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Alle Legenden sind wahr…noch immer

von Mindy
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
06.07.2020
16.08.2020
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16.08.2020 3.437
 
Soo…letztes Kapitel, weil ich mich davon ablenken muss, dass ich morgen wieder zur Arbeit muss XD  Ich hätte den Epilog separat posten können, aber er ist recht kurz und ich dachte, meine fleißigen Leser haben nach über einem Monat verdient die FF endlich zu Ende zu lesen XD
Widmung: windy2010: Danke für deine regelmäßigen Kommentare! Und dafür, dass sie so nett sind XD

Und danke an alle anderen Kommischreiber, schön, dass ihr mich bei Mindys Staffel 4 von Shadowhunters Folge 1-3 begleitet habt. Ich habe noch 3…4 Folge FFs geschrieben, die ich auch die nächsten Monate poste, also wenn es euch gefallen hat, bleibt bei mir ;-) *Malec Fähnchen schwenk*

Viel Spaß beim Lesen!

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~*~


„Wenn er zurückkommt und Asmodeus ihn nicht umgebracht hat, erledige ich das!“, kündigte Jace wütend an und lief zum wiederholten Male auf und ab.
Er war mit der Nachricht von Magnus‘ Alleingang sofort zu Izzy, doch natürlich hatten sie keine Wahl als abzuwarten. Magnus hatte ihnen nicht verraten, wohin er verschwunden war.
„Er hat es doch in der Nachricht erklärt, er wollte uns nicht in Gefahr bringen“, sagte Izzy, obwohl sie ebenfalls unzufrieden war. Sie war nicht gewohnt, einfach wie eine Statistin herumzustehen und zu warten. „Und du hast keine Ahnung, wohin er gegangen sein könnte?“ Magnus musste etwas erfahren haben, das ihnen entgangen war.
„Nein! Er hat nichts gesagt…dieser Mistkerl!“ Wie konnte Magnus Jace nur ausschließen?!
Alec war sein Parabatai und trotz aller Sicherheitsbedenken sollte Jace bei ihm sein, mithelfen, sein Leben zu retten. Er konnte nicht nur hier stehen und abwarten!
„Holen wir Lorenzo wieder her, er soll verdammt nochmal Magnus aufspüren und…“

Plötzlich öffnete sich, aller Schutzbarrieren zum Trotz, ein Portal inmitten der Kommandozentrale.

Einige Shadowhunter sprangen zurück, nur Jace und Izzy liefen direkt darauf zu. Sie hatten so eine Ahnung, wer sich hier Zutritt verschafft hatte…und behielten Recht.
„Alec!“, rief Izzy, als Magnus mit ihrem Bruder im Arm durch das Portal trat. „Beim Engel…“ Sie schlug die Hände vor den Mund, weil Alec völlig kraftlos und übel zugerichtet in Magnus‘ Armen lag. Ihre anfängliche Freude verwandelte sich in Bestürzung.
„Wir müssen uns um ihn kümmern, sofort“, sagte Magnus und ignorierte die entsetzten Blicke der Anwesenden. Er konnte kaum noch Lebensenergie in Alec spüren, obwohl dieser tapfer wach geblieben war.
„Bring ihn hier rein!“ Jace ging mit großen Schritten voraus und scheuchte jeden barsch aus dem Weg, bis sie das Krankenzimmer erreicht hatten. Dort befand sich gerade niemand.
Behutsam legte Magnus Alec auf die erste freie Liege.

„Oh Alec“, sagte Izzy schockiert, holte jedoch eine Schere und schnitt Alecs Oberteil auf. Sein Körper war in einem schlechten Zustand, er hatte mehrere Fleischwunden und eine große Brandwunde über der Parabatairune, die aussah, als hätte sie sich entzündet. Die Finger seiner rechten Hand waren blau angelaufen, offenbar gebrochen. Zudem war sein Hals gerötet, als hätte jemand ihn heftig gewürgt.
Es zerriss Izzy das Herz, ihren Bruder so zu sehen.Jace holte bereits seine Stele heraus und fuhr über Alecs Heilrune.
„Komm schon, jetzt komm schon…!“ Er beobachtete, wie Alecs Finger sich langsam richteten, doch ansonsten schien sich an seinem Zustand nichts zu ändern.
Furcht stieg in Jace auf. „Magnus, es wirkt kaum…du musst etwas machen. Sofort!“
„Ich weiß“, sagte Magnus und warf bereits sein Jackett zur Seite. Er krempelte die Ärmel hoch und versuchte zu vergessen, dass sein Ehemann es war, der hier schwer verletzt vor ihm lag.
Nun war nicht die Zeit für Sorge, sondern für Konzentration.
„Ruft Catarina her, ich werde alle Hilfe brauchen, die ich kriegen kann…seine Wunden sind gravierend.“
„Ich kümmere mich darum.“ Izzy eilte aus dem Raum, während Jace unruhig hin und her lief, die Arme vor der Brust verschränkt, als würde ihn dies vor dem Anblick seines im Sterben liegenden Parabatais schützen. Denn dass es so ernst war, dies spürte Jace deutlich.

Magnus Hände waren von blauer Magie umgeben, als er damit über Alecs Körper damit hoch und runter glitt, doch er spürte, dass es zu langsam ging. Asmodeus hatte großen Schaden angerichtet.
„Ich schaffe es nicht“, wurde Magnus verzweifelt klar. Inzwischen war Alec nicht mehr bei Bewusstsein. „Es geht zu langsam…ich habe zu wenig Kraft.“ Er hatte im Kampf gegen Asmodeus bereits beträchtliche Energie verbraucht…Energie, die ihm nun fehlte.
„Was soll das heißen, du schaffst es nicht, du musst!“, entfuhr es Jace verzweifelt. Dazu gab es in seinem Verstand keine Alternative. Er hatte nicht Clary wiedergefunden, um Alec jetzt zu verlieren. „Du…Kraft…nimm etwas von mir. Genau, lass mich helfen!“ Jace ging um die Liege herum und trat neben Magnus. Auffordernd hielt er ihm die Hand hin.
Das hatte damals bei Luke geklappt, wieso also nicht jetzt?
„Bitte, nimm dir etwas von mr, nimm alles. Hauptsache, du kannst ihn retten!“ Beschwörend bohrte sich Jace‘ Blick in Magnus‘ Gesicht. Alec hatte schon immer alles getan und riskiert, um für Jace dazu sein. Jace sollte verdammt sein, würde er jetzt nicht genauso handeln.

Magnus hatte keine Wahl und vor allem keine Zeit, also ergriff er Jace‘ Hand. Sofort spürte er die Energie des Shadowhunters, die umso stärker war, da Alec und er durch die Engelsmagie miteinander verbunden waren. Magnus war nicht zimperlich und leitete immer mehr Kraft von Jace und sich selbst auf Alec um.

Fast eine Viertelstunde verharrten sie so, bis Catarina erschien und Jace ablöste. Er konnte sich kaum noch auf den Beinen halten. Der Blonde hätte sich wohl trotzdem nicht gelöst, wenn Izzy ihn nicht aus dem Raum gezerrt hätte.
Allerdings war inzwischen wieder Farbe in Alecs Gesicht zurückgekehrt.

Als Magnus und Catarina eine halbe Stunde später aus dem Zimmer kamen, nickte Magnus erleichtert. „Er wird noch eine ganze Weile schlafen, aber er ist auf dem Weg der Besserung.“
„Dem Engel sei Dank!“ Izzy schluchzte erleichtert auf und fiel Magnus um den Hals. Erst jetzt merkte sie, dass eine furchtbar quälende Anspannung langsam von ihr abfiel. „Und natürlich auch dir, Catarina!“
„Bitte, es war mir eine Freude“, versicherte die Hexe ernst. Sie mochte Alec sehr gerne und wusste, wie viel er Magnus bedeutete.
Tief ausatmend fuhr Jace sich mit beiden Händen durchs Haar. Das war viel zu knapp gewesen, doch endlich stellte sich auch bei ihm so etwas wie Erleichterung ein. Der Blonde lächelte und reichte Magnus hinter Izzys Rücken die Hand. „Ich haue dir wann anders eine dafür rein, dass du dich ohne mich verzogen hast“, sagte er, was Magnus mit einem müden Lächeln quittierte.
Er war sehr erschöpft, weil er viel Magie benutzt hatte, daher nahm er Catarinas Angebot an und ließ sich diesbezüglich von ihr etwas aushelfen. Magnus wollte nämlich nicht ausruhen, er wollte bei Alec bleiben, bis dieser aufwachte.

Die nächsten Stunden verbrachte er an Alecs Bett, wobei er nebenbei einige Kräuter und andere Zutaten mischte und daraus eine Salbe herzustellen, die er auf Alecs Brandwunde verteilte. So sollte seine Parabatairune nicht nachhaltig beschädigt sein.
Jace und Izzy saßen ebenfalls an Alecs Bett, wobei Jace einige Male zum Telefonieren das Zimmer verließ und Isabelle sich vereinzelt um die Angelegenheiten des Instituts kümmern musste.

Sie waren jedoch alle zugegen, als Alec sich zu regen begann.

Sofort erhoben sie sich von ihren Stühlen und sahen zu, wie Alecs Lider flatterten.
„Alec!“, sagte Jace auffordernd. „Alec, hörst du mich?“
Ein leises Stöhnen kam über Alecs Lippen.
„Alec? Alec, jetzt komm schon, sag was!“
„Du…bist…viel…zu laut…“, murmelte Alec und öffnete endlich die Augen. Als diese sich an das Licht gewöhnt hatten, sah er in die erleichterten Gesichter von Izzy, Jace und Magnus.
„Du scheinst schon wieder ziemlich gesund!“, bemerkte Jace lachend und hob Alec einfach an, um ihn zu umarmen.
„Au! Jace…Izzy…“, jammerte Alec, als Izzy es ihrem Bruder gleichtat und Alec ebenfalls umarmte, als wollten die Geschwister testen, wer fester drücken konnte.
„Erschreck mich nie wieder so, nie wieder!“, sagte Izzy vorwurfsvoll und wischte sich zwei Tränen weg, während sie Alec festhielt.
„War keine Absicht…“ Alec fühlte sich um einiges besser als noch im Kloster, dennoch steckte der Schmerz ihm in den Gliedern. Er spürte, dass er andere Kleidung trug als vorhin, zudem lagen seine Hüfte und rechte Hand in dicken weißen Verbänden.
Jace und Izzy ließen ihn los.
Endlich konnte er sich umdrehen und Magnus anblicken. Sein Mann sah mitgenommen aus, als hätte er sehr lange nicht geschlafen.
„Da bist du“, sagte Alec leise und hob die gesunde Hand.
Magnus ergriff sie sofort, drückte sie und führte sie zu seinem Gesicht, um seine Wange daran zu schmiegen.
„Du hast mir gefehlt, Alexander.“ Mehr, als irgendjemand ermessen konnte.

Eine salbungsvolle Pause entstand, während die Eheleute sich nur durch ihre Blicke füreinander so liebevoll begrüßten. Ihre Liebe schien auf eigentümliche Weise den ganzen Raum zu erfüllen, wie häufig, wenn sie beieinander waren.

„Tja…ich gehe dann mal und teile dem Rat mit, dass sein Inquisitor wohlauf ist, aber eine Weile Pause braucht“, sagte Izzy endlich. Zudem wollte sie Simon anrufen.
„Rosales wird ganz aus dem Häuschen sein“, brummte Alec und sank wieder erschöpft in das Kissen zurück. Sein Körper erschien ihm noch sehr schwer.
„Wenn ihr gestattet, bringe ich Alec nach Hause, damit er sich dort weiter ausruhen kann“, sagte Magnus zu den Geschwistern.
In Alicante war er sicher, zudem hatte Magnus in ihrem Appartement mehr Zutaten, um sich besser um Alecs Wunden kümmern zu können.
„Mach nur, wir besuchen dich dann dort.“ Jace klopfte Alec behutsam auf die Schulter. „Früher musste ich dich nicht so oft retten, du bist wohl eingerostet auf deinem Ratssessel da oben.“
Sein Bruder machte ein düsteres Gesicht. „Mach du nur deine Witze“, grummelte Alec, dem es selbst nicht gefallen hatte, gerettet werden zu müssen.
Er sah allen an, wie groß ihre Sorgen um ihn gewesen sein mussten. Vor allem Magnus sah um Jahre gealtert aus. „Wenn wir das vergleichen, hast du mich noch lange nicht eingeholt. Noch lange nicht.“
„Ich wäre froh, wenn es so bleibt“, sagte Jace nun ernst. Lieber geriet er noch 1000 Mal in Gefahr, als je wieder so um Alec bangen zu müssen.
„Erhol dich.“„Gute Besserung“, sagte Izzy und gab Alec einen Kuss auf die Wange, ehe sie ebenfalls aus dem Zimmer ging.

Nun waren Magnus und Alec alleine.

„Alle haben geholfen, nach dir zu suchen“, begann Magnus, weil er nicht wusste, was er sagen sollte…oder nicht über das reden wollte, über das sie reden sollten. „Sogar Lorenzo. Du hättest Izzy sehen sollen, sie hat ihn wirklich im Griff gehabt…“
„Magnus.“ Alec war froh, dass seine Stimme nicht mehr klang, als bestünden seine Stimmbänder aus Schleifpapier.
Er wusste genau, worüber er reden und was er Magnus sagen wollte.
„Es war nicht deine Schuld, dass das passiert ist. Ich gebe dir keine Schuld und das solltest du auch nicht tun.“ Wenn Alec jemandem die Schuld gab, dann Asmodeus. Er hatte Magnus so leiden lassen, ihn soweit gebracht, dass Magnus alles getan hätte…vielleicht sogar sein Leben beendet, um Alec zu retten. Das würde er diesem Dämon niemals verzeihen und gleichzeitig würde er es Magnus nie vergessen.
Magnus biss die Zähne zusammen. „Asmodeus ist mein Vater. Machen wir uns nichts vor, das ist dir nur zugestoßen, weil du mit mir verheiratet bist.“
„Mag sein, aber du bist du“, sagte Alec entschieden. „Du warst es, der mir beigebracht hat, dass wir nicht unsere Eltern sind. Wir sind nicht für deren Taten verantwortlich und es obliegt nicht uns, dafür zu büßen.“ So, wie Alec einst fälschlicherweise geglaubt hatte. „Du hast mich gesucht und mein Leben gerettet, dich dabei gegen deinen Vater gestellt. Wenn, liebe ich dich eher noch mehr als vorher.“
Alec sagte dies nicht nur, um Magnus‘ Gewissen zu beruhigen, er meinte es so. Schon, weil er gesehen hatte, wie verzweifelt Magnus für sein Leben gekämpft hatte und was er zu tun bereit gewesen war…es war mit Worten nicht zu beschreiben.
Magnus schluckte. Vermutlich würde es dauern, bis er die schrecklichen Bilder von Alecs Folterung nicht mehr vor Augen hatte und die grausame Stimme seines Vaters nicht mehr in seinem Kopf widerhallte, aber das war ein geringer Preis dafür, dass er seinen Mann nun wieder bei sich hatte, lebend und auf dem Weg der Besserung.

Wortlos umarmte Magnus Alec und drückte ihn fest an sich, wobei er die meiste Arbeit dabei machen musste, um Alec aufrecht zu halten.
„Du trägst ja mein Hochzeitstagsgeschenk“, bemerkte Alec dabei und lächelte. „Natürlich. Und du schuldest mir immer noch eine Hochzeitstagsnacht.“
„Ich weiß…könnte aber die nächste Zeit schwierig werden“, fürchtete Alec. Er war schon froh, wenn er es alleine aus dem Bett schaffte.
„Mach dir darüber keine Gedanken“, sagte Magnus und strich mit den Händen sacht über Alecs Rücken. „Ich kann warten.“ Er löste sich und sah in Alecs Augen. Wie er diese Augen liebte.
„Aber mein Weihnachtsgeschenk hast du irgendwo in diesem Kloster zurückgelassen.“
Das hatte Alec also mitbekommen. „Ich hole es mir wieder, irgendwann“, versprach Magnus.
„Dafür, dass du es erst nicht haben wolltest, hat es dir jetzt doch gute Dienste getan“, meinte Alec altklug, was Magnus die Augen verdrehen ließ. „Ich sage ja nur, auch als Hexenmeister, eine solide Waffe…“
Alexander war noch viel zu schwach für solche Vorträge, fand der Hexer, also nahm Magnus sein Gesicht in beide Hände und versiegelte seine Lippen mit einem Kuss.

Alec wehrte sich nicht.

~*~


Als Jace spät abends wieder in der Wohnung ankam, stand Simon schon an der Tür.
„Da bist du ja endlich. Izzy rief an, ich soll vorbeikommen…und Alec ist wirklich in Ordnung?“
„Ja“, sagte Jace, der sich eine Begrüßung ebenso sparte wie Simon. „Er ist noch mitgenommen, kommt aber wieder auf die Beine. Danke, dass du hier warst.“
„Klar…Clary geht später noch in die Uni, gerade schläft sie. Wir haben die halbe Nacht geredet.“ Simon schwieg kurz. „Es hat mir übrigens nicht gefallen, Izzy deswegen anlügen zu müssen. Du musst dir überlegen, wie wir das in Zukunft machen.“ Dieses Versteckspiel war jedenfalls keine Dauerlösung.
Jace nickte. „Ich weiß. Aber nicht heute. Geh jetzt zu Izzy, sie braucht dich.“
Simon nickte und ging zur Tür. „Ach, Jace…danke, dass du mir das anvertraut hast. Es fühlt sich gut an, sie endlich wiederzuhaben.“ Aufrichtig dankbar sah Simon den Schattenjäger an.
„Kein Ding.“ Jace wusste, dass Simon Clary ebenso liebte wie er und sie beide das Beste für sie wollten.

Als Simon gegangen war, verharrte Jace kurz im Flur, ehe er zum Schlafzimmer ging.
Er blieb an der geöffneten Tür stehen und betrachtete Clary, die friedlich im Bett lag und schlief. Wie ruhig ihr Leben geworden war, seit sie kein Teil der Schattenwelt mehr war. Wenn Jace ihr half, ihre Erinnerungen zurückzuerhalten, waren Gefahr und Verlust wieder ihr ständiger Begleiter. Diese Ängste, die Jace die Tage um Alec hatte ausstehen müssen, waren Clary in dieser Welt fremd, ebenso die Probleme der Schattenwelt. Dennoch war diese Welt ein Teil von ihr, auch, wenn sie ihn vergessen hatte…war es nun egoistischer, ihr das alles vorzuenthalten, damit sie in Sicherheit blieb, oder ihr alles zu sagen, damit Jace und sie wieder zusammen sein konnten?
Hatten sie diese Chance nicht verdient, nach allem, was passiert war?

Clary regte sich leicht, was Jace aus seinen Gedanken riss. Er trat an das Bett heran. Früher oder später würde er eine Entscheidung treffen müssen, aber nicht heute.

Heute wollte er nur bei der Frau sein, die er liebte.

~*~


Wie besprochen hatte Magnus Alec in ihr Zuhause nach Alicante zurückgebracht, wo er ihn den ganzen Tag mit Tee, Suppe und Heiltränken verwöhnte…wobei letzteres weniger auf Zuneigung stieß. Sich von Magnus die Salbe auf die Hüfte reiben zu lassen schien Alec wiederum ganz gut zu gefallen.
Natürlich war Alec noch schwach, daher verschlief er den größten Teil des Tages.

Als Magnus am Abend nach ihm sah, er hatte sich inzwischen ebenfalls ausgeruht und wieder vorzeigbar gezaubert, hatte Alec gerade in Magnus‘ Autobiographie geblättert. Er benutzte Clarys Brief als Lesezeichen.
Magnus blieb am Bett stehen und entschied, dass jetzt so gut – oder unpassend – wie jeder andere Moment war, um dieses Thema noch einmal aufzugreifen, also besser, er brachte es hinter sich.
„Alexander…ich möchte noch einmal mit dir über Clarys Geschenk sprechen.“ Er sah, wie Alec Buch und Brief auf den Nachttisch zurücklegte. Magnus setzte sich.

Der Streit darüber schien Alec Wochen her zu sein, dabei war gerade mal zwei Tage vergangen.
Vorsichtig setzte er sich im Bett auf und blickte Magnus an. Er fühlte zwar die gleiche Enttäuschung und Trauer wie beim letzten Mal, doch nach allem, was geschehen war, wollte er nicht mehr streiten. Magnus hatte ihm deutlich gezeigt, dass er Alec liebte und bereit wäre, alles für ihn zu opfern.
Das reichte.
Also kam er Magnus zuvor: „Ich habe wohl überreagiert, wie immer bei diesem Thema. Du hast sicher Recht, dass ich nicht bedacht habe, was es bedeutet, wirklich bedeutet, unsterblich zu sein.“ Alec ergriff Magnus‘ Hand und drückte sie. „Ich will nicht, dass das länger zwischen uns steht…wenn du so große Bedenken hast, vernichten wir den Brief und die Rune und reden nicht mehr darüber.“
Ein Lächeln schlich sich auf Magnus‘ Gesicht. „Ach, mein wunderbarer Alexander.“
Wie meist übernahm Alec die Schuld für ihren Streit, doch Magnus war der Meinung, dass er diesen Konflikt verursacht hatte.
„Ich bin es, der sich entschuldigen muss. Es war falsch und nicht zu rechtfertigen, dir das zu verheimlichen. Zudem habe ich mich völlig unpassend ausgedrückt.“ Dabei war Magnus rhetorisch sonst sehr begabt. „Ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als für immer mit dir zusammen zu sein, das hätte ich sagen sollen. Und, wie sehr es mich berührt, dass du in Erwägung ziehst für mich so eine große Veränderung zu akzeptieren. Ich habe viel geliebt in meinem Leben und wurde oft geliebt, aber ich glaube, niemand hat mich je so geliebt wie du.“ Magnus lächelte gerührt, weil es sich wirklich so anfühlte. Sein Daumen streichelte Alecs Handrücken. „Doch so schwer es für mich war, als ich meine Magie verloren hatte, plötzlich als Mundie zu leben, so schwer würde dir vermutlich das Leben als Unsterblicher fallen. Ich wollte dich davor bewahren, schätze ich…auf die falsche Weise.“
Alec nickte bedächtig. Er konnte Magnus verstehen. „Ehen erfordern offenbar ebenso viel Anstrengung wie Beziehungen“, sagte er halb lächelnd.
Magnus erwiderte es. „Offenbar.“
Er drehte sich zum Nachttisch und ließ Clarys Brief mittels Magie zu ihnen schweben. „Es ist dein Leben und ich werde dich nicht länger bevormunden. Wenn du das wirklich willst und dir das Risiko nicht zu groß ist, dann werde ich dich unterstützen, was auch geschieht.“
Nachdenklich nahm Alec den Brief zur Hand und betrachtete die Rune…sie könnte alles sein, was er sich je gewünscht hatte…die Chance, ewig mit Magnus zusammen zu sein. „Weißt du was“, sagte er und blickte wieder zu Magnus. „Legen wir ihn in das Kästchen zurück, warten ein oder zwei Jahre und denken dann noch einmal darüber nach. Gemeinsam. Wie klingt das?“
Magnus lächelte. „Das klingt gut, Alexander.“ Er strich Alec sanft eine Haarsträhne aus der Stirn. „Wir brauchen ohnehin noch vorzeigbaren Stoff für Staffel fünf.“
„Hm?“ Offenbar griffen die ganzen Kräuterdämpfe Alecs Gehörgang an.
„Der Brief ist auch noch in zwei Jahren da oder in fünf“, wiederholte Magnus.
Er beugte sich vor und küsste Alec innig, beinahe gierig…fast hätte er ihn verloren, fast hätte er diese Lippen nie mehr gespürt.
Allein der Gedanke raubte ihm den Atem.
„Ich liebe dich“, hauchte er zwischen mehreren Küssen, drückte seine Stirn an die von Alec.
„Ich liebe dich auch, Magnus.“ Alec lächelte.
Diese kleinen Momente erschienen ihm plötzlich noch viel kostbarer. Sie wären noch schöner, täte ihm nicht alles weh.
„Vorsicht“, sagte Magnus sanft, als Alec sich nach vorne beugte und zusammenzuckte. „Wie wäre es mit einem Bad? Ich mische spezielle Kräuter unter, die gegen die Schmerzen helfen.“
„Das klingt gut“, stimmte Alec zu. Nachdenklich blickte er zum Badezimmer.
„Wenn du willst, trage ich dich hinein“, bot Magnus an, der seinem Blick gefolgt war.
„Nein, das schaffe ich schon.“ Zwar war es mit Magie sicher ein Leichtes für Magnus, doch Alec genierte sich. Zudem wollte er nicht zu viel Schwäche zeigen, um Magnus‘ schlechtes Gewissen nicht weiter zu verstärken. „Aber wenn ich es dann in die Wanne geschafft habe, könntest du mir darin Gesellschaft leisten“, fügte er hinzu und sah Magnus auffordernd an.
Dieser erlaubte sich zu lächeln. „Mein lieber Alexander…nichts würde ich lieber tun.“

Ende


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So...seid nicht böse, dass ich das mit der Rune "verschoben" habe, aber das hätte nochmal eine extra FF werden können und das mit Clary gibts im nächsten Teil XD Also wer mehr Clace will...;) Ich bin zwar kein Fan, erkenne jedoch an, dass das Pärchen seinen Charme hat.
Und den Staffel 5 Spruch konnte ich mir nicht verkneifen XD
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