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In dein Herz...

von Swaany
Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Liebesgeschichte / P16 / Gen
Ellen Bannenberg Nikolas Heldt
05.07.2020
25.11.2020
13
21.882
10
Alle Kapitel
52 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
05.07.2020 1.254
 
Hallo,

mal ein erster Versuch einer Fanfiction zur Serie Heldt. Vielleicht gibt es ja den einen oder anderen, der es mag. Viel Spaß beim Lesen.

Lg

Swaany

——————

Nikolas stand in der Tür des Krankenzimmers und es brach ihm das Herz, die Frau, die er liebte, so verzweifelt zu sehen. Ellen weinte und war außer sich. Ihr Ex-Mann war tot. Nikolas bot an, sie und Emily nach Hause zu fahren und Ellen nahm an. Es war eine stille Fahrt. Ellen saß mit Emily auf dem Rücksitz und hatte sie fest an sich gezogen. Auch das Mädchen war völlig außer sich.

„Emily schläft jetzt.“, sagte sie nur leise, als sie ins Wohnzimmer kam. Dann schaute sie auf ihre Bluse. Das Blut ihres Ex-Mannes klebte an ihr. Die Staatsanwältin atmete tief durch und rieb an dem Stoff, während sie darauf schaute. Ihre Stimme zitterte, als sie weitersprach.
„Wir wollten ihr heute eigentlich sagen, dass wir uns trennen wollen. Was soll ich ihr denn jetzt überhaupt sagen? Was sage ich Emmi denn jetzt? Wenn…“ Sie begann immer energischer an dem Stoff zu reiben.
„Ellen…“, sagte Nikolas und ging nun auf sie zu, um sie aus dieser aufkommenden Panik rauszuholen.
„Was soll ich ihr denn sagen… was…“ Sie konnte die Tränen nicht länger aufhalten und begann nun zu weinen. Nikolas brach es das Herz und fest zog er sie in seine Arme. Er wollte ihr Trost spenden und nun für sie da sein. Ellens Beine gaben nach und vorsichtig ließ sich Nikolas mit ihr auf den Boden sinken. Noch nie hatte er die sonst so resolute Staatsanwältin so verzweifelt gesehen. Sicher, sie hatte schon geweint, auch vor ihm, aber das war ein anderes Level. Sie hatte gerade ihren Ex-Mann verloren und auch, wenn sie sich von ihm trennen wollte, gab es da bestimmt noch Gefühle. Nikolas hauchte ihr einen leichten Kuss auf den Kopf und versuchte sie zu beruhigen.
„Sssht…“, machte er nur, während er sie leicht wiegte und versuchte zu verhindern, dass sie völlig zerbrach.

Schließlich lehnte er seine Stirn an ihre und versuchte ihr in die Augen zu schauen. Er gab ihr noch ein paar weitere Küsse auf die Stirn, während sie sich an ihn klammerte. Keiner der beiden konnte hinterher genau sagen, wie es plötzlich dazu kam, dass sie in einem Kuss versanken. Aber dieser Kuss war innig und intensiv. Nikolas tat es, um ihr den nötigen Trost und Halt zu bieten, den sie gerade offenbar brauchte und Ellen nahm sich dies. Der Kuss führte schnell zu mehr und ehe sich die beiden versahen fanden sie sich auf Ellens Teppich wieder.

Irgendwann lagen sie zugedeckt da und Nikolas hatte ihre Hand in seiner, während ihr Kopf an seiner Schulter lag und sie seinem Herzschlag lauschte.
„Emmi könnte wach werden…“, flüsterte sie schließlich in die Stille hinein.
„Klar… ich gehe besser…“, sagte er, stand auf und begann sich anzuziehen. Ellen begleitete ihn zur Tür. In dieser blieb er noch einmal stehen und lehnte sich daran. Liebevoll legte Nikolas seine Hand an die Wange der schönen Staatsanwältin und auch wenn sie immer noch unendlich traurig aussah, schien sie diese Berührung zu genießen. Schließlich griff sie jedoch nach seiner Hand.
„Es war wunderschön…“, sagte sie leise und Nikolas erwiderte nichts. Sie nahm seine Hand nun komplett von ihr weg und drückte diese runter.
„… aber es war falsch.“ Da war sie wieder. Die knallharte Staatsanwältin. Unnahbar, kühl, distanziert. Der Polizist nickte wortlos und drehte sich weg. Er stand noch einen Moment im Treppenhaus, um zu begreifen, was da eigentlich gerade passiert war. Sie hätte ihm auch einfach das Herz rausreißen können und das wäre mit Sicherheit weitaus weniger schmerzhaft gewesen.

Ellen hatte sich derweil auf der Couch im Flur zusammengekauert und lag da. Sie weinte still vor sich hin und schlief irgendwann ein.

In den darauffolgenden 10 Tagen kam Ellen nicht zur Arbeit und meldete sich auch sonst bei niemandem. Nikolas machte sich Sorgen, wusste aber, dass es besser war, sie nicht zu bedrängen, auch wenn er ihr liebend gerne Trost gespendet hätte und auch für Emily da sein wollte.

Als er an diesem Morgen ins Präsidium kam, fiel ihm als erstes der Stapel Trauerbekundungen für Ellen in die Hände. Er versuchte diese abzufangen, jedoch erwischte sie ihn dabei.
„Was machen Sie denn schon hier? Ich habe erst nächste Woche mit Ihnen gerechnet.“, sagte er und versuchte den Stapel Briefe in seiner Jacke verschwinden zu lassen.
„Uns fällt Zuhause die Decke auf den Kopf und Arbeit soll ja bekanntlich helfen.“, erklärte sie.
„Aber ist das nicht ein bisschen früh?“ Die Sorge war seiner Stimme deutlich zu entnehmen und sie schätzte sein leichtes Lächeln.
„Emmi und ich… wir können uns ja nicht ewig verkriechen.“
„Wie geht es Emily denn?“
„Sie hält sich tapfer, aber die Beerdigung ihres Vaters hat sie schwer mitgenommen.“ Ellen kämpfte schon wieder mit sich, als sie an das Begräbnis dachte. Nikolas nickte und hätte ihr gerne Trost gespendet, aber so richtig wusste er auch nicht, was er sagen sollte.
„Könnt ich dann jetzt bitte meine Post bekommen?“, fragte sie und streckte ihm ihre Hand entgegen.
„Klar… ich dachte nur… es zieht einen noch mehr runter.“ Er gab ihr diese seufzend und als sie in ihr Büro ging, folgte er ihr und schloss die Tür hinter sich.
„Ich wollte dich nur schützen.“, sagte er dieses Mal im vertrauten Tonfall. Ellen seufzte und schaute aus dem Fenster.
„Nikolas… mach es uns bitte nicht noch schwerer.“ Sie hatte ihre Arme um den Körper gelegt und der Polizist hatte Mühe sie nicht einfach an sich zu ziehen. Sie sah so traurig und hilflos aus und Nikolas hätte ihr das alles gerne abgenommen.
„Ich hätte dich anrufen sollen… aber…“, begann sie und er unterbrach sie.
„Nein. Alles ist gut. Mach dir keinen Kopf.“, erwiderte er leise und war mittlerweile an sie herangetreten.

Ellen konnte seinen Duft wahrnehmen und sie spürte ihn an ihrem Rücken, aber er berührte sie nicht. Ein Schaudern erfasste sie.
„Es tut mir leid.“, sagte sie leise. Nikolas wartete ab, denn er wusste nicht so genau, worauf sich ihre Entschuldigung bezog. Auch er atmete ihren Geruch ein, den er in den letzten Tagen in seinem Kopf gespeichert hatte und der ihn so betörte. Sie drehte sich nun um und schaute zu ihm auf. Es fiel ihr schwer, ihre Haltung zu wahren, doch sie hatte eine Entscheidung getroffen. Ellen legte ihre Hand an seine Brust und drückte ihn von sich, um wieder Distanz zu schaffen.

Sie hatte viel nachgedacht in den letzten Tagen. Neben der Trauerarbeit mit Emily hatte sie sich auch über das Gedanken gemacht, was an dem Abend zwischen ihr und Nikolas passiert war.
„Nikolas… ich kann das nicht. Es ist zu nah.“, sagte sie leise und er verstand.
„Ellen… ich…“, begann er, doch die Staatsanwältin unterbrach ihn, indem sie die Hand hob.
„Nein… ich bleibe dabei, das was da an dem Abend passiert ist, war wunderschön. Aber trotzdem falsch.“
Er nickte verstehend und resignierend. Es tat ihr weh, ihn so zu sehen und sagte ihr insgeheim, dass sie sich selbst belog, aber es war besser so. Sie musste sich und Emily schützen.
„Ich will einfach nur für dich und Emmi da sein, okay? Nur als Freund.“, sagte er. Klar, er wollte mehr von ihr. Er hatte Gefühle für sie. Gefühle, die er noch nie einem anderen Menschen entgegengebracht hatte. Aber er merkte ihre Unsicherheit und wollte sie einfach nicht bedrängen.
„Gib mir einfach Zeit…“, bat die schöne Frau vor ihm und er nickte. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, verließ er ihr Büro.

TBC
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