Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Alle Legenden sind wahr…noch immer

von Mindy
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
06.07.2020
16.08.2020
10
43.490
25
Alle Kapitel
46 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
12.08.2020 3.555
 
Hallo zusammen,
aus gesundheitlichen Gründen poste ich früher als sonst, weil ich nicht weiß, ob ich in nächster Zeit Muße dafür habe und ich euch zumindest den Showdown nicht vorenthalten will. Danach gibts nur noch ein Kapitel und dann ein Epilog.
Stellt euch vor, nach diesem Kapitel habt ihr 66 Seiten gelesen, ist das nicht was? XD

Wird nochmal richtig übel auf der Alec-und Magnus- Quälenskala, also Obacht und alle Messer bitte auf Asmodeus werfen, nicht auf mich XD

Viel Spaß!
___________________________________________________________________________


~*~


Die Sonne ging gerade über Indonesien auf, als Magnus sich in das Skriptorium des Klosters portallierte.
Die Sonnenstrahlen streichelten den hellen Kalkstein der Mauern, brachen durch jeden Winkel und durch die halb zerbrochenen Fenster der Stube, was Staubflocken in ihnen tanzen ließ. Das Zwitschern einiger Vögel war zu hören, ansonsten war es still.

Magnus war dennoch überzeugt, dass sein Vater mit Alec hier war. Abgesehen von Magnus‘ Verbindung zu Indonesien, war er als Kind einmal mit Asmodeus in diesem Kloster gewesen. Er hatte hier einige Diener gehabt, bis das Kloster durch ein Unwetter und darauf folgende Steinschläge zu großen Teilen zerstört worden war. Auch in diesem Raum fehlte ein Teil der Decke.
Es glich einer Farce, dass Asmodeus ausgerechnet in Magnus‘ Heimatland geflüchtet war, doch in seinen Augen war es wohl eine Hommage an ihre gemeinsame Vergangenheit, an seine Mutter…Magnus vertrieb die Erinnerungen mit einem Kopfschütteln und lief los.
Über einen langen Flur, dessen offene Säulenstruktur den Blick auf den ehemals gepflegten Garten freigab, erreichte Magnus das Hauptschiff des Klosters.

Jace und Izzy hatten seine Nachricht wohl inzwischen gefunden und waren wütend, dass er ohne sie gegangen war, doch das hier war eine Sache zwischen seinem Vater und ihm. Er würde nicht noch mehr unschuldige Menschen mithineinziehen und obendrein das Leben von Alexanders Familie riskieren.

Das Kloster war sehr groß, dennoch lief Magnus zielstrebig zum Sanktuarium. Sein Vater hatte einen Hang für Dramatik, er war überzeugt, dass er Alec dort gefangen hielt.
Er hatte Recht.
Magnus hatte den Mittelgang der Kathedrale durch eine Seitentür erreicht und konnte rechterhand, nicht weit vom Altar, die heilige Steintafel mit alten indonesischen Beschwörungen sehen. Wie in der Übertragungsblase war Alec daran festgebunden. Obwohl Magnus überglücklich war, seinen Ehemann endlich gefunden zu haben, zerriss sein Anblick ihm das Herz; Alecs Kopf hing ebenso kraftlos herab wie seine gefesselten Hände. Trotz der Schwärze seines Shirts sah Magnus die Spuren von Blut und Schweiß, die Alec vergossen hatte. An einigen Stellen war sein Shirt zerfetzt. Zu seinen Füßen hatte sich eine kleine Blutlache gebildet.
„Alexander…“ Magnus‘ Stimme war nur ein Flüstern, da er die Tränen niederkämpfen musste.
Mit immer schnelleren Schritten lief er den Mittelgang entlang, an den staubigen Sitzbänken vorbei, um zu seinem Mann zu kommen.

Er war kaum drei Meter entfernt, da prallte er plötzlich gegen eine unsichtbare Mauer und wurde zurückgeschleudert.
Irritiert versuchte Magnus es erneut, doch die Energiebarriere ließ nicht zu, dass er auch nur einen Zentimeter näher an Alec herankam…weder seitlich noch geradeaus.
„Alexander!“, rief Magnus nun lauter.
Endlich hob Alec den Kopf. Die Bewegung schien ihn unendlich viel Kraft zu kosten. Seine Augen waren trüb, als er versuchte, Magnus zu fokussieren, doch er tat es…und er lächelte. Trotz der aufgesprungenen Lippe, dem getrockneten Blut darauf und der geschwollenen Nase lächelte er.
„Magnus.“ Seine Stimme war so rau, dass sie kaum zu verstehen war. Alec reckte die steifen Glieder, so gut es ihm ohne Schmerzen möglich war. „Dann hast…du meine Nachricht…bekommen?“ Er klopfte mit dem Ring auf den Stein hinter sich.
„Ja…es hat meinen Blick auf die Tafel gelenkt. Ich war hier schon einmal, in Indonesien.“
Alec nickte langsam.
Als Asmodeus ihm den Zweck dieser goldenen Kugel erklärt hatte, hatte er sich Mühe gegeben, irgendetwas zu tun, das verriet, wo er war. Da er viele Stunden Zeit gehabt hatte, die Inschrift hinter sich zu ertasten, hatte er geahnt, das sie seinen Aufenthaltsort verraten konnte.
„Ich habe es vermutet…obwohl mein Indonesisch nicht…das Beste ist.“ Alec musste husten, was ihn gegen seinen Willen stöhnen ließ, weil sein Körper noch immer so wehtat. Noch nie hatte er sich so elend gefühlt.
Magnus schluckte hart. „Alles ist gut, Alexander, ich bin da. Ich bringe dich in Sicherheit.“
„Wenn du da mal nicht zu viel versprichst, mein Sohn.“

Magnus‘ Kopf ruckte nach links, als er die Stimme seines Vaters vernahm.
Dieser trat in aller Ruhe näher, ging vorne an Magnus vorbei und zu Alec hinüber.
Erneut schlug Magnus mit den Fäusten gegen die unsichtbare Wand, wieder mit dem gleichen Ergebnis…er kam nicht durch.
„Du bist früher hier, als ich dachte. Offenbar seinetwegen.“ Asmodeus hob seinen Stock leicht an und tippte damit gegen Alecs Bein. „Er ist recht klug, für einen Sterblichen.“
„Lass ihn in Ruhe“, sagte Magnus in scharfem Ton. „Ich bin hier, das wolltest du doch. Halt Alexander da raus.“
„Ihn da raushalten?“ Asmodeus warf Magnus einen langen Blick zu. „Er war doch der Grund, aus dem du mich nach so langer Zeit wieder besucht hast…er hat mich beschworen und mir geholfen, damals wieder in diese Welt zu kommen. Und, wenn ich mich recht entsinne, war er der Grund, warum du mich für alle Zeiten in den Limbus hast verbannen wollen.“ Asmodeus‘ Stimme wurde mit jedem Wort dunkler. „Du warst so erzürnt über meinen unschuldigen Versuch, dich auf den richtigen Weg zu bringen. Ich hätte wohl besser zugelassen, dass du alle Erinnerungen an diesen schwächlichen Nephilim ausradierst. Nun, kein Vater ist perfekt.“ Asmodeus zuckte die Schultern.
„Du hast ihn gezwungen, mir das Herz zu brechen“, erinnerte Magnus voller Bitterkeit. „Du hast uns beide damit gequält, für deine eigenen Zwecke!“
„Du verkennst mich und meine Motive erneut!“, widersprach Asmodeus erzürnt. „Es ging mir immer nur um dich, Magnus! Ich wollte, dass du das Leben führen kannst, das dir zusteht – mächtig, gefürchtet, unbesiegbar! Ein Vater muss doch das Beste für sein Kind wollen, doch du…du entscheidest dich wieder und wieder für Mundie und Engelsabkömmlinge. Sieh ihn dir doch an, er ist schwach!“
Asmodeus hob die Hand locker in die Luft und brach mit seiner Magie einen von Alecs Fingern.
Das Geräusch durchschnitt die Luft und ließ Alec aufschreien.
„Alec!“ Magnus sammelte Magie in seinen Händen, die blutrot leuchtete.
„Er kann gar nichts tun“, fuhr Asmodeus sachlich fort und führte die Bewegung erneut aus.
Zwei weitere Finger brachen.
Wäre Alecs Magen nicht leer, hätte er sich wohl übergeben. So schoss nur heiße Magensäure in seinen Mund, die er gerade so wieder schlucken konnte. Er wollte nicht schreien, er wollte nicht, dass Magnus sah, wie groß der Schmerz war, denn das wollte Asmodeus ja, dennoch kamen erstickte Laute der Pein durch seine zusammengepressten Lippen.
„Hör auf!“, brüllte Magnus und warf seine Magie mit beiden Händen gegen die Energiebarriere, die ihn von Alec und seinem Vater trennte.
Er sah die Erschütterung, aber die Mauer gab nicht nach. Sein Vater musste sie mit viel Mühe beschworen haben.
Wieder und wieder warf Magnus seine Magie dagegen, voller Zorn, mit dem Wunsch, seinen Vater zu erreichen, ihm ebenso weh zu tun, wie er Alec weh tat.

Es gelang ihm nicht.

„Haben Menschen nicht um die 200 Knochen?“, fragte Asmodeus, der eher gelangweilt wirkte dabei zuzusehen, wie sein Sohn sich abmühte. „Das heißt, wir könnten das noch eine ganze Weile spielen.“
Wieder durchschnitt das Geräusch eines brechenden Knochens die Luft.
Alec stand kurz vor der Ohnmacht und atmete stoßweise.
„Vater…bitte!“ Schweiß stand auf Magnus‘ Stirn und vermischte sich mit den Tränen, die aus seinen Augen flossen. Er gab seine Versuche auf, die Mauer zu zerstören, und sank auf die Knie.

Er war am Ende, er ertrug es nicht mehr, Alec leiden zu sehen.
Die letzten Stunden der Anspannung und Sorge hatten ihn völlig erschöpft. Er konnte das nicht mehr mitansehen.
„Ich flehe dich an…! Ich tue alles, was du willst, nur hör auf damit…“
Asmodeus blickte ihn an. „So tief bist du gesunken, mein Sohn?“
„Bitte“, wiederholte Magnus. „Bitte, mach ihn los. Wenn du willst, dass ich bettle, gut, dann tue ich es.“ Es war ihm gleich, ob das erniedrigend war, er wollte nur, dass Alec nicht mehr leiden musste.
Tatsächlich betrachtete Asmodeus ihn kurz prüfend und seufzte dann. „Schön, wieso nicht.“ Er schnippte mit den Fingern und die roten Fesseln um Alecs Handgelenke verschwanden.
Haltlos brach der Shadowhunter zusammen. Seine Beine waren durch das stundenlange Stehen wie Pudding und teilweise eingeschlafen. Mit viel Mühe konnte er sich auf den Rücken legen und stöhnend seine geschundene Hand auf seinen Bauch legen.
„Danke“, sagte Magnus, der zumindest kurz erleichtert war.
„Bedank dich nicht zu früh“, sagte Asmodeus lauernd. „Ich habe nicht vor, diesen Shadowhunter am Leben zu lassen. Ich wollte nur, dass du siehst, wie jämmerlich er ist, damit du endlich wieder zu Sinnen kommst.“ Missmutig schlug Asmodeus mit seinem Stock gegen Alecs Seite, was diesen ächzend zusammenfahren ließ.
„Aber was willst du denn?!“, rief Magnus verzweifelt. „Willst du meine Kräfte wieder? Von mir aus! Du kannst sie haben, nimm sie dir!“
„Magnus…nein!“ Alec war selbst überrascht, wie vehement ihm dieses Wort über die Lippen kam. Allerdings wollte er nicht, dass Magnus seinetwegen erneut auf seine Kräfte verzichtete. Zu gut wusste er noch, wie unglücklich Magnus danach gewesen war, er hatte jeglichen Lebensmut verloren gehabt.
„Es ist in Ordnung“, sagte Magnus mit Blick zu Alec. „Wirklich.“
Magnus wusste inzwischen, wie es war, ohne seine Kräfte zu leben und kurze Zeit hatte er erfahren, wie ein Leben ohne Alec war.
Beides war schmerzlich, doch dies war vor einem Jahr gewesen. Inzwischen, dessen war Magnus sich sicher, wäre ein Leben ohne seine Magie trostlos und quälend, doch ein Leben ohne Alec wäre überhaupt kein Leben mehr.

„Du bist so töricht die gleichen Fehler immer wieder zu begehen“, schnaubte Asmodeus, der nicht verstehen konnte, warum sein Sohn sich für einen Shadowhunter so erniedrige. So etwas durfte er nicht zulassen, es machte ihn verletzlich und brachte Schande über ihn und so ebenfalls über Asmodeus. „Doch du irrst, ich will deine Kräfte nicht.“
Magnus‘ tränennasse Augen sahen Asmodeus entkräftet an. „Was ist es dann, was ich dir geben soll? Was willst du?“
„Ich will, dass du wieder stark bist. Solange er hier am Leben ist, wirst du das niemals sein. Es tut mir leid, aber es ist nur zu deinem Besten.“ Asmodeus trat neben Alecs Kopf und setzte seinen Schuh auf seine Kehle.
Alec keuchte und hob die Hände, um Asmodeus wegzudrücken, aber wieder musste er feststellen, dass viel mehr Kraft in dem Dämon steckte, als seine menschliche Form vermuten ließ.
Vermutlich hätte Asmodeus ihn innerhalb eines Wimpernschlags töten können, aber er ließ sich Zeit. Er wollte es langsam tun.
„Nein, nein, nein, nein, tu das nicht!“, rief Magnus panisch und sprang auf, um sich mit voller Wucht gegen die Energiebarriere zu werfen. Schmerzhaft wurde er zurück geschleudert und zu Boden geworfen, doch er versuchte es erneut.
„Vater, nein! NEIN!“
„Du wirst es mir eines Tages danken“, versicherte Asmodeus und erhöhte den Druck auf Alecs Kehle.
Ein Röcheln entfuhr des Shadowhunter. Bunte Punkte tanzten vor seinen Augen, während alles andere schwarz zu werden begann.
Ob sich so sterben anfühlte?

Magnus war noch nie in seinem Leben so verängstigt gewesen. Er sah, wie Alec vor seinen Augen starb, und er schien nichts dagegen tun zu können.
Panisch blickte er auf die grausame Szene, die sich ihm bot, als ihm eine allerletzte Idee kam.
Er hatte zum letzten Weihnachtsfest von Alec eine sehr edel verzierte Seraphklinge geschenkt bekommen.
Für alle Fälle, wie er es begründet hatte. Sein Liebster neigte bei so etwas eher zu Pragmatismus, als zu Romantik.
Magnus benötigte die Waffe nie, er hatte immerhin seine Kräfte, doch nun holte er sie hervor. Alec hatte ihn versprechen lassen, sie immer bei sich zu tragen.
„Vater!“, schrie er und hielt sich die Klinge an die eigene Kehle. „Lass ihn sofort in Ruhe oder ich schwöre, ich lösche deine Linie an Ort und Stelle aus!“
Es war eine gewagte Aktion, denn Magnus setzte alles darauf, dass sein Vater die Wahrheit sagte und das alles hier irgendeine Art kranker Lektion für ihn war, weil Asmodeus doch noch sehr an seinem Sohn hing.
Asmodeus hielt tatsächlich inne. „Du würdest dir wirklich das Leben nehmen, für einen Shadowhunter?“, fragte er ungläubig.
„Er ist mein Ehemann“, sagte Magnus mit zitternder Stimme. „Geh weg von ihm, sofort, oder du wirst es erleben.“
Und er irrte sich nicht.

Asmodeus ließ fast sofort von Alec ab und drehte ihm sogar den Rücken zu.
Rasselnd holte Alec Luft und hielt sich hustend den wunden Hals.
„Mein Sohn, ich bitte dich, wer wird so dramatisch sein.“ Asmodeus kam mit erhobenen Händen zu ihm. „Leg das weg und lass uns reden. Zugegeben, ich habe vielleicht zu recht…drastischen Mitteln gegriffen.“
„Drastisch?!“, wiederholte Magnus schrill und wich zwei Schritte zurück. „Du hast meinen Mann entführt und gefoltert! Du wolltest, dass ich zusehe und weiß, wie sehr er leidet!“
„Nur, um dir zu zeigen, wie verwundbar er dich macht. Außerdem hattest du eine Strafe verdient, immerhin hast du mich bei unserem letzten Treffen sehr respektlos behandelt. Aber lass uns das vergessen.“ Asmodeus blieb stehen. „Reden wir offen miteinander. Ich bin bereit, das Leben deines Shadowhunters zu verschonen und dir deinen Verrat zu verzeihen, wenn du dadurch endlich tust, was seit Jahrhunderten deine Aufgabe wäre.“
Magnus ließ die Klinge etwas sinken. „Du willst, dass ich mit dir gehe.“
„Ja. Edom mag zerstört sein, aber wir finden andere Reiche“, ereiferte Asmodeus sich. „Ich habe Occid im Auge. Wir vertreiben die dort herrschenden Dämonen und regieren gemeinsam, Seite an Seite. Du wärst endlich ein König, mein Sohn.“

Diese Vorstellung war für Magnus genauso erschreckend und widerwärtig wie vor einem Jahr, denn er hatte kurze Zeit in Edom geherrscht und es hatte ihm nichts gegeben. Allerdings war die Lage anders.
Asmodeus hatte es auf Alec abgesehen und solange Magnus sich ihm widersetzte, würde er nie sicher sein. Er könnte seinen Vater töten, doch dies endgültig zu tun, nicht nur mit seiner menschlichen Form, wäre undenkbar schwierig und im Moment zählte nur, dass Alec in Sicherheit war.
Wenn Magnus mitging, hätte Asmodeus nie wieder einen Grund, Alec zu schaden.

„Na gut“, gab Magnus klein bei und warf die Klinge fort. „Wenn du Alec dafür in Ruhe lässt, werde ich mitkommen.“
Asmodeus sah überglücklich aus. „Mein Sohn…du wirst erkennen, wie richtig diese Entscheidung war!“ Er ließ die Energiemauer verschwinden und winkte Magnus zu sich.Dieser sah zu Alec, doch Asmodeus schüttelte den Kopf.
„Glaub mir, ein schneller Abschied ist besser. Wenn ich fort bin, werden seine Freunde ihn schon finden.“
Magnus nickte steif und kam näher, während Asmodeus ein Portal erschuf. Vermutlich würde er die Mundiewelt sehr lange nicht sehen.
„Magnus…tu das nicht“, kam es nun von Alec, der es endlich geschafft hatte, sich wenigstens hinzuknien. Das hatte ihn schon fast in die Ohnmacht getrieben.
„Es ist zum Besten von allen, Alexander“, sagte Magnus traurig. „Bitte, mach dir keine Sorgen…Jace und Izzy werden sich um dich kümmern.“

Als wäre das gerade Alecs größte Sorge.
„Magnus! Magnus…!“ Alec wollte aufspringen und seinen Mann packen, aber er war zu weit weg und Alec würde es nie auf die Beine schaffen.
Hilflos sah er zu, wie Magnus neben seinen Vater trat.
Seine Gedanken rasten.
Er durfte das nicht zulassen…Magnus wollte sich opfern, erneut, er konnte nicht wieder dabei zusehen und es geschehen lassen. Dieses Mal nicht.
„Er verabscheut dich nach wie vor von ganzem Herzen!“, rief Alec gen Asmodeus. Zum Glück musste er zum Sprechen nur seinen Mund bewegen, der schmerzte wenigstens nicht. „Er geht nur mit dir, um mich zu beschützen…weil er mich liebt. Dich wird er niemals lieben.“
„Alexander“, sagte Magnus warnend, als Asmodeus inne hielt.
„Du weißt genau, er wird nie an deiner Seite bleiben“, fuhr Alec fort und berührte sein Fußgelenk unauffällig mit der gesunden Hand. „Er wird zu mir zurückkehren wollen!“
Asmodeus fixierte Alec erneut.
„Hör nicht auf ihn, lass uns gehen“, drängte Magnus, der Alec am liebsten etwas an den Kopf werfen würde. Er redete sich ins Unglück!
„Er hat Recht“, sagte Asmodeus kühl. „Solange er existiert, wird dich immer etwas an diese Welt binden, du wirst immer den Wunsch haben, zu ihm zurückzukehren.“
„Und ich werde jede Sekunde…meines Lebens damit verbringen…Magnus zurückzuholen“, versicherte Alec entschieden und spuckte etwas Blut zur Seite aus. „Und dich werde ich vernichten und wenn ich dafür jeden Shadowhunter auf dieser Welt mobilisieren muss.“
„Alexander, sei ruhig!“
„Sie wollen es wohl nicht anders“, stellte Asmodeus fest und ging wieder auf Alec zu. „Es tut mir leid, Magnus, aber ich kann ihn nicht am Leben lassen.“
Mit einer Handbewegung wurde Alec in die Luft gehoben, so dass er mit Asmodeus gleich auf war.
„Nein, warte!“ Magnus wollte eingreifen, doch Asmodeus wehrte seine Attacke ab, ohne hinsehen zu müssen. Er wusste ja, wie gerne sein Sohn ihm in den Rücken fiel, dieses Mal würde er sich nicht wieder austricksen lassen.
„Doch nicht so schlau, wie ich glaubte, Mr. Lightwood“, sagte Asmodeus und legte die Hand an Alecs Kehle, um ihm das Genick zu brechen.
„Wird sich zeigen.“ Mit diesen Worten hob Alec die Hand und rammte Asmodeus den Seraphdolch in die Brust, den er aus dem versteckten Halfter an seinem Knöchel gezogen hatte.
Asmodeus zuckte zusammen, mit aufrichtiger Überraschung im Gesicht und für einige Sekunden vollauf damit beschäftigt, doch natürlich zeigte es keine nennenswerte Wirkung.
„Das ist schon alles?“, fragte Asmodeus hämisch, was Alec lächeln ließ.
„Nein. Das war die Ablenkung.“

Ehe Asmodeus begriff, wurde er von den Füßen gerissen.
Alec schlug wieder auf dem Boden auf, das schien heute sein Schicksal zu sein, dicht neben Asmodeus, dessen Unaufmerksamkeit Magnus genutzt hatte, um mit Magie eine der Sitzbänke aus dem Boden zu reißen und sie auf ihn zu schleudern. Das Holz zerbarst und flog in alle Richtungen, während Asmodeus mit dem Boden kollidierte.
Rote Energiefesseln krochen über den Boden und schlangen sich Schicht für Schicht um Asmodeus. „Schon wieder?!“, stöhnte dieser. „Du willst mich schon wieder verraten?!“ Ein Moment der Unaufmerksamkeit…dieser verfluchte Shadowhunter!
„Verbanne mich nur, egal wohin, ich werde immer zurückkehren und dich finden!“
„Deswegen werde ich dich dieses Mal töten“, sagte Magnus mit fester Stimme. Seine goldenen Augen wurden dunkler, während er die Fesseln enger zog. Das war seine Chance.
„Du willst…deinen Vater töten?! Das letzte, das von deiner Familie übrig ist?!“, keuchte Asmodeus und wandte sich unter den enger werdenden Schlingen.
Es stimmte wohl, trotz allem war Asmodeus sein Vater und es würde einen weiteren Schatten auf Magnus‘ Seele werfen, seine Existenz zu beenden, doch nach allem, was er getan hatte…

„Nein“, kam es plötzlich von Alexander. „Töte…töte ihn nicht…“
„Aber Alexander“, sagte Magnus perplex und ließ die Hände sogar kurz sinken. „Nach allem, was er dir angetan hat…“
„Trotzdem…er ist dein Vater…töte…ihn nicht…“ Magnus glaubte vielleicht, er wolle es tun, doch Alec kannte seinen Mann besser. Er würde darunter leider und es sich nicht verzeihen.
Sollte jemand anders Asmodeus‘ Existenz auslöschen, nicht Magnus, nicht heute.
Magnus presste die Lippen zusammen. Alec war jung, aber sehr weise. „Na schön.“
Mit einem Schrei warf Magnus die Arme zur Seite und schleuderte Asmodeus durch das Kloster. Sanft war er dabei nicht.
„Viel Spaß in Occid. Sieh es als meinen Beitrag für die Vater-Sohn-Beziehung, dass ich dich für deine Taten nicht töte!“ Mehr konnte Asmodeus nicht von ihm erwarten.
Mit diesen Worten schmetterte er seinen Vater durch das geöffnete Portal, das sich direkt hinter ihm schloss und nur Stille hinterließ.

Erschöpft starrte Magnus einen Moment zu der Stelle, ehe er die Hände sinken ließ und rennend neben Alec auf den Boden rutschte.
„Alexander…“ Er traute sich kaum, ihn zu berühren, weil sein ganzer Körper mit Wunden übersäht schien. Vorsichtig hob er wenigstens seinen Kopf. „Das war so leichtsinnig von dir, er hätte dich beinahe getötet!“
„Hmpf“, machte Alec. „Izzy sagt…ich bin eine fabelhafte Ablenkung…Q.E.D.“ Alecs Atem war flach, seine Augen nur halb offen.
Magnus blinzelte seine Tränen weg und fuhr Alec vorsichtig durchs Haar. „Mein tapferer Soldat. Halte durch, nur noch ein bisschen…ich bringe dich ins Institut, dort versorgen wir deine Wunden. Bitte, du musst wach bleiben, damit wir durch das Portal können, ja?“
Er hob Alexander so vorsichtig wie möglich auf seine Arme, dennoch stöhnte Alec auf.
„Magnus…ich…“ Alec wollte seinem Mann so viel sagen, weil er sich fühlte, als würde das Leben aus ihm strömen. „Das hier…war nicht deine Schuld…und ich…liebe dich…“
Es brach Magnus das Herz. „Schon gut. Nicht reden, konzentriere dich einfach aufs Atmen“, sagte er mit erstickter Stimme und küsste Alecs Augenbraue, die einzige Stelle, die noch heil schien.

Er öffnete ein Portal zum Institut und trat mit Alec hindurch.

~*~


________________________________________________________________________

So...da sind wir XD Ich habe echt lange überlegt, ob es einen großen Kampf gibt, ob Magnus Asmodeus tötet...aber den Vater töten ist schon so eine Sache und letztlich meint Asmodeus es gut, in seiner ganz verdrehten, kranken, grausamen Art...wir wissen ja, ohne Alec wäre Magnus wohl wirklich ein mächtiger Höllenfürst *hust* Und da ich die Serie weiter schreibe, wenn ich Asmodeus töte, kann ich ihn nicht nochmal verwenden, also wieder zurück in die Verbannung XD Alternativ hätte er noch seine "menschliche" Form töten können, aber wie Sebastian sagte, die kommen ja trotzdem immer wieder, also...lag nicht an mangelnden Ideen oder Alternativen, sondern Hauptsache erstmal weg XD
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast