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Immortal Army of Justice

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Haytham Kenway OC (Own Character) Reginald Birch
08.07.2020
15.11.2020
23
40.137
4
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30.09.2020 1.506
 

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Das Verhör begann, doch dieser Junge schwieg vehement und nach einer halben Stunde zückte nun Master Clarkson sein Messer.
„Redet endlich! WER hat euch geschickt und aus welchem Grund?“ er hatte sich vor dem Meuchelmörder aufgebaut und hielt ihm die Klinge an den Hals.
Ein breites zynisches Grinsen trat auf sein Gesicht und er kicherte ungehalten.
Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich annehmen, er hätte zu tief ins Glas geschaut.
Immer noch kam kein Wort über seine Lippen.
In seinen Taschen waren wir nicht fündig geworden, keine Anhaltspunkte, welche uns weitergebracht hätten.
Also war dieser junge Mann wirklich nicht ganz so dumm wie angenommen.

Eine weitere halbe Stunde später und einigen unschönen Schnitten am Hals und im Gesicht, sprach er immer noch nicht.
„Miss Alberts, ihr solltet vielleicht doch jetzt den Raum verlassen. Ich sehe mich veranlasst ihn... auf eine andere Art zum reden zu bringen!“ meinte Williams Vater in einem harschen Befehlston, doch ich widersprach.
„Master Clarkson, ich habe schon ganz andere Sachen gesehen und vergesst nicht, ich musste auch schon mein eigenes Leben verteidigen. Ich bleibe, auf eigene Verantwortung!“ meinte ich nun ebenso überzeugt!
„Nun gut...“ zähneknirschend drehte er sich dem Gefangenen zu und befahl den anwesenden Soldaten, ihn an der Wand mit den Eisen zu fesseln.

Als der Rotblonde nun dort stand mit dem Rücken zu uns, schnitt William ihm das Hemd auf und ich ahnte, was nun kommen würde.
Master Clarkson hatte die Peitsche, welche bereits auf dem kleinen Tisch bereit lag, gegriffen und wog sie in seiner Hand um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Mir wurde doch ein wenig mulmig in der Magengegend, so etwas hatte ich doch noch nicht gesehen.
Williams Vater zögerte nicht lange und ließ die Lederstriemen auf den freien Rücken des Jungen treffen, immer und immer wieder. Jedes mal mit der selben Frage nach seinem Namen, wer ihn geschickt hätte und zu welchem Zweck.

Nach 20 heftigen Schlägen, ich hatte sie im Stillen mitgezählt, trat das erste Blut aus einer Wunde hervor. Der Assassine zitterte, hielt sich aber immer noch auf den Beinen und hatte lediglich die Luft scharf eingesogen bei jedem Treffer!
Diese Meuchelmörder waren hart im Nehmen, dass muss ich ihnen lassen!
Noch einmal holte Master Clarkson aus und wieder bekamen wir keine Antwort, nur ein leises „Bringt mich doch einfach um, ich habe keine Angst vor dem Tod!“ auf DEUTSCH!
Alle Herren im Raum sahen mich an, nicht jeder war des deutschen mächtig also übersetzte ich für sie.
„Die Worte eines Assassinen!“ ich dachte aber für einen Moment, dass ich vermutlich auch nichts und niemanden verraten würde und auch lieber sterben würde.

Diese Prozedur ging nun noch weiter und die Lederriemen trafen noch 20 weitere Male auf den mittlerweile geschundenen Rücken, bis der Kommandant abwinkte und meinte, man solle den Jungen morgen weiter befragen!
Er würde über Nacht hierbleiben und bewacht werden, vielleicht käme er ja doch noch zur Besinnung. Ich bezweifelte jedoch, dass er morgen reden würde.
Vater und Sohn sahen sich nur an und nickten dann.
„Also schön, wir werden morgen wieder hier erscheinen und dort weitermachen, wo wir aufgehört haben.“ kam es in einem eiskalten Ton von Master Clarkson, mit welchem er sich umdrehte und den Raum verließ.
Er schien mit sich unzufrieden zu sein, ja schon beinahe wütend darüber, dass er nichts erreicht hatte.

„Master William, euer Vater hat sein Bestes gegeben, er sollte nicht wütend über sich selber sein.“ sprach ich ihn nun an und schien ihn aus irgendwelchen Gedanken gerissen zu haben.
„Ihr habt Recht, Isabelle. Doch Vater ist sehr impulsiv und erwartet einfach Ergebnisse. So eine Schmach wie jetzt, ist für ihn schon fast unerträglich müsst ihr wissen!“ sprach er leise flüsternd.
Wir überließen den Assassinen nun den Soldaten und verabschiedeten uns noch vom Kommandanten.
Wieder im Freien gingen wir langsam zur Kutsche, vor welcher ein mürrischer Vater stand.

Auf dem Weg zurück zum Anwesen der Clarksons, brachte man mich noch nach Hause und William versprach mir, morgen in der Früh, wieder hier zu sein.
Auch er wollte wissen, was dieser Junge zu erzählen hatte.
Ein Handkuss und ein warmes Lächeln, dann drehte er sich um und verschwand in der Kutsche.
Für einen Moment stand ich etwas verloren vor der Tür und wusste nicht so recht, was ich fühlen sollte. Diese Zuneigung zu William wuchs und füllte mich mit einem warmen Gedanken.
Doch mich ließ dieser Assassine nicht in Ruhe, es brachte aber nichts, sich jetzt noch den Kopf darüber zu zerbrechen und zu spekulieren. Morgen würden wir hoffentlich Antworten bekommen.

„Isabelle, da bist du ja wieder! Warum kommst du nicht hinein?“ hörte ich meine Tante plötzlich hinter mir und schrak herum.
„Tante Maria, du meine Güte hast du mich erschreckt! Ich komme schon und ich habe euch einiges zu berichten!“ meinte ich nun in einem leicht verschwörerischen Ton und musste dabei grinsen.
Meine Tante mochte es nicht, wenn man sie im Unklaren ließ, doch ich nutzte gerade meine Überlegenheit aus.

Im Salon saß mein Vater und einer der Geschäftspartner. Als ich eintrat, erhoben sie sich und man stellte mich auch diesem Herren vor, es war ein John Barrow, welcher für Tabak und Gewürze zuständig war.
Man bat mir noch etwas vom Abendessen an und ich bekam auch ein Glas des neuen Portweins, welchen meine Tante nun in ihre Liste mit aufgenommen hatte.
Gegen 21 Uhr verabschiedete sich dann Mr. Barrow und wünschte allen eine angenehme Nacht.

Kaum dass dieser Herr aus der Tür war, setzte sich meine Tante aufrecht hin, nahm mir demonstrativ das Glas aus der Hand und meinte befehlend „So und jetzt raus mit der Sprache, Kind! Was hast du angestellt?“
Ich konnte beide beruhigen, weil ich mir nichts hatte zu schulden kommen lassen.
Zu aller erst berichtete ich aber von der Gefangennahmen und dem versuchten Einbruch, welcher meinen Vater aufhorchen ließ.
„Sollten wir uns vielleicht doch noch um Wachen bemühen? Ich möchte nicht, dass hier das gleiche passiert, Maria!“ überlegte Vater nun und kam zu dem Schluss, dass er morgen entsprechende Männer rekrutieren würde.

Ich straffte mich und atmete tief durch, nun musste ich von der geplanten Reise berichten.
„Vater, ich habe mit Master William heute weiter nach dem Edensplitter geforscht, von welchem ich vermute, er könne in die Aussparung in der Höhle passen. Dabei sind wir auf Unterlagen seines Urgroßonkels gestoßen und diese Hinweise führen nach Rom. Wir sind überein gekommen, dass es am besten sei, direkt vor Ort weiter zu suchen und wir wollen alsbald aufbrechen. Master Clarkson würde eine passende Passage für uns finden, versprach er uns.“ diese Worte hatte ich ohne Luft zu holen gesprochen und sah nun von meiner Tante zu meinem Vater.

Beide sahen mich ungläubig an, es war aber meine Tante, welche als erstes wieder ihre Stimme fand.
„Isabelle, du willst mit diesem jungen Mann alleine nach Europa aufbrechen? Ihr wäret monatelang unterwegs und was da alles passieren kann, Kind! Ich weiß nicht...“ ich seufzte nur, damit hatte ich ja gerechnet, dass sie Angst um meinen Ruf hatte.
„Und Isabelle, ich muss dich nicht daran erinnern, dass die Überfahrt um diese Jahreszeit gefährlich werden kann! Vielleicht sollte ich zu deinem Schutz noch jemanden mit entsenden.“ hörte ich meinen Vater sagen und er grübelte schon darüber nach, WEN er mir an die Seite stellen könne.
„Vater, Master William reicht als Begleitschutz völlig aus! Vergiss nicht, ich bin auch alleine von England nach Boston gereist, da hat sich auch keiner darum geschert, dass ich als Frau alleine an Bord eines Schiffes war!“

Ich hatte meine Stimme etwas angehoben, weil ich den beiden klarmachen wollte, dass ich schon auf mich aufpassen kann.
Sie warfen sich einen Blick zu, welcher mir sagte, dass ich nach meiner Mutter mit ihrem Dickkopf kam.
Vater kam zusätzlich zu der Erkenntnis, dass er mir kaum noch Vorschriften machen konnte, zumal ich mich selten bis gar nicht an seine Anweisungen gehalten hatte in der Vergangenheit.
Was mir durchaus einige Strafen eingebracht hatte, doch sei es drum.

„Nun gut... Dann reise nach Europa, aber denke daran, dich regelmäßig zu melden. Wir haben Unterstützer auch in Italien, solltet ihr irgendwann einmal Hilfe benötigen. Ich gehe aber davon aus, dass auch Master Clarkson euch noch eine entsprechende Einweisung geben wird.“ ich warf mich meinem Vater mit einem lauten „DANKE, VATER!“ an den Hals und übersäte ihn mit Küssen. „Schon gut, schon gut, Kind!“ grinste er nur.

Erleichtert besprachen wir nun, was ich packen musste und dass ich Sarah mitnehmen solle. Ehrlich gesagt, war mir das nicht unbedingt Recht, sie würde uns nur behindern.
„Isabelle, auch Master William wird seinen Kammerdiener mitnehmen! Wer sollte ihm  beim Ankleiden helfen...“ doch meine Tante hielt inne und sah mich forschend an.
„Tante Maria, ICH werde ihm nicht helfen, das weißt du ganz genau. Er wird eine eigene Unterkunft haben, genauso wie ich auch. Wir teilen uns keine Räumlichkeiten, keine Sorge!“ versicherte ich noch einmal, im Grund wäre es auch wirklich so, weil es sich auch nicht geziemte.

Mit einem etwas leichterem Gemüt ging ich zu Bett und mein Traum war entsprechend ruhig, kein Albtraum plagte mich.
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