Schatten und Licht

von Menduria
GeschichteRomanze, Fantasy / P12 Slash
Azriel Cassian Elain Archeron Feyre Archeron Morrigan (Mor) OC (Own Charakter)
07.07.2020
04.09.2020
8
13.318
1
Alle Kapitel
2 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
07.07.2020 1.671
 
Mir gehört Das Reich Der Sieben Höfe mitsamt den Charakteren nicht. Ich hoffe, meine Fanfiktion gefällt euch und über Reviews freue ich mich immer.

Kapitel 1


Der Abendwind strich sanft über meine Haut und eine leichte Gänsehaut überzog meine Arme. Leicht zitternd zog ich den Pullover, der zuvor neben mir auf der blau karierten Decke gelegen hatte, über. Sofort wurde mir etwas wärmer. Ich legte mich auf den Rücken und wartete darauf, dass die Sterne am Himmel auftauchen würden. Ich liebte es, mir stundenlang die Sterne anzusehen, fast so sehr wie lesen und singen. Meine Gedanken schweiften zu dem Buch ab, das ich zuletzt gelesen hatte. Während ich also intensiv über Stolz und Vorurteil nachdachte, schloss ich meine Augen. So bemerkte ich nicht, wie die Sterne am Himmel erschienen, aber nicht in den gewohnten Konstellationen. Auch, dass die Sterne viel heller als sonst leuchteten und näher erschienen merkte ich nicht. Erst, als ich mit geschlossenen Augen merkte, dass eine Lichtquelle schnell über mir vorbeizog, öffnete ich mit gerunzelter Stirn die Augen und erstarrte. Etwas, das wie grünliche und bläuliche Sternschnuppen wirkten, flogen über den Himmel. Ich rappelte mich auf und öffnete ungläubig den Mund, denn ich hatte bemerkt, dass der Sternenhimmel sich gewaltig verändert hatte. Dann blitzte ein helles Licht auf und plötzlich verschwand der Boden unter meinen Füßen und ich fiel. Trotz meiner Höhenangst schrie ich nicht, denn dazu hatte ich keine Zeit mehr, da alles um mich herum in tiefer Dunkelheit versank.

Als ich wieder zu mir kam, war ich an einen Stuhl gefesselt. Panik überkam mich und ich ruckelte an den Fesseln, in der Hoffnung, sie zu lockern. " Das wird nicht funktionieren! " , erklang eine männliche Stimme hinter mir. Da die fremde Person mich erschreckt hatte, schrie ich leise auf. Mein Herz raste und ich atmete tief ein. "Ach du Scheiße!" , murmelte ich. Ich hatte nicht erwartet, dass, wer auch immer sich hinter mir befand, mich hören würde, doch die Person lachte leise. Ich hörte kaum wahrnehmbare Schritte hinter mir, was bedeute, das mein Entführer sich mir Näherte. Ich war zu dem Schluss gekommen, dass ich entführt wurde, da ich mich an einem mir unbekannten Ort befand und ich gefesselt war. Als der fremde Mann mich nun umrundet hatte, stockte mir der Atem. Nicht wegen seiner Schönheit, obwohl er wunderschön war, sondern wegen den riesigen dunklen Schwingen, die hinter seinen breiten Schultern hervorragten. Ich starrte ihn mit weit aufgerissenen Augen an und brachte kein Wort heraus. "Ich werde dir ein paar Fragen stellen. Du solltest die Fragen ehrlich beantworten, sonst...könnte es ein wenig schmerzhaft für dich werden." Ängstlich Nickte ich, denn mir blieb nichts anderes übrig. "Also gut. Wie lautet dein Name?" "Ich heiße Asteria" , antwortete ich ehrlich. Mein Name war außergewöhnlich und stammte aus der griechischen Mythologie. Der geflügelte Mann warf einem Blick hinter mich. Ich versuchte meinen Kopf zu drehen, um zu sehen, wer noch hinter mir stand. Doch ich bekam nur Nackenschmerzen und außerdem ließ mich ein lautes Räuspern wieder zu dem Fremden drehen. "Wie bist du hierher gekommen, Asteria?" Ich runzelte die Stirn. Die Frage machte keinen Sinn. " Ich habe keine Ahnung. Ich weiß ja nicht mal wo ich überhaupt bin!" Langsam bekam ich wirklich Angst und meine Stimmer war mit jedem Wort hysterischer geworden. Mein Gegenüber kniff nach einem weiteren Blick hinter mich die Augen zusammen. "Woher kommst du?" "Ähm...wenn du mich aus meinem Garten entführt hast, weißt du doch schon, wo ich wohne?" , meine Aussage klang ehr nach einer Frage und schien den Kerl zu überraschen. "Du denkst, ich habe dich entführt?" Ich sah ihn stirnrunzelnd an und antwortete dann "Ja, was soll ich denn sonst denken, wenn ich in meinem Garten war...und dann..." ich verstummte und dachte angestrengt nach. "Das letzte an was ich mich erinnern kann ist, dass ich nachts in meinem Garten war, aber die Sterne auf einmal anders aussahen als sonst und seltsame Sternschnuppen über den Himmel rasten. Dann war da eine Art...Blitz und ich hatte das Gefühl zu fallen. Dann bin ich hier aufgewacht. Den Rest kennst du ja selbst." Eine Kurze Stille entstand. Dann erklang hinter mir die Stimme einer Frau."Azriel, sie sagt die Wahrheit." Die Stimme hörte sich an wie flüssiger Honig, währenddessen die des Mannes, der anscheinend Azriel hieß, wie aus Schatten gemacht schien, kühl, tief und ohne irgendwelche Emotionen preiszugeben. Azriel warf mir noch einen nachdenklichen Blick zu und sagte : "Ich hole Rhysand und Feyre." , bevor er den Raum verließ. Wie aus dem Nichts tauchte auf einmal eine wunderschöne Frau vor mir auf. Mir blieb beinahe das Herz stehen, während die Frau mich mit einem Ausdruck ansah, der halb amüsiert, halb verwirrt wirkte. Ich betrachtete sie aufmerksamer. Sie war größer als ich, wahrscheinlich über einen halben Kopf. Sie trug ein enges, rotes Kleid, das ihren Körper Perfekt betonte. Ihr Gesicht war stolz und elegant. Gerade Nase, volle, geschwungene Lippen und warme braune Augen. Aber ihre Ohren...sie waren Spitz. Mir klappte der Mund auf. Langsam war ich kurz vorm Durchdrehen. "Deine Ohren sind spitz...und der Typ eben hatte Flügel!" rief ich. Die Frau zog eine perfekt geschwungene Augenbraue in die Höhe. "Deine Ohren sind doch ebenfalls spitz." "Wie bitte?" , fragte ich entsetzt , "Das kann nicht sein. Das letzte mal als ich nachgesehen habe, waren meine Ohren rund, so wie die Ohren jedes Menschen auf der Erde auch!" Es klang ehr so, als wolle ich mich selbst davon überzeugen. "Wir sind weder Menschen, noch sind wir auf der...Erde." "Und wo sind wir dann? Auf dem Mond?" ,fragte ich sarkastisch. Als ob es selbstverständlich wäre sagte sie: "Wir sind in Prythian, dem Reich der Fae, genauer gesagt am Hof der Nacht." "Fae...Prythian...Hof der Nacht...", wiederholte ich ungläubig, " das ist ein Scherz, oder?"

Wie es sich herausstellte, war es kein Scherz. Nach einigen Minuten des Schweigens tauchte der geflügelte Azriel auf und im Schlepptau hatte er einen anderen geflügelten Typen und drei weitere spitzohrige Persönlichkeiten. Sie stellten sich als Cassian, Rhysand, Feyre und Amren vor. Letztere war etwa zehn Zentimeter kleiner als ich, hatte kinnlanges schwarzes Haar und silbrige Augen. Mit diesen musterte sie mich eindringlich und meinte dann: "Seit sehr, sehr langer Zeit kam kein Wesen aus einer anderen Welt hierher. Ich war die letzte. Und sieh an, wir haben nun beide einen Körper der High Fae." "Ich bin nicht mehr in meiner Welt?", fragte ich komplett entgeistert. Sie nickte nur. "Wie komme ich wieder zurück?", verlangte ich zu wissen. "Gar nicht." Amren sagte das, als würde das jeden Tag passieren und als ob es für mich nichts großartig ändern würde. Die braunhaarige Frau namens Feyre, die genau so überirdisch schön war, wie die anderen, bot mir an : "Das ist das Territorium meines Gefährten Rhysand und mir. Du kannst ein Zimmer bekommen und fürs Erste bei uns bleiben, wenn du das willst." Ich nickte abwesend. In meinen Ohren rauschte es und meine Gedanken kreisten nur um einen Satz, der sich in meinem Verstand gebildet hatte. Ich kann nicht zurück.

Feyre hatte mich durch einen riesigen Palast geführt, der aus weiß schimmerndem Stein bestand und auf einem hohen Berg lag. Nach einer gefühlten Ewigkeit öffnete sie eine schlichte Holztür und dahinter lag ein Zimmer, das man sonst bestimmt nur in einem Fünf-Sterne-Hotel für eine ordentliche Stange Geld bekommen hätte. Ein Doppelbett mit einer Menge flauschig wirkender Kissen und Decken. Seidene Vorhänge wehten leicht im Wind, der durch die Fensterbögen in das Zimmer gelangte. Die Fenster hatten kein Glas und die Berge ringsherum waren mit Schnee bedeckt und trotzdem herrschte im Raum eine angenehme Temperatur. Zwischen den beiden Fenstern stand an der Wand ein riesiger Kleiderschrank, der mit einer Menge Klamotten gefüllt war. Feyre meinte: "Du kannst dich an den Kleidern bedienen." Sie wies mit einer tätowierten Hand auf eine Tür in der gegenüberliegenden Wand und erklärte: " Dort ist das Bad. Sag bescheid, wenn du etwas brauchst. Azriel oder Cassian werden vor deiner Zimmertür stehen. Morgen früh wird einer der Beiden dich zum Frühstück bringen, dann werden wir die Situation weiter klären und eventuelle Fragen beantworten. Bis dahin wünsche ich dir eine gute Nacht." "Ich brachte ein mickriges Lächeln zustande. " Danke. Dir auch eine gute Nacht.", sagte ich mit kratziger Stimme. Feyre sah mich aufmunternd an und verließ dann das Zimmer. Ich betrat das Badezimmer. Die Hälfte des Raumes wurde von einer gigantischen Badewanne eingenommen. Es gab eine Toilette, die genau so aussah, wie die Toiletten auf der Erde. Auch ein Waschtisch befand sich in dem Badezimmer. Ich hatte meinen Blick jedoch auf einen großen Spiegel gerichtet, der an der Wand hing. Ich trat vor den Spiegel und betrachtete mein Spiegelbild. Ich sah anders aus als sonst. Meine Nase war schmäler, meine Haut war komplett pickellos, meine Lippen hatten einen rosigen Ton, genau wie meine Wangen. Meine Haare waren eine Spur heller und hatten jetzt eine goldene Farbe mit einem kleinen Stich ins Rote. Meine Augen hatten eine intensivere Farbe, ein helles Blau, welches am Rand der Iris in Sturmgrau überging. Aber die größte Veränderung waren meine Ohren. Sie liefen spitz zu und waren ein wenig länger als zuvor. Als ich mich so sah, brach der Damm, der die ganze Zeit meine Tränen zurückgehalten hatte. Ich begab mich wieder in das Schlafzimmer und nahm eine bequeme blaue Stoffhose aus dem Kleiderschrank. Meinen Kapuzenpullover mit den aufgestickten Gänseblümchen behielt ich aber an. Ich kuschelte mich in das große Bett und weinte, was das Zeug hielt. Es war mir egal, dass, wer auch immer vor meiner Tür stand, mich hören konnte. Ich vergrub mein Gesicht im Stoff des Pullovers und mit dem vertrauten Geruch von Zuhause in der Nase weinte ich mich in den Schlaf.