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Somebody to love

GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 Slash
Azumane Asahi Ennoshita Chikara Nishinoya Yuu Sawamura Daichi Sugawara Koushi Tanaka Ryuunosuke
06.07.2020
23.11.2020
17
71.009
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Dieses Kapitel
3 Reviews
 
17.08.2020 3.915
 
Einen wunderschönen guten Abend <3
Vielen Dank an Clipsy und AkisLife für eure tollen Kommentare :3
Und viel Spaß beim neuen Kapitel ^^

lg eure AnubisBride


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Kapitel 6:
Sportunfall

Zufrieden legte Yuu sich rücklings auf die Decke, verschränkte die Arme hinter dem Kopf und sah in den blauen Himmel.
Es war so schön ruhig im Park, so friedlich, so …
„Azumane!“, eine weibliche Stimme ließ Yuu aufschrecken. Als er sich aufsetzte kam eine junge Dame auf sie zu und lächelte.
„Hallo Yumi“, Asahi lächelte, „Wie geht es dir?“
„Wundervoll. Wie geht es dir?“, sie lächelte zurück.
„Sehr gut“, freute Asahi sich, „Yuna scheint die schlimmste Phase des zahnens durch zuhaben. Zumindest schreit sie nicht mehr so viel.“
„Oh, sei froh; Mitsuhiko will an manchen Tagen gar nicht mehr aufhören!“, winkte Yumi ab, dann wanderte ihr Blick zu Yuu.
„Das ist Nishinoya Yuu. Wir wohnen zusammen in der WG“, erklärte Asahi freundlich, doch Yumis Blick erhellte sich.
„Sehr erfreut“, lächelte sie, „Miako Yumi.“ – Yuu lächelte freundlich – „Ich muss dann aber wieder, bevor meine Familie zu weit vor geht.“
„Wir sehen uns Dienstag“, Asahi lächelte, sie winkten sich zum Abschied und dann lief Yumi zurück auf den Gehweg und weiter.
„Wer … war das?“, fragte Yuu überrascht – warum hatte Asahi Kontakt mit so einer schönen Frau, „Und was ist Dienstag?“
„Das war Yumi. Sie und ich sind zusammen in einer Babygruppe. Und das nächste Gruppentreffen ist am Dienstag“, erklärte Asahi, „Das ist ein Treffen für Elternteile mit Kindern die jünger als ein Jahr sind um sich auszutauschen.“
Yuu nickte verstehend.
„Gibt es … da noch andere Männer?“, fragte der Jüngere vorsichtig, während er versuchte seine Eifersucht hinunter zu schlucken.
„Ich … bin der einzige“, sprach Asahi hörbar peinlich berührt, „Und ich gehöre zu den wenigen allein erziehenden Elternteilen.“
„Ist Yumi auch …?“, fragte Yuu, bis er sich auf die Zunge biss.
„Verheiratet? Ja. Sie hat einen sehr netten Mann und zwei Kinder“, der Größere lächelte, während sein Blick zu Yuna ging, „Yuna und Mizuhiko verstehen sich ganz gut.“
„Cool“, lächelte Yuu, während sich Erleichterung in seinem Körper ausbreitete.
„Und ähm … verfällst du den Singel-Ladys?“, lachte Yuu verunsichert.
„Himmel, nein“, Asahi schüttelte den Kopf, „Ich meine … ich rede glaub ich mehr mit ihnen, als mit den anderen. Aber ich kann mich halt einfach nicht an Gesprächen beteiligen, die darum gehen, wie man den Mann aufstehen lässt, wenn nachts das Baby weint.“ – Asahi lächelte verlegen – „Und die anderen Single-Mütter sind … na ja. Sie sind mit ihrem Kind ganz alleine. Das ist auch noch mal was anderes. Ich … hab dich.“
Der Rotschimmer auf Asahis Wangen war nicht zu übersehen, doch Yuu sah nicht hin; er war damit beschäftigt, seinen eigenen roten Kopf zu verstecken.



Als sie am späten Nachmittag nach hause kamen hatte Yuu eine Internet Seite von Mahiru geschickt bekommen und Yuu rief sie auch schnellstmöglich auf.
Er und Asahi klickten sich durch einiges an Möbelstücken und am Ende bestellte Yuu die gewünschten Sofa Lehne für die Kissen im Wohnzimmer.



Es war Montag Morgen, als Yuu und Asahi in ihren alten Trott zurück fielen.
Die Reste vom Picknick landeten in Yuus Bento und der Libero verabschiedete sich wie immer, ehe er das Haus verließ und Asahi sich noch mal ins Bett legte.

„Nishinoya“, wurde Yuu grinsend von Shiro empfangen, „Wie lief dein Date?“
„Was für ein Date?“, war Yuu verwirrt.
„Du und Asahi? Samstag nach dem Spiel?“, setzte dieser an, „Ihr seit doch Ramen essen gewesen.“
„Waren wir. Aber das war kein Date!“, Yuu verschränkte die Arme vor der Brust, „Und überhaupt, was sollte der ganze Mist?“
„Du bist doch in ihn verliebt“, Shiro zuckte mit den Schultern, „Warum schnappst du ihn dir nicht? Und erzähle mir nicht, er hat nichts für Männer übrig.“
„Er …! Asahi ist mein Mitbewohner! Was glaubst du, passiert wohl, wenn ich ihm meine Liebe gestehe und er sie nicht erwidert?“, grummelte Yuu – das Thema hatte er dich schon mit Ryuunosuke durch.
„Nun, er wird dir einen Korb geben, ihr solltet drüber reden und du musst es akzeptieren“, zuckte Shiro erneut mit den Schultern, „Wo ist das Problem?“
„Das Problem?“ – Shiro war eben nicht Ryuunosuke, er kannte Asahi nicht – „Das Problem ist, dass Asahi ein Glasherz hat. Und es ist bereits in Scherben!“, baute Yuu sich vor Shiro auf, „Ich bin sein Libero! Mein Job ist es, sein Glasherz aufzufangen, bevor es fällt! Ich hab bereits versagt! Ich werde nicht der Grund sein, weswegen es ein zweites mal zerbricht!“
„Jungs!“, der Trainer kam in die Umkleide, noch bevor Shiro zum Gegenargument ansetzten konnte. Sichtlich freute sich der Rest der Mannschaft darüber und floh nahezu aus dem Raum.
Für Yuu hingegen war das Thema noch nicht aus der Welt; trotzdem folgte er den Anderen, während er vor sich her grummelte.

Der Trainer begann das Training mit einer Lobrede über das vergangene Spiel und das sie an diesen Erfolg unbedingt anknüpfen mussten. Er teilte die Anwesenden in zwei Mannschaften auf und zu Yuus Glück befand er sich nicht in der selben wie Shiro.
Das Training begann nach dem Aufwärmen mit einem Trainingsspiel, ging weiter ins Aufschlagtraining und Blocktraining – wobei die Liberos Yuu und Misaki versuchen sollten die abgeblockten Bälle zu bekommen. Für Yuu absolut kein neues Training.

Die Mittagspause kam und Yuu setzte sich bewusst zu Mahiru, erzählte begeistert von seiner Möbelbestellung.
Shiro mied er noch bewusster. Er hatte keine große Motivation mit diesem zu reden, er hatte Hunger.

Nach der Mittagspause jedoch nahm das Unglück seinen Lauf.
Es begann damit, das Shiro und Yuu in eine Mannschaft gesetzt wurden und setzte sich im folgenden Trainingsspiel durch.
Es war nahezu offensichtlich – selbst der Trainer bemerkte die Spannung zwischen den beiden Spielern. Doch Yuu gab sein bestes, um trotzdem den Ball zu kriegen und dann …!
„Noya!“, Maki brüllte; er hatte den Ball bekommen, aber äußerst ungeschickt angenommen. Der Ball flog auf Yuu zu, doch der war bis gerade noch unkonzentriert gewesen, sah jetzt zu Maki und …

BÄM!!!

Schmerzen.
Einfach nur Schmerzen.

Yuu lag auf seiner Seite, der Blick in Richtung Deckenbeleuchtung.
Das Geräusch von Turnschuhen, die rannten und im nächsten Moment Gesichter in seinem Sichtfeld.
„Scheiße, bist du okay, Nishinoya?“, Yuu war sich nicht ganz sicher ob Maki sprach oder Tamaki. Sein Schädel brummte, seine Nase fühlte sich seltsam an. Er wollte einfach nur schlafen.
„Coach, seine Nase!“, das war Mahiru.
„Nishinoya!“, das war der Coach, „Kannst du aufstehen?“
„Mein Schädel“, murmelte Yuu, Schwindel überkam ihn, „Keine Ahnung.“ – er versuchte tief einzuatmen, während er noch mehr Schuhe hörte – „Ich bleib liegen. Ich glaub‘ wenn ich Aufstehe, kotz‘ ich.“
„Krankenwagen!“, diese Stimme war unbekannt, dann wurde ihm etwas gegen die Nase gedrückt, „Versuchen Sie ruhig durch den Mund zu atmen, Herr Nishinoya. Sie haben Nasenbluten.“
Das erklärte einiges.
„Was ist passiert?“, jetzt sah Yuu den Typ zu der fremden Stimme, der Arzt.
„Er hat den Ball mit voller Wucht ins Gesicht bekommen“, erklärte Mahiru, „Der Ball hat ihn mit nach hinten gerissen und er ist mit dem Hinterkopf voll vor den Netzpfosten geknallt.“
Das erklärte Yuus Schädel brummen.
„Hmhm“, murmelte der Arzt, „Ich fürchte, das wird mindestens eine Gehirnerschütterung.“
„Was … bedeutet das?“, fragte Yuu vorsichtig.
„Für Sie erst einmal der Weg ins Krankenhaus und viel Bettruhe“, sprach der Arzt.
„Aber … Volleyball“, setzte Yuu an. Und Asahi! Was war mit Asahi?
„Volleyball wird jetzt erst einmal ausfallen. Wenn Sie genesen sind können wir über einen Neuanfang des Trainings reden“, zerbrach der Arzt Yuus Welt in Scherben, „Ah, die Sanitäter.“

Yuus Hände wanderten zu seinem Kopf. Er wollte das alles nicht.
Nicht hören, nicht wissen, nicht wahr haben!
Sie luden Yuu vorsichtig auf eine Transportbahre, brachten ihn in den Krankenwagen und fuhren los.

Er ließ die Untersuchung in der Notaufnahme über sich ergehen, den Scann seines Kopfes. Er ließ sich wachhalten, obwohl er eigentlich müde war und schließlich wurde er auf eine der Stationen gebracht.


Mahiru, der mitgekommen war, betrat nun Yuus Zimmer und lächelte.
„Möchtest du Asahi anrufen oder soll ich?“, fragte er ruhig, doch Yuu seufzte.
„Lass mich anrufen“, setzte er an, „Ich hab Angst, das Asahi einen Herzinfarkt bekommt, wenn du anrufst.“
Mahiru reichte Yuu dessen Handy, Yuu entsperrte, wählte Asahis Nummer und hielt den Hörer an sein Ohr.
„Nishinoya?“, Asahis Stimme klang überrascht, „Alles in Ordnung? Bist du nicht noch beim Training?“
„Hey, Asahi. Ähm … nein, ich bin nicht beim Training. Was machst du gerade?“, fragte Yuu vorsichtig.
„Ich … wollte gerade das Essen vorbereiten“, antwortete Asahi, „Was ist los?“
„Wenn du Yuna auf dem Arm hast, setz sie ab. Und nimm Messer aus der Hand“, sicherte der Libero sich ab.
„Nishinoya!“, Asahi klang ernst, „Was ist los?“ – es gab eine Pause und Asahis seufzen – „Yuna schläft in ihrem Bett und ich habe die Hände frei.“
„Okay, bitte bleib jetzt ganz ruhig. Mir geht es wieder gut. Ich hatte einen Trainingsunfall, aber mir geht es gut!“, versuchte Yuu es so ruhig wie möglich.
„Ni-Nishinoya …!“, Panik in Asahis Stimme.
„Ich bin okay!“, setzte Yuu an, „Den Umständen entsprech- …! Hey!“
Mahiru hatte Yuu mit einem Seufzen das Handy abgenommen.“
„Hallo Asunane. Hier ist Mahiru“, lächelte dieser, „Nishinoya hat nach einen Trainingsunfall, eine Gehirnerschütterung. Es geht ihm den Umständen entsprechend gut – er steht unter Medikamenten. … Ja, er wird noch ein paar Tage im Krankenhaus bleiben – mindestens zwei Nächte zur Beobachtung.“ – eine Tatsache, die Yuu gar nicht gefiel – „Haben Sie etwas zu schreiben? Dann gebe ich ihn die Zimmernummer.“

Dann verließ Mahiru das Zimmer um draußen weiter zu telefonieren, während Yuus Augenlider immer schwerer wurden.
Er bekam gerade noch mit, wie Mahiru zurück ins Zimmer kam, Yuus Handy in die Trainingstasche steckte, dann war er weg.



Als Yuu seine Augen wieder öffnete, war er allein.
Sein Blick ging durchs Zimmer, blieb erst an dem Tropf hängen, der an seinem Arm hing und fand dann eine Uhr – 18 Uhr.
Sein Kopf schmerzte noch immer, jedoch war der Schmerz viel dumpfer.

Es klopfte an der Tür und ein Fremder Mann trat ein; dem weißen Kittel nach der Arzt.
„Sie sind wach, wunderbar“, er lächelte, „Wie geht es Ihnen, Herr Nishinoya?“
„Mein Kopf“, murmelte Yuu langsam, „Brummt noch ein bisschen.“
„Nun, das ist bei Ihrem Unfallhergang nicht verwunderlich“, der Arzt seufzte, „Sie bekommen aktuell Flüssigkeit und Schmerzmittel über den Tropf, damit es Ihnen besser geht. Aber die Auswirkungen der Gehirnerschütterung werden noch eine Weile da sein. Ist Ihnen schlecht?“
„Nicht schlecht genug um zu kotzen, aber ein bisschen“, antwortete Yuu.
„Hmhm. Wenn sie sich doch übergeben müssen, steht neben Ihnen eine Nierenschale. Danach bitte klingeln. Wenn Sie aufstehen möchten um zum Beispiel auf die Toilette zu gehen, bitte ebenfalls klingeln. Wir möchten ja nicht, das sie umkippen“, der Arzt lächelte, „Versuchen Sie einfach nur liegen zu bleiben.“
„Was ist mit Asahi?“, kam es Yuu schließlich in den Sinn – der sanfte Riese musste sich immense Sorgen machen, „Azumane Asahi.“
„Oh, Herr Azumane war hier. Er holt gerade neue Kleidung für Sie, da Sie noch ein paar Tage hier bleiben werden“, der Arzt lächelte, „Wobei ich zu erst dachte, das wir ihn auch hier behalten müssen, als er Sie gesehen hatte.“
Das wunderte Yuu keineswegs.
„Er … ist zart besaitet“, seufzte der Patient.
„Nun, ich denke, er wird bald zurück kommen und wenn er sieht, das Sie wach sind, wird er sicherlich erleichtert sein“, antwortete der Arzt, „Wenn sonst noch etwas ist, klingeln Sie einfach.“
„Ähm … könnten sie mir vielleicht meine Sporttasche rüber reichen?“, fragte Yuu und wies auf die Tasche, die auf dm Stuhl an der anderen Seite des Bettes stand.
Der Arzt reiche sie ihm, Yuu fischte sein Handy heraus und die Tasche wurde wieder zurück gestellt.

Nach dem der Arzt sich verabschiedet hatte, sah Yuu aufs Display – 15 Anrufe in Abwesenheit von seiner Mutter, fünf von Ryuunosuke und etliche Nachrichten.
Mit einem seufzen rief Yuu seine Mutter zurück – es tutete zwei mal.
„Yuu! Den Göttern sei Dank! Was ist passiert?!“, seine Mutter schrie fast los.
„Oka-san, bitte schreie nicht so. Ich hab Kopfschmerzen; mein Schädel brummt“, murrte Yuu.
„Azumane hat angerufen und gesagt, du bist im Krankenhaus!“, war sie nicht wirklich leiser geworden.
„Sportunfall, Oka-san. Ich hab ne Gehirnerschütterung und Kopfschmerzen. Sonst ist noch alles dran“, seufzte Yuu, „Bitte sprich leiser.“
„Oh, mein Baby“, sie seufzte, aber endlich in normaler Lautstärke.
„Oka-san“, Yuu seufzte, „Ich bin okay.“
„Aber ich mach mir Sorgen um dich – ich mach mir immer Sorgen. Jetzt noch mehr! Dein Vater und ich kommen dich besuchen.“
„Otou-san und du bleibt zuhause und geht arbeiten. Ich werde hier von genug Leuten besucht“, sprach Yuu schnell, „Asahi und Yuna kommen gleich noch und ansonsten kann mich meine Mannschaft bespaßen und sonst … tut mir etwas Ruhe vielleicht ganz gut.“
Ruhe. Zeit zum Nachdenken oder sich mit einem *Was wäre, wenn* wegen Asahi den Kopf zu zerbrechen.
„Bist du dir ganz sicher?“, erklang die Stimme der Mutter.
„Ja, natürlich“, Yuu lächelte, „Ich …!“ – ein Klopfen unterbrach ihn und dann trat Asahi ein – „Oka-san, Asahi ist da.“
„Dann grüß ihn von mir“, sie lächelte, „Und gute Besserung.“
„Danke“, Yuu lächelte, dann legten sie auf.
„Hallo Asahi“, Yuu strahlte mehr als er wollte.
„Hallo“, Asahi lächelte zurück, „Wie geht es dir?“
„Mein Schädel brummt noch und Gehirnerschütterung. Sonst geht es mir gut“, Yuu lächelte, „Lass mich einmal kurz Ryuu schreiben.“
Die Finger flogen nahezu über die Tastatur, ehe er Ryuunosuke eine Nachricht schickte.
>> Sportunfall. Hab nur ne Gehirnerschütterung. Sonst geht‘s mir gut. Ich melde mich später – Asahi ist gerade da <<

Das sollte reichen, um Ryuunosuke zu besänftigen.
Yuu legte das Handy weg und wandte seine Aufmerksamkeit Asahi zu.
„Ich hab dir Sachen mitgebracht“, stellte Asahi eine zweite Sporttasche neben die erste, „Ich … hoffe, das war okay, das ich in deinem Zimmer war.“
„Uh … ja“, Yuu nickte, die Sachen, die Asahi nicht sehen durfte, hatte er bei seinen Eltern gelassen, „Ich hoffe, du hast dir nicht zu große Sorgen gemacht.“
Asahi lächelte und holte sich einen Stuhl um sich zu Yuu ans Bett zusetzten. Yuna hatte er um seine Brust gebunden.
„Okumura hat mir erzählt, was passiert ist. Danach wusste ich nicht, ob ich erleichtert sein sollte oder aufgekratzt. Nach dem er gesagt hatte, wo du liegst, bin ich sofort los. Ich … hab unterwegs deine Mutter angerufen. Ich hoffe, das war okay“, sprach Asahi vorsichtig.
„Ja war, es“, Yuu lächelte matt, „Ich musste sie vorhin erst einmal beruhigen, aber ich glaube, das wäre bei jeder Mutter so.“
„Vermutlich“, versuchte sich Asahi relativ erfolglos an einem Lächeln.
Dann wurde er wieder still und sah richtig betroffen zu Yuu.
„Was … Asahi, was ist los?“, fragte Yuu vorsichtig, „Was hast du?“
„Ich …!“, Asahi schüttelte den Kopf.
„Was ist mit dir?“, fragte Yuu so einfühlsam wie er konnte – dieses Mal würde er nicht locker lassen.
„Nicht so wichtig“, winkte Asahi leise ab.
„Doch“, widersprach Yuu, „Deinen Gesichtsausdruck nach bedrückt dich was und es wird erst besser werden, wenn du es aussprichst!“ – er verschränkte die Arme so gut er mit dem Tropf konnte – „Also. Was bedrückt dich?“

Schweigen.

Asahi sagte nichts, schien nach Worten zu suchen. Und Yuu ließ ihm – so ungeduldig der Jüngere auch war – Zeit.
„Du“, antwortete Asahi schließlich.
„I-ich?!“, kam Yuu offensichtlich nicht hinterher, „Ich bedrücke dich?“ – was hatte er falsch gemacht? – „Wie?“
„Nein, du selbst bedrückst mich nicht“, setzte Asahi schnell ab und wurde dann langsamer und leise, „Als ich heute zum ersten Mal in dieses Zimmer gekommen bin, da … du lagst im Bett, der Verband um deinen Kopf. Du warst ganz blass. Der Tropf in deinem Arm … und du warst nicht wach und fit und der Noya den ich kannte. Für einen Moment war alles, was ich … was ich fühlen konnte … Angst. Angst einen meiner beste Freunde zu verlieren“, Asahi sah zu Boden, „Der Arzt hat mir versichert das es dir gut geht und du nur schläfst. Aber …!“ – schließlich verstummte Asahi.
Vorsichtig setzte sich Yuu aufrecht und streckte die freie Hand nach Asahi aus. Als er sich vorbeugte erreichte er den Kopf des Älteren und strich über die brünetten Haare.
Asahi blickte überrascht auf, doch das hielt Yuu nicht davon ab weiter zu machen.
„So leicht wirst du mich nicht los“, lächelte Yuu, „Versprochen.“
Asahi lächelte und schließlich zog sich Yuu zurück und lehnte sich wieder in das hochgefahrene Kopfstück des Bettes.
„Danke“, Asahi lächelte und Yuu lächelte zurück.

Sie schwiegen eine Weile, doch es war eine angenehme Stille.
Dann irgendwann erhob Asahi die Stimme: „Weist du schon, wann sie dich entlassen?“
„Der Arzt sagt, das sehen wir morgen“, setzte Yuu an und begann dann zu grummeln, „Die nächsten 14 Tage kein Sport. Die nächsten drei Wochen kein Volleyball …!“
„Das schaffst du“, Asahi lächelte, „Ich helfe dir dich abzulenken.“
Wollte Asahi halb nackt vor ihn stehen? Oder wie stellte der Ältere sich das vor?
Doch Yuu schluckte es herunter – niemals konnte er das laut sagen!
„Dann bin ich gespannt“, er lächelte scheinheilig, doch Asahi schien ihn zum Glück nicht zu durchschauen.
Noch bevor Yuu etwas sagen konnte machte sich Yuna mit einem meckernden Geräusch bemerkbar.
„Wer ist denn da wach geworden?“, Asahi lächelte freundlich, „Hast du gut geschlafen, mein Schatz?“
Das würde Yuu auch gerne von ihm gefragt werden – gleicher Wortlaut, andere Tonlage. Am liebsten mit rauer, nicht ganz wacher Stimme. So wie Asahi klang, nach dem man ihn geweckt hatte.
„Hallo Yuna“, stattdessen lächelte Yuu freundlich zu ihr.
Asahi hatte währenddessen das lange Tuch abgewickelt und Yuna jetzt so auf dem Schoß sitzend, das sie Yuu ansehen konnte.
„Guck mal, wer da ist“, lächelte Asahi und als Yunas Augen Yuu fixierten begann sie zu strahlen und freudig zu quieken.
„Hey“, Yuu grinste und sein Herz machte einen kleinen Hüpfer, als Yuna die Hände nach ihm ausstreckte, „Willst du zu mir?“
Die Begeisterung funkelte in Yuus Augen und Yuna senkte ihre Arme nicht.
„Kann sie?“, fragte Yuu liebäugelnd.
„Schaffst du das denn? Ich meine … mit dem Arm?“ – er wies auf die Stelle an Yuus Arm, wo noch immer der Tropf angeschlossen war.
„Ich halte sie im anderen Arm“, Yuu lächelte.
„Okay“, stand Asahi auf und setzte Yuna vorsichtig auf Yuus Schoß.
„Awwww“, Yuu lächelte Yuna an, „Hallo du hübsche, junge Dame.“
„Lass mich ein Foto machen“, Asahi lächelte und hatte auch schon sein Handy in der Hand, „Ihr Beide seht so süß zusammen aus.“
Das Foto klickte und Yuu grinste.

„Schick mir das Bild? Und schick‘s meiner Mutter“, setzte er an.
„Nishinoya … du hast immer noch getrocknetes Blut unter der Nase und den Verband um den Kopf“, setzte Asahi an, „Vielleicht solltest du das deiner Mutter nicht schicken.“
„Oh …!“ murmelte Yuu. Das hatte er nicht bedacht. Auf der anderen Seite hatte er auch heute Morgen das letzte Mal in den Spiegel gesehen – er hatte keine Ahnung, wie er aussah.
Er sah Asahi an.
„Schickst du es mir trotzdem?“, fragte er vorsichtig und Asahi nickte.

Das Handy des Liberos blinkte und als er aufs Display sah hatte er zwei Nachrichten. Das Bild von Asahi und eine Nachricht von Ryuunosuke.
>> Heilige Scheiße! Was machst du denn?! Ruf an, wenn du kannst, ich hab‘s Handy in der Hosentasche <<
Dann klickte er sich zu Asahis Nachricht.
Es war wirklich ein süßes Bild. Auch wenn Yuu ein wenig mitgenommen aussah. Getrocknetes Restblut unter der Nase und sein Verband machte es nicht besser.
„Das sollte ich ihr wirklich nicht schicken“, seufzte Yuu; doch als er aufsah war Asahi weg, „Ähm … Asahi?“
„Hier“, lächelte der Ältere und kam aus dem Bad, in der Hand ein Waschlappen, „Ich … ähm … würde dir gerne das Blut aus dem Gesicht wischen. Wenn ich darf.“
Yuu lächelte, setzte sich aufrecht und sicherte seinen Griff um Yuna.
„Gerne“, lächelte er.
Asahi setzte sich neben ihm aufs Bett, nahm Yuus Kopf in die linke Hand und tupfte vorsichtig mit dem ausgewrungen Waschlappen über Yuus Oberlippe.
Und Yuus Herz schien anzuhalten – nur um danach doppelt so schnell weiter zu schlagen!
Asahis Berührungen waren so sanft und weich; es gab keinen Vergleich dazu. Das Lächeln, das sich auf die Lippen des Älteren legte war so wunderschön, dass Yuu ihn sofort küssen wollte.
„Wenn ich dir weh tue, sag bitte Bescheid“, sprach Asahi vorsichtig.
„Tust du nicht“, antwortete Yuu fast automatisch, auch wenn er sich dabei vorkam wie der letzte Trottel.

Asahis Berührungen waren viel zu schnell vorbei, doch die Schmetterlinge in Yuus Bauch blieben.
„Danke“, lächelte Yuu ein wenig wehmütig, doch Asahi lächelte.
„Jetzt siehst du gar nicht mehr so schlimm aus“, Asahis Worte ließen die Schmetterlinge nicht weniger werden und das er Yuu vorsichtig übers Haar strich auch nicht.
Nun könnte er glücklich sterben.
„Jetzt könnte ich ein Foto für deine Mutter machen“, merkte Asahi an.
„Ja“, Yuu grinste, setzte Yuna – die neugierig zu ihm hoch sah richtig auf seinen Schoß und strich ihr sanft über den Kopf.
„Guck mal da“, wies Yuu auf Asahi, „Da ist Otou-san!“
Yuna folgte Yuus Finger und sah zu Asahi – der wiederum grinste sie an und Yuna grinste zurück.

Das Klickgeräusch von Asahis Handykamera und Yuu begann Yuna vorsichtig an den Seiten zu kitzeln – mit vollem Erfolg. Erst begann sie zu lachen, dann zu quieken und zu strampeln.
„Schhhht“, setzte Asahi an, nach dem er bestimmt noch drei Fotos gemacht hatte, „Nishinoya, wir sind immer noch im Krankenhaus.“
Schuldbewusst hörte Yuu auf zu kitzeln.
„Aber sie ist sooooo süß!“, protestierte Yuu.
„Ich weiß“, Asahi lächelte, „Das hat sie von ihrer Mutter.“
„Nein, das hat sie von dir“, Yuu grinste, Asahi lief rot an.

Es klopfte an der Tür und eine Schwester betrat den Raum, gefolgt vom Arzt.
„Sie haben Besuch, Herr Nishinoya“, der Arzt lächelte, „Wir würden Ihnen gerne den Verband abmachen.“
Yuu nickte und ließ sich Yuna von Asahi abnehmen. Die Kleine sah sich begeistert um und begann freudig zu strampeln.
„Da ist aber jemand begeistert“, schmunzelte der Arzt und wandte sich Yuu zu, „Wenn die Schmerzen zunehmen oder sich etwas zum negativen ändert sagen Sie bitte Bescheid, Herr Nishinoya. Aber eigentlich sollte nichts passieren.“
Yuu nickte und die Schwester begann vorsichtig und langsam den Verband zu lösen. Doch Yuu merkte nichts – außer Luft an seiner Haut.
„Wie fühlen Sie sich?“, fragte der Arzt trotzdem.
„Nicht wirklich anders als vorher“, zuckte Yuu mit den Schultern.
„Gut“, der Arzt lächelte, „Sollte was sein, melden Sie sich bitte.“
Yuu nickte, Arzt und Schwester verneigten sich und verließen das Zimmer. Der Libero griff nach seinem Handy, aktivierte die Innenkamera und besah sich.

„Schaut gar nicht mehr schlimm aus“, er lächelte und legte das Handy wieder weg.
„Ja“, Asahi lächelte, „Hast du noch schmerzen?“
„Ein bisschen“, antwortete Yuu, grinste dann jedoch, „Aber du bist eine tolle Ablenkung.“
Und Asahi lächelte zurück, während seine Wangen erneut einen zarten rosa Ton bekamen.
„Danke“, er lächelte verlegen.


Asahi blieb und lenkte ab, bis die Besuchszeit vorbei war.
Yuu hatte nach dem Elterntreffen gefragt, das morgen stattfinden würde und während Asahi begeistert erzählt hatte war die Zeit in Windeseile verflogen.

Jetzt saß Yuu alleine auf seinem Bett und aß sein Abendessen.
So schlimm der Tag auch war, die Zeit mit Asahi war toll; jetzt musste er es nur noch schaffen, Ryuunosuke anzurufen, ohne komplett durch zu drehen, wenn er von allem Berichtete.

Kaum hatte eine Schwester das Geschirr abgeholt, wählte Yuus Handy die Nummer seines kahlköpfigen Freundes.


                              …



Ende des 6. Kapitels

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Das war's führ heute ^^
wird Yuu gleich explofieren? Oder Ryuu?
Und was für eine Auswirkung hat der Unfall auf das WG Leben?

Ich freu mich auf eure Ideen & kommis <3

liebe Grüße
AnubisBride
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