessen zu ihm. Um es ihm so richtig zu...", Alex konnte seinen Satz nicht zu Ende sprechen, da sich meine bis jetzt angestaute Wut, an die Oberfläche grub und ich ihn mit einem gekonnten Schlag auf die Nase zum schweigen brachte.
„Alex!!!", schrie Jil geschockt und wollte sich zu ihm bewegen, doch hielt ich sie mit einem fast schon unmenschlichen knurren auf.

Ich stieg langsam über die Bank und beugte mich dann zu ihm herunter. Natürlich war ich mir der Aufmerksamkeit der ganzen Fraktion bewusst, doch jetzt zählte nur der Stöhnende und sich die blutige Nase haltende Arsch vor mir. Er versuchte vor mir zurück zu weichen, doch ich hielt ihn auf indem ich meinen Fuß auf seinen Knöchel stellte und ihn dann am Kragen packte.
„Ich weiß nicht, was in deinem kranken Hirn vor sich geht, aber behaupte noch einmal, dass ich für Eric oder irgendeinen anderen die Beine breit mache, dann zeig ich dir wie ein Engel zum Teufel wird. Die gebrochene Nase war nur eine Warnung, Alex. Glaube mir, du willst mich nicht wirklich wütend erleben!", knurrte ich und sah in seinen Augen sowas wie Angst aufblitzen.
Einen Moment hielt ich ihn noch am Kragen fest, doch dann schnaubte ich angeekelt und ließ ihn ruckartig los.
Als ich mich auf richtete, sah ich in einige überraschte, belustigte und auch geschockte Gesichter. Doch der einzige Blick, der mich wirklich gefangen hielt, war der von Eric.
Er sah mich mit einer Mischung aus Stolz, Erheiterung und ... Respekt (?!) an.
Nach wenigen Sekunden, in denen wir uns nur anstarren drehte ich mich weg von ihm und ging ohne Hast und mit kalter Mine aus der Kantine.
›Was sollte das gerade? Wie kommt Alex nur darauf, dass ich wie eine Hure die Beine breit mache?!
Ja klar ist es komisch, dass Eric mich anders behandelt, als die anderen, doch da kann ich ja nichts für.‹ regte ich mich auf und ließ mich von meinen Füßen irgendwo hin tragen.
Es war mir eigentlich egal wo ich am Ende war, solange ich einfach einen Moment abschalten konnte.
Als ich nach einigen Minuten ein leises surren hörte wusste ich, wo meine Füße mich hin getragen hatten.
Sekunden später sah ich auch schon ein Neon-Schild mit der Aufschrift »Tattoo Studio« und konnte mir ein Grinsen nicht verkneifen.
›Warum eigentlich nicht? Früher oder später würde ich mir eh ein Tattoo machen lassen. Also warum dann nicht früher, statt später?‹
Entschlossen betrat ich also das Studio und sah mich einen Moment um. Keine Frage, die Tattoos hier sind alle auf ihre Art schön, doch ansprechen taten sie mich nicht.

Ich suchte noch etwa 10 Minuten, bis ich es aufgab und mich entschloss nach Papier und einem Stift zu fragen, um meine Idee auf zu malen.
Suchend sah ich mich um und sah erst jetzt Tris in einer Ecke liegen. Sie wurde gerade von einer Ferox tätowiert und sah mich scheinbar auch gerade erst.
„Tori, guck mal da. Von ihr hab ich dir erzählt.", sagte Tris da auch schon zu der Ferox, die augenscheinlich Tori hieß.
Diese sah auf und zog ihre Augenbrauen hoch.
„Dieses Mädchen, ist das vorlaute Ding, welches Eric die Stirn bietet und gefragt hat ob sie noch mal durchs Loch springen darf?", fragte sie an Tris gerichtet, doch ich antwortete schneller und sagte über mich in der 3. Person: „Ja ist sie und füge noch hinzu, dass dieses »Ding« einem andern Initianten gerade, vor versammelter Feroxmannschaft, die Nase gebrochen und ihm gedroht hat, wenn er noch mal behauptete, dass sie eine Hure sei, die für Eric die Beine breit macht."
Geschockt sahen die zwei Frauen mich an, dann tauschten sie einmal Blicke aus und fing an an zu lachen. Auch ich stimmte nach einem Moment mit ein und hörte wie Tori: „Ich kann die kleine echt leiden...", sagte.
Also wir uns wieder beruhigt hatten forderten sie mich auf ihnen zu erklären, was gerade in der Kantine passiert war und dies tat ich auch.
Währenddessen machte Tori weiterhin ihre Arbeit und gab zwischendurch Kommentar von sich.
„... Aber als ob das noch nicht verwirrend genug gewesen wäre, starrte Eric mir in die Augen und ich sah Belustigung, Stolz und Respekt in ihnen.
Ich Frage mich echt, was das alles soll. Wieso behandelt er mich anders als die anderen?", beendete ich meine Erzählung und sah, wie Tris und Tori wieder einen Blick austauschten.

„Was?!", fragte ich und sah sie an.
„Ich hab nur eine Erklärung dafür, dass Eric dich so behandelt. Bei mir war es damals nicht anders, als ich Initiantin war.
Der einzige unterschied zu dir ist, dass es damals Four war, welcher sich so verhalten hatte.", antwortet Tris mir und ich sah sie geschockt an.
„Du meinst...", fing ich an doch sprach ich den Satz nicht zu Ende.
›War es möglich? Konnte es sein das Eric in mich...?! Nein! Es ist Eric. Der verliebt sich nicht. Er ist eher jemand der sich eine für eine Nacht sucht.
Oder vielleicht doch nicht?‹ dachte ich verwirrt.
„Nein es muss nicht unbedingt so sein. Es kann auch sein, dass du ihn reizt. Deine Art und dein loses Mundwerk könnte anziehend auf ihn wirken, weil es niemanden sonst gibt, der sich das trauen würde. Ich meine Eric und verliebt? Das ist absurd.", funkte Tori dazwischen, doch hörte sich das auch nicht viel besser an. Sie bestätigte nur meine Gedanken und warum auch immer versetzte mir das einen Stich ins Herz.

„Das kann nicht wahr sein...", flüsterte ich geschockt.
„Hey, mach dir keine Sorgen. Das ist eine Laune von ihm. Er wird schon bald wieder eine neue finden, die er interessant findet.", versuchte Tori mich auf zu muntern, doch erreichte sie damit nur, ein weiteres, unangenehmes Stechen in meinem Herzen.
›Was zur Hölle läuft denn schief mit mir, seitdem ich hier bin? Damals konnte ich doch meine Gefühle auch gut unterdrücken, doch hier? Hier ist alles anders!‹ fragte ich mich und beschloss, dass Ablenkung her musste.

Ich schüttelte ein mal meinen Kopf und sah dann wieder zu den Frauen, welche mich ein wenig besorgt musterten.
„Ich möchte ein Tattoo!", sagte ich vollkommen aus dem Kontext gerissen und sah die Verwirrung und den Augen von Tori und Tris.
Als Tori dann verstand, was ich gesagt hatte, blinzelte sie kurz und sagte dann wieder ganz in ihrer Arbeit drin: „Hast du dich denn schon entschieden was es werden soll?" - „Jein. Also ich meine alle Tattoos die hier sind, sind schön. Aber ich hab mir etwas... Spezielles überlegt.
Etwas mit einer bedeutung für mich.
Darf ich mir Papier und einen Stift von deinem Tisch nehmen Tori? Ich zeichne dir auf was ich meine...", antworte ich und griff nach dem Material, welches ich brauchte, um ihr zu zeigen was ich wollte.

Eine halbe Stunde später war ich mit meiner Zeichnung und Tori mit Tris Tattoo fertig.
Auf Tris Schulter hatte nun das Zeichen der Ferox ihren Platz gefunden doch es war nicht einfach nur das Zeichen. Es wurde von Tori etwas verändert. Femininer gemacht.

https://pin.it/4Ir3d6U (Tattoo - Tris)

„Wow, das sieht echt gut aus...!", sagte ich, als Tori ein letztes mal überlegt das Tattoo fuhr und dann ein wenig Folie drüber legte, um es vor Dreck zu schützen.
„Deines sieht aber auch hammer aus! Schon mal dran gedacht hier eine Ausbildung zu machen, wenn du die Initiation bestehst?!", konterte Tris und zeigte auf das Blatt in meiner Hand.
Auch Tori's Aufmerksamkeit galt nun meiner Zeichnung und ein überraschter, sowie beeindruckter Ausdruck erschien in ihrem Gesicht.
Ich meine sie sowas wie: „Talent hat sie alle mal dafür!", murmeln zu hören, doch einen Moment später fragte sie auch schon, laut und deutlich, an mich gerichtet: „Wie groß und wo hin? Und viel wichtiger woher kannst du so gut zeichnen?!" - „Ich weiß nicht. Ich konnte es schon immer und es soll auf meinen ganzen Rücken.", antwortete ich belustigt und sah sie hoffnungsvoll an.

„Okay, das dauert aber seine Zeit. 6 Stunden bestimmt.", sagte Tori und bereitete alles vor. Als ich einen Blick auf die Uhr erhaschen konnte fiel mir ein, dass ich um 20 Uhr im Trainingsraum sein soll.
›12:38 Uhr. Also wäre Tori gegen 19:00 Uhr fertig. Das sollte ja klappen.‹ dachte ich und sagte laut: „Gut, dann lass uns mal anfangen. Ich hab um 20 Uhr noch ein abendliches Treffen mit Eric. Er will den Teufel in mir sehen.", dabei ließ ich meine Knochen knacken und grinste teuflisch.
Tori und Tris, welche sich entschieden hatte noch zu bleiben und zu quatschen lachten wieder und fragten mich auch nach dieser hinter Geschichte...

Zeitsprung 19:49 Uhr

„So wir sind fertig!", rief Tori aus und klang schon fast erleichtert...
Auch ich war froh endlich fertig zu sein. Es war zwar nicht wirklich schmerzhaft, aber dieses ständige Brennen und Ziehen wurde auf Dauer doch ziemlich unangenehm.
Mein ganzer Rücken, von den Schultern bis runter zu der Taille brannte und Tori sagte, dass das auch noch mindestens 12 Stunden so sein würde.
Ich stand also nach langen 7 Stunden auf wunder streckte mich erst einmal.
Dabei versuchte ich meine Brüste, welche durch das Tätowieren nun frei lagen, vor den Blicken anderer zu schützen.
„Komm mit.", sagte Tori wieder, als sie ihren Platz aufgeräumt hatte.
Langsam folgte ich ihr zu einem großen Spiegel und stellte mich mit meinem Rücken davor. Sekunden später hielt Tori mir einem weiteren Spiegel vors Gesicht, damit ich ohne Verrenkungen ihr neustes Kunstwerk betrachten konnte.

https://pin.it/2qsmcTY (Tattoo - Angel)

„Wow...! Es ist wunderschön geworden Tori.", sagte ich und betrachtet meinen Rücken noch einen Moment, bis meine Augen an dem Satz über meinen Flügeln hängen blieb.
Der Satz »Be careful who you trust, the Devil was once an Angel« verlief nun von der einen Schulter bis zur anderen und ich war mehr als zufrieden.
›Es ist so schön geworden. Ich hätte mir niemals erträumen lassen, dass ich einst einmal sowas mein eigen nennen dürfte.‹ dachte ich und spürte, wie sich Tränen in meinen Augen sammelten.
„Hey... Alles gut? Gefällt es dir etwas doch nicht?", fragte Tori besorgt und nahm mich in den Arm.
„Nein ich liebe es!", entgegnete ich und blinzelte die Tränen weg.
Dann löste ich mich von Tori und zog mich wieder an. Danach sah ich auf die Uhr und bekam den Schock meines Lebens.
„Was... Schon 19:58?! Scheiße, sorry Tori aber ich muss los. Wir sehen uns!", rief ich im laufen und rannte so schnell ich konnte zur Trainingshalle.
Einige Ferox welche mir im Weg waren repelte ich einfach an und ignorierte ihre rufe.
Alles was jetzt zählte war, dass ich pünktlich um 20 Uhr bei Eric war, denn sonst bin ich am Arsch.
Als ich durch die Türe der Trainingshalle lief sah ich, wie Eric lässig an der Wand mir gegenüber lehnte und auf eine Uhr sah.
„19:59 Uhr und 55 Sekunden. 5 Sekunden später und ich hätte dich raus geworfen Engelchen!", knurrte Eric mit rauer Stimme und ich konnte die Gänsehaut nicht unterdrücken.
›Was ist nur los? Wieso reagiert mein Körper so auf ihn? Wie kann es sein, dass mich eine Drohung von ihm so an macht?!‹ fragte ich mich in Gedanken und merkte nicht, wie er mir immer näher kommt.

≈ Sicht - Eric ≈

Ich war gerade auf dem Weg zur Trainingshalle, als mich Four's Stimme inne halten ließ: „Bist du dir sicher? Ich meine wir reden hier von Eric."
Verwirrt runzelte ich meine Stirn und zog eine Augenbraue hoch.
›Mit wem und vor allem warum redet dieser Stift überhaupt mich?!‹ fragte ich mich und schlich mich leise näher heran.
„Ich weiß nicht. Aber denk doch mal zurück. Bei uns hat es ähnlich auch angefangen.
Du warst netter zu mir als zu den anderen, hast mir Tipps gegeben und wir haben des öfteren Blicke getauscht. Laut Angel ist es bei ihnen auch so. Nur, dass bei ihnen noch hinzukommt, dass sie sich gegenseitig provozieren und reizen.", sagte eine weibliche Stimme und ich wusste sofort, dass es Tris war.
Hätte ich mir eigentlich denken können. Mit wem sollte Four auch sonst reden?
„Das ist mir bewusst Baby, aber wir reden hier von Eric. Der verliebt sich nicht. Er sucht sich eine Frau für eine Nacht und wirft sie dann weg.
Das hat Angel nicht verdient. So wie sie sich gibt und mit ihrer Art erinnert sie mich an MICH. Ich glaube, dass sie schon mehr in ihrem Leben erlebt hat, als wir uns vorstellen können.", sprach Four nach einer kurzen Pause wieder und ich hörte sie sich die Stimme währenddessen immer weiter entfernte.

›Was war das denn? Wie kommen die nur darauf, dass was zwischen mir und der kleinen läuft. Das ist doch absurd. Okay, ja es macht mir irgendwie an, wenn sie mir die Stirn bietet, doch ich verliebe doch nicht in eine kleine Initiantin. Ich heiße ja schließlich nicht Four!
Allerdings muss ich zugeben, dass Four recht hatte. Die Kleine hatte schon einiges durch machen müssen und mich reizt es zu erfahren, was.‹ dachte ich und machte mich nachdenklich wieder auf den Weg.
Als ich die Halle betrat war es 10 vor acht. Ich ging auf die gegenüber liegende Wand zu und lehnte mich dann an diese.
Mein Gedanken schweifen immer weiter ab und irgendwann musste ich wieder an heute Mittag denken.

~ Flashback ~

Ich saß zusammen mit den anderen Anführern an unserem Stammtisch und dachte an den Zusammenstoß mit Angel, vorhin in der Trainingshalle zurück, als Max mich plötzlich ansprach: „Was ist los, Eric? Du bist heute so still und mit deinen Gedanken bist du auch nicht in dieser Welt. Geht es um ein Mädchen?"
Ich stöhnte genervt auf und ließ den Kopf kurz hängen, bevor ich mich wieder auf richtete.
Max ist ein guter Freund und eigentlich auch sowas wie eine Vaterfigur für mich, doch manchmal geht er mir einfach nur auf den Sack. Immer muss er fragen was los ist und er lässt immer erst locker wenn ich ihm die Wahrheit gesagt habe.
Gerade, als ich ihm eine lüge auftischen wollte hörte ich plötzlich einen lauten schrei und richtete meine aufmerksamkeit auf den Initiantentisch.
„Alex!!!" schrie ein Mädchen dessen Namen ich mir nicht gemerkt habe und wollte sich zu einem Jungen herunterbeugen, der mit blutiger Nase auf dem Boden lage.
Zu meiner überraschung hielt Angel sie mit einem fast schon unmenschlichen laut auf und stand dann langsam und bedacht auf.
Ihre ganze Körperhaltung strahlte Stärke und Wut aus.
›Was ist denn da los?‹ fragte ich mich und sah weiterhin interessiert zu. Neben mir wollte Max gerade aufstehen und die Situation entschärfen, doch ich sagte zu ihm: „Bleib sitzen. Solange sie ihn nicht mit einer Waffe angreift, sollte er sich wehren können und wenn nicht ist er es nicht wert. Außerdem hat er es bestimmt verdient."
Nach Beendigung meines Satzes richtete ich meine ganze aufmerksamkeit wieder auf Angel, welche sich inzwischen auf dem Knöchel, dieses Alex gestellte und ihn am Kragen gepackt hatte.
›Was hat er nur getan, dass sie so wütend ist? Und was ist er bitte für ein Waschlappen, dass er sich nicht wehrt? ‹ fragte ich mich wieder, doch meine Gedanken wurden von einer engelsgleichen Stimme unterbrochen und schlagartig wurde mich klar, was hier vor sich ging: „Ich weiß nicht, was in deinem kranken Hirn vor sich geht, aber behaupte noch einmal, dass ich für Eric oder irgendeinen anderen die Beine breit mache, dann zeig ich dir wie ein Engel zum Teufel wird. Die gebrochene Nase war nur eine Warnung, Alex. Glaube mir, du willst mich nicht wirklich wütend erleben!"

›Bitte was hat diese Zecke behauptet?! Wie kann er es wagen so über einen seiner Anführer zu sprechen?!‹ fluchte ich innerlich, doch gleichzeitig machten sich neben meiner Wut auch andere Gefühle in mir breit.
Zum einen fand ich diese Situation sehr lustig, da es einfach absurd war, dass ich was mit einer Initiantin anfange. Andererseits war ich auch stolz auf Angel, dass sie den Mut hatte diesem Kerl zu drohen und zu schlagen. Aber das komischste war, dass ich respekt empfand. Respekt dafür, dass sie sowas laut vor der ganzen Fraktion sagte. Respekt dafür, dass sie schon jetzt mehr Ferox war, als die meisten gebürtigen Initianten und ich hatte respekt vor ihrem Temperament.
Nach Sekunden in denen es still in der Kantine war, ließ Angel den Jungen angeekelt los und sah auf. Kurz sah sie sich mit kalter Mine um, bevor sich unsere Blicke trafen. Ich spürte wie die Luft zwischen uns anfing zu knistern und kam nicht drum herum mir ein zu gestehen, dass sie gerade mega heiß aussah.
Doch so schnell wie sich unsere Blicke trafen, so schnell war dieser moment auch schon wieder vorbei.
Sie drehte sich einfach von mir weg, löste den Blickkontakt und ging.
›Angel du bist ein mysterium für mich. Und genau das macht dich so interessant!‹ dachte ich erregt und merkte die Blicke von Max nur nebensächlich.
„Sie ist es. Wegen ihr warst du so in Gedanken.
Eric! Ich hoffe ich muss dich nicht daran erinnern, dass eine Beziehung zwischen Ausbilder und Initiantin erst ab der 2. Phase erlaubt ist! Was auch immer da zwischen euch ist, beende es. Ich werde selbst dir nicht erlauben die Regeln zu brechen.", knurrte Max leise und ich hörte eine leichte Besorgnis aus seiner Stimme heraus.
„Wo nichts ist kann ich weder was beenden nach eine regel brechen. Reg dich ab Max. Du hast sie doch gehört. Sie macht die Beine weder für mich, noch für jemand anderes breit.", mit diesen Worten stand ich einfach auf und ging.
Ich hörte das tuscheln der anderen und wusste, dass schon jetzt die Gerüchteküche brodelte, doch das war mir egal.
Einzig und alleine Angel interessierte mich gerade.
›Egal was sie gerade sagte. Ich werde sie noch dazu bekommen, mich zu begehren. Denn je öfter ich sie sehe, desto größer wurde mein Verlangen danach sie zu besitzen.
Spätestens in der zweiten Phase wird mich keiner mehr von ihr fern halten können. Dann gehörte sie mir.‹ dachte ich und ein dreckiges grinsen stahl sich auf mein Gesicht.
„Nimm dich in acht Angel. Denn mir entkommst du nicht!", murmelte ich und ging in mein Büro.

~ Flashback Ende ~

Mit einem Grinsen im Gesicht sah ich auf meine Uhr und sah, dass es 19:59 Uhr ist.
›Wird sie es echt wagen zu spät zu kommen? Ich würde sie niemals rauswerfen, doch bestrafen müsste ich sie trotzdem.‹ dachte ich und beobachtete die vergehenden Sekunden.
Als ich dann plötzlich schnelle Schritte hörte und dann sah wie Angel durch die Türe gerannt kam knurrte ich mit rauer Stimme: „19:59 Uhr und 55 Sekunden. 5 Sekunden später und ich hätte dich raus geworfen Engelchen!"
Als ich auf sah, sah ich wie Angel kurz zitterte und ging langsam auf sie zu. Jetzt näher ich ihr kam desto deutlicher sah ich ihre Gänsehaut und konnte mir ein Grinsen nicht mehr verkneifen.
›Also geht es nicht nur mir so. Auch sie reagiert auf mich so extrem, wie ich auf sie.‹ schoss es mir durch den Kopf und ich blieb nur Zentimeter vor ihr stehen.
Erschrocken riss Angreifen ihre Augen auf, als ich meine Hand an ihre Wange legte und sie somit wieder ins hier und jetzt riss.
Doch als sie zurück weiche wollte, ließ ich meine Hand in ihren Nacken gleiten und kam ihr noch näher.
Kurz vor ihrem Ohr hielt ich inne und sog unauffällig ihren duft ein.
›Vanille und Himbeeren ‹ dachte ich und ich fing nun richtig an zu lächeln.
Als sie dann auch noch anfing zu zittern musste ich mich echt zusammen reißen nicht die Kontrolle zu verlieren.
Ich beugte mich noch ein kleines Stück mehr zu ihr herunter und flüsterte: „Deine Vorstellung heute Mittag hat mir gefallen! Doch jetzt würde ich gerne hauptnah erleben, was der Teufel in dir drauf hat."
Jedes mal, wenn mein Atem ihre Haut traf, erschauderte sie von neuem und als ich mich langsam von ihr löste, um zur Matte zu gehen, sah ich, dass sie sich auf ihre Unterlippe biss und ihre Augen fingern an zu funkeln.
›Wenn sie damit nicht sofort aufhört, dann kann ich für nichts mehr garantierten! Fuck, warum muss sie nur so heiß aussehen?!‹ schoss es mir durch den Kopf und ich merkte, wie sich mein Blut in die untere Region meines Körpers verabschiedete.
„Komm...", knurrte ich und drehte mich schnell von ihr weg.
Dann ging ich zur Matte und stellte mich in Kampfstellung drauf.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast