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Somebody to love

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Azumane Asahi Ennoshita Chikara Nishinoya Yuu Sawamura Daichi Sugawara Koushi Tanaka Ryuunosuke
06.07.2020
23.11.2020
17
71.009
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
14.09.2020 7.136
 
Ich bekomme es irgendwie nicht so richtig hin mit dem jeden Montag posten ...
I'm sorry ^^'

Ich hoffe das Kapitel entschädigt dafür und viel Spaß beim lesen <3


lg AnubisBride


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Kapitel 8:
Das Ende eines langen Tanzes

Es war kurz nach acht Uhr, als Yuu wach wurde, in die Küche tapste und alleine war.
Asahi war nicht da. Das war seltsam – normalerweise saß Asahi immer um diese Zeit in der Küche und fütterte Yuna. Selbst wenn Yuu theoretisch spät dran war.

Vorsichtig schlich der Libero sich die Treppe hoch und fand Asahi schließlich in Yunas Zimmer. Der Ältere hatte sein Kind auf dem Arm, war jedoch der Tür zugewandt und hatte Yuu entsprechend kommen sehen.
„Alles gut?“, fragte Yuu vorsichtig, doch Asahi schüttelte den Kopf.
„Sie hat Fieber“, sprach Asahi mit besorgter Stimme, „Wenn wir gleich im Krankenhaus sind, werde ich mit ihr zum Kinderarzt gehen.“



Sie kamen im Krankenhaus an und nachdem Asahi Yuu bis zur Station begleitet hatte, machte er sich auf den Weg zur Kinderstation.
Yuus Untersuchungen zogen sich, er wollte gehen, wollte zu Asahi und fragen, was mit Yuna war. Doch der Arzt wollte sicher stellen, dass mit Yuu alles in Ordnung war.

Schließlich saß Yuu auf einer Bank und wartete; er war fast ein gedöst, als sich die Tür öffnete und Asahi hinein kam.
„Nishinoya“, begann Asahi überrascht, noch bevor Yuu den Namen des Älteren losbrüllen konnte, „Ist … ist alles in Ordnung?“
Doch Yuu zuckte mit den Schultern: „Ich warte noch auf die Ergebnisse“ – er klang entgeistert – „Was ist mit Yuna?“
„Alles gut“, Asahi lächelte und strich Yuna – die wie immer vor Asahis Brust geschnallt war – über den Kopf, „Sie soll viel von ihrem Tee trinken, viel schlafen und dann sollte sie wieder gesund werden.“
Yuu nickte, das klang gut.
Schließlich kam der Arzt und ging mit ihnen ins Behandlungszimmer.
Yuu hatte Glück, es war nichts passiert. Doch es hätte auch anders laufen können und der Arzt erklärte ihm mehrere Dinge, die er besser lassen sollte und Dinge, die er statt dessen tun konnte.
Und schließlich verließen sie zu dritt das Krankenhaus.


Im Supermarkt um die Ecke kauften sie in Ruhe ein, Yuu wünschte sich Omureisu und Asahi konnte es ihm einfach nicht abschlagen.
Anschließend ging es nach hause und während Asahi die Einkäufe wegräumte und Tee für Yuna machte, versuchte Yuu die Kleine ins Bett zu bringen. Nur leider wollte Yuna absolut nicht ins Bett.
„Sie ist krank und sie hat vorhin die ganze Zeit geschlafen“, setzte Asahi an und stellte Yunas Trinkflasche zum abkühlen in ein Wasserbad, „Du wirst sie nicht dazu bekommen jetzt alleine in ihrem Bett zu schlafen.“
Er schmunzelte etwas, doch Yuu seufzte.
„Was machen wir denn dann am besten mit ihr?“, fragte der Kleinere, „Ich meine … ich werde wohl kaum mit ihr herum toben können.“
„Oh, nein! Du und deine Gehirnerschütterung werden hier auf gar keinen Fall herum toben“, setzte Asahi mit einer so ernsten Stimme an, wie Yuu sie kaum kannte, „Du kannst dich jetzt ruhig selbst beschäftigen – meinetwegen leg dich hin und schlaf oder schau Filme. Oder aber du hilfst mir. Aber du wirst nichts tun, was erneut deinen Heilungsprozess stört!“
Und Yuu wusste nicht, was in diesem Moment schlimmer war: das Asahi selbst auf ihn dominant-beängstigend wirkte, oder die Tatsache, dass es ihn wirklich anmachte.
„Ich … könnte Yuna den Tee geben?“, fragte Yuu vorsichtig.
„Wenn sie dich lässt, wäre das eine hervorragende Idee“, Asahi lächelte und sah zu Yuu, der Yuna noch immer auf dem Arm hatte. Jetzt wirkte Asahi wieder so friedlich wie immer.


Es endete damit, das Yuna sich tatsächlich von Yuu füttern ließ.
Yuu saß im Wohnzimmer auf seinem Lieblingsplatz und gab Yuna die Flasche Tee, die Asahi gemacht hatte. Nebenbei lief der Fernseher mit Berichten aus der Sportwelt.
Asahi hingegen war in seinem Zimmer und nähte.
„Nishinoya?“, kam Asahi die Treppe hinunter.
„Shhhht“, flüsterte Yuu zurück, „Gerade eingeschlafen.“
Asahi lächelte und kniete sich neben Yuu.
„Lass sie mich in ihr Bett bringen“, sprach Asahi leise und nahm Yuna, auch wenn Yuu sie nur ungern abgab.
Asahi verschwand oben und Yuu blieb alleine vor dem Fernseher zurück, auf dem mittlerweile eine Liebesschnulze lief. Gerade als der Mann seine Liebste in seine Arme zog und küsste, konnte Yuu sein Seufzen nicht mehr unterdrücken. Warum konnte Asahi ihn nicht so in die Arme nehmen und küssen? Er wollte auch!

Hina war dahin gehend nie ein Ausgleich gewesen. Sie war nur ein paar Zentimeter kleiner als Yuu und von den Beiden hatte er natürlich die stärkeren Arme gehabt, die er hatte um sie legen müssen.
Wenn er so darüber nachdachte, hatte sie ihn eigentlich kaum umarmt – nur zurück umarmt. Die Initiative war immer von Yuu ausgegangen. Nur das eine Mal nicht; das erste Mal – Yuus erstes Mal. Er war so scheiße nervös gewesen, es zu versauen, doch Hina hatte Erfahrung mitgebracht, was es leichter gemacht hatte. Sie hatte ihn dominiert und das war auch gut. Denn so energiereich, aufgedreht und dominant Yuu auch war, damals war es alles verflogen gewesen und Yuu hatte wirklich Zeit gebraucht, um im Bett mutiger zu werden.

Seufzend schaltete er um; er wollte die Schnulze nicht weiter sehen – es würde ihn nur runter ziehen.
Er lehnte sich zurück und schaltete die TV-Kanäle durch, bis er etwas interessantes fand und ließ das dann laufen.
Die Rückenlehne war so bequem und er war so müde vom nichts tun und dem Stress im Krankenhaus. Seine ganze Energie war weg.
Und schließlich fielen ihm die Augen zu.



„Noya?“, Asahis Stimme ließ ihn die Augen öffnen. Es war wieder dieser Traum. Asahi sah wunderschön aus wie immer. Der Großteil der Haare zu einem Knoten, damit Yuna nicht daran ziehen konnte, der Bart, der das Gesicht so wunderschön umschmeichelte und diese warmen, braunen Augen, die so viel Liebe ausstrahlten. Yuu lächelte.
Er musste diesen Mann küssen; er musste einfach!
Er drehte den Kopf leicht nach rechts, wo Asahi neben ihm hockte, streckte den linken Arm nach Asahis Nacken aus und zog ihn zu sich runter – kam ihm die letzten zehn Zentimeter entgegen und versiegelte ihre Lippen zum Kuss, während er die andere Hand ebenfalls in Asahis Nacken legte.
Asahi schien erst überrascht, doch dann ließ er sich darauf ein, schlang seine Arme um Yuus Körper; der Kleinere spürte wie Asahis Hände von seinem Nacken hoch in die kurzen Haare wanderten. Asahis Bart kratzte sanft an Yuus Gesicht.
Dieser Kuss war viel zu schön und viel zu real um ein Traum zu sein, er könnte …!

FUCK!

Das war kein Traum! Das war echt! Der Fernseher lief – die Werbung im Hintergrund war deutlich zu hören!
Er hatte Asahi geküsst! Wirklich geküsst! Er war dabei das Glasherz erneut zerschellen zu lassen!
Yuu löste die Arme von Asahis Nacken, unterbrach den Kuss und konnte Asahi schon gar nicht mehr richtig sehen – Tränen verwischten ihm die Sicht.
„En- Entschuldigung …!“, kam es schwach aus Yuus Kehle, „Ich … ich wollt das nicht …!“ – die Tränen rannten über Yuus Gesicht und er konnte einfach nicht aufhören zu weinen; er hatte Asahi weh getan und es schnürte ihm die Luft ab – „Es … es tut mir Leid!“

Und dann krabbelte er Wort wörtlich aus der Situation, rannte aus dem Wohnzimmer, die Treppe hoch, in sein Zimmer, knallte die Tür zu und ließ sich schluchzend an ihr hinunter sinken.
Wie konnte er nur so dumm sein? Wie konnte er Asahis Gefühle nur so dermaßen verletzen?
Asahi war einer seiner besten Freunde und man küsst keine besten Freunde! Wie konnte er nur so dumm und unvorsichtig sein?


Sein Telefon klingelte – dem Ton nach Ryuunosuke.
Vorsichtig nahm er den Anruf an und hielt den Hörer ans Ohr.
„Hey, Noya! Weist du was Nee-san …!“, setzte Ryuunosuke begeistert an, doch Yuu unterbrach ihn: „Ryuu!“
Das Schluchzen war nicht zu überhören und Yuu sah nahezu, wie seinem besten Freund das Grinsen aus dem Gesicht fiel.
„Scheiße, Noya! Was ist los?!“, war alles, was Ryuunosukes Stimme höchst besorgt von sich gab.
„Ich … ich hab‘s versaut, Ryuu! Ich … ich hab Asahis Glasherz zerstört“, schluchzte der Kleinere von ihnen auf.
Waaaaaaaaaas?!“, Ryuunisuke brüllte, „Heilige Scheiße, Noya! Was ist passiert?!“
„Ich hab gedacht ich schlafe und würde träumen und würde von Asahi … von ihm träumen aber … aber hab ich nicht! Ryuu, ich war wach! Ich war wach und dachte, ich wäre am träumen!“, schluchzte Yuu vorwurfsvoll gegen sich selbst.
„Noya, was hast du gemacht?“, Ryuunosuke schien ihm alles zuzutrauen.
„Ich … ich hab ihn geküsst“, schluchzte Yuu, „Ich hab ihn einfach geküsst! Wie konnte ich nur?! Wie konnte ich mich so gehen lassen? Asahi hat schon genug Kummer mit allem! Und dann kommt mein Sportunfall und heute Morgen ist Yuna krank geworden mit Fieber und ich wollte ihm helfen!Ich wollte ihm helfen und dann küsse ich ihn! Scheiße man!“
„Hey! Hey! Hey! Beruhige dich!“, warf Ryuunosuke schließlich, „Du … du hast ihn geküsst. Okay, das war nicht klug! Aber wie hat er reagiert? Hat er dich geschlagen? Ist er weggelaufen?“
„Ich …!“, schluchzte Yuu, „Ich bin weggelaufen. Ich … ich meine … ich hatte Angst …! Ich habe mich entschuldigt und gesagt ich wollte das nicht und dann bin ich weggelaufen. Ich weiß nicht, wie Asahi regiert hat, ich … ich konnte … ich wollte sein verletztes Gesicht nicht sehen. Ich … ich hab einen riesigen Schaden angerichtet, Ryuu!“
„Scheiße“, Ryuu seufzte, dann wurde er wieder Ernst, „Okay pass auf. Zu aller, aller erst musst du dich beruhigen. Beruhigen und runter kommen.“

Und es hatte fast zehn Minuten gedauert, bis Yuu sich wirklich beruhigt hatte. Beruhigt und aufgehört zu weinen.
Noch einmal erklärte er Ryuunosuke, was genau passiert war und schließlich seufzte dieser.
„Man, Noya“, der Jüngere schüttelte hörbar den Kopf, „Glaubst du, da lässt sich irgendwas positives raus ziehen?“
„Na ja …!“, Yuu überlegte und dann kam ihm ein Gedanke, der seine Wangen rot werden ließ, „Asahi kann wirklich gut küssen.“



Das Telefon klingelte und überrascht fixierten Braune Augen den Bildschirm.
„Asahi, was gibt es?“, Koushi lächelte.
„Ich … ich störe dich doch nicht, oder Suga?“, fragte Asahis Stimme vorsichtig.
„Nein, alles gut. Daichi und ich sind im Auto aber parken. Soll ich dich auf Lautsprecher stellen? Dann hört er mit“, sprach Koushi in seiner üblichen Gelassenheit, während er Daichi ein Lächeln schenkte.
„K-kannst du machen. Ich … ich …! Keine Ahnung“, sprach Asahi und Koushi hörte die Verwirrung deutlich heraus. Also stellte er auf Lautsprecher um.
„Du bis auf Laut, Asahi“, sprach Koushi ruhig, „Also, was ist los?“
„Nishinoya hat mich geküsst“, fiel Asahi mit der Tür ins Haus.
Waaaaaaaaaas?!“, die einzig mögliche Antwort kam synchron von Daichi und Koushi.
„Wie?! Also … wann?!“, fragte Daichi vollkommen perplex, während Koushi immer noch nicht ganz wusste, was er sagen sollte.
„Er … keine Ahnung. Ich hatte euch ja von seiner Gehirnerschütterung erzählt und dass er sich ausruhen muss“, begann Asahi, „Jedenfalls ist er im Wohnzimmer eingeschlafen und ich wollte ihn nur wecken und er … er öffnet die Augen, zieht mich zu sich runter und … und küsst mich!“
„Starke Gehirnerschütterung“, zog Daichi die Augenbrauen hoch.
„Mit Zunge?“, fragte Koushi leicht provokant und wusste, das Asahis Gesichtsfarbe nun in Richtung einer Tomate ging.
„N-nein“, antwortete Asahi leise.
„Koushi …!“, ermahnte Daichi seinen Freund, „Asahi, was ist dann passiert?“
„Ich … ich war verwirrt, wirklich. Aber … aber es fühlte sich so gut an und dann habe ich mich drauf eingelassen. Ich weiß, das war dumm und ich hätte das sofort beenden sollen aber … aber irgendwie wollte ich das und eigentlich wollte ich das schon lange …!“, Asahi seufzte, „Ich bin so dumm!“
„Asahi! Fokus!“, unterbrach Koushi ihn, „Ihr hab euch geküsst. Bist du dann weggerannt?“
Sie beide kannten Asahi, es wäre ihm mehr als nur zuzutrauen.
„Nein, er“, Asahi seufzte, „Er hat mich losgelassen, er hat geweint und … und dann hat er sich entschuldigt und ist weggerannt.“
„Nishinoya? Weggerannt?“, Koushi zog die Augenbrauen ungläubig zusammen.
„Starke Gehirnerschütterung“, nickte Daichi.



Es klopfte an Yuus Zimmertüre, doch Yuu wagte es nicht einmal zu atmen.
Er hatte vor einer halben Ewigkeit das Telefonat mit Ryuunosuke beendet und seit dem den unbeleuchteten Bildschirm des Handys angestarrt, das zwischen seinen Füßen lag. Yuu saß immer noch an seiner Tür.
Asahi hatte zuvor schon mal geklopft. Drei mal.

Das erste Mal hatte er gefragt, ob es Yuu gut ging – Yuu hatte nicht geantwortet.
Das zweite Mal hatte Asahi gesagt, dass sie über das, was passiert war reden sollten – Yuu hatte den Kopf geschüttelt, aber nichts gesagt.
Das dritte Mal hatte Asahi an der Tür geklopft und nach einem Lebenszeichen gefragt – Yuu hatte nichts gesagt, doch er hatte einmal schwach zurück geklopft.

„Abendessen ist fertig. Du solltest was essen … bitte“, Asahis leise Stimme. Dann hörte Yuu wie ein Teller auf den Boden gestellt wurde und Asahis Schritte, wie sie die Treppe hinunter gingen.
Vorsichtig, neugierig und weil sein Magen knurrte entfernte sich Yuu von der Tür und öffnete sie langsam.
Ein Teller mit Reis Omelette stand vor seiner Tür, ein Löffel lag neben dem Omelett auf dem Teller und … Yuu stockte. Das Omelett war verziert mit einem Herz; aber es war ein Herz, wie Koushi es immer gemacht hatte. Aber Koushi lebte in Gunma, das war eine Ewigkeiten von ihnen entfernt!

Er schüttelte den Kopf, holte das Essen in sein Zimmer und setzte sich wieder hinter die Tür.
Der Hunger war groß genug, um die Bedenken bei Seite zu schieben und zu essen.
Und verdammt! Schmeckte es gut!

Nach dem Yuu fertig gegessen hatte, hatte er den Teller vor die Tür gestellt. Daneben ein Zettel, auf den er „Es tut mit Leid Asahi“ geschrieben hatte.
Yuu rollte sich auf dem Boden zusammen und starrte auf sein Bett. Konnte er es wirklich wagen, sich ins Bett zu legen? Eigentlich hatte er verdient auf dem Boden zu schlafen.


Es klopfte an der Tür, ließ Yuu hochschrecken – war er eingeschlafen?
„Nishinoya?“, das war nicht Asahi auf der anderen Seite der Tür. War das …?
„Suga?“, fragte Yuu ungläubig.
„Hier“, kam es lächelnd von der anderen Seite der Tür, „Darf ich rein kommen?“
Yuu rappelte sich auf und öffnete die Tür.
„Wow! Du bist groß geworden“, da stand Koushi Sugawara – live und in Person!
Heulend fiel Yuu ihm in die Arme und Koushi legte seine Arme um Yuus Rücken und strich ihm sanft den Rücken hinunter.
„Hey, alles gut“, lächelte Koushi leise, „Beruhige dich. Du bist ja noch aufgekratzter als Asahi.“
„Ich hab Asahi weh getan“, schluchzte Yuu.
„Shhhhht! Beruhige dich“, flüsterte der ehemalige Karasuno Vizekapitän ruhig, „Ich glaube nicht, das du ihm weh getan hast. Du … du hast ihm vor allem erst einmal verwirrt.“
Yuu blickte auf, ließ sich von Koushi durch die Haare wuseln und dann ins Zimmer bringen. Er setzte Yuu auf sein Bett und holte dann den Schreibtischstuhl, um sich dem Libero Gegenüber zu setzten.
„Atme erst einmal tief durch“, begann Koushi und Yuu folgte, „Wie fühlst du dich?“
„Schlecht“, antwortete Yuu leise.
„Warum?“, fragte Koushi ruhig.
„Wegen Asahi. Also … wegen dem, was ich ihm angetan habe“, sprach Yuu weiter.
„Was denkst du, was du ihm angetan hast?“, fragte Koshi sanft.
„Ich … ich hab nicht aufgepasst. Ich hab ihn einfach geküsst. Dabei ist er doch in jemand anderes verliebt“, Yuu sah sein Gegenüber an, „Ich hab mir geschworen, sein Glasherz zu beschützen und dann hat Ayumi es kaputt gemacht und jetzt wollte ich es einfach nur vor weiteren Schäden bewahren, damit es sich wieder regenerieren kann. Aber … ich bin rücksichtslos hinein getreten.“
Koushi seufzte.
„Vielleicht solltest du das Asahi sagen“, der Ältere lächelte.
„Was?! Aber …!“, setzte Yuu an, doch der Grauhaarige brachte ihn mit einer Handbewegung zum schweigen.
„Weißt du, Asahi sitzt unten in der Küche und macht sich riesige Sorgen um dich und um eure Freundschaft“, setzte Koshi an, „Geh wenigstens runter und sag ihm, dass es dir und deiner Gehirnerschütterung gut geht. Und vielleicht erklärst du ihm, was und warum das zwischen euch passiert ist. Asahi ist ganz durch den Wind.“
„Ist er?“, fragte Yuu direkt nervös.
„Er hat die ersten Omlett-Eier in den Müll geschmissen und die Eierschale in die Pfanne“, mehr Erklärung brauchte es nicht.

Yuu seufzte leise.
„Würdest du mitkommen?“, fragte Yuu vorsichtig und stand auf. Koushi nickte und erhob sich ebenfalls.
Als sie das Zimmer verließen fiel Yuu auf, dass sein Teller weg war.
„Ich hoffe, mein Reis Omelett hat dir genau so gut geschmeckt, wie Asahis“, lächelte der Älteste und Yuu nickte.
„Das Ketchup Herz hat dich verraten“, lächelte Yuu matt und ergriff Koushis Hand, als sie die Treppe hinunter liefen.
Nach all den Jahren war Koushi eben immer noch die Team Mum.

Als sie in der Küche ankamen, erwartete Yuu eine weitere Überraschung.
„Daichi“, setzte der Kleinste der Runde an, trotz Koushis Anwesenheit überrascht seinen ehemaligen Kapitän zu sehen.
„Hey“, Daichi lächelte, stand an das Küchenfenster gelehnt, neben Asahi, der mit Yuna auf dem Arm auf seinem Platz saß.
Koushi schritt an Yuu vorbei und nahm Asahi seine Tochter ab. Ein Kopfnicken des Ältesten im Raum und Daichi folgte ihm aus der Küche.

Jetzt waren Yuu und Asahi allein und die Stille schien Yuu die Kehle zu zuschnüren.
Asahi sah nicht so aus, als ob er geweint hätte, aber er sah auch nicht glücklich aus.
„Ähm … hey“, Yuu lächelte nervös und setzte sich auf seinen Stuhl.
Asahi sagte nichts, sah ihn einfach nur an und so schwiegen sie.
„Was … war das heute Mittag?“, fragte Asahi irgendwann vorsichtig, sein Blick auf den Tisch zwischen ihnen gerichtet.
Yuu seufzte. Doch es nützte nichts. Er hatte den Schaden angerichtet, jetzt schuldete er Asahi wenigstens eine Erklärung.
„Ich … ich dachte, ich würde noch schlafen. Ich dachte, es wäre einer dieser super realen Träume, weißt du?“, begann Yuu und starrte auf die Tischplatte, Asahi nickte, „Ich hab einfach viel zu spät gemerkt, dass ich gar nicht schlafe. Und als ich es bemerkt hatte, war es schon zu spät. Ich …! Ich wollte dir nicht weh tun, Asahi. Ich wollte dein Glasherz nicht …!“
„Warte!“, Asahi unterbrach Yuu und ließ ihn aufsehen, der Ältere fixierte ihn mit verwirrtem Blick, „D-Du … du träumst von mir?“
Erst Asahis Aussage schien Yuu begreifen zu lassen, was er da gesagt hatte. Und mit hoch rotem Kopf nickte der Kleinere.
„Und … du träumst das wir uns … küssen?!“, fragte Asahi mit Verwirrung in der Stimme, doch Yuu vergrub seinen Kopf in den Händen, womit ihm entging wie rot Asahi dabei wurde.
„Ich wollte nicht, das du das weiß, weil ich weiß, dass das unsere Freundschaft ändern würde und vielleicht könnte sie kaputt gehen. Aber das will ich nicht! Ich … ich will das es so gut zwischen uns bleibt, wie es ist“, sprach Yuu durch seine Handflächen, „Ich … ich wollte immer nur dein Glasherz beschützen und … und dann hat Ayumi es zerbrochen. Ich … ich wollte nicht, das es noch mal zerbricht und dann hast du dich in jemanden verliebt und dann küsse ich dich einfach …! Ich bringe alles durcheinander und ich verletze dich, aber das will ich gar nicht, ich … ich …!“ – es war wie ein Schwall unaufhaltsamer Wort-Kotze, die Yuu einfach nicht mehr zurück halten konnte – „Ich will das alles nicht kaputt machen, aber ich hab mich in dich verliebt und das macht es alles nicht besser …! Ich …!“
„N-Noya …!“, Asahis Stimme schaffte es endlich Yuus Worten ein Ende zubereiten; Yuu blickte vorsichtig aus seinen Händen auf, konnte Asahis Gesichtsausdruck jedoch nicht einsortieren, „D-du … bist … was?“
Asahis Stimme klang ungläubig und Yuu musste zurück denken, was er alles gesagt hatte – was er absolut nicht zusammen bekam.
„Dumm?“, schlussfolgerte Yuu schließlich für sich, auch wenn er es ungläubig aussprach, „Und rücksichtslos?“
„Nein, das … das mit dem Verliebt sein“, schüttelte Asahi den Kopf.
„Oh, das du … du hattest doch gesagt, dass du in einen Mann verliebt bist“, Yuu schaffte es Asahi anzusehen, auch wenn seine Stimme nicht besonders laut war, „Und … und ich möchte deinem Glück nicht im Weg stehen …!“
„Wir … wir sind Esel“, Asahi schlug sich die Hand vor den Kopf – Yuu hingegen war verwirrt.
„Also, ich weiß das ich ein Esel bin, aber du?!“, brachte er hervor und sah wie Asahi anfing zu lachen.
„Wie lange tanzen wir schon um einander herum?“, fragte Asahi, ohne das Yuu mehr verstand, „Den Mann in den ich mich verliebt habe … bist du.“

Yuu blinkte irritiert mit den Augen.

„E-Entschuldigung … was?“, fragte Yuu und sah zu, wie Asahi aufhörte zu lachen und ihn mit einem Lächeln ansah. Der Ältere lehnte sich mit den Ellbogen auf ihren kleinen Tisch und beugte ich leicht vor.
„Ich liebe dich, Nishinoya Yuu“, Asahi sah ihn lächeln an, während Yuu immer noch nicht so ganz glauben konnte, was er da hörte.
Der Mund klappte ihm auf und Yuu war einfach nur sprachlos.
„Das … das ist kein Witz?“, fragte Yuu vorsichtig, „Kein Missverständnis?“
„Ich denke nicht“, Asahi lächelte und als Yuu vorsichtig seine Hände auf den Tisch legte, verschränkte Asahi ihre Finger in einander.
„Ich … ich liebe dich auch, Asahi! Ich … ich hab mich schon in der Oberschule in dich verliebt, aber ich konnte es dir einfach nicht sagen! Und dann warst du weg …! Ich dachte ich würde dich nie wieder sehen und dann treffe ich dich auf der Straße, mit Yuna und … und …!“, Tränen der Freude in Yuus Augen.

Asahi löste seine rechte Hand und vergrub sein Gesicht in ihr.
„So lange tanzen wir schon um einander her?“, seufzend hob er den Blick und sah Yuu an, „Ich … hätte damals auch bei uns im Dorf meine Lehre anfangen können. Aber ich bin weggezogen, weil ich es in deiner Nähe nicht mehr ausgehalten habe. Ich war in dich verliebt; ich war dir verfallen. Aber du warst Kiyoko verfallen.“
„K-Kiyoko ist eine Göttin“, platzte es aus Yuu heraus, „Ihre Schönheit ist unvergleichlich und nicht von dieser Welt! Aber … aber ich liebe dich, Asahi!“
Und Asahi lächelte verlegen.
„Aber … wenn du in mich verliebt warst, was war dann mit Ayumi?“, setzte Yuu überrascht an, „Ich meine … du wolltest sie heiraten und ihr habt ein Kind.“
„Ich … war nicht davon ausgegangen, dich jemals wieder zu sehen“, Asahi seufzte leise, „Weil ich davon überzeugt war, dass das das beste für mich war. Ich traf Ayumi, verliebte mich in sie, sie wurde Schwanger und … und ich hab‘s offensichtlich verbockt.“
„Asahi, du bist die tollste und beste und liebenswerteste Person der Welt!“, setzte Yuu an, „Du hast es nicht verbockt; Ayumi war einfach nur dumm!“

„Ihr könntet euch auch einfach küssen und gut ist!“, kam Koushis Stimme aus dem Wohnzimmer, ließ sowohl Asahi als auch Yuu zusammenzucken und rot anlaufen.
Yuu lachte leise, „Darf ich?“
„Natürlich darfst du“, Asahi lächelte verlegen und Yuu beugte sich über den gesamten Tisch, legte sich nahezu darauf, zog Asahi am T-Shirt kragen zu sich und in einen Kuss.
Als sie sich von einander lösten grinste Yuu glücklich und legte seine Stirn an Asahis.
„Schätze mal, wir haben viel zu lange alleine getanzt“, murmelte Yuu.
„Eine Ewigkeit“, seufzte Asahi und stahl sich noch einen Kuss.
Als sie sich von einander lösten erklang Klatschen hinter Yuu und als der Jüngste sich umdrehte standen da Daichi und Koushi in der Tür und Klatschten.
„Ihr zwei habt echt lange gebraucht“, lachte Koushi vergnügt, während er Yunas Gewicht von einem Arm auf den Anderen verlegte.
„Ich versteh immer noch nicht, warum Asahi an der Abschlussfeier nichts gesagt hat – nicht mal, nach dem wir es uns gesagt haben“, fügte Daichi an.
„Na ja, Noya war am weinen, weil Kiyoko ging. Ich wollte ihn trösten und hatte andere Dinge im Kopf“, erklärte sich Asahi.
„Ich hab geweint, weil du direkt weggezogen bist!“, protestierte Yuu und ließ Daichi und Koushi lachen.
„Hättest du was gesagt …!“, setzte Asahi an und seufzte.
„Wärst du geblieben?“, fragte Yuu vorsichtig.
„Bestimmt“, Asahi lächelte.
„Einigen wir uns auf ein Asahi musste gehen, weil ihr ja sonst nicht Yuna hättet“, mischte sich Koushi ein und erntete ein Lächeln von Asahi.

„Sagt mal …! Was macht ihr eigentlich hier?! Gunma ist doch voll weit weg!“, fiel es Yuu plötzlich auf.
„Wir waren gerade in Tokyo auf Wohnungsbesichtigung, als Asahi angerufen hatte“, erklärte Daichi grinsend.
„Ihr zieht nach Tokyo?!“, kam es überrascht und gleichzeitig von Asahi und Yuu.
„Daichi wird nach Tokyo versetzt und da mein Vertrag jetzt ausläuft verlängere ich ihn einfach nicht und suche mir einen Job in Tokyo“, erklärte Koushi.
„Cool!“, Yuu grinste, „Dann müsst ihr jetzt auch immer zu meinen Spielen kommen!“
„Die Chancen stehen gut“, Daichi grinste.
„Beim nächsten Spiel bin ich leider nicht dabei“, Yuu seufzte.
„Wegen deiner Verletzung?“, fragte Asahi und Yuu nickte.
„Nächstes Spiel bin ich noch vom Arzt gesperrt“, murmelte Yuu.
„Na ja, noch wohnen wir ja auch gar nicht hier“, lächelte Koushi aufmunternd, „Sag uns einfach Bescheid, wenn du wieder spielst.“
Yuu nickte.

„Ich möchte wirklich nicht drängen“, setzte Daichi an, „Aber Koushi und ich sollten uns langsam auf den Rückweg machen. Wir müssen heute noch zurück nach Gunma und Koushi hat morgen nen Kindergeburtstag auf der Arbeit.“
„Ach, Chiba ist ein lieber Junge“, winkte Koushi ab, „Trotzdem sollten wir fahren.“


Sie verabschiedeten sich mit der Absprache, bald viel gemeinsam zu machen.
Dann musste Koushi Yuna zurück geben (Yuu hatte das Gefühl, dass er das nicht ganz freiwillig tat) und er und Daichi verabschiedeten sich.

Da standen sie jetzt an der geschlossen Wohnungstür, Asahi mit Yuna auf dem Arm und Yuu daneben.
Im nächsten Moment fiel Yuu gegen Asahi und zog diesen in seine Arme.
„Kann ich heute bei dir schlafen?“, fragte Yuu leise, „Dann kannst du aufpassen, dass ich nicht aus dem Bett falle.“
Asahi lachte.
„Diskutiere das mit Yuna aus“, lachte Asahi.
„So dick bin ich gar nicht – Yuna passt noch mit ins Bett“, grinste Yuu und ließ Asahi schmunzeln.


Sie saßen gemeinsam im Wohnzimmer und schauten einen Film. Yuu hatte sein Kissen bis zur Tischecke gezogen und das Kissen von Asahi auf die andere Seite der Ecke gelegt, dass er sich während des Films an Asahi kuscheln konnte. Asahi schien nichts dagegen zu haben. Er hatte Yuna im Arm und lehnte sich selbst gegen Yuu.

„Noya?“, sprach Asahi irgendwann und ließ den Kleineren aufsehen.
„Yuna schläft. Ich würde sie gerne nach oben bringen“, sprach Asahi ruhig und Yuu nickte.
„Komm wieder“, antwortete der Kleinere und Asahi drückte ihm einen Kuss auf die Schläfe, ehe er aufstand und ging.
Oh, was könnten … was würden sie alles tun, wenn Asahi allein zurück käme?
Yuu konnte es gar nicht abwarten, Ryuunosuke Bescheid … Fuck!
Der Libero faste sich an den Kopf: Ryuunosuke wusste von GAR NICHTS!
In Windeseile fischte er sein Handy aus der Hosentasche um seinem besten Freund zu schreiben.
>> Asahi liebt mich! Wir sind jetzt zusammen! <<
Er schickte es ab und überlegte.
Waren sie wirklich zusammen?
Der Begriff „Beziehung“ oder „zusammen“ war bisher noch nicht gefallen. Yuu sollte Asahi definitiv darauf ansprechen, wenn dieser wieder da ist!
Sein Handy fing an zu summen – Ryuunosuke rief an.
„Hey Ryuu“, setzte Yuu an, doch weiter kam er nicht; Ryuunosuke brüllte.
Ihr seit waaaaaaaaaaaas?“, die Stimme des Außenangreifers war nicht zu überhören.
„Ähm … Überraschung?“, versuchte Yuu es mit beruhigenden Worten.
„Es ist keine drei Stunden her, da hast du aufgelegt, warst fix und fertig mit den Nerven, weil du Asahi geküsst und ihn verletzt hast! Und jetzt DAS?!“, Ryuunosukes Stimme deutlich aufgebracht.
„Na ja, ja. Weist du, Suga war da und hat mich mit zu Asahi genommen und dann …!“, setzte Yuu an, doch Ryuunosuke unterbrach ihn: „Suga?! Aber der wohnt doch ganz wo anders?!“
„In Gunma, ja. Aber Daichi ist jetzt nach Tokyo versetzt worden – oder wird versetzt. Jeden Falls ziehen die beiden jetzt nach Tokyo“, Yuu grinste.
„Oh“, war alles, war der Kahlköpfige zusagen hatte.
„Jedenfalls war Asahi die ganze Zeit schon in mich verliebt“, setzte Yuu begeistert an, „Stell dir das vor, Ryuu! Selbst auf der Karasuno!“
„Oh man! Da wart ihr beide aber echt blöd“, lachte Ryuunosuke.
„Na vielen Dank! Vielleicht rede ich mal mit Chikara!“, protestierte Yuu.
„Was hat Ennoshita angestellt?“, Asahis Stimme erklang hinter Yuu und ließ diesen zusammen zucken.
„Asahi“, Yuu strahlte, wandte sich dann jedoch wieder dem Handy zu, „Hör zu, Ryuu. Ich erzähl dir morgen alles in Ruhe, ja?“
„Also gut. Aber benimm dich heute Abend“, Ryuunosukes Antwort ließ Yuus Augen rollen: „Du dich auch. Bye, Ryuu!“
„Bis morgen“, sprach Ryuunosuke, dann legten sie auf.

„Was hat Tanaka angestellt, das du mit Ennoshita reden musst?“, zog Asahi die Augenbrauen hoch.
„Nichts“, Yuu lächelte und sah zu, wie Asahi sich setzte, „Ich muss die Tage aber Chikara mal was fragen.“
Er kuschelte sich wieder an Asahi und versuchte sich auf den Film zu konzentrieren, auf den er sich schon die ganze Zeit nicht konzentrieren konnte.
„Du, Asahi?“, fragte Yuu irgendwann, weil sich dieser Gedanke immer weiter in seinem Kopf drehte.
„Willst du ins Bett?“, fragte Asahi und als Yuu auf die Uhr guckte, sah er, das er längst über seine Zeit war.
„Vielleicht“, murmelte Yuu, wurde dann jedoch lauter, „Ich wollte dich aber was anderes fragen.“
„Dann frag“, Asahi lächelte.
„Sind … sind wir jetzt zusammen?“, fragte Yuu vorsichtig, doch Asahi lächelte verlegen.
„Ehrlich gesagt, war ich bereits davon ausgegangen“, sprach der Größere und blickte in strahlende Augen.
Yuu reckte seinen Hals und erreiche Asahis Lippen um sie zu küssen.
„Das klingt toll“, lächelte Yuu leise, „Vielleicht möchte ich jetzt doch ins Bett“
„Dann zieh schon Mal deine Schlafsachen an“, Asahi lächelte und sprach dann leise weiter, „Noch ist Platz in meinem Bett.“
Yuu grinste, rappelte sich auf und lief nach oben.
Schnell hatte er sein Handy zum laden gelegt, sich umgezogen und war in Asahis leeres Bett geschlüpft – offensichtlich schlief Yuna in ihrem eigenen.

Als Asahi in sein Zimmer kam blieb er in der Zimmertür stehen und lächelte Yuu an.
„Davon hab ich immer geträumt“, lächelte er.
„Dann komm her und erfülle dir deinen Traum“, grinste Yuu und sah zu, wie Asahi sein T-Shirt auszog, starrte auf diese unglaublichen Muskeln und war ein bisschen enttäuscht, als sie unter einem Schlaf-T-Shirt verschwanden. Ein wenig tröstend war, das Asahi nur in T-Shirt und Boxershorts zu schlafen schien.
Asahi kletterte unter die Decke, legte seine Arme um Yuu und zog ihn an sich.
„Gute Nacht, Asahi“, lächelte Yuu, küsste ihn und rollte sich dann in seinen Armen zusammen.



Es war mitten in der Nacht, als Yuu wach wurde. Er war alleine.
Langsam rappelte er sich auf, war immer noch in Asahis Bett. Doch selbst nach dem seine Augen sich an die Dunkelheit gewöhnt hatten war Asahi nicht zu sehen.
Dafür Yuna zu hören.
Leise tapste Yuu dem Knöttern hinterher und fand sich in Yunas Zimmer wieder.
„Hab ich dich geweckt?“, fragte Asahi vorsichtig, als er Yuu erblickte.
„Glaub‘ nicht“, murmelte Yuu.
„Schlaf ruhig weiter, Yuna hat sich schon wieder beruhigt. Ich komm auch gleich wieder.“
„Nimm sie doch mit ins Bett“, schlug Yuu vor.
„Vielleicht“, antwortete Asahi, „Aber vielleicht bin ich auch gerade ein wenig egoistisch und möchte mein Bett nur mit dir teilen.“
Yuu grinste.
„Dann geh ich schon mal vor“, setzte der Jüngere an und lief zurück in Asahis Bett.

Asahi kam nicht sofort hinterher.
Tatsächlich war Yuu fast eingeschlafen, als Asahi zurück kam.
„Asahi?“, murmelte Yuu leise.
„Ja?“, antwortete der Angesprochene, als sich die Bettdecke anhob und Asahi wieder darunter kroch.
„Du bis wieder da“, murmelte Yuu.
„Hmhm“, Asahi lächelte, „Yuna schläft wieder. Das Fieber ist weiter runter gegangen.“
Er drückte Yuu einen Kuss auf die Stirn, doch Yuu war mittlerweile wieder wach genug um denken zu können. Er legte seine Hände auf Asahis Wangen, zog das Gesicht zu ihm und zog Asahi in einen Kuss. Asahi ließ sich darauf ein, erwiderte den Kuss, intensivierte ihn und zog Yuu an sich, ehe er ihn auf den Rücken legte und sich über ihn stützte.
Yuu keuchte – das hier war zu gut um ein Traum zu sein.
Und als er mit seiner Zunge an Asahis Lippen stupste und dieser ihm Einlass gewährte entflammte ein Zungenkampf zwischen ihnen, der Adrenalin durch Yuus gesamten Körper jagte.

Yuus Hand wanderte von Asahis Wange hinunter, über Hals und Schlüsselbein und hinunter zu Asahis Hüfte, die halb auf Yuus lag.
Doch bevor Yuu noch überlegen konnte, wie weit er gehen konnte brach Asahi den Kuss ab.
„Wir … sollten das nicht tun“, sprach Asahi leise und Augenblicklich lagen Steine in Yuus Magen.
„Was?“, fragte der Kleinere verwirrt und überrascht – hatte er irgendwas falsch gemacht?
„Du … du bist verletzt, du musstest zwei Mal hintereinander uns Krankenhaus! Ich …! Ich weiß nicht, ob ich ein drittes Mal verkrafte.“
Die Steine in Yuus Magen waren nur kurz weg gewesen, dann waren sie wieder da – groß und schwer.
„A-Asahi …!“, setzte Yuu an und strich ihm über den Rücken, „Mir geht es gut; ich bin okay. Mach dir bitte keine Sorgen um mich.“
„Ich mach mir immer Sorgen um dich“, antwortete der Ältere leise.
„Aww … das ist so süß von dir, Asahi“, Yuu lächelte, während die Hitze in seine Wangen stieg, „Aber mir geht es gut. Mir geht es sogar sehr, sehr gut – weil du da bist.“ – er drückte Asahi einen Kuss auf die Wange – „Weil ich dich liebe.“
Asahis Stirn drückte sich sanft gegen Yuus.
„Ich liebe dich auch“, sprach Asahi leise, „Und genau deswegen werde ich mir immer um dich Sorgen machen.“
Er ließ sich neben Yuu seitlich auf die Matratze drücken und gab dem Kleineren einen Kuss auf die Stirn.
Leise kichernd kuschelte sich Yuu an den Größeren. Und küsste Asahi auf den Unterkiefer, was ein bisschen pieksiger war. Dann rollte er seinen Kopf an Asahis Brust, ließ sich von diesem in die Arme ziehen und schlief friedlich ein.



Als Yuu am nächsten morgen erwachte war er allein.
Einen Moment lang fragte er sich, ob er das alles vielleicht nur geträumt hatte, doch dann realisierte er, das er in Asahis Bett lag. Er war wach und Asahi liebte ihn.
Durch die süße Wahrheit beflügelt stieg Yuu die Treppe hinunter und fand Asahi wie gewohnt in der Küche, während dieser Yuna fütterte.
„Guten Morgen“, Yuu lächelte.
„Guten Morgen“, Asahi lächelte zurück, „Yunas erste Zähne sind da.“
„Wirklich?“, war Yuu sofort begeistert.
„Ein oberer Schneidezahn guckt schon heraus und der untere ist glaub ich schon halb draußen“, berichtete Asahi stolz, „Ich denke, das könnte das Fieber von gestern erklären. Yuna hat mittlerweile auch wieder normale Temperatur.“
„Sehr gut“, Yuu grinste, beugte sich über Yuna und gab Asahi einen Kuss zur Begrüßung.

Sie frühstückten gemeinsam, bevor Yuu sich dazu entschied sein Zimmer aufzuräumen und zu putzen.
Nicht, das Aufräumen nötig gewesen wäre. Aber er brauchte etwas zur Beschäftigung.
Anschließend rief er Ryuunosuke an – immerhin musst er seinem besten Freund die ganze Sache noch erzählen. Und Ryuunosuke war mindestens so fassungslos wie Yuu am Anfang.

Als Yuu später das Zimmer verließ, um sich was zu trinken zu holen stockte er am Treppenende.
Asahi war im Wohnzimmer, ließ leise Musik laufen und trainierte.
Yuu sah die Liegestütze und war mächtig beeindruckt, wie Asahi sich bewegte.
Ein Piepen unterbrach die Musik ehe sie weiter lief und Asahi wechselte zu Squats.
Kein Wunder, das er den Oberkörper hatte, der Yuu feuchte Träume bescherte!
Wenn Asahi das Training täglich oder jeden zweiten Tag durchzog war es absolut kein Wunder, das er so aussah.
Das er etwas trinken wollte war uninteressant geworden. Asahis Sportprogramm war hypnotisierend. In regelmäßigen Abständen piepte es kurz und Asahi wechselte die Übung und gab Yuu eine neue, gute Aussicht. Asahis Rücken, Arme, … hatte er schon immer so einen Hintern?
Asahi begann sich zu dehnen – das bedeutete, das er sein Training beendet hatte. Yuu trat einige Schritte zurück, stieg rückwärts die Treppe hoch – jedoch nur soweit, das er Asahi immer noch sah. Vielleicht sollte er ab morgen mit machen? Nur die leichten Sachen, um einen besseren Ausblick auf Asahi zu haben.
Scheiße, er wollte ihm die Kleidung vom Körper reißen, sich an ihn drücken, ihn Küssen, ihn markieren und … und was? Mit ihm schlafen, ja. Aber wie? Es lief mit einem Mann doch schon ein wenig anders ab als mit einer Frau. Würde er Asahi nehmen oder Asahi ihn? Was wäre ihm lieber? Was wäre Asahi lieber?
Sie sollten darüber reden – auf jeden Fall! Asahi würde sagen dass …!
Yuu stockte. Man bezeichnete Sex nicht aus Langeweile als Bettsport und Yuu hatte Sportverbot. Asahi würde ihm also etwas ganz, ganz anderes erzählen, wenn Yuu ihn fragen würde.
Aber scheiße! Er wartete doch eigentlich schon seit der Oberschule darauf, Asahi anzufassen!
Zugegeben. Damals hatte er hauptsächlich Volleyball und Asahi im Kopf und wenn seine Gedanken zu Asahi gegangen waren, dann waren sie nie viel weiter gegangen als Küssen und anfassen. Yuu war viel zu unerfahren und unwissend gewesen um sich mehr vorzustellen als das sie sich gegenseitig befriedigen würden. Er hatte damals aber auch kein all zu großes Interesse an Sex gehabt – er kannte es einfach nicht.
Aber jetzt wo er es kannte und zu genießen wusste – und Asahis nackten Oberkörper gesehen hatte …!

Verdammt! Andere Gedanken!

Kopfschüttelnd lief er in sein Zimmer und schloss die Tür hinter sich.
Ob Asahi Sex mochte?
Er musste es zumindest genug gemocht haben, das Yuna gezeugt wurde.
„Böser Gedankengang“, murmelte Yuu leise, er musste an etwas anderes als Sex denken, sonst müsste er gleich selbst Handanlegen.


Er fand noch ein paar Sachen, die er umsortieren konnte, dann hörte Yuu Yuna weinen und lief schnell in ihr Zimmer.
„Wer ist denn da wachgeworden?“, strahlend betrat Yuu das Zimmer und das Weinen hörte sofort auf, „Hallo Yuna; hast du gut geschlafen?“
Sie grinste ihn bereits an und streckte ihre Hände nach Yuu aus.
„Auf den Arm? Na gut“, Yuu grinste und hob sie aus dem Bett, „Weißt du, du siehst genau so süß aus, wie dein Otou-san nach dem aufstehen.“
Yuu grinste und verließ das Kinderzimmer, Yuna aufrecht auf dem Arm, während sie brumm Geräusche von sich gab. Yuu hingegen lachte.
„Kein Flugzeug auf der Treppe“, setzte er an, während er die Stufen hinab stieg.

Als sie jedoch unten angekommen waren legte er sie mit dem Bauch auf seine Unterarme, den Kopf in seinen Handflächen und begann Propeller Geräusche zu machen.
„Willkommen an Bord der Yuna 1.0 – bitte schnallen Sie sich an und genießen Sie den Flug“, setzte Yuu an, fuhr mit den Propeller-Geräuschen fort und lief durchs Wohnzimmer – Yuna quietsche vor vergnügen.
„Nishinoya, du sollst kein Sport machen!“, Asahis strenger Ruf aus der Küche. Da war er, der Beweis, das in den nächsten eineinhalb Wochen so etwas wie Sex vollkommen außer Frage stand.
Yuu lief in die Küche, wo Asahi mit verschränkten Armen an der Küchenzeile lehnte.
„Ladys and Gentleman, wir befinden uns im Landeanflug auf den Flughafen Otou-san. Bitte bleiben Sie angeschnallt auf ihren Plätzen, die Lande-Arme werden ausgefahren“, setzte Yuu an doch keiner der beiden Azumanes bewegte seine Arme, „Oh nein! Bitte halten Sie sich fest, wir stürzen ab!“ – eine extra Portion Drama in Yuus Stimme – „Aaaaaaaaahhh!“
Dann „flog“ Yuna mit der Nase gegen Asahis Brust und während sie ihn stupste machte Yuu dramatische Explosionsgeräusche, die Yuna nur noch mehr zum lachen brachten.
„Kein Sport“, wiederholte Asahi sich.
„Ich mach kein Sport“, erklärte der Jüngere sich, „Yuna und ich spielen Flugzeug. Ich bin nicht mal gerannt.“
Asahi nahm Yuna auf den Arm – diese strampelte und quietschte noch immer begeistert.
„Eigentlich solltest du im Bett liegen und dich erholen“, mahnte der Größere.
„Ich bin erholt; mir geht es gut!“, protestierte Yuu, „Und du kannst mich nicht den ganzen Tag ins Bett stecken! Ich sterbe dann!“
Er machte eine dramatische „sterbender Schwan“-Bewegung und sah Asahi dann so mitleidig an, wie er konnte. Doch Asahi schüttelte den Kopf und hielt Yuna gut fest, ehe er sich vorbeugte und Yuu küsste.
„Du übertreibst“, lächelte Asahi, als sie sich von einander lösten.
„Nein“, murmelte Yuu, „Gar nicht.“
Seufzend nahm Asahi Yuna auf einen Arm und ging in die Hocke, ehe er Yuu über seine andere Schulter legte und die Küche verließ. Yuu fand das natürlich überhaupt nicht lustig – er protestierte lautstark wie unfair und ungerecht das war, nur weil Asahi viel größer war. Yuna hingegen fand die ganze Situation lustig.

Asahi ging die Treppe hoch, in Yuus Zimmer und schließlich lud er den Libero in seinem Bett ab.
„Hey!“, Yuu wollte direkt wieder aufstehen, doch Asahi sah ihn böse an: „Liegen bleiben!“
Dann verließ Asahi das Zimmer und ließ Yuu zurück. Und Yuu blieb liegen.

Heilige Scheiße, war das heiß!
Er würde für den Rest seines Lebens im Bett liegen bleiben, wenn Asahi so dominant bleibt.
Scheiße, er wollte von Asahi dominiert werden; er wollte von ihm genommen werden – bis er nicht mehr wusste wo vorne und hinten war!
Hier und jetzt!


Asahi kam kurze Zeit später alleine zurück.
Yuu saß auf seiner Bettkante, sah ihn an und leckte sich gierig über die Lippen.
Asahi seufzte.
„Welchen Teil von *liegen bleiben* hast du nicht verstanden?“, fragte der Ältere sanft.
Enttäuschend – wo war der dominante Asahi?
„Bring mich dazu“, Yuu grinste herausfordernd. Asahi zog seine Augenbrauen hoch und trat auf das Bett zu, ehe er sich über den sitzenden lehnte.
„Nishinoya“, setzte Asahi an, doch da hatte Yuu ihn schon am T-Shirt Kragen gepackt und zu sich runter gezogen, während er sich nach hinten fallen lassen hatte. Und noch bevor Asahi etwas sagen konnte zog der Kleinere ihn in einen Kuss. Asahi erwiderte, forderte, vergrub eine seiner Hände in Yuus Haaren und verdammt wollte Yuu seinem Partner die Kleidung vom Leib reißen.
Das Asahi nach frisch geduscht roch machte es nun wirklich nicht einfacher.

„Ja?“, grinste Yuu, als sie sich schließlich aus dem Kuss lösten.
„Du bist unmöglich“, murmelte Asahi und begann den nächsten Kuss. Das wiederum motivierte Yuu, er fuhr mit den Händen unter Asahis T-Shirt, fühlte mit den Daumen über die Brustmuskel hinauf und …
Asahi brach den Kuss ab.
„Nicht. Du bist immer noch krank“, sprach der Ältere ruhig und leise.
„Du bist gemein“, grummelte Yuu.
„Einer von uns muss auf deine Gesundheit achten“, murmelte Asahi zurück und küsste Yuu auf die Schläfe.
„Aber ...!“, Yuu wollte maulen, doch Asahi brachte ihn zum Schweigen, als er ihm einen weiteren Kuss auf die Lippen drückte. Nur kurz, aber effektiv.
„Leg dich hin“, setzte der Ältere an und Yuu legte sich ordentlich ins Bett: Kopf aufs Kissen und unter die Bettdecke geschlüpft, „Mach die Augen zu und entspann dich. Gönne deinem Kopf ruhe.“
Sanft fuhren Asahis Hände durch Yuus Haare und über die Kopfhaut. Der Jüngere seufzte wohlig auf, drehte sich so, dass Asahi noch mehr Fläche zum verwöhnen hatte.
„Einfach nur entspannen“, lächelte Asahis Stimme leise und rückte immer weiter in Entfernung, während Yuu immer weiter abdriftete.
Ganz langsam glitt er hinüber ins Land der Träume.

Unwissend, das bald eine Überraschung auf ihn wartete, wenn er aufwachen würde.


                              …




Ende des 8. Kapitels

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Das war es für heute ^^
Ich hoffe, das Kapitel hat euch gefallen :3
Wie es bei den beiden Chaoten jetzt weiter geht und ob Noya jemals seinen Sex bekommt?
Freut euch auf die nächsten Kapitel xD


lg eure AnubisBride
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