Rebecca x Sabine ♡

von itsacura
GeschichteDrama, Romanze / P6
07.07.2020
07.07.2020
1
1.854
 
Alle Kapitel
noch keine Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
 
07.07.2020 1.854
 
Sie wirkte verloren in ihrem Krankenhausbett. Die Haare zu einem Zopf gebunden, ihr Kopf von einem Verband umfangen. Die Geräte piepsten in normalen Abständen, alles war stabil, doch privat war die junge Polizistin ganz und gar nicht stabil. Seit 2 Jahren lag sie im Koma. Öfters bekam sie Besuch, von der Familie, Bekannten, Freunden oder Verwandten, die sich neben sie saßen und ihr erzählten, was alles los ist, wie es ihnen geht, in der Hoffnung, die blonde könnte sie hören. Aber es gab eine Polizistin, bei der das alles anders war. Diese kam jeden Tag, wirklich jeden. Jeden Tag brachte sie frische Blumen mit und jeden Tag, jeden Tag erzählte sie von der Arbeit und hielt die Hand ihrer jungen Kollegin, machmal sogar, da weinte sie, und nach der Besucherzeit verließ sie das Krankenhaus wieder. Es war schwer für die Polizeirätin, dieser Schicksalsschlag war unglaublich schwer für sie. Jeder der Ärtze kannte sie bereits, jeder hatte versucht ihr klarzumachen, das keiner wusste, ob die jüngere jemals aufwachen würde. Doch sie glaubte daran, schon seit dem ersten Tag und bis heute glaubte sie daran, das Rebecca aufwachte. Als sie das erfahren hatte, was ihrer Kollegin zugestoßen war, war sie sofort aus dem Revier gestürmt, und war in Höchstgeschwindigkeit ins Krankenhaus gefahren. Dort traf sie auf Rebecca die gerade in den OP gebracht wurde, dort hörte sie die letzten Worte, der Stimme, die sie seit 2 Jahren nichtmehr gehört hatte. "Ich werd dich vermissen..." , das hatte die junge Polizistin zu ihr gesagt, dann brach ihr Kreislauf zusammen. Ein Autounfall hatte zu dem allen geführt, die junge hatte mit ihrem neuen Auto eine Testfahrt gemacht, war dabei mit einem anderen Autofahrer zusammengeknallt. Dieser hatte Fahrerflucht begangen, wurde danach deshalb und wegen versuchten Mordes angezeigt worden. Sabine hätte ihn am liebsten für immer eingesperrt und nie mehr freigelassen, doch diese Entscheidung hatte sie nicht in der Hand. Die Polizeirätin musste auch ins Gericht, den sie hatte den jungen Mann nach einem zufälligen Wiedersehen auf der Straße geschlagen, worauf er sie angezeigt hatte. Doch das war ihr vollkommen egal. Die Chefin hatte das für Rebecca getan, hatte damit fast ihren Job verloren, aber was sollte sie anderes tun? Es war schon schlimm genug, sehen zu müssen, wie die Polizistin hier so hilflos lag. Ihr war klar, das es furchtbar war, eine so junge Frau, der so etwas zugestoßen war. Hätte sie Rebecca an diesem Tag nicht eher gehen lassen, dann wäre das nie passiert. Hätte Sabine sich doch nur richtig von ihr verabschiedet, keiner wusste, ob sie jemals Rebeccas Stimme wieder hören würde, jemals wieder in deren ozeanblauen Augen sehen könnte. Warum hatte sie ihre große Liebe nie geküsst, jeden Tag hatte die Polizeirätin überlegt, wie sie es Rebecca sagen sollte, sie hatte sich jeden Satz so mühevoll zusammengebaut, am Ende hatte die Chefin trotzdem kein Wort herausgebracht. Sie war verliebt, so verliebt wie noch nie, und das war sie bis heute, bis jetzt, für immer. In dieses hübsche, junge Mädchen, das einen Charakter wie kein anderer hatte, immer für Sabine da war und zu ihr gestanden hatte. Seit sie sich kannten, war Rebecca für sie etwas besonderes. Keiner war so wie sie, keiner, nicht einmal die Polizeirätin selbst, konnte beschreiben, was sie für die jüngere empfand. Wie jeden Abend saß sie hier neben ihr, und dachte über die gemeinsame Zeit nach. Die Chefin sah in Rebeccas Gesicht, auf ihre geschlossenen Augen und fuhr ihr sanft über die Wange. "Irgendwann, irgendwann kommst du wieder. Irgendwann, kann ich dir wieder in die Augen sehen, und irgendwann, da kann ich deine Stimme wieder hören, aber wann dieses Irgendwann ist, das weiß keiner. Ich werde für dich da sein, bis zu dem Zeitpunkt, bis du entweder aufwachst oder stirbst. Ich werde immer hier sein, und auf dich aufpassen, ohne zu wissen, was noch alles kommt. Was auf uns zukommt. Ich wünsche mir eine Zukunft mit dir, wir hatten bereits eine so schöne Vergangenheit zusammen, und ich wünsche mir eine noch schönere Zukunft. Wach auf, lass mich nicht alleine, ich will dich lieben, ich tue es eh schon, egal ob du neben mir stehst oder vor mir liegst. Ich habe dich schon immer geliebt und werde es immer tun, egal ob du lebst oder nicht." Langsam began die Brünette zu weinen, drückte die Hand der Polizistin an sich. "Ich gebe alles für dich auf, ich gebe meinen Job auf, mein Zuhause, meine Familie, meine Freunde, ich würde alles aufgeben nur dich werd ich nie nie mehr aufgeben. Ich bin hier und werde dich niemehr loslassen." Über die Wangen der Polizeirätin rannen unzählige Tränen, vorsichtig ließ sie ihren Kopf auf Rebeccas Schulter sinken und heulte sich aus, als sie einen Druck von Rebeccas Hand spürte. Schnell fuhr die Chefin hoch und sah Rebecca an. "Rebecca, bitte wach auf, bitte..." Die blonde bewegte ihre Hand. "Bitte, mach die Augen auf, ich liebe dich..." , wieder began die Brünette zu weinen, als die jüngere mit ihrer Hand nach Sabine griff, sie fasste aber ins leere, worauf die Polizeirätin auch Rebeccas zweite Hand an sich drückte. "Wenn du mich hörst, Rebecca, dann, dann mach die Augen auf, bitte, ich brauche dich, ich liebe dich, gib mir ein Zeichen." Die jüngere bewegte ihren Körper, versuchte sich etwas aufzurichten, was ihr aber nicht gelang. Ihre Augen waren noch immer geschlossen, als sie nur ein "ich liebe dich auch..." , flüsterte, dann aber wieder still wurde. Eine Krankenschwester kam herein und bat Sabine hinaus, die noch immer nicht verstand, ob das was gerade passiert war, echt war, oder nur erträumt. "Sie müssen jetzt gehen!" , die Schwester ging auf die Polizeirätin zu, die ihre Tasche nahm und aufstand. "Sie war wach, sie hat sich doch bewegt..." , schluchtzte sie, doch die Krankenschwester nahm sie nicht Ernst.
"Das müssen Sie geträumt haben!" , sie schob Sabine aus dem Raum, worauf sie nur noch ein: "Rebecca, ich komme wieder..." , herausbrachte, danach verließ sie das Krankenhaus. Die ganze Nacht lang lag sie wach, Sabine konnte nicht schlafen. Niemals hatte sie das geträumt, sie war sich doch so sicher, das Rebecca wach war und mit ihr gesprochen hatte, aber keiner wollte ihr glauben. Ihr liefen Tränen über die Wangen, sie krallte ihre Fingernägel in das Kuscheltier, das sie einst der jüngern geschenkt hatte, und wieder aus ihrem Haus geholt hatte. Die Brünette atmete das Parfüm ein, das so nach der blonden roch. Ihr schossen die Bilder in den Kopf, Bilder, die sie nie vergessen konnte. Rebeccas lächeln, ihre ozeanblauen Augen, das alles hatte sie vor sich. Die Polizeirätin schluchzte, nach einiger Zeit schlief sie ein, weinte sich in den Schlaf, den sie konnte nicht mehr. Sabine empfand eine Sehnsucht, nach ihrer großen Liebe, nach deren Stimme, ihrem Lachen und ihren wunderschönen Augen. Ihren weichen Lippen, die sie so gerne küssen würde. Ihr ganzes Leben schien irgendwie keinen Sinn mehr zu machen, jetzt gerade würde sie am liebsten alles einfach aufgeben. Tränen liefen über ihre Wangen, tropften auf das Kopfkissen. Die Brünette hatte eine unglaublich Angst, eine Angst, die sie nicht beschreiben konnte. Sie konnte Rebecca doch jetzt nicht verlieren, nach so vielen gemeinsamen Jahren voll mit Freundschaft. Ihr fehlte die Person, die Sabine, jetzt wo sie Niedergeschlagen war, im Arm hielt, und sagte es würde alles gut werden. Die der Polizeirätin Mut gaben, Kraft und Stärke gaben, die sie nicht aufbringen konnte. Langsam schlief Sabine, wenn auch nur schwer und unter Tränen ein. Sie konnte einfach nicht aufhören, darüber nachzudenken, das Rebecca wirklich da war und sie gehört hatte. Am nächsten Morgen fuhr sie wie jeden Tag, noch vor Dienstbeginn ins Krankenhaus. Das alles ging jetzt schon so lange, Rebecca war schon so lange weg, doch keiner hatte eine Ahnung, ob sie jemals wieder aufwachen würde. Die Polizeirätin lies sich auf den weißen Stuhl neben Rebeccas Bett sinken. "Rebecca, ich bin wieder da..." , flüsterte sie und drückte deren Hand, als sie plötzlich etwas spürte, es fühlte sich an, als würde die jüngere ihre Hand drücken, wenn auch nur ganz leicht. Aber hatte sich Sabine das gerade eingebildet? War das was gerade passiert war, überhauot real, oder war sie so sehr in dieser Hoffnung versunken, das sie sich das alles nur ausdachte? Wie gestern auch schon, griff Rebecca nach Sabines zweiter Hand, doch griff wie am Tag zu vor ins leere. "Bist du da, bitte wach auf, ich brauche dich..." , redete Sabine auf die jünger ein, als Rebecca ihren ganze Körper plötzlich bewegte und began langsam ihre Augen zu öffnen. Sabine hatte Tränen in den Augen. "Rebecca, du, du lebst..." Rebecca versuchte sich langsam aufzusetzten, doch sank zurück in ihr weiches Kissen. Jetzt konnte sich Sabine nichtmehr zurück halten, sie began zu weinen und nahm Rebecca in den Arm, sie würde die jüngere nie wieder alleine lassen, sie nie wieder einfach gehen lassen. Sabine war so unglaublich froh das Rebecca noch am Leben war, sie konnte die blonde einfach nicht verlieren. Doch auf einmal, lag Rebecca wieder still da. Es war wohl doch nur Einbildung gewesen, genau wie am Tag davor, langsam ließ Sabine die jüngere wieder zurück in das Kissen fallen. "Rebecca ich brauch dich, bitte..." Doch wieder passiert nichts. Plötzlich war Rebecca in einem ihr bekannten Raum. Die jüngere befand sich in München, an ihrem alten Arbeitsplatz. Doch was machte sie hier? Hatte sie ein Flashback? Das passiert doch nur, wenn man stirbt? Sie sah Sabine, dann sich selbst. Das was die blonde sah, war genau das was schon einmal passiert war, es war der Moment, an dem sie zum aller ersten mal auf Sabine traf. Aber man sah doch bei einem Flashback sein ganzes Leben? Was war mit ihrer Kindeheit, mit ihrer Jugend? Alles wurde wieder schwarz. Dann erblickte sie das Wolfratshauser Revier und die Zeit, die für sie so unglaublich qualvoll war. Immer mehr brach der Kontakt zu Sabine ab, immer weniger unternahmen sie gemeinsam. Plötzlich war wieder alles schwarz. Aufeinmal sah sie den Tag des Unfalls. Sabine, wie sie sich verabschiedete. Das Auto. Denn Mann, der ihr alles erkläre. Wie sie alleine fuhr, als ihr ein Auto entgegen kam. Alles drehte sich, dann der Crash. Dann wurde wieder alles schwarz. Und plötzlich, plötzlich erblickte Rebecca eine weiße Decke. Ihr war unglaublich schwindelig, irgendetwas bohrte sich in ihren Hals. Sie fing an zu husten und zu würgen, als der Schlauch verschwand. Schwach drehte die jüngere den Kopf zur Seite und erkannte die Umrisse einer Person. Es dauerte einen kurzen Moment, bis sie sich zurecht fand, doch dann hörte sie eine Stimme. "Rebecca, hey, hey ich bin so unglaublich froh das du lebst..." Wieder dauerte es kurz, bis Rebecca wusste wer vor ihr saß, und noch länger dauerte es, bis sie es schaffte, ihren Namen zu sagen. "Sabine..." , ihre Stimme war ein einziges flüstern, doch trotzdem wusste die angesprochene, was die blonde gesagt hatte. Rebecca fühlte sich schwach. Ihr Körper war so unfassbar schwer, sie wollte sich aufrichten, doch sank wieder in das weiche Bett zurück. "Bleib liegen, ganz ruhig..."