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Immortal Army of Justice

GeschichteFantasy, Übernatürlich / P16
Haytham Kenway OC (Own Character) Reginald Birch
08.07.2020
15.11.2020
23
40.137
4
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09.09.2020 1.984
 

Willkommen zurück im Leben von Isabelle Alberts!

Es ist an der Zeit, dass sie nun ihrem Auftrag nachgeht und bekommt dabei
unerwartete Hilfe.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen!


Kapitel 5


~~~


Hilfe ist nicht weit



Meine Tante erklärte, er sei einer der langjährigen Geschäftspartnern hier in New York und im Grenzland.
Er ist für Schmuck jeglicher Art, feine Stoffe und eben auch Kunstgegenstände verantwortlich, weswegen er uns auch helfen kann, die Artefakte ausfindig zu machen.
Doch das Gespräch musste warten, meine Zofe bat mich mit hinaufzukommen, damit ich mich ausziehen konnte und fürs Bad fertig machte. Sarah erklärte mir noch, dass sich das Badezimmer im hinteren unteren Bereich des Anwesens befand, in der Nähe der Waschküche. Dort gab es nämlich auch eine große Feuerstelle, auf welcher genügend Wasser erhitzt werden konnte.

Etwas später saß ich dann in der dampfenden Wanne.
Meine Muskeln dankten es mir und ich entspannte mich nach den langen Tagen im Sattel und auf der Straße.
Meine Gedanken wanderten zu dieser Höhle welche wir entdeckt hatten und ich fragte mich, ob es dort nicht doch einen Mechanismus gab, der vielleicht eine Tür öffnen könnte? Diese runde Aussparung musste doch einen Zweck haben! Was würde da hinein passen?
Ich grübelte darüber nach und dachte an verschiedene Gegenstände, welche schon in unserem Besitz waren. Doch nichts war rund oder wie ein kleiner Ball geformt.
Die nächsten Tage werde ich dann wohl die Bibliothek hier in der Villa besetzen und mich durch die Bücher lesen!

Sarah half mir aus der Wanne und beim Ankleiden.
Meine Haare waren auch wieder sauber und lagen in einem geflochtenen Zopf in meinem Rücken.
Als ich ins Esszimmer kam, war das Abendessen bereits serviert und meine Tante sah freudestrahlend zu mir auf.
„Isabelle, so gefällst du mir schon besser. Endlich hast du wieder Farbe im Gesicht, Kind! Vorhin dachte ich schon, dass dein Vater dich wieder zu sehr getriezt hat und du womöglich noch krank wirst!“ sie bat mich, Platz zu nehmen und eine Angestellte füllte meinen Teller auf.
Ich ließ es mir schmecken und genoss den leckeren Wein dazu, wenn ich ehrlich bin, hatte ich dieses normale Essen sehr vermisst in den letzten Tagen!

Mein Vater zeigte mir dann anschließend noch ein wenig das Haus, unter anderem auch die Bibliothek, welche doch sehr beeindruckend war.
Als ich diesen Geruch von Leder, Tinte und Papier in der Nase hatte, fühlte ich mich wie im siebten Himmel!
„Deine Mutter hat auch immer so geschaut, wenn sie von Büchern umgehen war, Isabelle! Ich freue mich, dass du diese Leidenschaft von ihr hast und nicht meine Begriffsstutzigkeit bei den geschriebenen Wörtern!“ lachte er nur und legte seinen Arm um mich.
Wir gingen noch hinaus in den Garten, wie auch in Boston gab es einen Obst- und Gemüsegarten.
Die Pferde würden aber bis morgen warten müssen, meinte mein Vater und führte mich weiter in den Garten zu einem großen Teich, in welchem sich allerlei Fische tummelten.

„Den hat dein Großvater vor Jahren einmal angelegt. Er konnte stundenlang hier sitzen und dem Treiben der Fische zusehen. Es würde ihn entspannen und er könne so besser nachdenken, meinte er immer!“
Für einen Moment stand er nun da und starrte in das klare Wasser, dessen Oberfläche sich ab und zu kräuselte.
„Großvater hatte Recht. Es ist wirklich beruhigend und ich muss sagen, als ich auf der Providence manchmal an der Reling lehnte und das Meer beobachten konnte, fühlte ich auch diese Ruhe!“ erklärte ich leise und sah meinen Vater lächelnd an.
Langsam drehte er sich zu mir und sah mich unschlüssig an.

„Isabelle, wir … also wir haben Nachricht erhalten, dass man die Mörder meiner Eltern gefasst hat! Sie haben auf ihrem Weg noch weitere Morde begangen in den vergangenen Jahren! Doch erst durch einen Zufall hat man sie jetzt erwischt, als sie sich an eine Reisekutsche hängen wollten, um so an das Hab und Gut der Herrschaften zu kommen! Es sind insgesamt vier Männer, sie alle werden derzeit in einem Gefängnis in Wilmington festgehalten und warten auf ihren Prozess!“ seine Worte sprach mein Vater leise, so als wäre er nicht sicher, ob ich das wissen wollte oder sollte.
„Das sind aber doch gute Neuigkeiten, Vater! So gibt es endlich Gerechtigkeit nach all den Jahren!“ ich nahm seine Hand tröstend in meine und lächelte ihn immer noch an.

„Ja, endlich werden deine Großeltern gerächt!“ doch etwas an dieser Aussage klang nach Unzufriedenheit.
„Lass mich raten, du würdest am liebsten selber nach Wilmington reiten, um diese Halunken mit eigener Hand in die Hölle zu schicken, habe ich Recht?“ fragte ich frei raus.
„Du kennst mich zu gut, Isabelle! Leider würde ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen, also überlasse ich es einem Freund des Ordens, mich über ihr Ableben zu informieren!“ kam es regelrecht lustlos von ihm und ich erkannte, dass es die Trauer war, welche er im Grunde nie wirklich gezeigt, geschweige denn zugelassen hat.
„Wenn wir die Nachricht ihrer Hinrichtung bekommen haben, dann werden wir auf Großmutter und Großvater anstoßen! Bis dahin quäle dich nicht weiter, Vater.“ sprach ich ihn leise an und drückte weiterhin seine Hand.
„Das werden wir, Isabelle!“ lächelte er mich an.

Zurück im Haus verabschiedete ich mich von meiner Tante für die Nacht und ging hinauf in mein Zimmer!
Ich freute mich auf ein weiches Bett und eine kuschelige Decke.
Dieses im Freien übernachten ist nicht so meines, wenn ich ehrlich bin. Sarah half mir noch schnell beim Entkleiden und dann endlich konnte ich mich in die Federn fallen lassen.


25. September 1754



*** Die Suche beginnt ***



Die letzten Tage hatte ich mit Lesen verbracht und ich dankte meinen Großeltern für diesen Schatz an Büchern.
Über die Jahre hatten sie, eigentlich meine gesamte Familie, fantastische Werke zusammengetragen, welche mir jetzt gute Dienste leisteten.
Als ich dann auf der Suche nach dem runden Gegenstand in einem dieser handgeschriebenen Wälzer, welcher von vielen Generationen geführt wurde, fündig wurde, tat mein Herz einen Satz.

Der besagte Abschnitt sprach von einer goldschimmernden Kugel, welche aber nicht aus uns bekanntem Metall gefertigt sei. Sie sei leicht und auf ihr prangten viele sonderbare Zeichen. Bisher schien es niemanden zu geben, der sie entschlüsseln konnte!
Jetzt war nur die Frage, WO befand sich dieser „Edenapfel“, so nannte man ihn in dem Buch. Also hieß es weiterlesen.
Mir kam der Zufall zu Hilfe, als ich gerade nach dem Mittagessen wieder in die Bibliothek verschwinden wollte.
Ein Zufall in Gestalt von Master William Clarkson und ich muss gestehen, ich war für diese nette Abwechslung dankbar. Wir hatten uns nach dem großen Empfang nicht mehr gesehen und das war nun schon einige Wochen her.

Mit großen Augen betrat William mein persönliches Paradies hier in unserem Anwesen und blieb staunend bei dem mächtigen Schreibtisch stehen.
Dort hatte ich mich breit gemacht und meine Notizen flogen kreuz und quer darüber. Unter anderem hatte ich eigene Zeichnungen nach den Beschreibungen über diese Kugel angefertigt und Master Clarkson runzelte kurz die Stirn.
„Miss Alberts, ihr seid auf der Suche nach einem Edensplitter, wie ich sehe!“ meinte er neugierig, aber nicht aufdringlich.
„Ja, mein Vater und ich habe eine Höhle entdeckt, in welcher scheinbar eine passende Aussparung an einer Wand war. Ihr kennt euch ebenfalls mit diesen Mythen aus, Master William?“ fragte ich nach, in der Hoffnung, dass er vielleicht wirklich helfen konnte.

„In der Tat, mein Urgroßonkel hat von einem Artefakt erzählt, auf welches diese Beschreibung passen würde. Er war der Ansicht, es müsse irgendwo in Italien verborgen sein, leider hat er nie herausgefunden, wo genau.“ etwas enttäuscht seufzte ich und sah auf meine Zeichnung hinab.
„Das ist sehr schade, aber vielleicht könnten wir der Spur ja selber einmal folgen. Gibt es Berichte von eurem Urgroßonkel, Master William? Wenn ihr sie mir geben wollt, heißt es natürlich.“ entschuldigend sah ich zu ihm auf, ich wollte diesen Mann nicht unter Druck setzen.
„Miss Alberts, diese Reiseberichte sind keine Geheimakten.“ lachte er jetzt. „Wenn ihr Zeit und Lust habt, dann kommt doch bitte übermorgen zum Dinner zu mir und ich kann euch die Schriften zeigen.“ in mir wuchs eine gewisse Euphorie und ich nahm die Einladung dankend an.

Wir unterhielten uns noch eine Weile über diese ganzen verworrenen Geschichten über diese Vorläufer und über ihre Hinterlassenschaften.
„Diese Wesen sind mir ein wenig unheimlich, wenn ich ehrlich sein darf, Miss Alberts.“ kam es etwas zögerlich von meinem Besucher, doch ich konnte sein Gefühl nachvollziehen.
„Mir geht es ähnlich. Sie müssen eine Macht besessen haben, welche uns verborgen und unerreichbar bleibt.“ etwas enttäuscht war ich schon, wer wünscht sich nicht, etwas zu erschaffen, was für die Ewigkeit gedacht ist?

Dann schwenkte das Thema über auf die Geschäfte und unsere Eltern. William erzählte von seinem Vater, welcher sich jetzt mit dem Tabakhandel auseinander setzte. „Dies scheint ein sehr lukratives Geschäft zu sein, Miss Alberts. Ich habe mich auch schon mit dem Thema des Anpflanzens beschäftigt und muss sagen, es ist wirklich interessant. Habt ihr schon einmal eine Tabakplantage gesehen, Miss Alberts?“
Das musste ich verneinen, damit hatte ich mich noch nie beschäftigt.
„Ihr klingt ja schon fast, als wolltet ihr euch in der passenden Gegend niederlassen und selber zum Pflanzer werden, Master William.“ lachte ich und in seinem Gesicht sah ich, dass er wirklich mit diesem Gedanken spielte.
„In der Tat, ich überlege, ob ich dieses Risiko später einfmal eingehen sollte. Noch wäre es nicht soweit, ich muss selber erst richtig Fuß fassen und dann muss man nach einem passenden Anwesen suchen. In Virginia soll es den besten Boden für Tabak geben, hat man mir berichtet.“ in seinen Worten klang diese Begeisterung, welche mich ebenfalls ansteckte.

„Dann sollte ich euch wohl gutes Gelingen wünschen, Master William. Auf das euer Vorhaben alsbald in die Tat umgesetzt werden kann.“ und ich meinte es Ernst, so ein Mann mit dieser Zielstrebigkeit und einem Bild im Kopf, von dem was er erreichen möchte, ist eine Seltenheit.
„Danke, Miss Alberts. Ihr werdet die Erste sein, welcher ich dann berichten werde, wenn es soweit ist.“ in seine Augen trat ein Leuchten und es sah aus, als warte er auf eine Antwort.
„Das würde mich freuen, Master William.“ sprach ich nur leise.
In mir stieg ein eigenartiges Gefühl von Zuneigung auf, es war nicht unangenehm, nur seltsam.

Das Dinner bei Familie Clarkson war eine kleine Gesellschaft, wo sich eine elitäre Gruppe von Geschäftsleuten, allesamt Templer, versammelt hatte. So förmlich hatte ich mir das gar nicht vorgestellt.
„Miss Alberts, ich muss mich entschuldigen. Aber meine Mutter war der Meinung, dass man dieses Essen doch wunderbar mit dem Geschäftlichen verbinden könnte. Wie ich sehe, sind euer Vater und eure Tante ebenfalls erschienen. Das freut mich.“ erklärte mir William jetzt und begrüßte Maria und meinen Vater.
Während wir im Esszimmer die Speisen einnahmen, liefen die Unterhaltungen über diverse Belanglosigkeiten und kleineren Lästereien über bankrotte Geschäftspartner.

Man hatte mich neben William platziert und meine Tante war an meiner anderen Seite.
„Isabelle, trink nicht so viel Wein. Du musst einen klaren Kopf behalten.“ schalt mich meine Tante, als ich das dritte Glas eingegossen bekam.
„Wofür brauche ich den heute noch? Wir haben doch keine Aufträge mehr zu erledigen, Tante!“
Das einzige, was noch zu erledigen war, war das Angebot vom Sohn des Gastgebers, mir die Unterlagen des Urgroßonkels zu zeigen.
Nachdem das Essen beendet war, erhob sich William und bat mich ihm zu folgen.
Alle Augen waren in diesem Moment auf uns gerichtet und man sah förmlich, was in ihren Köpfen gerade ablief.
Sie alle sahen wahrscheinlich schon eine Hochzeit ins Haus kommen und mich überkam ein leichter Schauer.

Warum dachten diese Leute eigentlich immer, dass man heiratet, nur weil man den anderen an seiner Seite mag.
Ich kannte William doch noch gar nicht richtig und ich hatte ehrlich gesagt, nicht beim ersten Anblick von ihm ans heiraten gedacht.
Immer noch brachte mich etwas durcheinander, wenn ich mit ihm zusammen war. Seine kühle, berechnende Art war es nicht, es war etwas in seiner Haltung und seinem Auftreten. Aber ich schweife wieder ab!
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