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Unforgivable

von Abaki
GeschichteHumor, Liebesgeschichte / P18 / MaleSlash
Chuya Nakahara Osamu Dazai
04.07.2020
15.08.2020
7
24.754
11
Alle Kapitel
15 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
04.07.2020 3.868
 
Hi, freut mich sehr dass du den Weg zu dieser Geschichte gefunden hast. Bevor es los geht, einmal die üblichen Floskeln:
Die Figuren und die Welt gehören logischerweise nicht mir, sondern Kafka Asagiri.
Die Story selbst gehört zum größten Teil mir (das erste Kapitel noch eher weniger).
In diesem ersten Kapitel geht es fast ausschließlich um die erste Folge der dritten Staffel, die zum Teil sehr wörtlich übernommen wurde. Ich hoffe einfach mal dass das so noch in Ordnung ist.

Egal, dann wünsche ich erstmal viel Spaß beim Lesen und über ein Review würde ich mich natürlich sehr freuen.

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Wie er die Straße entlang stolziert. Umringt von seinem Team. Als hätte er schon immer dazu gehört. Von meinem Standpunkt aus, kann ich zwar nicht verstehen was sie sagen, aber es muss ja etwas sehr Witziges sein, so wie der Neuzugang dieser dämlichen möchtegern Detektive lacht.

Ich könnte kotzen, wenn ich sie mir so ansehe. Wie sie reden und lachen während sie zu einem dieser gemütlichen kleinen Restaurants gehen, die es hier zuhauf gibt. Wahrscheinlich, um sich selbst für einen gelösten Fall zu gratulieren. Wie ich sie doch alle hasse. Und allen voran ihn.

Wie kann er es wagen so fröhlich zu sein? Mit jeder Sekunde, die ich die fröhliche Gesellschaft unter mir beobachte, wächst mein Zorn, überdeckt die Wehmut, die die in meinem Inneren flackert und einfach nicht erlöschen will. Meine Brust schmerzt fürchterlich. Wie kann er so glücklich sein, während ich an seinem Verrat immer noch zerbreche?

- sieben Jahre zuvor-

Die Slums waren meine Heimat und die Sheeps seine Familie. Sie waren alles was ich hatte und auch wenn es nicht offiziell war, wusste ich doch, dass ich sowas wie ihr Anführer war. Meine Kräfte hatten mich automatisch dazu erhoben. Ich war aufbrausend und unüberlegt, doch wir waren Teenager und was will man von einer solchen Gruppe, die die Slums ihr Zuhause nennt, auch erwarten?
Eigentlich war es ein ausgesprochen unspektakulärer Tag, an dem ich mal wieder alleine durch die engen, schmutzigen Straßen des Kraters zog. Die Sonne schien von einem hellblauen Himmel, der nur von wenigen Wolken zerschnitten wurde. Doch eine unbestimmte Ahnung ließ mich innehalten, als ich fremde Stimmen nicht weit von mir vernahm.

Misstrauisch folgte ich den Stimmen und hielt inne, als ich zwei Fremde in schwarzen Mänteln ausmachen konnten, die wie selbstverständlich durch unsere Straßen wanderten. Wer waren denn diese Lackaffen? Eine weile Lang begleitete ich sie unauffällig, immer darauf achtend Häuser zwischen uns zu haben. Wer waren diese Type? Ein alter Sack und ein Kind?  Na gut, der Junge war wahrscheinlich etwa so alt wie ich selbst. Aber das änderte nicht daran, dass er ein verdammtes Kind war!

Warte. Diese Kleidung und ihr Auftreten. Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Die Lackaffen gehörten zur Port Mafia! Na warte, denen würde ich es zeigen! Rasend schnell spürte ich die Wut in mir hoch brodeln und ohne ein zweites Mal darüber nachzudenken ließ ich meine Fähigkeit in mich strömen und schoss vor.

Hah, den Jungen hatte ich erwischt! Aber sowas von! Na gut, die Wand hinter ihm hatte jetzt auch schonmal bessere Tage erlebt, aber egal, das war es wert!
Ein schadenfrohes Lachen konnte ich nicht mehr unterdrücken. Wie ich diese Mafia doch hasste. Klang ich wahnsinnig? Ach, bestimmt nicht.

„Perfekt. Die Port Mafia schickt wirklich ein Kind, um uns zu besiegen?“, um meine Macht nochmal zu verdeutlichen stellte ich dem anderen Jungen den Fuß auf die Brust. Was war das bitte für ein Typ? Der hatte ja überall Verbände. Schein ja nicht besonders stark zu sein, wenn er so oft verletzt wurde. Meiner Kraft hatte er auch nichts entgegensetzen könne. Die Mafia musste echt ein Haufen Schlappschwänze und Vollidioten sein, wenn sie glaubten, dass so ein Kerl und ein alter Knacker mich einschüchtern konnten.

„Ich hasse schmerzen…“, informierte der Junge mich und wirkte für meine Geschmack viel zu gleichgütig. Wer war dieser Freak? Mein noch lange nicht verloschener Zorn wallte erneut auf.

„Ich bin mal nett und gebe dir zwei Optionen zur Auswahl. Entweder stirbst du jetzt oder du stirbst nachdem du mir Informationen gegeben hast. also beides währe vollkommen in Ordnung für mich.“ Na, jetzt war ich aber mal auf die Antwort gespannt? Tat er nur so cool und würde mich gleich um sein Leben anflehen und mir alle Informationen geben die er mir als kleines Licht in der Mafia geben konnte, oder würde er so unterkühlt bleiben und seinen Tod hinnehmen. Ich muss gestehen, die erste Option gefiel mir weitaus besser. Auch wenn ich ihn natürlich dennoch nicht am Leben lassen würde. Immerhin gehörte er zur Port Mafia. Jeder tote Mitarbeiter der Mafia war ein kleiner Schritt zu ihrer vollkommenen Vernichtung durch die Sheeps.
Blut rann unter seinen Haaren hervor und tränkte die Verbände, die über seinem rechten Auge lagen in Rot. Ich hatte ihn wohl doch noch etwas fester erwischt, als beabsichtigt, aber das war jetzt auch egal. Er würde eh nicht mehr lange leben.

„Dann töte mich jetzt, aber möglichst schmerzfrei wenn´s geht“, meinte der Typ immer noch so verdammt emotionslos. Was lief bitte falsch mit diesem Kerl? So reagierte doch kein normaler Mensch und vor allem kein verdammter Teenager!

„Was zum…was für ein suizidaler Freak bist du denn?“, konnte ich mir nicht verkneifen. Sollte ich ihn jetzt wirklich umbringen? Klar, ich hatte es angekündigt und es wäre nicht mein erster Mord aber…ich hatte noch nie ein Opfer, das mich sogar darum bat, es zu töten.

„Du bist auch ein Freak, weißt du?“, wagte der Idiot es auch noch mich zu beleidigen. Ich konnte mir nicht helfen, aber während mein Zorn langsam aber stetig schrumpfte wuchs in gleichem Maße meine Anerkennung für diese furchtlosen Freak.

„Ich bin kein Freak. Aber genug von diesem Geschwätz. Erzähl mir etwas über diesen Arahabaki, den du suchst“, verdammt ich wusste, dass sie dieses Ding suchen. Aber mal sehen was sie über es wussten.

„Arahabaki? Wie interessant, also ist das das Ziel?“, wagte er es auch noch mich für dumm zu verkaufen und prompt begann die Wut wieder in mir aufzusteigen.

„Dann hast du noch nie davon gehört?“, fragte ich nochmal nach. Gab ihn nochmal die Chance mir die Wahrheit zu sagen, doch dieser Idiot log mich einfach erneut an.

„Nope, nie gehört.“

Das reicht! Wütend trat ich ihm ins Gesicht. Nicht hart, ich wollte mich ja noch weiter mit ihm unterhalten und ihm seinen Todeswunsch nicht sofort erfüllen aber doch hart genug, dass es weh tun musste. Vielleicht würde das ihn ja zur Vernunft bringen.

„Diejenigen die in das Territorium der Sheeps eindringen, müssen mit schrecklicher Vergeltung rechnen“, meinte der Typ immer noch so emotionslos wie eh und je und drehte mir wieder den Kopf zu, der durch meinen Tritt zuvor zur Seite geflogen war. „Also bist du der König der Sheeps. Chuuya Nakahara. Der der die Gravitation manipuliert.“

Er kannte meinen Namen? Na gut, ich hatte in letzter Zeit für ziemliche Unruhe innerhalb der Mafia gesorgt. Aber warum verdammt nochmal sprach mich diese Made mit meinem Vornamen an?

„Ich bin nicht ihr König, verstanden?“, ich musste es einfach sagen, auch wenn ich eigentlich genau wusste, dass er recht hatte. Die Sheeps waren nichts ohne mich. Aber verdammt ich wollte nicht ihr König sein, ich wollte nur als ein Teil ihrer Familie gesehen werden. „Aber ich habe dennoch ein Ass im Ärmel.“

„Oh, du bist ein überhebliches Kind. Wie ich solche wie dich doch Hasse“, er klang fast schon etwas resigniert, aber nur fast.
Meine Zuneigung war mittlerweile fast vollständig Hass gewichen. Wie konnte dieses Kind es wagen mich zu beleidigen? Er war immerhin derjenige der unter mir lag und mir schutzlos ausgeliefert war!

„Achso? Also ich hasse herablassende Scheißkerle, wie dich, mehr als alles andere auf dieser Welt“

„Das reicht“, kam es plötzlich von hinten. Ach verdammt, den Opi hatte ich ja komplett vergessen. Na toll, jetzt mischte der sich auch noch ein. Als wäre einer von der Mafia nicht schonnervig genug. Und jetzt zog der Alte sich auch noch melodramatisch die Handschuhe aus. Was sollte das denn bitte werden?

Etwas widerwillig ließ ich von der Made zu meinen Füßen ab und wand mich vollständig dem alten Knacker zu. Mit dem würde ich kurzen Prozess machen und mich dann wieder diesem bandagierten Wicht zuwenden.

„Komm friedlich mit, ansonsten…“

Ich ließ ihn gar nicht erst ausreden, sondern meinte belustigte: „Uhhh, da bekomme ich aber Angst, alter Mann. Weißt du überhaupt wer ich bin?“ Natürlich ging ich davon aus, dass er wusste wer ich war. Immerhin hatte der Pimpf es auch gewusst.

„War es nicht, der König der Sheeps?“

Jetzt mal ehrlich, spreche ich irgendwie undeutlich? Warum zur Hölle können die nicht aufhören mich immer so zu nennen? Ich hasse das! Fast so sehr wie ich die Port Mafia hasse…na gut, das ist übertrieben. Die Mafia hat meilenweiten Vorsprung gegenüber allem anderen.

„Nein, Dummarsch. Aber wie gesagt habe ich noch ein Ass im Ärmel“, diesem Opa würde ich es zeigen. Bevor er auch nur blinzeln könnte würde ich ihn ungespitzt in den Boden gerammt haben.

„Das Ass deiner Fähigkeit, vermutlich“, meinte auch er wieder so unverschämt entspannt. Wie ich diese Typen hasste!

„Also bist du ebenfalls ein Befähigter, huh?“, das könnte vielleicht sogar interessant werden. Naja, zumindest halbwegs. Bisher hatte sich noch niemand gegen meine Fähigkeiten behaupten können.

„Sei vorsichtig, dieses Kind manipuliert die Fähigkeit von allem das es berührt“, meldete sich die Mumie von den billigen Plätzen.

„Verstanden“, kaum hatte der Alte die Worte ausgesprochen, begann auch schon die Luft um ihn herum lila zu flimmern und er schoss auf mich zu.
Na gut, einen Kampf ließ ich mir sicher nicht entgehen! Auch ich hüllte mich in meine Kräfte und griff an.
Wir prallten aufeinander, ohne dass einer von uns beiden verletzt wurde und gingen wieder auseinander.

„Ist das alles was du draufhast, aller Mann?“, provozierte ich ihn grinsend, „ich hatte etwas mehr erwartet.“ Wie zu erwarten gewesen war, würde der Alte kein Gegner für mich sein. „Du enttäuscht mich“, wieder schoss ich auf ihn zu. Dieses Mal würde ich nicht so rücksichtsvoll sein wie zuvor.
Ich schaffte es ihn ein paarmal zu treffen und als der Feigling eine Pistole zog trat ich sie ihm mit Leichtigkeit aus der Hand, „zu langsam“, mal ehrlich. Hatte er wirklich gedacht mich damit erwischen zu können? Selbst wenn er geschossen und mich getroffen hätte, hätte ich die Kugel einfach zu ihm zurückgeschickt.
Mit einem weiteren Tritt schickte ich den Opi auf die Knie.

„Jetzt ist es für dich vorbei“, schwer legte er mir eine seiner Hände auf die Schulter. Was sollte das denn bitte? Vorbei? Das ich nicht lachte. Er hatte eindeutig haushoch verloren und das sagte ich ihm auch: „Wovon redest du? Ich habe dich besiegt.“

„Bist du dir sicher?“, kam es plötzlich von viel zu dicht hinter mir. Als ich nach hinten blicke, legte sich eine eiskalte Hand an meinen Hals, und der junge Typ meinte, „du hast grade deine Fähigkeit die Gravitation zu kontrollieren verloren.“

Und verdammt der Kerl hatte recht. Ich spürte es. Verdammt was ging hier vor sich? Egal, nicht in Panik geraten. Bloß nichts anmerken lassen, Chuuya, bleib cool!

„Meine Fähigkeit ist es, andere Fähigkeiten zu unterdrücken“, informierte mich der Kerl netterweise. Na toll, von sowas hatte ich ja noch nie gehört.

„Nun, Junge, es ist Zeit für die Abrechnung“, meinte der alte Kerl viel zu überheblich für meinen Geschmack und ich spürte bereits einen starken druck auf meiner Schulter, der von seiner Hand ausging.
Verdammt, ich musste schnell handeln, sonst würde ich gleich als Mus auf dem Boden kleben. Kräftig trat ich nach hinten aus. Kaum hatte ich den Freak von mir gestoßen strömte die Kraft in mich zurück und ich sprang mit ihrer Hilfe aus seiner Reichweite. Okay, vielleicht war es auch etwas weiter weg als es wahrscheinlich nötig gewesen wäre, aber wer will mir das bitte vorwerfen, huh? Naja, jedenfalls klebte ich jetzt wie eine übergroße, übercoole Echse an der Wand, während der Freak sich schwerfällig aufrappelte und dem Opa erklärte wie ich entkommen war.
Na warte, jetzt reichte es mir. Noch einmal würde ich mich nicht erwischen lassen.

„Um dich kümmere ich mich später. Na los Opa!“, ich schoss vor und ließ dem Knacker nicht mal eine Chance sich zu währen. Das „Pass auf!“, des halben Hemds nutzte ihm da auch nichts mehr.
Ich setzte grade zu meinem finalen Tritt an, als alles um mich herum lila wurde.
-
Als ich wieder zu mir kam war ich nicht mehr in den Slums. Sondern befand mich durch irgend so eine Fähigkeit an einen Stuhl gefesselt in einem großen Raum wieder, der vollgestopft war mit Büchern. Vor mir stand ein großer Schreibtisch, der verdammt schwer aussah. Eigentlich perfekt, um ihn auf den Mann zu schleudern, der eben hinter diesem Schreibtisch saß und mich mehr als nur selbstgefällig musterte. Dann hätte sich das mit der Port Mafia zumindest erledigt. Aber nein wegen diesem dämlichen langhaarigen Lauch hinter mir konnte ich mich ja nicht mehr bewegen. Wie mich das alles ankotzte.
Wenn ich dem Mafia Boss glauben konnte, war es schon ein Tag her, dass ich gegen den Freak und den Opi gekämpft hatte. Als hätte ich ihn gerufen, kam diese scheiß Mumie dann auch noch in den Raum und vermieste mir die Laune zusätzlich. Aber egal, zumindest schien ich ihm gestern den Arm gebrochen oder zumindest angebrochen zu haben, da er einen Gibs trug.

„Dafür, dass ihr beide euch erst seit einem Tag kennt scheint ihr euch ja ganz gut zu verstehen“, behauptete der kranke Arzt dann sogar noch. Doch nach den Geräuschen des Freaks zu urteilen fand anscheinend nicht nur ich diese Aussage mehr als fragwürdig.

„Nun dann, ich würde mit dir gerne über gestern sprechen, Chuuya“, redete er allerdings einfach unbeirrt weiter. „Randou, bitte lass ihn frei.“

Was sollte das denn jetzt? Unterschätzte der Creep mich wirklich so sehr? Aber auch dieser Randou schien Zweifel an dem Befehl seines Bosses zu haben.

„Sir, ich denke das währe etwas hochmütig. Dieser Junge ist gefährlich.“

„Mach dir keine Sorgen, Randou. Du scheinst mehr zu freieren als üblich, bist du in Ordnung?“ Machte der Arzt sich wirklich Sorgen um seine Untergebenen? Das konnte ich mir eigentlich kaum vorstellen. Aber dieser Randou sah wirklich nicht grade gesund aus. Er trug einen dicken Mantel, einen Schal und Ohrschützer, obwohl es in diesem Raum nicht kalt war.

„Zu meinem Bedauern friere ich tatsächlich. Ich fühle mich als würde ich jeden Moment sterben.“
Mal ehrlich, sprach jeder in der Mafia so monoton? Wurde denen das antrainiert? Das ging mir ja mal so auf den Sack. Wie alles hier.

„Du darfst wegtreten“, entließ der Boss den Eiswürfel erneut, und dieses Mal lösten sich meine Fesseln wirklich.

Als die Frostbeule endlich den Raum verlassen hatte schien auch die Mumie genug zu haben.
„Mori, können wir endlich zur Sache kommen?“, fragte er und schien doch tatsächlich genervt zu sein, was ein Wunder.

„Oh, entschuldigt bitte. Weiter geht’s“, entschuldigte der Arzt sich doch tatsächlich bei diesem Kind. Langsam dämmerte mir, dass der vielleicht doch gar nicht so ein kleines Licht in der Mafia war, wie ich anfangs angenommen hatte. Dann wand der schmierige Typ sich wieder an mich: „Wärst du daran interessiert dich der Port Mafia anzuschließen, Chuuya?“

Was zur Hölle! Wer hatte dem Typ denn ins Hirn geschissen? Ich und für die Mafia arbeiten? Hatte ich nicht klar gemacht, dass ich sie am liebsten alle tot sehen wollte? Erneut brandete der Zorn auf und ich hieß ihn willkommen. Warum nicht diesen Fatzken mal einen kleinen Vorgeschmack auf das geben, was sie erwarten würde, sollten sie mich noch weiter reizen. Um mich herum splitterte die Fliesen, als sich der Boden unter der Schwerkraft verbog.

„Nun, ich denke damit hätte ich rechnen müssen“, ließ sich dieser Creep nicht aus der Ruhe bringen und auch dieser Selbstmordfreak blieb für meinen Geschmack viel zu unbeeindruckt. „Ich denke jedoch immer noch das unsere höhergestellten Ziele miteinander übereinstimmen. Nimm dir am besten etwas Zeit, um darüber nachzudenken. Du kannst dich entscheiden, nachdem wir darüber übereingekommen sind, was wir einander anbieten können.“

„Wag es nicht so zu tun als wäre das so einfach“, brachte ich schon fast knurrend heraus, „hast du vergessen was du dieser Stadt angetan hast?“

„Das war der Verdienst unseres früheren Anführers. Er hat die Stadt in solch ein Chaos gestürzt, das auch heute noch Menschen schadet. Aber er ist nicht mehr unter den Lebenden. Ich war selbst Zeuge seines Todes. Wenn die Gerüchte stimmen, dass er wieder da ist, müssen wir die Quelle dieser Gerüche finden, um unsere Leute zu schützen.“

„Mori, ich habe auch über dich schon so einige Gerüchte gehört“, wie dieser Kerl da immer noch so ruhig mit seinem selbstgefälligen Grinsen hinter dem Schreibtisch saß ließ die Idee, die ich zu Anfang mit dem Schreibtisch hatte, immer verlockender werden, doch ich riss mich zusammen…vorerst. „Sie sagen der alte Boss, wäre nicht durch eine Krankheit gestorben. Es ist schwer zu glauben, dass er seinem Doktor, kurz bevor er ins Gras biss, die Position als Anführer der Port Mafia vermacht hat.“
Der Arzt blieb trotz der Anschuldigungen weiterhin ekelhaft ruhig.

„Du hast recht. Ich habe ihn umgebracht“, meinte er dann ohne eine Regung zu zeigen.
Wie konnte er mir das einfach sagen? Ich könnte es gegen ihn verwenden. Oder wollte er mich jetzt umbringen wie in einem dieser schlechten Filme? Mein Blick huschte zu der Mumie, aber der schien überhaupt nicht überrascht zu sein. Hatte er es bereits gewusst? Viel mehr schien er genervt davon, dass ich es nun wusste.

„Ich habe ihn mit meinem Skalpell den Hals aufgeschnitten und ihn dadurch getötet. Hast du damit etwa ein Problem?“, redete dieser Psycho einfach weiter und zog wie zur Bekräftigung seiner Worte auch noch ein Skalpell.

„Ist das dein Ernst?“, fragte ich immer noch ziemlich geschockt von seiner Ehrlichkeit nach.

„Chuuya, wärst du nun an einer Zusammenarbeit interessiert? Die Gerüchte, von denen wir gehört haben, die das der ehemalige Boss wiederauferstanden ist und dieser Arahabaki, den du suchst, sind sich doch sehr ähnlich. Ich bin mir sicher, wir würden beide davon profitieren, sollten wir unsere Informationen austauschen.“

„Hm…und wenn ich mich weigere?“

Moris Gesichtsausdruck gefiel mir gar nicht. Er sah immer noch so unfassbar überheblich aus. Ganz so als wäre er sich zu einhundert Prozent sicher, dass ich bei seinem dämlichen Plan mitmachen würde. Als hätte er nur auf meine Frage gewartet holte er ein Handy hervor und drückte laut piepend eine Taste.

„Hey, Chuuya, bist du da?“, erklang es fast sofort etwas blechern aus den Lautsprechern, „wir brauchen deine Hilfe. Die Port Mafia hat uns geschnappt. Du kannst uns doch hier rausholen, oder? Bitte komm und rette uns, so wie imm…“, Mori drückte erneut die Taste und das Handy verstummte.

Ich wusste doch, dass es hier einen verdammt großen Harken bei dieser Sache gab. Diese Arschlöscher hatten meine Freunde entführt und taten ihn weiß Gott was an! Ich musste mich wirklich stark zusammenreißen, um diesem möchtegern Doktor nicht alle Knochen zu brechen, doch dann würde ich meine Freunde, nein sie waren mehr, sie waren meine Familie, niemals retten könne.

„Dafür, dass deine Gruppe Teile von Yokohama kontrolliert, ist sie ziemlich schwach. Abgesehen von dir sind alle Mitglieder bloß Kinder. Doch da ich ebenfalls ein Anführer bin verstehe ich deine schwierige Lage.“

„Bastard“, presste ich hervor. Verdammt wie ich diesen Kerl hasste.

„Siehst du diese Blutlust?“, wand er sich mehr als zufrieden wirkend an den Jungen, der immer noch neben dem Schreibtisch stand, „von diesem Jungen geht eindeutig die meiste Aggressivität in diesem Raum aus. Aber für uns ist Gewalt nur eine Möglichkeit in unserem Repertoire, die wahre Natur der Mafia ist es unsere Umgebung zu nutzen, um unsere Ziele zu erreichen.“

Ich hatte eindeutig genug. Ich gebe es nicht gerne zu, aber die Sorge um meine Gruppe und die Ruhe und Überlegenheit, die diese beiden Typen ausstrahlten, zermürbten mich zunehmend. Also gab ich nach. Umbringen konnte ich sie ja auch noch, wenn meine Familie freigelassen worden war. Und so tauschten wir tatsächlich Informationen aus.

Schließlich endeten wir zu dritt vor der großen Fensterfront des Zimmers, die einen Ausblick auf die Stadt und das Meer bot, den ich zuvor noch nie gesehen hatte.

„Dazai, ich habe einen Auftrag für dich“, meinte Mori zu der Mumie. Ah, Dazai hieß der Freak also. Also nicht, dass es mich interessieren würde…

„Bevor die Unterstützer des ehemaligen Bosses, wind von den Gerüchten bekommen, dass ich ihn umgebracht habe, finde den Verantwortlichen dafür. Verstanden?“

Dazai wirkte nicht allzu glücklich darüber widersprach aber auch nicht direkt, „soll ich etwa alleine arbeiten? Es scheint all würde die Zeit knapp werden.“

„Du wirst nicht alleine sein, Chuuya wird dich bei deiner Mission unterstützen.“

Was? Wie konnte dieser Creep es wagen? Ich sollte mit dem Kerl zusammenarbeiten? Das konnte er sich aber getrost abschminken!

„Sicher nicht!“, widersprach nun auch der wandelnde Verbandskasten lautstark, „warum in aller Welt sollte ich mit diesem kleinen Freak zusammenarbeiten müssen?“

„Willst du mich etwa wieder provozieren? Ich werde dich zu klump schlagen, du Kind!“, na großartig. Eigentlich hatte ich mich nicht provozieren lassen wollen, doch irgendwie war es jetzt zu spät.

„Hör auf mit mir zu reden als wärst du älter als ich!“, protestierte dieser Dazai sofort, „du bist ein Kind! Ein sehr kleines noch dazu!“

Was zum? Ich hoffte doch sehr, dass ich mich grade verhört hatte! Der hatte mich doch jetzt nicht wirklich klein genannt, oder? Klar mit meinen 1,50m war ich jetzt nicht grade ein Riese aber geht’s noch?! „Oh du…!“

„Du solltest wirklich mehr Mich trinken. Vielleicht würdest du dann ja etwas wachsen!“, provozierte er mich weiter.

„Hör auf dich über meine Größe lustig zu machen, du Dummarsch. Ich bin erst fünfzehn, ich wachse noch!“, fauchte ich regelrecht zurück. Was meine, zugegebenermaßen nicht wirklich ausgeprägte Größe angehet bin ich wirklich etwas empfindlich. Aber dieses Arschloch war jetzt auch nicht viel größer als ich!

„Jetzt reichts aber, ihr Beide“, unterbrach uns Mori schlussendlich, „Chuuya, ich denke du verstehst, dass du nicht in der Position bist, meinen Anweisungen zu widersprechen. Dasselbe gilt für dich, Dazai.“

„Du denkst wirklich es ist clever uns zu einem Team zu machen?“, warf Dazai dennoch zweifelnd ein.

„Ich habe eine menge Gründe für diese Entscheidung“, schob Mori den Einwand, und damit meine letzte Hoffnung, einfach beiseite, „Zeugen zu interviewen wird sehr viel einfacher sein, wenn man einen Außenstehenden dabeihat. Außerdem muss Chuuya doch im Auge behalten werden. Nur für den Fall, dass er uns verraten will. Und der Rest“, er lachte fast schon diabolisch, „ist ein Geheimnis.“

Na toll. Ich könnt schon wieder kotzen…oder dem Typen die Fresse polieren. Jetzt mal ehrlich. Ein Geheimnis? Was soll der Scheiß? Auch Dazai schient nicht sonderlich zufrieden damit zu sein, aber auch er hält inzwischen wohl lieber die Klappe.
Also fügten wir uns unserem Schicksaal und gingen gemeinsam zum Ausgang. Ich wollte grade die Tür schwungvoll vor Dazais Nase zuschlagen, als ich Mori noch sagen hörte, „ach Jungs, bevor ich es vergesse. Chuuya schläft natürlich bei dir, Dazai. Nicht dass er uns nachher noch abhandenkommt.“
Ich weiß ehrlich nicht wer von uns beiden geschockter über diese Nachricht war, aber was ich weiß ist, dass ich nicht derjenige war der kurz darauf eine Tür in die Fresse bekam.
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