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Immortal Army of Justice

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Haytham Kenway OC (Own Character) Reginald Birch
08.07.2020
15.11.2020
23
40.137
4
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07.10.2020 1.606
 


*** 9. Oktober 1754 ***


Wir brechen auf ins Abenteuer



Am nächsten Morgen erhielt ich die Nachricht, dass sich der Assassine in der Zelle selber das Leben genommen hatte.
Anscheinend war er an ein Messer oder zumindest etwas scharfkantiges gekommen und hatte sich selber die Kehle aufgeschnitten.
Ich war für einen Moment völlig entsetzt! Wie konnte ein Mensch sich selber so etwas antun?
War es die Angst vor seinem Mentor, welcher ihn vermutlich zurecht gewiesen und bestraft hätte. Oder war es einfach dieser levantinische Weg, welchen die Assassinen seit Jahrhunderten gelehrt bekamen?
Beantworten konnte mir aber leider niemand diese Fragen und deshalb schob ich sie nach hinten, ändern konnte ich jetzt sowieso nichts mehr.

Noch am selben Nachmittag erschien William bei uns und teilte mir mit, dass sein Vater eine Überfahrt für uns gefunden hatte, welche schon Anfang Oktober sein sollte.
Wir würden mit einem Handelsschiff der Templerflotte nach Italien segeln, wo wir auch entsprechende Unterkünfte, wenn wir dort eintrafen, bekommen würden.
Master William stand leicht nervös nun bei uns im Salon und versprach hoch und feierlich, dass er gut auf mich Acht geben wird. Mein Vater und meine Tante bräuchten sich keine Sorgen zu machen!

„Ich verspreche euch, Master Alberts, ihr erhaltet regelmäßig Bericht über alles. Ihr habt mein Wort darauf.“ meinte er nun mit einer tiefen Verbeugung und erntete von meinem Vater ein resigniertes Seufzen.
„Ich werde es wohl auch meiner Tochter nicht ausreden können, Master William. Dann bleibt mir nur, euch eine gute Überfahrt zu wünschen. Ich werde mich aber morgen noch einmal mit eurem Vater beraten und wir werden die Kosten entsprechend teilen. Auch braucht meine Tochter eine eigene Geldbörse, damit sie über eigene Finanzen verfügen kann.“ sprach mein Vater wie zu einem Geschäftspartner.

Ich begann in den nächsten Tagen zu packen und ich muss sagen, Sarah war mir dabei eine große Hilfe.
„Miss Alberts, ich bin schon ganz aufgeregt. Ich war noch nie in Italien. Wie ist es denn dort?“ leider musste ich sie enttäuschen, auch ich wusste nicht, wie es dort aussieht.
„Wir werden es dann wohl gemeinsam kennen lernen, Sarah.“ meinte ich lachend und wir packten weiter meine Reisetruhen.

Eine mit Leibkleidern und Toilettensachen, wie Seife, Kämme und ähnlichem, in einer anderen wurden die Monturen verstaut mitsamt meiner Waffen und ein wenig Munition. Die dritte Truhe wurde mit einfachen Woll- und Leinenkleider ausstaffiert und die vierte, für mich eher unnötigste Kiste, war gefüllt mit den Kleidern für Empfänge und ähnlichem. Wir hätten dort keine Zeit für solche Dinge, ging es mir immer wieder durch den Kopf.
Doch meine Tante bestand darauf mit den Worten „Du musst auf alles vorbereitet sein, Kind! Du kannst doch nicht in Lumpen herumlaufen!“ Wiederworte waren vergebens, es wurde gepackt, was sie sagte.

Und dann stand ich am Kai und schaute auf dieses wunderschöne Handelsschiff namens „Whispering Shadow“ und konnte es immer noch nicht glauben.
Williams Eltern, meine Tante und mein Vater waren zur Verabschiedung mitgekommen.
„Isabelle, komm heile wieder zurück, versprich es mir.“ kam es heulend von meiner Tante und sie schloss mich in ihre Arme.
„Ich verspreche es dir, auch Vater möchte mich heile wieder bei sich haben. Ich passe auf mich auf!“ ich gab ihr einen Kuss auf die Wange, dann verabschiedete ich mich noch von meinem Vater, welcher mich ebenfalls in den Arm nahm und an sich drückte.
„Und kommen mir Klagen über das Betragen des jungen Clarkson, dann werde ich...“ zu mehr ließ ich ihn nicht kommen.
„Vater, bitte! Er weiß sich zu benehmen!“ lächelte ich ihn beruhigend an und er seufzte nur.

William bekam dennoch von meinem Vater diese mahnenden Worte zu hören und er versicherte ihm ebenfalls, zum gefühlten tausendsten Male, dass er mich lediglich beschützen wird.
Dann war es soweit und wir konnten an Bord, die Truhen waren in unseren Quartieren verstaut.
Oben an Deck stand ich an der Reling, als auch schon die Segel gesetzt wurden und die „Whispering Shadow“ langsam Fahrt aufnahm.
Ich winkte noch eine Weile, bis die Menschen am Kai nur noch so groß wie Ameisen waren.
Der heutige Oktobertag war sonnig und angenehm warm, also blieb ich noch für eine Weile an Deck und sah dem Treiben der Mannschaft zu.

Wir wurden von zwei Fregatten begleitet, weil die Ware an Bord wertvolle Edelsteine, teuren Tabak und ähnliches beinhaltete.
Ich hoffte inständig, dass wir nicht von Piraten oder ähnlichem angegriffen wurden. Ich hatte davon gehört und es ging meistens nicht gut aus, wenn man den Erzählungen Glauben schenken durfte.
„Miss Alberts, ihr schaut plötzlich so ängstlich aus. Habt ihr etwas vergessen?“ fragte mich William besorgt.
„Oh, nein, Master William, ich musste nur an Piraten denken. Wegen der Fracht an Bord, ihr versteht?“ ich versuchte ein Lächeln, welches ihn beruhigen sollte.
„Ah, ich verstehe. Aber da macht euch keine Sorgen. Wir werden von zwei gut bewaffneten Fregatten beschützt, welche jeweils auch kampferprobte Mannschaften haben. Ich denke, wir sind auf der sicheren Seite.“ meinte er souverän.

Wir verbrachten diesen ersten Tag mit der Erkundung des Schiffes und damit, unsere Quartiere einzurichten.
Und die erste Nacht war mehr als unruhig, da ich mich wieder an das Schaukeln gewöhnen musste.
Sarah jedoch schien das zu beruhigen und sie war in Nullkommanichts eingeschlafen, was mich freute, weil ich sie seekrank nicht gebrauchen konnte.

*** 27. Dezember 1754 ***


Ein Zwangszwischenstopp


Ich würde gerne berichten, dass wir von Unwettern verschont geblieben wären, doch es traf uns nach 6 Wochen auf See!
Plötzlich zogen tiefschwarze Wolken auf und das Meer erhob sich, als wolle es uns verschlingen. Es war kaum möglich, alles zu sichern oder die Segel ordentlich zu befestigen.
Zwei Crewmitglieder gingen außerdem noch über Bord, doch man konnte den armen Seelen nicht mehr helfen!
Die beiden Fregatten „Lucifer´s Revenge“ und die „Imperator“ hatten ebenso mit diesen widrigen Umständen zu kämpfen.

Stellenweise schlugen die Wellen Meterhoch über uns zusammen.
Der Kapitän, Mr. Tullslow, forderte uns immer wieder auf, nach unten zu gehen, dort seien wir sicher, da wir hier oben nichts ausrichten könnten.
Doch wir halfen wo wir konnten, auf der Providence hatte ich ja auch schon ein Unwetter überstanden und plötzlich sah ich Haytham vor mir, wie er diesem armen Teufel das Leben gerettet hatte.
Ich schüttelte dieses Bild ab und widmete mich wieder den Tauen.

Die „Whispering Shadow“ hielt sich aber wacker, bis auf kleinere Wassereinbrüche und ein angeknackster Fockmast, waren nur die üblichen Sachen beschädigt.
Segel zum Beispiel oder ein oder zwei Kanone hatte es erwischt. Was allerdings mehr als ärgerlich war, war dass die Munition stellenweise nicht mehr zu gebrauchen war.
„Wir können nur hoffen, dass wir uns nicht doch noch gegen irgendwelche Freibeuter oder ähnliches verteidigen müssen!“ meinte der Kapitän säuerlich.

Fünf Tage hielt uns dieser Sturm in Atem und entließ uns erst, als wir eine Inselgruppe ausmachen konnten.
Mr. Tullslow erklärte uns, dass es die Azoren waren und wir dort Anlanden werden, um neue Vorräte aufzunehmen und kleinere Reparaturen durchzuführen.
Die Fregatten hatten ebenso einige Schäden abgekommen und brauchten auch Lebensmittelnachschub. Heute steuerten wir nun den Hafen der kleinen Insel Ilha do Pico an.
Der angesteuerte Hafen

Man beäugte die drei Schiffe misstrauisch, ließ sie aber vor Anker gehen.
Wir würden hier vermutlich eine Woche verweilen, laut Aussage des Kapitäns.
Als William und ich von Bord gingen, warf man uns neugierige Blicke zu, so als wären wir einem Märchen entsprungen.
Erst später registrierte ich, dass ich meine Templermontur trug, sprich ich hatte Hosen an, was sich eigentlich nicht für eine Frau schickte und ich war in männlicher Begleitung!
Ich brauchte einige Zeit um mich an den festen Boden wieder zu gewöhnen, doch auch William schwankte gefährlich und wir mussten beide lachen. Man hätte meinen können wir hätten zu tief ins Glas geschaut!

Die Nächte würden wir aber an Bord verbringen, da man hier nur Portugiesisch sprach und William wie auch ich dieser Sprache nicht mächtig waren.
In einer der kleineren Tavernen jedoch trafen wir auf eine Gruppe von älteren Herren, welche sich unserer annahmen. So verging der erste Abend ohne Zwischenfälle und ich hatte meine Sprachkenntnisse um einige Brocken portugiesisch erweitert.
„Master William, wir sollten tatsächlich beginnen, weitere Sprachen zu lernen, findet ihr nicht. Mir wird gerade bewusst, dass man sonst nicht immer weiter kommt.“ grinste ich ihn an und er stimmte mir zu.
„Wir haben ja schon einen kleinen Anfang heute gemacht, Miss Alberts. Und wir sind noch ein paar Tage hier!“

*** 4. Januar 1755 ***

Weiterfahrt nach Italien


Die Schäden waren dann doch größer als angenommen und bedurften längerer Reparaturen!
Wir haben also die Silvesternacht hier in der kleinen Taverne am Hafen verbracht, wo wir mittlerweile drei „feste“ Lehrer hatten, welche weiterhin uns unermüdlich die hiesige Sprache versuchten beizubringen.
Esta é uma ilha linda! (Dies ist eine wunderschöne Insel!)
Eu gostaria de uma taça de vinho, por favor! (Ich möchte bitte ein Glas Wein!)
Onde posso comprar meus suprimentos? (Wo kann ich meine Vorräte einkaufen?)
Waren ein paar kleinere Sätze, welche ich nun fehlerfrei beherrschte und die Herren waren mit sich selbst zufrieden.

Leider war das Wetter eben eher winterlich, nicht frostig, aber sehr nebelig und kalt!
Trotzdem verließ ich diesen Ort nur ungerne, da die Menschen hier sehr umgänglich, zuvorkommend und freundlich waren.
Vielleicht wäre es ja auf der Rückreise möglich, noch einen Abstecher hierher zu machen.
„Miss Alberts, ich könnte mir denken, dass sich das einrichten ließe!“ meinte William freudig, auch er hatte sich hier wohlgefühlt.

So brachen wir für die Weiterfahrt auf und ich hoffte, dass es nicht noch weitere Unwetter geben würde, oder eben noch schlimmeres wie Piraten!

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Hallo ihr Lieben!

Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen! Ich wünsche euch noch eine schöne Restwoche!

LG eure Mrs. Shaytham Corway

PS: Heißer Tee und Kekse stehen bereit, bedient euch!

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