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Stranger from the DARK 3

OneshotMystery, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Adam / Jonas Kahnwald OC (Own Character)
05.07.2020
05.07.2020
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2.185
 
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05.07.2020 2.185
 
Hallo allerseits, zu jeder Staffel DARK gab es von mir eine kleine Fanfiktion. Die dritte Staffel ist naja, sehr verwirrend, viele Sprünge zwischen Raum, Zeit und Personen sowie hin und wieder ein Häppchen Aufklärung. Jedoch bekommt Louis hier in meinen Augen zu wenig Gelegenheit (außer vielleicht in Folgel 1 und 5), sein außergewöhnliches Talent richtig auszuleben. Dennoch hat mich diese Serie gefesselt und zu dieser Trilogie bewegt.
Allen Lesern wünsche ich nun viel Spaß beim letzten Teil von:



Stranger from the DARK 3

 
Ein heftiges Unwetter war über die Stadt hereingebrochen, was der Wetterbericht im Vorfeld mit keinem Wort erwähnt hatte. Starker Wind schüttelte die Bäume in der Straße durch und brachte ihre Kronen in eine gefährliche Schieflage, so dass zu befürchten war, sie könnten für die darunter geparkten Fahrzeuge zur Gefahr wurden. Es war erst Nachmittag und dennoch schien bereits die Dunkelheit des Abends hereinzubrechen.
Mit regloser Miene stand ich am Fenster und beobachtete dieses Weltuntergangsszenario. Es war der 22. September und von einem Gewitter war auch auf der Wetter-App meines Handys nichts zu sehen, was mir äußerst seltsam vorkam. Der Tag war ruhig und spätsommerlich verlaufen ohne besondere Temperaturunterschiede oder Schwüle in der Luft. Es war eher kühl, was zu meiner Stimmung passte. Seitdem sich die Wege von Jonas und mir an dieser Höhle endgültig getrennt hatten, ging es mir nicht gut. Zunächst dachte ich, alles sei dadurch wieder im Lot und unser gemeinsamer Abstecher durch die Abenteuer der Zeit war nur ein Spiel gewesen, das eben irgendwann zu Ende gespielt war.
Doch er fehlte mir so schrecklich, dass mich auch jetzt noch, nach zwei Monaten, ein Stich durchführ, wenn ich an ihn dachte. Sein Verlust war kaum zu ertragen. Mit jedem Tag schien die Last auf meiner Seele noch zu- statt abzunehmen, obwohl ich mir einredete, dass es falsch war. Ich versuchte, in meinen Alltag zurückzukehren, aber alles fiel mir schwer, nichts bereitete mir Freude und fast jede Nacht hörte ich seine Stimme in meinen Träumen, so dass ich immer wieder aufschreckte. Dennoch sagte mir die Vernunft, dass ich das hinter mich bringen musste und irgendwann auch darüber hinwegkommen würde.
In dem Spiegelbild des Fensters sah ich Tränen in meinen Augen schimmern.
If you were here…

Ein Krachen riss mich aus den Gedanken, mein Blick klärte sich und ich starrte durch die regennasse Scheibe nach draußen. Tatsächlich war die Krone einer der mächtigen Alleenbäume abgebrochen und auf der gegenüberliegenden Straßenseite zwischen zwei parkende Autos gestürzt. Das Unwetter nahm noch einmal Fahrt auf, die Sturmböen stürzten Mülltonnen um, der Regen peitschte lautstark gegen die Scheiben und ein lautes Donnerkrachen schien direkt über meinem Haus zu explodieren.
Solch ein Unwetter erlebte man nicht alle Tage und ich hoffte, dass sich alle Menschen in der Umgebung in Sicherheit bringen konnten.
Entsprechend heftig zuckte ich zusammen, als es plötzlich an meiner Tür läutete.
Offenbar benötigte ein Nachbar Hilfe, was mich aus meiner Trübsal befreite und ich mich zur Tür bewegte. Neugierig zog ich sie auf und erstarrte...
Auf der Schwelle standen zwei völlig durchnässte Personen, eine davon sank gerade kraftlos zu Boden.
Jonas!

Er trug seine gelbe Regenjacke, die jedoch gegen diese Wassermassen nur wenig Schutz bot. Kaum bei Sinnen brach er auf den Stufen zusammen, als die andere Person, eine junge, dunkelhaarige Frau, ihn nicht mehr stützen konnte. „Ich kann ihn nicht halten“ keuchte sie und ich blickte paralysiert auf ihn hinab, dachte, sie meinte den aktuellen Umstand. Doch es war anders gemeint.
„Ich kann ihn nicht bei mir halten“ schrie sie gegen den Sturm. Ihre schulterlangen Locken klebten an ihrem bleichen Gesicht und in ihren Augen schimmerten Tränen. „Er wird krank an meiner Seite. Wir sind der Fehler in der Matrix…“
Überfordert wechselte mein Blick von ihr zu Jonas. Obwohl ich bereits eine verrückte Zeitreise erlebt hätte, würde ich aus ihren Worten nicht schlau, doch mein Gefühl sagte mir, wen ich da vor mir hatte. Es konnte nicht anders sein...
„Sein Fieber steigt immer weiter und unsere Welt bricht auseinander. Er gehört nicht zu mir, sondern zu dir….“
Völlig entgeistert starrte ich sie an, während ihre Worte wie Hammerschläge in meinem Kopf widerhallten.
„Er braucht dich und die Welt braucht euch, damit sie in Frieden existieren kann.“
Sie schluchzte heftig und die Tränen mischten sich mit dem Regen in ihrem Gesicht. „Kümmere dich gut um ihn, versprich es mir!“ Dann drehte sie sich um und rannte davon.

„Martha?“ rief ich ihr hinterher, doch sie lief weiter, verschwand hinter den Häusern im Wald. Ich konnte ihr nicht folgen, denn zu meinen Füßen lag der zusammengekrümmte und beinah leblos wirkende Körper jenes jungen Mannes, den ich so schmerzlich vermisst hatte. Das Schicksal hatte ihn zu mir zurück katapultiert. Eilig beugte ich mich zu ihm, ergriff seine Arme und zog ihn ins Haus, um die Tür zu schließen, denn der Sturm peitschte den Regen bis in den Flur hinein. Dann strich ich ihm die nassen Strähnen aus dem Gesicht und spürte dabei seine glutheiße Haut. „Jonas… mein Gott…“ stammelte ich und wusste für Sekunden nicht, was ich tun sollte. Martha hatte ihn bei mir abgeliefert, weil er dem Tod offenbar näher war als dem Leben. Doch warum? Wie hatte sie mich überhaupt gefunden? Über ihre Worte würde ich später nachdenken müssen, denn Jonas benötigte dringend Hilfe. Wenn ich keinen Krankenwagen rufen wollte, was ich zunächst vermeiden wollte, um unnötigen Fragen aus dem Weg zu gehen, musste ich handeln.
Da er kaum bei Sinnen war, würde ich ihn nicht auf die Beine bekommen. Also zog ich ihn mit aller Kraft ins Schlafzimmer und befreite ihn mühsam von der nassen Kleidung, die wie eine kalte, zweite Haut an ihm klebte. Mehrmals sprach ich dabei ihn an, doch er war vom Fieber völlig weggetreten. Mehr als ein leises Stöhnen gab er nicht von sich.
Plötzlich schluchzte ich auf, das Schicksal hatte ihn mir zurückgegeben, aber in einem äußerst kritischen Zustand. Wenn er unter meinen Händen starb, würde es mich zerstören. So viele Wochen hatte ich versucht, über die Trennung, welche wir beide für notwendig gehalten hatten, hinwegzukommen, aber der Plan des Übernatürlichen war offenbar ein anderer und aus irgendeinem Grund kreuzten sich unsere Wege ein zweites Mal.
Sanft trocknete ich seinen blassen, nackten und zitternden Körper ab und hievte ihn anschließend in mein Bett. Die Decke breitete ich nur bis zur Hüfte über ihn, damit er nicht noch mehr überhitzte. Mit großer Sorge betrachtete ich meinen Liebsten, strich ihm zärtlich über das Gesicht und schluchzte leise, als ich die unnatürliche Hitze spürte. Seine Augen waren geschlossen, die Lippen leicht geöffnet, er neigte den Kopf ein wenig und stöhnte leise. Das Fieber hatte ihn voll im Griff, doch ich besaß kein passendes Medikament im Haus, das ich ihm geben konnte.

Draußen tobte noch immer der Sturm und ein weiterer, lauter Donnerschlag in der Nähe ließ das Licht kurz flackern. Doch dem Unwetter konnte ich keine Beachtung schenken, vielmehr rannte ich durch das Haus, kochte Tee und Brühe auf. Dann befeuchtete ich Tücher mit kaltem Wasser und schnappte mir ein paar Handtücher. Zurück bei Jonas schlug ich die Bettdecke zurück, sein Körper erzitterte unter dem kühlen Luftzug. Behutsam umwickelte ich seine Unterschenkel mit den kühlen Tüchern und legte trockene Handtücher darum. Ein leises Keuchen entfuhr ihm und ich zog die Decke sanft bis zu seiner Brust hoch. Ich kniete mich neben das Bett und fuhr ihm zärtlich durch die feuchten Haare. „Hey Schatz“ flüsterte ich und spürte eine seltsame Mischung aus Freude und tiefer Sorge. Er war wieder bei mir, doch in welchem Zustand?
War es wirklich so, dass er in seiner Welt nicht existieren konnte, sie sogar zerstörte? Diese Zusammenhänge konnte ich nicht begreifen und wollte mich auch gerade nicht damit befassen. Heiße Tränen rannen über meine Wangen, doch ich lächelte liebevoll und hauchte einen Kuss auf seine Wange.
Kurz darauf holte ich den fertigen Tee aus der Küche, doch es gelang mir nicht, ihm etwas davon einzuflößen, er war weiterhin nicht bei Bewusstsein. Zunächst wollte ich die Nacht abwarten und meine Sorge dabei in den Griff bekommen. Die Dunkelheit der Nacht wurde immer wieder von Blitzen des nicht enden wollenden Gewittersturms durchzuckt und der Regen peitschte wellenartig gegen das Haus und die Fensterscheiben. Vorsichtig legte ich mich zu Jonas und spürte die Hitze, die er ausstrahlte, ohne dass ich ihn berührte. Ich wischte mir die Tränen aus den Augen und strich noch einmal zärtlich über seine Wange. Dann legte ich meine Hand auf seiner Brust ab, spürte den beschleunigten Herzschlag, weil sein Körper gegen das Fieber kämpfte. Mein Blick ruhte auf seinem bleichen Gesicht, während ich noch immer nicht glauben konnte, dass sein Weg ihn zurück zu mir geführt hatte.
Erschöpft nach den vielen ruhelosen Wochen schloss ich die Augen und glaubte zu vernehmen, dass das Gewitter etwas nachließ. Doch bevor ich mir darüber ernsthafte Gedanken machen konnte, schlief ich ein.

Erst am nächsten Morgen wurde ich durch Sonnenstrahlen geweckt, welche durch das Fenster direkt in mein Gesicht schienen. Zunächst lichteten sich meine Gedanken nur zäh aus dem, was ich für einen Traum hielt, doch als ich langsam die Augen öffnete, blickte ich der Wahrheit direkt ins Gesicht; dem entspannt schlafenden Gesicht von Jonas. Ich wagte kaum zu atmen, befürchtete noch immer, dieses Bild könne vor meinen Augen zerplatzen wie eine Seifenblase. Etwas an ihm war anders als noch vor zwei Monaten, sein Gesicht war etwas schmäler und die Haare eine Nuance dunkler. Er wirkte erwachsener.
Ich streckte meine Hand aus, um an seiner Stirn zu fühlen, wie hoch das Fieber noch war.
Zu meinem Erstaunen war die Haut völlig normal temperiert und ich kontrollierte mit der anderen Hand noch einmal. Sollte das Fieber über Nacht etwa schon komplett verschwunden sein?
Durch die Berührung erwachte er und öffnete langsam die Augen. Vertrautes Blau kam zum Vorschein und er schien die Situation nicht sofort zu begreifen. Verwundert und auch ein wenig irritiert über meinen Anblick zog er fragend die Stirn zusammen und ich konnte das Gefühlschaos in seinen Augen erkennen.
„Hey“ sagte ich leise, legte meine Hand auf seine Wange und musste spontan lächeln. „Du bist zurück.“ Ein tiefes Glücksgefühl durchströmte mich, während ich diese Worte aussprach.

Zunächst antwortete er nicht, sondern ließ seine Augen durch den Raum wandern, schien sich zu orientieren und daran erinnern zu wollen, wie er hierhergekommen war. Mit sanfter Stimme half ich ihm auf die Sprünge. „Martha hat dich gestern Nacht hier abgeliefert, du hattest hohes Fieber und warst kaum bei Bewusstsein. Sie sprach davon, dass du bei ihr krank geworden bist und ihre Welt deshalb untergeht. Das Wetter gestern Nacht sprach in der Tat dafür, es tobte ein sehr heftiges Unwetter. Doch sie rannte davon, bevor ich sie fragen konnte und ich musste mich erstmal um dich kümmern, weil ich keinen Krankenwagen rufen wollte.“
Ich sah ihn trocken schlucken, während er meinem Bericht lauschte und griff zum Nachttisch, um ihm den erkalteten Tee zu reichen, damit er seinem ausgezehrten Körper etwas Flüssigkeit zuführen konnte. Gierig trank er die Tasse auf einmal aus und ließ sich anschließend wieder in das Kissen sinken. Er dachte über meinen Bericht der Vorkommnisse nach und schien seine eigenen Schlüsse daraus zu ziehen. Schließlich nickte er langsam. Sein sehnsuchtsvoller, fast ein wenig verzweifelter Blick, der mir von unserer ersten Begegnung noch sehr präsent war, verursachte einen Stich in meinem Herzen. War er womöglich unglücklich darüber, zurück in meine Welt katapultiert worden zu sein? Tränen wollten sich in meine Augen drängen, doch ich schwieg, wollte ihm Zeit lassen die er benötigte, um sich mit der Situation zurechtzufinden.
Doch dann erstrahlte ein tiefes Glücksempfinden in seinen blauen Augen, sein Mund verzog sich zu einem Lächeln und er schlang beide Arme um mich, presste seinen Leib gegen mich. „Ja Süße, das Schicksal hat entschieden. Ich bin wieder hier und diesmal bleibe ich.“ Er löste sich ein Stück von mir, um mir sanft eine Strähne aus der Stirn zu streichen. „Ich weiß jetzt, dass wir zusammengehören“ flüsterte er und hauchte einen Kuss auf meine Lippen, „Wir beide passen perfekt zusammen, glaube nie etwas anderes! So entsteht kein Fehler in der Matrix.“

Erleichtert und zutiefst erfreut drückte ich ihn an mich und hauchte erstickt: „Ich habe dich so schrecklich vermisst und es wurde nicht besser. Deshalb wusste ich, dass es so nicht richtig sein kann.“
Ich schluchzte auf und löste mich ein Stück von ihm, um sein Gesicht mit meinen Händen einzurahmen. Seine tränenfeuchten Augen, gepaart mit diesem wunderbaren Lächeln ließen mein Herz höher schlagen und wir versanken noch einmal in einen langen, zärtlichen Kuss.
„Ich hab Hunger“ nuschelte er schließlich und ich musste lachen. „Na dann sollte ich uns mal ein schönes Frühstück zaubern“ gab ich zurück und schwang mich aus dem Bett.
Doch Jonas hielt mich auf, in dem er meine Hand ergriff und ich hielt inne. Sein Blick wurde ernst. „Ich hätte niemals gehen dürfen…“ flüsterte er tonlos, „ich liebe dich.“
Sekundenlang schwebte ich in einer Wolke aus diesen Worten und seinem hübschen Gesicht, welches die Ehrlichkeit seiner gesprochenen Worte unterstrich.
Die Freude, die ich in jenem Moment empfand, ließ sich nicht in Worte fassen.
Wir waren wieder zusammen und hatten die Zeitschleife also doch unterbrechen können.



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