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Die Wilden Hühner - Erwachsen werden

von Leni398
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
05.07.2020
18.04.2021
6
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05.01.2021 1.145
 
„Oh Gott, ich übergebe mich gleich.“
Wilma stützte ihr Gesicht in ihre Hände und stöhnte.
Sprotte, Melanie, Frieda und Trude ging es nicht anders.
Trude war ganz grün im Gesicht und Melanie feilte schon zum dritten mal ihre Nägel.

Die Aula der Schule war voll besetzt mit den Schülern des Abiturjahrgangs.
Sprotte sah sich unauffällig um.
„Na, suchst du jemand bestimmten?“, fragte Frieda mit einem vielsagenden Lächeln.
„Ach Blödsinn. Ich gucke nur, ob irgendwo Frau Rose mit den Notenzetteln steht.“, brummte Sprotte und lief leicht rosa an. Tatsächlich hatte sie den fuchsroten Haarschopf von Fred noch nirgendwo gesehen.

Sprotte hatte Frieda von ihrem Vorhaben erzählt, mit der Bitte nichts Willi zusagen und so hatte sie seit 4 Wochen nicht mit Fred gesprochen.
Jedoch hatte sie sich umentschieden und ihm eine SMS geschickt in der Sprotte geschrieben hatte, dass sie Abstand brauche.
Sie hatte danach 2 SMS von ihm bekommen, aber sie mit aller Anstrengung nicht beantwortet und dabei war es geblieben.
Nun würde sie Fred heute wieder sehen und ihr Herz machte gerade zu Purzelbäume.

Frau Rose trat auf die Bühne und hielt einen Stapel Zettel in der Hand.
Schlagartig wurde es ganz still in der Aula und gebannt schauten die Schüler zu Frau Rose empor.
„Also, lieber Abschlussjahrgang“, Frau Rose setzte an, wurde jedoch von dem ins Schloss fallen der Tür unterbrochen. Die ganze Aula drehte sich zur Tür um starrte auf 3 große Gestalten, die sich ihren Weg durch die Sitzreihen zu den Hühnern machten.

Die Mädels rückten schnell auseinander um Fred, Willi und Steve Platz zu machen.
Willi ließ sich neben Frieda fallen und gab ihr einen Kuss.
Frieda hob fragend die Augenbrauen, kam jedoch nicht dazu Fragen zu stellen.
„Wenn sich die 3 Pygmäen dann auch mal eingefunden haben, kann ich ja mit der Notenvergabe des Abiturs fortfahren.“, sagte Frau Rose leicht genervt und schlagartig waren wieder alle Augen auf die Bühne gerichtet.
Fred hatte sich neben Sprotte gesetzt und Sprotte sah ihn nun aus dem Augenwinkel an.
Er hatte sie beim Reinkommen mit keinem Blick gewürdigt und guckte jetzt angestrengt nach vorne zu Frau Rose.
Sprotte wusste, dass sie mit Fred reden musste und dass es vor der Party heute Abend am Baumhaus passieren musste.
Frau Rose begann nun Namen alphabetisch aufzurufen und nach und nach leert sich der Saal. Auf einmal saß Sprotte von ihren Freunden als letzte auf ihrem Platz. Der Rest war schon vor ihr aufgerufen worden und wartete jetzt vermutlich draußen. Entweder in Trauer oder in Partystimmung, weil die Schulzeit endlich geschafft und das Abi in der Tasche war.
„Charlotte Slättberg!“
Sprotte zuckte zusammen, stand auf und ging im Eiltempo nach vorne um ihren Zettel entgegen zunehmen. Frau Roses Blick war nichts zu entnehmen und so machte sich Sprotte auf die stickige Aula zu verlassen.

Draußen blendete sie erstmal das Sonnenlicht und sie musste zweimal gucken um die winkenden Arme in einer Ecke des Schulgeländes auszumachen.
Als sie bei ihren Freunden angekommen war, wurde sie mit Fragen durchlöchert.
„Und Sprotte, wie siehts aus?“
„Hast du bestanden?“
„Wie hast du bestanden?“
„Beruhigt euch, ich hab mir das noch gar nicht angeschaut.“, sagte Sprotte, der wieder ganz mulmig in der Magen war.
Langsam schaute sie auf das Blatt und versuchte durch da Gewirr von Zahlen durch zusteigen. Ganz unten auf dem Blatt war eine Zahl Fett gedruckt und größer gedruckt. Sprotte musste zwei mal hinschauen um sich zu vergewissern, dass sie sich nicht verlesen hatte.
2,0 stand da schwarz auf weiß und Sprotte klappte der Mund auf.
Damit hatte sie gar nicht gerechnet. Damals war sie so schlecht in der Schule gewesen und jetzt schnitt sie im Abi gut ab.
Frieda umarmte Sprotte und auch die anderen freuten sich mit ihr.
Sie alle waren durch die Prüfungen gekommen, hatten bestanden und die Schulzeit war nun endlich vorbei.
Wilma hatte natürlich als Jahrgangsbeste abgeschnitten, worüber sie nur die Stirn runzelte.
„Jetzt wird mich meine Mutter zwingen Jura zu studieren.“, murmelte sie und sah vor ihrem inneren Auge den Traum an der Schauspielschule angenommen zu werden platzen.
„Prima, dann wird das ja heute Abend ein richtig gutes Fest.“, Steves Stimme war am tiefsten und dröhnte voller Vorfreude auf den heutigen Abend. Trude stand glücklich neben ihm und er hatte einen Arm um sie gelegt.
Die beiden sind wie für einander gemacht, dachte Sprotte und grinste.
Sie sah zu Fred. Ihre Blicke trafen sich und Sprotte wusste, dass sie nicht um das Gespräch herum kam.
„Na dann, sehen wir uns heute Abend am Baumhaus.“, sagte sie und ging voller Vorfreude auf den heutigen Abend und mit dem gleichen mulmigen Gefühl wie eben im Bauch zu den Fahrradständern.
„Ja spitze, ich muss noch die Technik für heute Abend aufbauen. Kommst du Frieda?“, Willi hob die Hand zum Abschied und Frieda drückte Sprotte noch mal und nahm Willis Hand, die dann gemeinsam zu seinem Auto gingen.
Eine Weile fuhr der Rest der Truppe in die gleiche Richtung, bis Sprotte in die Straße zum Wald und zum Wohnwagen einbog.
Fred war ihr ohne ein Wort gefolgt und fuhr jetzt neben ihr.
Immer noch ohne Mucks hielten sie am Gartentor vor dem Wohnwagen an und stellten ihre Räder ab.
„Willst du was trinken?“, fragte Sprotte Fred, als sie in der Sitzecke angekommen waren.
„Gerne.“ Fred wirkte unsicher. Sonst trat er immer sehr selbstsicher und lässig auf, doch nur Sprotte kannte seine verletzliche Seite.
Sprotte verschwand im Wohnwagen und kam kurze Zeit später mit einem Krug Eistee und 2 Gläsern heraus.
Fred saß auf der Gartenbank. Er sah seltsam verloren aus.
Sprotte stellte die Getränke auf den Tisch und setzte sich auf einen Stuhl ihm gegenüber.
„Es tut mir leid.“, sagte sie schließlich.
„Ich war echt sauer auf dich weißt du.“ Fred schaute sie nicht an, seine Stimme war ruhig.
„Und jetzt?“ Sprotte sah ihm in die Augen.
„Jetzt kann ich dich einfach verstehen. Ich meine der Kuss war…Wow. Ich vermute, dass du die gleichen Gedanken dabei hattest wie ich und genauso verwirrt warst wie ich.“
Sprotte musste grinsen, als Fred den Kuss erwähnt.
„Ich möchte, dass es zwischen uns wieder so ist, wie früher. Du warst und bist mein bester Freund und ich will dich nicht verlieren.“
Sprotte biss sich auf die Zunge. Das war mehr als Sprotte eigentlich sagen wollte.
Fred lächelte und nickte. „Wie früher.“, sagte er und griff nach ihrer Hand. Sprotte zog sie nicht weg.
„Das ändert aber trotzdem nichts an der Tatsache, dass ich dich liebe und um dich kämpfen werde und, dass wir heute Abend auf der Abschlussfete unser erstes 2. Chance Date haben.“ Fred grinste sie an und Sprotte musst lachen.
„2. Chance Date?“, fragte sie ungläubig und schaute verlegen auf ihre und Freds ineinander verschränkten Hände.
„Naja, wie würdest du es denn nennen, nach dem ich alles vermasselt habe?!“
In Freds Augen lag Reue und Sprotte konnte auch den Schmerz in ihnen sehen.
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