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Schatten und Licht

von Menduria
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P12 / MaleSlash
Azriel Cassian Elain Archeron Feyre Archeron Morrigan (Mor) OC (Own Charakter)
07.07.2020
12.01.2021
9
14.455
2
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1 Review
 
13.07.2020 1.591
 
Kapitel 2

Ich wurde von einem lauten Klopfen geweckt. Gähnend blinzelte ich gegen das helle Licht an. Als sich meine Augen an die Helligkeit gewöhnt hatten, realisierte ich, dass das alles kein verrückter Traum, sondern die Wirklichkeit war. Es klopfte erneut. "Ich komme gleich!", rief ich und stand auf. Verschlafen tappte ich zur Tür und öffnete sie. Vor der Tür stand einer der geflügelten Typen von Gestern, der, den ich als erstes kennengelernt hatte. Wie war sein Name nochmal? Ach ja, Azriel. Ich unterdrückte ein Gähnen und nuschelte dann: "Wassn` los?" Mein Gegenüber sah mich hochgezogenen Augenbrauen skeptisch an. "In fünfzehn Minuten gibt es Frühstück. Mach dich fertig und beeil dich, ich hab Hunger und ich will nicht zu spät kommen.", antwortete er schließlich. Ich nickte und knallte die Tür zu. Schlechte Idee, mich kurz nach dem Aufstehen zu nerven, ich konnte da schnell zickig werden. Als erstes musste ich auf die Toilette, dann spritzte ich mir am Waschbecken kaltes Wasser ins Gesicht, um endgültig wach zu werden. Nachdem das erledigt war, trat ich zu dem überdimensional großen Kleiderschrank und kramte aus dessen Tiefen ein weinrotes Outfit heraus, dass aus einer luftigen Hose mit Bündchen an den Knöcheln und einer passenden bauchfreien Bluse bestand. Meine Haare flocht ich in einen unordentlichen Zopf und ließ diesen über eine Schulter fallen. Schuhe fand ich keine, also zog ich meine ausgelatschten Converse an. Ein recht seltsames Outfit, wenn man bedachte, dass mir alle Klamotten zusätzlich noch zu groß waren.

Schweigend führte Azriel mich durch den Palast. Die Stille war etwas unangenehm, aber mir fiel nichts ein, was ich hätte sagen können. Schließlich kamen wir auf einer großen Terase an, auf der alle versammelt waren, nur Morrigan und Amren nicht. Feyre begrüßte mich mit einem "Guten Morgen" und Rhysand forderte mich auf, mich zu setzen. Ich kam der Aufforderung nach und ließ mich auf einem gepolsterten Stuhl nieder. Die Beiden boten mir Essen und Trinken an, was ich erleichtert annahm. Alle um mich herum nahmen sich ebenfalls etwas zu Essen und begannen ihr Frühstück. Ich konnte meines aber nicht wirklich genießen, obwohl es ausgesprochen gut war, vor allem die Pfannkuchen. Alle sahen mich während sie aßen immer wieder an, was mich unsagbar nervös machte. Alls alle ihr Frühstück beendet hatten, setzte ich mich gerader hin. "Feyre, du meintest, ihr würdet mir heute meine Fragen beantworten. Kann ich euch diese Fragen jetzt stellen?", wollte ich wissen. Die Angesprochene nickte leicht und so stellte ich meine erste Frage: "Gestern bin ich gefesselt aufgewacht, aber ich wage es zu bezweifeln, dass ich so hier angekommen bin. Also was ist passiert?" Nach kurzem zögern antwortete Cassian: "Es war die Nacht der fallenden Sterne, ein Feiertag hier am Hof der Nacht. Während des Festes fliegen Geister über den Himmel, die aber wie Sternschnuppen aussehen, deswegen der Name. Wir waren alle auf der Feier, als es auf einmal geblitzt hat, und wir gesehen haben, wie eine Person vom Himmel fiel. Azriel hat diese Person aufgefangen, bevor sie auf dem Boden aufschlug. Aber wir wussten nicht so recht was wir mit dir anfangen sollten. Es hätte ja sein können, das du eine Feindin bist." Ich dachte einen Moment nach. "Was hat euch zu dem Schluss kommen lassen, dass ich euch nicht feindlich gesinnt bin? Also ich meine nicht, das ich das bin aber...", wunderte ich mich. Dieses Mal antwortete Rhysand. "Ich habe deine Gedanken gelesen." Ich riss meine Augen auf. "Das...das ist echt creepy!", sagte ich und fügte nach ihren fragenden Blicken hinzu: "Creepy heißt gruselig." "Keine Sorge, jetzt, da ich weiß, dass du uns nichts Böses willst, habe ich keinen Grund mehr, in deinen Verstand einzudringen und werde das auch nicht wieder tun.", beruhigte mich Rhysand. Erleichtert atmete ich auf. Dann erkundigte ich mich: "Habt ihr alle so krasse Fähigkeiten?" "Ich habe viele Fähigkeiten. Gedanken lesen, Heilkraft und Kontrolle über Dunkelheit, Licht, Wasser, Eis, Feuer und ich kann meine Gestalt verändern.", erklärte Feyre. Mir fiel die Kinnlade herunter. "Total abgefahren!" Cassian lachte leise. "Was ist mit dir?", fragte ich, auf die Antwort gespannt. "Ich habe keine solchen abgefahrenen Talente", meinte Cassian, betonte abgefahren dabei besonders und fuhr dann fort, "aber ich bin der beste Illyrianische Krieger, der je gelebt hat" Ich musste kichern und sagte dann: "Ich sehe schon, du bist sehr bescheiden. Aber was sind Illyrianische Krieger?" "Azriel ist auch ein Illyrianer und Rhysand ist zur Hälfte Illyrianer. Wir sind sozusagen geflügelte Solden des Nachthofes. Rhysand und Feyre sind High Lord und High Lady des Nachthofes, Azriel ist ein Schattensänger, er kann mit den Schatten kommunizieren." Ich gab ein verstehendes "Mmmhh" von mir und nickte. Ich nahm einen großen Schluck aus meiner Teetasse und ließ mir nochmal alles durch den Kopf gehen. "Und was soll ich jetzt machen? Amren sagte, es gäbe keinen Weg für mich nach Hause. Ich meine, ich habe nichts und habe keine Ahnung wie es weitergehen soll." Feyre und Rhysand sahen sich einen Moment an. Dann sagte Rhysand: "Also gut, Asteria. Wir kehren heute in unsere Hauptstadt zurück und wir werden dich mitnehmen. Du kannst bei uns wohnen, bis wir eine Lösung gefunden haben." "Danke, dass ist sehr großzügig von euch. Wann soll es losgehen?", fragte ich in die Runde, nicht ohne mich zu bedanken, meine Eltern hatten mich schließlich gut erzogen. Bei dem Gedanken an meine Familie wurde mir schwer ums Herz, aber ich wollte weder vor der versammelten Mannschaft anfangen zu weinen, noch hatte ich Tränen übrig. Wenn ich diesen Satz im Büchern gelesen hatte, verstand ich es nie so wirklich. Jetzt schon. Rhysand unterbrach meine Gedankengänge durch seine Antwort: "Jetzt sofort." Er schnipste mit den Fingern und der Tisch war abgeräumt. Feyre streckte ihre Hand aus und wies mich an: "Nimm meine Hand. Wir werden jetzt den Wind teilen. Halt dich gut fest!" Ich ergriff ihre Hand und für einen Augenblick wurde alles um uns herum dunkel, bevor es wieder hell um uns herum wurde.

Ich stolperte ein paar Schritte nach vorne und wäre beinahe hingefallen, wenn mich nicht eine Hand an meinem Ellenbogen gestützt hätte. Ich blinzelte ein paar mal, um den Schwindel loszuwerden. Als sich meine Umgebung nicht mehr drehte, sah ich auf, um herauszufinden, wem die Hand an meinem Arm gehörte. Die Hand gehörte zu einer bildschönen jungen Frau, die allem Anschein nach auch eine High Fae war. Sie hatte kaffeebraune Augen und karamellfarbene Haare, die ihr in weichen Wellen um die zierlichen Schultern fielen. Feyre, die hinter mir stand, stellte mir die Fremde vor: "Das ist meine Schwester Elain. Elain, das ist Asteria und sie wird für eine Weile bei uns bleiben." Elains warme Augen blitzten freundlich während sie mich anlächelte. Doch plötzlich wurde ihr Blick starr und leer. Besorgt drehte ich mich zu Feyre um, die ihre Schwester mit einem Blick bedachte, der mir nicht besorgt vorkam. Ich wollte gerade fragen, was hier los sei, als mich eine monotone Stimme wieder zu Elain herumfahren lies. "Du wirst das gebrochene Herz, dass sich immer weiter in die Dunkelheit zurückzieht, heilen. Auch deine Seele wird geheilt werden, denn dein Seelengefährte wird dich allen Schmerzes befreien" Dann schnappte sie nach Luft und ihr Gesichtsausdruck normalisierte sich wieder. In diesem Augenblick erschienen Rhysand, Cassian und Azriel neben uns in dem Zimmer, bei dem es sich um ein Wohnzimmer handeln musste. "Was war das den Bitte?", fragte ich komplett verstört. "Elain ist eine Seherin", erklärte Feyre,"sie hatte eine Vision." "Ja, ich hatte schon lange keine Vision mehr, aber jetzt hatte ich eine über dich, Asteria.", stimmte Elain ihrer Schwester zu. "Du hattest eine Vision?", wollte der bis jetzt ehr wortkarge Azriel von der Seherin wissen. Diese nickte und an alle gerichtet meinte Elain: "Asteria hat einen Seelengefährten, dessen Herz gebrochen ist. Sie muss es heilen und ihr Seelengefährte muss sie von ihrem Schmerz befreien." Alle starrten mich an und ich merkte, wie mir die Röte ins Gesicht stieg. "Ähmmm...", machte ich wenig intelligent ,"Ist mein Seelengefährte dann sowas wie...die Liebe meines Lebens?" "Meistens. Die reizende Feyre hier ist meine Seelengefährtin und ich könnte nicht glücklicher sein. Sie ist mein Gegenstück. Aber es gibt auch Ausnahmen." nach eines kurzen Moment des Schweigens fragte Cassian an Elain gerichtet: "Weißt du denn, wer ihr Seelengefährte ist?" Ohne zu zögern verneinte Elain die Frage, aber aus irgendeinem Grund wusste ich, dass sie log. Aber mir war das nur recht, ich war seit nicht einmal 24 Stunden hier und wollte mich nicht Hals über Kopf in eine Romanze voller Schmerz und gebrochener Herzen stürzen. "Das ist ja alles schön und gut, aber was soll ich denn die ganze Zeit machen? Däumchendrehen ?" "Du könntest mir manchmal Gesellschaft leisten, wenn du möchtest. In der Küche, im Garten oder in der Bibliothek.", schlug Elain vor. Mit großen Augen fragte ich: "Ihr habt eine Bibliothek? Ich glaube, ich könnte mich hier ganz gut einleben. Man braucht mir nur ein paar Bücher zu geben und ich bin glücklich!" Die brünetten Schwestern kicherten bei meiner letzten Bemerkung leise und auch die anderen mussten grinsen. Nur Azriel nicht. Er beobachtete mich aufmerksam und ließ mich nicht aus den Augen.
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