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Die Wilden Hühner - Erwachsen werden

von Leni398
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Charlotte Slättberg /Sprotte Frieda Goldmann Melanie Klupsch Trudhild Bogolowski / Trude Wilma Irrling
05.07.2020
18.04.2021
6
6.461
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Dieses Kapitel
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28.12.2020 1.273
 
Sprotte wachte am nächsten Tag früh auf. Stöhnend sah sie auf die Uhr und versuchte nochmal einzuschlafen, doch sie war wach.
Im Schlafanzug schlurfte sie in die Küche und fand einen Zettel vor.

Guten Morgen Sprotte, ich habe heute noch spontan eine Tagschicht bekommen und bin heute Abend wieder da. Mach dir einen schönen Tag. Mam

Mit dem Gedanken an den heutigen Nachmittag machte sich Sprotte ein Müsli.
Sollte sie Frieda davon erzählen, dass sie sich heute mit Fred traf, dass sie gemeinsam nach dem Abschluss nach Amerika wollten?
Nein, entschied sie. Sie schaffte das alleine und brauchte keinen Rat um sich sicher zu sein, dass sie mit Fred als Freunde gemeinsam Urlaub machen konnte.
‚Ein Urlaub ist es eigentlich nicht. Ich begleite ihn zum Silbersee und er mich nach New York. Also mehr eine Zweckgemeinschaft.’, entschuldigte sie sich selbst.
Ihre Lernzettel auf dem Schoß saß Sprotte auf dem Sofa im Wohnzimmer und versuchte sich zu konzentrieren. Die erste Prüfung war in 2 Tagen und so langsam stieg die Nervosität.
Vertieft in den Lernstoff überhörte sie fast die Klingel.
Auf Socken schlitterte sie zur Wohnungstür, zupfte am Spiegel ihre Haare und Klamotten zurecht und öffnete die Tür.
Fred stand vor der Tür und grinste sie schief an.
„Hey.“ Sprotte trat zur Seite und Fred trat ein.
Er war schon länger nicht mehr hier gewesen und ihn in ihrer Küche zusehen, ließ Sprotte etwas wehmütig auf die Zeit vor einem Monat zurück blicken, als ihre Welt und ihr Herz noch in Ordnung war.

„Sollen wir direkt anfangen? Dann kannst du mich später noch in Englisch abhören und ich dich. Morgen ist die Klausur.“, fragte Fred und setzte sich an den Küchentisch.
„Da muss ich dich leider enttäuschen, denn ich war so schlau und hab Englisch erst gar nicht in mein Abi gepackt.“
Sprotte grinste ihn an.
„Ich kann dich aber gerne abhören“, schob sie noch schnell hinterher.
Englisch war ihr absolutes Hassfach und so war sie es so früh wie möglich los geworden.

Fred lächelte sein Fredlächeln und in Sprottes Bauch machten die Schmetterlinge Purzelbäume.
So lernten die beiden eine ganze Weile. Sprotte erwischte Fred immer wieder dabei, wie er sie still und heimlich beobachtete.
„Ich hab keine Lust mehr.“, sagte Fred schließlich zu ihr gewandt.
„Meinst du, du hast heute denn genug gemacht, dass du morgen bestehst, wenn du mich die ganze Zeit anstarrst?“
Sprotte sah Fred fragend an und er grinste sie verlegen an.
Gefesselt von dem warmen Braun seiner Augen sah Sprotte den Jungen den sie doch so liebte an und legte nun auch ihre Sachen weg.
„Sag mal Sprotte“, fing Fred an und Sprotte hob fragend eine Augenbraue.
„Wir machen nach dem Abschluss am Abend der Notenvergabe eine Fete am Baumhaus.“, fuhr Fred unbeirrt fort.
„Ich weiß. Willi hat es mir erzählt.“, schob Sprotte schnell ein, als Fred sie fragend ansah.
„Achso. Ich wollte dich etwas fragen.“
Fred schien nervös, versuchte aber sich das nicht anmerken zu lassen.
„Dann frag mich etwas.“
Sprotte sah den rothaarigen Jungen sanft und aufmunternd an. Sie lächelte, als sie sein leichtes Grinsen sah.
„Gehst du mit mir zu der Fete?“, fragte Fred.
„Ich hatte sowieso vor zu kommen, die ganzen Hühner.“, antwortete Sprotte und verstand nicht ganz, worauf Fred hinauswollte.
„Das dachte ich mir schon, aber das wollte ich gar nicht wissen. Ich wollte wissen, ob du mit mir dahin gehst. Als Date. Ich weiß es ist noch Zeit bis dahin, aber du kannst es dir ja überlegen. Ich hatte nur gehofft, dass wir so einen Neuanfang starten können.“
Sprotte lächelte. Fred war seit Jahren ihr bester Freund und auch trotz allem, würde sie immer einen Neuanfang mit ihm starten. Außerdem hatte sie sich schon längst in seinen Augen verloren.
„Gerne. Das muss ich mir nicht überlegen.“, sagte sie schließlich und sie hörte den Stein von Freds Herzen auf die Küchenfliesen fallen.
So saßen sie noch einige Stunden in der Küche am Tisch und redeten über die Party, über ihre Amerika Reise und über die Vergangenheit.
Schließlich sah Sprotte auf die Uhr und bemerkte, dass es schon halb 6 war.
„Du solltest gehen, meine Mam kommt in einer halben Stunde nach hause.“, sagte sie zu Fred.
„Bin ich dir etwa peinlich?“, fragte Fred ironisch und grinste.
„Du bist mir immer peinlich, aber darum geht es nicht.“, lachte Sprotte.
„Mam weiß einfach nicht, dass du hier bist und ich kann auf die Fragen zu unserem aktuellen Beziehungsstatus echt verzichten. Zumal sie nicht ganz so gut auf dich zusprechen ist aktuell.“
Sprotte sah Fred an, der verständnisvoll nickte und seine Sachen zusammen räumte und aufstand.

„Dann geh ich wohl mal besser.“, sagte er.
„Warte, ich begleite dich noch zur Tür.“ Sprotte ging ihm hinterher.
Fred hatte sich bereits seine Schuhe angezogen und seine Tasche über die Schulter geworfen.
„Wir sehen uns morgen?“, fragte er Sprotte hoffnungsvoll.
Sprotte sah ihn an und nickte.
Sie stellte wie immer fest, dass er ein ganzes Stück größer war als sie.
Fred kam auf sie zu und umarmte sie zum Abschied und wie immer atmete sie diesen vertrauten Fred Duft ein, den sie so liebte.
Eine gefühlte Ewigkeit standen sie Arm in Arm im Flur der Wohnung von Sprotte und ihrer Mutter und hielten sich einfach.
Langsam löste sich Sprotte aus seiner Umarmung und schaute zu ihm hoch.
Was dann passierte, konnte keiner von beiden kontrollieren.
Von einander angezogen lagen ihre Lippen plötzlich auf einander.
Sprotte genoß den Kuss und als Fred ihn noch weiter vertiefte konnte sie nicht mehr denken.
Mit klopfendem Herzen schloß Sprotte die Tür hinter Fred und lehnte sich gegen sie.
Sie seufzte und wartete, bis sich ihr Puls wieder normalisiert hatte.

Was hatte der Kuss zu bedeuten?
Verziehen hatte sie ihm, aber konnte sie sich wieder auf ihn einlassen.
Fred hatte sie betrogen und noch vertraute sie ihm nicht.
Was Sprotte brauchte war Zeit.
Zeit ohne Fred.
Aber der Kuss.
Sprotte seufzte in sich hinein.
Der Kuss fühlte sich einfach richtig an.
Und einfach wunderbar, fügte Sprotte ihren Gedanken hinzu. Sie lächelte bei dem Gedanken an Freds weichen Lippen auf ihren und das Kribbeln in ihrem Bauch, was der Kuss und seine Berührungen hinterlassen hatten.
Was sollte sie nur tun?
Klar war, das sie ihm verziehen hatte und das sie ihn liebte.
Oh ja, sie liebte ihn und wollte eigentlich gar nicht ohne Fred sein. Die Zeit in der sie nicht miteinander geredet hatten, sich gestritten hatten, war schrecklich. Von dem gebrochenen Herzen mal zu schweigen.
Auch, wenn die Zeit ohne Fred miserabel war, wollte sie nicht wieder so abhängig von jemandem sein, auch wenn es der Mann war, den sie liebte. Sprotte wollte ihre Selbstständigkeit und ihr eigenes Glück, nicht von ihm abhängig machen und für eine neue Beziehung ist es noch zu früh.
Sprotte fasste einen Entschluss.
Die nächste Zeit würde sie ohne Fred überstehen wollen und lernen, auch ohne ihn glücklich zu sein.
Sie überlegte, ob sie ihm ihrn Konflikt in einer SMS erklären sollte, verwarf den Gedanken aber direkt wieder.
„Ich rede nach der Zeit wieder mit ihm und erkläre es ihm.“, murmelte Sprotte auf dem Weg in die Küche und begann Kartoffeln zu schälen.
Der Schlüssel im Schloss der Wohnungstür kratzte und Sprotten Mutter kam nach hause.
„Hallo Sprotte. Na, wie war dein Tag?“, Sybille hing ihre Jacke an die Garderobe.
Sprotte lächelte zufrieden mit sich und immer noch das Glücksgefühl des Kusses in sich.





Moin Zusammen,
ich dachte ich schreiben heute mal eine kleine Einleitung und bedanke mich bei euch fürs fleißige lesen.
Das heutige Kapitel wird etwas kürzer werden.
Ich hoffe es gefällt euch trotzdem und ihr lasst ein Review da.
Fröhliche Weihnachten nachträglich und einen guten Rutsch.
Leni398
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