Alle Legenden sind wahr…noch immer

von Mindy
GeschichteDrama, Schmerz/Trost / P16 Slash
Alexander "Alec" Lightwood Isabelle "Izzy" Lightwood Jace Wayland / Jonathan Christopher Herondale Magnus Bane
06.07.2020
16.08.2020
10
43.490
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Dieses Kapitel
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11.07.2020 3.131
 
Hallo zusammen^^
Eigentlich wollte ich immer eine Woche warten, bis ich das nächste Kapitel poste, aber ich habe gerade Zeit, also ziehe ich es vor. Ich dachte ja auch, dass sich noch ein paar interessierte Leser finden, aber scheint nicht so zu sein...sehr schade. Ich hatte so viel Spaß beim Schreiben, dass ich mich freuen würde zu hören, ob es euch beim Lesen auch ein wenig so geht^^
Also ein großes Danke an die bisherigen Review-Schreiber!
@Tabati: Danke schön, ich hoffe, ich kann deine Erwartungen weiterhin erfüllen^^
@Stevie: Geht mir auch so, Alec ist so cool und doch niedlich, ich habe versucht, das entsprechend zu gestalten.
@Piccolo II: Ja, finde ich auch, wir erfreuen uns ja doch daran, wenn wir sehen, dass unser Partner ein wenig um uns kämpft ;-) Freue mich, dass du dabei bist!
@annaromantika: Das freut mich zu hören, ich hoffe, ich kann dich weiter begeistern ^^

In dem Kapitel wird viel gequatscht und die Handlung geht noch langsam voran, aber ich verspreche, das wird noch besser. Ich wollte nur kein 13 Seiten Kapitel posten, abgeschlossen hat die FF nämlich 73 Seiten. XD
Dieses Mal also etwas kürzer als das erste Kapitel, aber ich wünsche ebenso viel Vergnügen!
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Als Magnus am nächsten Morgen erwachte, fand er sich in Alecs Armen wieder. Sie hatten ihren Konflikt in der Nacht ziemlich leidenschaftlich beigelegt und keinen Gedanken mehr an Underhill oder dessen Probleme verschwendet.

Als Alec allerdings gerade unter der Dusche stand und Magnus ihnen ein schmackhaftes Frühstück zauberte, wanderten die Gedanken des Hexenmeisters doch zurück zu der Szene des gestrigen Abends. Dieses Gefühl, als er in das Büro getreten und gesehen hatte, wie ein anderer Mann seinen Alexander küsste, hatte eine Welle von Gefühlen in ihm erweckt, die ihn fast überrollt und dabei alle Vernunft und jede Rücksicht mit sich gerissen hatte. Er hatte Underhill wehtun wollen. Magnus wusste selbstredend um seine Qualitäten und war entsprechend selbstbewusst, dennoch musste er sich eingestehen, dass er wirklich eifersüchtig gewesen war. Immerhin war er Alecs erste und bisher einzige Beziehung gewesen und es kam bei Sterblichen, nicht unbedingt grundlos, durchaus vor, dass sie sich irgendwann fragten, was es sonst noch gab. Im Gegensatz zu Magnus konnte Alec schließlich nicht von sich behaupten, schon alles erlebt und jedes Bedürfnis, jede Fantasie, ausgelebt zu haben.    
„Magnus? Magnus?“ Eine Hand wedelte vor seinem Gesicht auf und ab und riss Magnus aus seinen Grübeleien. Alec stand mit noch feuchten Haaren vor ihm und musterte ihn mit leicht schief gelegtem Kopf. Er roch nach dem Shampoo, das Magnus braute und das sie gemeinsam nutzten. Alec hatte schon immer eine Schwäche dafür gehabt. „Alles in Ordnung?“ Ein Hauch Sorge lag in seiner Stimme.    
„Ja, bestens“, erwiderte Magnus lächelnd und gab Alec einen Kuss.      
„Wirklich?“ Sie setzten sich an den Frühstückstisch und Alec schenkte ihnen Kaffee ein.
„Nun…“ Magnus schwieg kurz, während er der schwarzen Flüssigkeit in seiner Tasse beim Rotieren zusah. Er sollte wohl nicht davon anfangen, aber sie hatten sich versprochen, Sorgen offener zu kommunizieren. In der Vergangenheit hatte ihnen Schweigen nur noch mehr Probleme gemacht und zu Konflikten geführt. Also atmete er durch. „Ich überlege…fragst du dich manchmal, ob du…etwas verpasst? Beziehungstechnisch meine ich.“ Magnus hob den Blick, um Alecs Reaktion zu beobachten.    
Erneut legte Alec den Kopf ein wenig schief und verengte die Augen um einige Millimeter, wie immer, wenn er unschlüssig oder verwirrt war. Magnus liebte diesen leicht konfusen Ausdruck im Gesicht seines Liebsten, ganz im Gegensatz zu Alexander, der nicht mochte, wenn er etwas nicht begriff. „Ist das der Beginn eines Gesprächs darüber, ob wir eine offene Beziehung führen sollten? Denn dann muss ich erst ein paar Tassen Kaffee trinken…“    
„Nein, nein, sowas meinte ich nicht“, wehrte Magnus schnell ab und wedelte mit den Händen, als wollte er eine lästige Fliege verscheuchen. So etwas kam für ihn nicht in Frage, er war treu und erwartete dies ebenso von seinen Partnern. „Ich meinte eher, weil du nur mit mir zusammen warst und bist, ob du manchmal überlegst, ob du…etwas verpasst…oder verpasst hast.“    
Alec blinzelte. „Ist das wegen gestern? Magnus, ich sagte doch, es…“    
„Nein, das gestern ist vergessen, wirklich. Nur kam mir eben der Gedanke, dass es nicht ungewöhnlich wäre, wenn du dich fragst, was es sonst noch gibt und gegeben hätte“, präzisierte Magnus und versuchte seiner Stimme einen lockeren Ton zu verleihen. Es wäre völlig legitim, Alec war schließlich noch sehr jung und es war ungewöhnlich, dass sich jemand so früh sein Leben lang nur einer Beziehung verpflichtete. Sonst sammelte man erst verschiedene Erfahrungen. Dennoch musste der Hexenmeister sich eingestehen, dass es ihn traurig machen würde, wenn er Alexander nicht alles geben könnte, was dieser sich wünschte. „Denn ich bin sicher, falls du…ich weiß nicht, Wünsche hättest, dass wir experimentieren könnten“, fuhr er fort, da Alec ihn nur weiter musterte. „Ich habe da sexuell einiges ausprobiert, zwar gibt es Grenzen, aber ich könnte mich bestimmt überreden lassen, unser eigentlich beträchtliches Repertoire noch zu erweitern…“ Magnus sah überall hin, während er redete, nur nicht zu Alec.    
„Magnus…“
„Oder bestimmte Techniken zu ändern, vielleicht andere Musik bei Dates oder mal kein Besuch im Restaurant sondern…ich weiß nicht, bei einem Heavy Metall Konzert oder was man so als aufregende Erfahrung bezeichnen würde…“    
„Magnus“, wiederholte Alec nun mit Nachdruck und legte seine Hand auf die des Hexenmeisters. Dieser redete immer etwas viel und schnell, wenn er unsicher war. Geduldig wartete Alec, bis Magnus ihm in die Augen sah. „Glaub mir, wenn ich dir sage, dass ich zufrieden bin, wie es ist“, sagte er ruhig und meinte es genau so, wie er es sagte. „Mir fehlt nichts. Ich liebe unsere Dates, ich liebe unser Sexleben und ich liebe dich. Ich vermisse nichts.“    
„Wirklich?“ Erleichterung durchströmte Magnus und automatisch lächelte er.    
„Wirklich“, bestätigte Alec lächelnd. Vielleicht fühlte Alec so, weil er keine Vergleichsmöglichkeiten hatte, aber das war im Grunde unwichtig. Wichtig war, dass Magnus ihn glücklich machte. „Ich muss mich nicht umschauen, neue Erfahrungen machen oder etwas suchen, ich habe es schon längst gefunden. Bei dir. Das mag mich zu einem Spießer machen, aber…“ Alec zuckte gleichgültig mit den Schultern.    
„Nein, das tut es nicht“, sagte Magnus und strich Alec zärtlich über die Wange. „Das macht dich so besonders.“ Das war einer der Gründe gewesen, warum Magnus sich so Hals über Kopf in den Shadowhunter verliebt hatte: Alec gelang es immer wieder, ihn zu überraschen und dies hatte sich im Laufe ihrer einjährigen Ehe nicht geändert.      
Alec lächelte und errötete leicht über das Kompliment. Sie küssten sich sanft.
„Heavy Metall Konzert?“, fragte der junge Mann nun doch amüsiert.    
Magnus zuckte schmunzelnd die Schultern. „War nur meine erste Idee. Nein?“    
„Nein.“ Alec grinste und nahm seine Kaffeetasse. „Und jetzt denk nicht mehr daran.“    
„Du hast recht.“ Magnus klatschte fröhlich in die Hände und nahm sich ein Croissant, in das er herzhaft hineinbiss. Er liebte es, wenn sie noch warm waren. „Sollen Lorenzo und Underhill uns mit ihren Problemen gestohlen bleiben.“      


Obwohl Alec seinem Ehemann diesbezüglich voll und ganz zustimmte, schien das Schicksal andere Pläne mit ihnen zu haben. Sie hatten ihr Frühstück gerade beendet, als es an der Tür klopfte.
„Erwartest du jemanden?“, fragte Alec, der in seine Jacke schlüpfte, woraufhin Magnus den Kopf schüttelte.    
„Du weißt doch, ich empfange hier kaum Klienten, ich gehe meist zu ihnen.“ Diese Wohnung gehörte Alexander und ihm und sollte kein Arbeitsplatz werden. Er schnippte mit dem Finger und die Tür öffnete sich automatisch. Beide Männer starrten mehr oder minder entgeistert auf Lorenzo Rey, der dahinter zum Vorschein kam.    
„Hallo die Herren.“ Der Hexenmeister trat ein. „Magnus. Inquisitor Lightwood-Bane.“ Er fixierte Alec mit einem Blick, den dieser nicht deuten konnte.    
„Lo…renzo“, grüßte Alec unbeholfen. Das konnte kein Zufall sein. Vielleicht hatte Underhill gestern wirklich schon mit seinem Freund gesprochen…und ihm von dem Ausrutscher mit Alec erzählt. Alec musterte Lorenzo angespannt und fragte sich, ob er gleich die Wut des Hexenmeisters zu spüren bekam, so wie Andrew gestern die von Magnus.    
Magnus schien ähnlich zu denken, denn er trat mehrere Schritte vor, so dass er zwischen Alec und Lorenzo stand. „Lorenzo. Welch seltener Besuch in unserem Haus, noch dazu ohne Ankündigung. Wie können wir dir helfen?“    
Lorenzos Blick wanderte von Alec zu Magnus. „Ich weiß, es ist recht spontan, aber…ich hätte ein paar persönliche Dinge zu besprechen. Wenn du etwas Zeit erübrigen könntest?“    
Magnus und Alec tauschen einen Blick, ehe Magnus wieder zu Lorenzo sah. „Sicherlich, ich habe meinen ersten Termin erst in einer Stunde. Worum…geht es denn?“ Hoffentlich hatte Lorenzo nicht Magnus‘ Magie an seinem Partner wahrgenommen, das zu erklären wäre sonst sicherlich ein peinliches Unterfangen.    
„Es ist eher ein Hexenmeisterproblem…aber privater Natur“, erklärte Lorenzo mit Blick zu Alec, was wohl hieß, dass er in seiner Gegenwart nicht darüber reden wollte.      
Alec war überaus zufrieden damit, denn es klang, als käme Lorenzo mit ähnlichen Sorgen zu Magnus wie Andrew gestern zu ihm.    
„Kein Problem, ich muss sowieso los, wir haben eine Ratssitzung.“      
„Hervorragend. Hübsch habt ihr es hier. Etwas klein…“, sinnierte Lorenzo und lief einfach Richtung des Wohnbereichs, um sich weiter über die Einrichtung auszulassen.    
Magnus warf Alec einen leidenden Blick zu, den dieser nur mit einem Schulterzucken quittierte. Da musste sein Ehemann jetzt wohl durch. In dieser Konstellation würde es zudem nicht mit einem Kuss enden, da war sich Alec ziemlich sicher.    
Plötzlich fuhr Lorenzo herum und sah Alec mit ungewöhnlicher Begeisterung an. Dies wäre wohl anders, wüsste er, was sein Freund und Alec gestern getan hatten. „Übrigens, Mr. Lightwood-Bane, nächste Woche gibt es eine Ausstellung besonders seltener Keramikartefakte. Ich erinnere mich, dass Sie versuchten, in diesem Bereich tiefergehende Kenntnisse zu erwerben und ich bin zweifellos ein Spezialist. Wenn Sie wollen, wäre ich so großzügig, Sie als Kenner zu begleiten und Ihnen bei Ihrer Fortbildung behilflich zu sein.“      
„Ähm…“ Alec runzelte die Stirn. „Das klingt…“ Er sah zu Magnus und war kurz aufrichtig verwirrt, als ihm einfiel, dass er dieses Interesse damals als Vorwand genutzt hatte, um Lorenzo aus dem Wohnzimmer seines Hauses zu bekommen, damit Magnus sich in Ruhe die Ley-Linien hatte ansehen können. „…wirklich interessant“, schloss er, weil Lorenzo ihn so erwartungsvoll ansah. Irgendwie musste er da rauskommen, sonst würde das wohl der Abend sein, an dem er vor Langeweile starb. „Aber ich bin im Moment zeitlich wirklich sehr…eingespannt, daher…“ Er schickte einen hilfesuchenden Blick zu Magnus, der allerdings eher amüsiert wirkte, dass sein Mann sich so abkämpfte. Alec war zwar besser im Lügen geworden, aber es spontan zu tun lag ihm nach wie vor nicht.    
Endlich erbarmte Magnus sich und legte eine Hand auf Lorenzos Schulter. „Ich sehe meinen Mann schon recht selten, ich weiß nicht, ob ich dir gestatten kann, ihn einen ganzen Abend in Anspruch zu nehmen. Zudem haben wir bald Hochzeitstag.“    
„Oh.“ Lorenzo nickte bedächtig. „Das verstehe ich…ah! Du könntest mitkommen, sicher gibt es noch einiges, das du von mir lernen könntest“, sagte der Hexenmeister verständnisvoll und doch gewohnt eingebildet.    
Magnus‘ Augenbrauen zuckte in die Höhe. „Wie bitte?“    
„Ich muss los, bis heute Abend“, sagte Alec eilig und hob die Hand zum Abschied. Besser, er war weg, wenn die Streitigkeiten zwischen den beiden Hexenmeistern losgingen.      
Schnellen Schrittes ging er zur Tür und war draußen, noch ehe Magnus‘ zu einer Erwiderung angesetzt hatte.

                                                                                         ~*~

Während der Ratssitzung war Alec abgelenkter, als er zugeben würde. Er hoffte, dass Magnus mit Lorenzo zurecht kam und ihre schöne Wohnung ganz blieb.      
,Er hat Recht, schon in zwei Tagen haben wir unseren ersten Hochzeitstag.‘ Die Zeit schien wie im Flug vergangen zu sein. Sie hatten noch nicht darüber geredet, was sie tun wollten, aber vorsorglich hatte Alec sich frei genommen. Er konnte sich gut vorstellen, dass Magnus etwas Extravagantes geplant hatte, das Besuche in mehreren Ländern und Städten miteinschloss. Alec überlegte allerdings noch, was er seinem Mann schenken konnte. Zu den meisten Anlässen verzichteten sie auf Geschenke, Magnus besaß ohnehin so gut wie alles, was ein Mensch besitzen konnte, doch anlässlich ihres Hochzeitstages wollte Alec doch ein Geschenk kaufen.

„Die Anzahl abtrünniger Schattenjäger hat jüngst wieder zugenommen“, bemerkte Ratsmitglied Rosales und betrachtete die Zahlen, die mittels Technik an die Wand geworfen wurden. „Das liegt vor allem an den ganzen…Neuerungen in Bezug auf die Unterweltler.“    
Alec wurde hellhörig und drehte den Kopf. Diese Seitenhiebe konnte er inzwischen sehr genau einordnen. „Sie meinen, dass wir engere Beziehungen mit ihnen pflegen und sie nicht nur als Gegner verstehen“, sagte Alec höflich, obwohl er wusste, dass Rosales vielen dieser Ideen noch immer skeptisch gegenüberstand.
„Wie man es ausdrücken mag, viele von uns haben Freunde und Familie durch Unterweltler verloren, die nun teilweise in Alicante ein und ausgehen, das stößt auf Ablehnung und kann eine unschöne Entwicklung nach sich ziehen, die wir im Auge behalten müssen“, führte Rosales aus, wobei er alle Unterweltler munter über einen Kamm scherte.      
Da Alec noch nicht sehr lange im Rat war, bemühte er sich, diplomatisch zu sein, aber immer gelang es ihm nicht…vor allem nicht bei solchen Kommentaren. „Ich bin sicher, wer genau hinsieht, wird feststellen, wie positiv und ertragreich diese Entwicklungen für alle Seiten sind“, sagte er deshalb, obwohl Rosales bereits zum nächsten Punkt hatte übergehen wollen.      
Der Schwarzhaarige schenkte Alec ein müdes Lächeln, wobei sich die Falten um seinen Mund und in seinen Wangen unschön verzogen. „Mir ist bewusst, Mr. Lightwood, dass es sich hierbei um Ihr ganz persönliches Projekt…“    
„Lightwood-Bane.“    
Rosales sah ihn konsterniert an, weil er es nicht gewohnt war, unterbrochen zu werden, geschweige denn korrigiert. „Wie bitte?“    
„Mein Name ist Lightwood-Bane“, wiederholte Alec freundlich lächelnd. „Möglich, dass Ihnen meine Hochzeit entgangen ist.“    
Der Blick des Mannes war eisig. „Niemandem ist sie entgangen.“ Rosales lächelte sparsam. „Wie auch immer, was ich sagen will, die Loyalität und Zufriedenheit unseres Volkes muss im Vordergrund stehen.“
Einige an dem halbkreisförmigen Tisch nickten zustimmend.      
Alec zog die Augenbrauen hinauf, weil er eigentlich der Meinung war, dass der Frieden zwischen all ihren Rassen und die Bekämpfung von Dämonen im Vordergrund zu stehen hatten, aber Lydia grätschte dazwischen. Sie war inzwischen ebenfalls häufig bei Ratstreffen, allerdings nur selten anwesend, weil sie das Institut in Amsterdam führte.      
„Wir müssen die Entwicklungen definitiv im Auge behalten“, stimmte die Blonde diplomatisch zu. „Dennoch ist klar, wenn diese abtrünnigen Shadowhunter gegen das Abkommen verstoßen oder, wie jüngst geschehen, Dämonen beschwören, um Chaos zu verursachen, müssen sie hart bestraft werden.“    
„Ich stimme zu“, sagte Alec zufrieden und lehnte sich wieder zurück. Die Blonde lächelte ihm kurz zu, während die Sitzung weiter ging.      

Zuletzt wurde noch über den erhöhten Energieanstieg in verschiedenen Stadteilen New Yorks sowie anderen Städten in den USA gesprochen. Bisher gab es keine Erklärung dafür und Alec meldete sich freiwillig, das New Yorker Institut deswegen zu besuchen. Er hatte Jace und Izzy schließlich versprochen, trotz seines Umzugs nach Alicante nicht fremd zu werden und er wollte nach Jace sehen. Obwohl es fast ein Jahr her war, dass Clary ihre Erinnerungen verloren und aus ihrem Leben verschwunden war, spürte Alec häufig, dass Jace noch immer traurig war und sie vermisste. Er konnte es verstehen, ginge es um Magnus, würde Alec ebenso wenig darüber hinwegkommen, auch nicht nach einem Jahr, vermutlich nicht einmal nach zehn Jahren.
Allerdings hatte dieses dumpfe Gefühl des Schmerzes, das beständig von Jace ausgegangen war, gestern abgenommen, wie Alec bewusst wurde, als die Sitzung geschlossen wurde und er seine Unterlagen zusammenräumte. Er war zu abgelenkt gewesen, um sich darauf zu konzentrieren, aber er hatte das Gefühl, als hätte sich etwas verändert…als sei Jace glücklich. Vielleicht begann er doch langsam wieder in ein Leben ohne Clary zu finden.    
„Alec, du musst wirklich etwas achtsamer mit der Wahl deiner Feinde sein“, sagte Lydia, die zu ihm getreten war und halb tadelnd lächelte.    
„Hm?“ Alecs Blick glitt automatisch zu Rosales, der sich mit zwei weiteren Ratsmitgliedern unterhielt. „Er ist nicht mein Feind.“    
„Das sieht er möglicherweise anders.“    
Alec zuckte mit der linken Schulter. „Warum soll das meine Sorge sein?“      
„Alec.“ Lydia seufzte. „Ich weiß, du hältst nicht viel von Politik und diesen Spielchen, aber als Inquisitor geht es nicht anders, das weißt du.“    
Da hatte seine ehemalige Verlobte leider recht. Alec hatte es als Leiter des Instituts gemerkt und es war in seiner neuen Position nur schlimmer geworden; die meisten Kämpfe, die er hier austrug, waren Wortgefechte, es ging um Schmeicheleien, Vetternwirtschaft und Versuche, Macht zu gewinnen, Einfluss zu sichern, Familiennamen rein zu waschen oder Fehler zu vertuschen. Es war anstrengender als jeder Kampf mit Dämonen, den er je geführt hatte. „Schön“, gab er nach und nickte. „Ich gebe mir Mühe, mich besser mit Rosales zu verstehen.“    
„Ach was, hass ihn ruhig weiter“, wehrte Lydia ab und schüttelte den Kopf. „Nur lass deinen Ton nicht mehr danach klingen, dass du ihn für einen Arsch hältst, das reicht schon.“    
Sie grinsten einander an. „Es ist immer schön, wenn du hier bist“, sagte Alec ehrlich. Lydia war eine gute Freundin und unterstützte ihn und seine Vorhaben meistens. Er würde ihr zudem auf ewig dankbar sein, dass sie sich bei ihrer Hochzeit so verständnisvoll gezeigt hatte, so dass Alec seinem Herzen hatte folgen können.      
„Gewöhn dich dran, vielleicht bin ich irgendwann dauerhaft hier, dann werde ich dir genauer auf die Finger schauen“, scherzte sie zwinkernd, obwohl Alec dies nicht einmal so unrealistisch fand. Lydia respektierte das Gesetz und setzte es durch, wie er wusste.    
„Das wäre eine Bereicherung“, sagte er aufrichtig und wünschte ihr alles Gute, ehe sie sich verabschiedeten.
Er würde am besten direkt nach New York reisen und nach seinen Geschwistern sehen…und natürlich seine Arbeit tun.
                                                                                      ~*~
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