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Immortal Army of Justice

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Haytham Kenway OC (Own Character) Reginald Birch
08.07.2020
15.11.2020
23
40.137
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14.10.2020 1.543
 

*** 1. März 1755 ***

Endlich in Italien angekommen


Es dauerte nochmals fast zwei Monate, bis wir endlich die Küste vom europäischen Festland sahen.
Wir wurden nicht von weiteren Wetterkapriolen verschont und mussten uns auch noch, meine schlimmsten Befürchtungen wurden doch wahr, gegen eine Fregatte, welche in Assassinen Hand war, verteidigen.
Dieser Kampf war aber schneller vorbei, als gedacht, auch wenn schon wieder derbe Schäden die „Whispering Shadow“ zierten!
Was sich unsere Angreifer jedoch gedacht haben mögen, mit einem einzelnen Schiff, zwei Fregatten und ein bewaffnetes Handelsschiff anzugreifen, entzog sich meiner Kenntnis!
„Manchmal sollte man meinen, diese Bruderschaften bilden nur minderbemittelte Damen und Herren aus und das auch nur oberflächlich!“ hörte ich Mr. Tullslow des öfteren kopfschüttelnd sagen.

Doch nun konnten wir den Hafenbereich in Anzio schon sehen, welcher in der untergehenden Sonne malerisch vor uns erschien.
Mein sowie Williams Vater auch, hatten unser Kommen angekündigt und man nahm uns beide kurz nach der Ankunft in Empfang.
Master Nicodemo Capon war ein großer 47 jähriger Herr, mit kurzen braunen Haaren und kräftiger Statur, welcher sich als der hiesige Großmeister des römischen Ritus vorstellte.
Der zweite Mann im Bunde war Master Levio Bruno, 31 Jahre alt, Meistertempler und hatte schwarze lange Haare. Er war etwas kleiner als William und Nicodemo, dafür aber muskulös und schlank!

„Ahhhh, es freut mich, euch beide nun endlich persönlich kennenzulernen! Nicodemo Capon, zu euren Diensten Miss Alberts!“ eine Verbeugung und Handkuss, dann sah er mich fragend an.
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass er mich auf deutsch ansprach, auch William sah etwas erstaunt aus.
„Meine Großmutter, Gott hab sie selig, kam aus einer kleinen Provinz in der Nähe von Hamburg!“ lachte er nur!
Damit war das Eis schon einmal gebrochen und nun stellte sich auch Master Bruno vor.
Er hingegen sprach nur gebrochen englisch, aber eben mit diesem hinreißenden italienischen Akzent, welcher die beiden Herren mir sehr sympathisch machte.

Unsere Truhen wurden zu unseren Reisekutschen gebracht, wir würden heute noch Richtung Rom aufbrechen.
Capon hatte uns eine grobe Route auf einer Karte gezeigt, wo es nach Aprilla ging, von dort weiter nach Pomezia und dann wären wir schon fast mitten in Rom.
Dort hatte man in einer Herberge zwei Zimmer für William und mich, sowei zwei kleine Kammern für Sarah und Williams Kammerdiener, angemietet.
Die Kosten würden vom Orden übernommen, erklärte mir Master Bruno gleich und es hörte sich an, als wäre es selbstverständlich.
Überland wären wir jetzt noch ungefähr 14 Tage zusätzlich unterwegs.

Nun startete unser Abenteuer wirklich und in mir stieg eine gewisse Euphorie empor.
„Miss Alberts, ihr scheint euch auf diese Reise zu freuen, wie ich sehe.“ meinte der Großmeister lächelnd und ich konnte ihm nur zustimmen.
„Master Capon, auch wenn es eine kurzfristige Entscheidung war, so bin ich mehr als aufgeregt. Ich bin gespannt, was uns in Rom noch alles erwartet!“ meine Stimme überschlug sich schon fast vor Freude und auch William teilte dieses Hochgefühl mit mir.
„Da bin ich ebenso gespannt wie ihr, Miss Alberts. Hoffentlich hat mein Urgroßonkel genügend Hinweise hinterlassen, welchen wir nachgehen können.“

Dann setzten sich die Kutschen in Bewegung und mit ihnen ebenfalls 10 Wachen zu unserem Schutz.
„Master Capon, ist das wirklich nötig, dass wir eine solche Eskorte bekommen? Ich meine, wir transportieren nichts Wertvolles und wir ziehen so sehr viel Aufmerksamkeit auf uns.“ gab ich zu bedenken.
„Miss Alberts, ich habe strikte Anweisungen von eurem Vater bekommen, von Master Clarkson ebenso, dass wir für eure Sicherheit garantieren sollen.“ gab er als Erklärung ab und damit war für ihn alles erledigt.
Also ergab ich mich diesem Schicksal und wir fuhren los.


*** 10. März 1755 ***

Nächtlicher Überfall



Wenn ich noch bei Antritt dieser Reise skeptisch war, was die Überwachung anging, so war ich nun froh, diese gehabt zu haben!

Wir nächtigten in einem kleinen Gasthof, welcher an der Reiseroute lag.
Einen Wächter hatte man direkt vor meine Tür zu meiner Kammer, wo auch meine Kammerzofe mit mir schlief, platziert.
Mitten in der Nacht schreckte ich hoch, weil man von überall, so schien es, Kampflärm hörte. Auch direkt vor meiner Tür hörte ich Stahl auf Stahl klirren und laute Schreie und Rufe.
Ich wies Sarah an, sich ruhig zu verhalten und hinter mir die Tür wieder zu verriegeln.
„Aber Miss Alberts, ihr könnt doch nicht in eurem Nachtgewand...“ ich hörte sie schon nicht mehr!
In Windeseile hatte ich mein Schwert in der Hand stürmte auf den Korridor, wo sich ungefähr ein Dutzend Männer und Frauen einen Schlagabtausch lieferten.

Unsere Angreifer waren allesamt maskiert, trugen aber keine Ornate, daher gehe ich davon aus, dass es gewöhnliche Diebe sein mussten.
Ich stürzte mich mitten hinein, ohne darüber nachzudenken, wenn ich ehrlich bin.
Eine Frau rannte auf mich zu und fing an, mit ihrem Schwert auf mich einzuschlagen und ich war für das jahrelange Training meines Vaters und Großmeisters dankbar.
Kontern, parieren und blocken... alles lief wie am Schnürchen, bis mich jedoch ein Seitenhieb im Gesicht am Kiefer traf. Für einen kurzen Moment sah ich Sternchen vor mir und musste mich sammeln, doch mein zweiter Angreifer ließ mich nicht, jetzt musste ich mich gegen zwei Personen verteidigen.

Man verpasste mir einige Hiebe und Schnitte, doch noch nichts Ernstes.
Es wurde zunehmend schwerer gegen die beiden zu kämpfen, da gefühlt immer wieder neue Gegner von unten heraufkamen und es an Platz mangelte.
Gerade als der zweite Angreifer einen Streich in meine Richtung ausführen wollte, bekam ich die Frau zu packen, zog sie als Schutzschild vor mich und ihr wurde von ihrem Kumpan die Kehle durchtrennt. Entsetzt sah er von ihr zu mir und dann wandelte sich sein Gesicht in eine wutverzerrte Maske!
Mit lautem Gebrüll, auf italienisch, kam er auf mich zu.
Unvermittelt zog er mit der linken Hand eine Pistole unter seiner Jacke hervor, zielte und … dann steckte ein Schwert in seinem Rücken, von dem ich nur die Spitze aus seiner Brust ragen sah!

Hinter ihm tauchte William auf, zog mit einem Ruck sein Schwert aus dem Angreifer, welcher nun mit vor Erstaunen weit aufgerissenen Augen vornüber kippte.
„Miss Alberts, seid ihr schwer verletzt?“ sprach er mich über diesen ganzen Tumult hinweg an.
„Nein, mir geht es einigermaßen.“
Und wir kämpften noch drei Nachzügler nieder, die sich uns in den Weg stellten. Langsam versiegte der Fluss an neuen Angreifer und auch von unten verstummte der Kampfeslärm allmählich.
Wir schritten die kleine Treppe hinunter, auf der so einige Tote und Verletzte lagen, über die wir hinweg gingen.
Unten im Schankraum herrschte heilloses Chaos, man hatte auch die anderen Gäste nicht verschont und wahllos alles angegriffen, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnte.

Es war ein grauenhafter Anblick!
Ich sah sogar eine junge Frau, welche schwanger war mit durchtrennter Kehle. Was waren das nur für Barbaren?, fragte ich mich und in mir stieg eine wahnsinnige Wut hoch. Wut auf meinen Vater, welcher uns zur Zielscheibe gemacht hatte, wegen der ganzen Bewachung.
Wut auf mich selber, dass man mir immer noch nichts zutraute und Wut darüber, dass wir nicht wussten, ob es gezielt gegen uns, oder einfach nur ein Raubüberfall ohne Hintergrund war.

„Master William, Miss Alberts! Gott sei Dank, ihr seid unversehrt, wie ich sehe. Nunja, nicht ganz, aber ihr seid am Leben!“ kam es völlig außer Atem von Master Bruno und er sah sich ebenfalls hier unten um.
„Wer kann diese Leute geschickt haben und vor allem, WARUM hat man das getan?“ fragend sah er von mir zu William.
„Wenn ich das wüsste, Master Bruno, dann wären wir schlauer. Doch auch wir tappen im Dunkeln. Ich war von vornherein nicht dafür, so eine Eskorte zu haben! Das lockt doch dieses ganze Gesindel erst recht an!“ und in meiner Stimme lag diese Wut, welche ihr eine gewisse Kälte verlieh.

„Miss Alberts, das ist nur zu eurem und Master Williams Schutz...“ jetzt sah er uns wieder so entschuldigend an.
„Dann erklärt mir bitte, warum wir so einen immensen Schutz überhaupt brauchen? Wir führen weder ein Vermögen mit uns, noch haben wir uns etwas zu Schulden kommen lassen...“ aber man ließ mich nicht ausreden!
„Nun, anscheinend haben euch Master Alberts und auch Master Clarkson nicht aufgeklärt, worum es wirklich geht?“ druckste nun der hinzugekommene Master Capon rum und sah entschuldigend von einem zum anderen!

Es war aber William, welcher plötzlich unvermittelt laut wurde!
„Verdammt noch mal, redet endlich, wir tappen im Dunkeln und anscheinend weiß jeder mehr als Miss Alberts und ich!“ erschrocken sahen die beiden Herren sich an, dann bat uns Nicodemo ihm nach draußen zu folgen.
Die Wachen kümmerten sich um die Verletzten und die Toten, zwei von unserem Begleitschutz hatten wir zu beklagen, leider.

Vor dem Gasthof holte er nun tief Luft und sah hinauf zum nächtlichen Himmel.
„Master William, ist euch je in den Sinn gekommen, warum ihr so behütet aufgewachsen seid? Warum man euch vor vielen Dingen geschützt hat und ihr so viele Hauslehrer und Kindermädchen hattet?“ mit verschränkten Armen stand Capon vor uns und musterte meine Begleitung scharf.
„Nein, eigentlich nicht. Vater hat immer gesagt, es ginge um das Erbe der Familie und dass nicht jeder einen Einblick bekommen sollte...“ sein Blick war skeptisch auf den Italiener gerichtet.
„Ihr besitzt Fähigkeiten, welche ihr bisher noch nicht einsetzen brauchtet, stimmt es? Warum zum Beispiel könnt ihr sprichwörtlich sehen, WAS jemand denkt? Oder dass ihr wisst, wo ihr nach etwas suchen müsst?“
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