Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

I`ve always loved you

von Arentil
KurzgeschichteRomance, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Minho Newt Thomas
03.07.2020
15.03.2021
8
15.594
5
Alle Kapitel
21 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
03.07.2020 1.618
 
Willkommen zu meiner ersten Geschichte. Ich freue mich, dass ihr hergefunden habt.
In diesem 6 - Teiler geht es um Thomas, der Newts Tod noch immer nicht verarbeitet hat. Auf einem Ausflug mit Minho lernt er Peter kennen. Und lieben. Aber warum benimmt sich Peter auf einmal so komisch und was hat Newt mit der ganzen Sache zu tun? Birgt Peter ein Geheimnis?

Um es herauszufinden müsst ihr allerdings die Geschichte lesen und ich verspreche: Es ist nicht alles so, wie es scheint...

Rückmeldung sind natürlich wünschenswert, vor allem, da dies meine erste Fanfiction ist... :)))






Erste Begegnung






Thomas hatte es eilig. Schon wieder war er viel zu spät dran. Hätte er sich doch nur den letzten Cheeseburger verkniffen. Aber er schmeckte einfach viel zu gut. Seit er zusammen mit Minho den sicheren Hafen verlassen hatte, um auszukundschaften, wie die Welt abseits vom sicheren Hafen nach über einem halben Jahr aussah, war er viel herumgekommen.

Die Menschen, die den Brand überlebt hatten, waren dabei, die Städte neu zu errichten. Das Virus war so gut wie ausgerottet. Nur noch vereinzelt gab es eine Infektion, sodass die Bevölkerung mit dem Wiederaufbau der Zivilisation beginnen konnte.

Gemeinsam mit dem ehemaligen Anführer der Läufer hatte sich Thomas auf den Weg gemacht, um herauszufinden, was in der „Neuen Welt“ vor sich ging. Hierbei hatten sie keinen besonderen Auftrag. Lediglich herausfinden, ob es möglich war, sich in der „Neuen Welt“ niederzulassen. Denn auch, wenn alle gerne im sicheren Hafen bleiben würden, so war es doch auf Dauer sehr eng. Zumal auch die Rohstoffe knapp wurden. Den Menschen, die dort lebten, war klar, dass sie nicht ewig in Hängematten und Holzhütten schlafen konnten. Sie konnten nicht für den Rest ihres Lebens von Brot und Käse leben. Nicht, wenn es so viele waren und sie bereits ein anderes Leben vor dem Brand kannten.

Deswegen wurden die beiden besten und schnellsten losgeschickt, um einen möglichen Umzug zu erforschen.

Auf ihrem Weg durch die Stadt Idoha hatten sie einen Stand gefunden, an dem ein Mann eine Spezialität namens „Cheeseburger“ verkaufte. Da die beiden Läufer diese Speise noch nicht kannten, hatten sie sich jeder einen Burger geholt. Und beide waren begeistert gewesen. Und zwar so sehr, dass zumindest Thomas einen weiteren Abstecher zu diesem Stand gemacht hatte. Eigentlich war er mit Minho an einer alten Kirche verabredet gewesen, aber der zweite Burger war so lecker gewesen, dass er direkt noch einen gekauft hatte. Und nun hatte er den Salat und leichte Magenschmerzen. Schon über 10 Minuten zu spät und er musste noch mal mindestens 10 Minuten durch die Stadt laufen.

Das Laufen an sich war kein Problem, das Problem waren die Menschen, die die Gassen und Straßen füllten und das Durchkommen erschwerten. Im Labyrinth hatte es nie Gegenverkehr oder Hindernisse gegeben. Zumindest war es Thomas immer so vorgekommen.
Damals im Labyrinth… Als alles noch in Ordnung war. Als es allen Lichtern noch gut ging. Immer noch zog ein dumpfer Schmerz durch Thomas Herz, wenn er an all die Freunde dachte, die sie auf ihrer Reise verloren hatten. Alby und Chuck, Winston und zeitweise auch Gally. Theresa. Und IHN.

Der Gedanke an Newt versetzte Thomas einen Schlag in die Magengrube. Und zwar so heftig, dass ihm die Tränen in die Augen schossen. Die Erinnerungen an seinen besten Freund waren so frisch, als wäre es erst gestern gewesen, dass sich Newt ein Messer ins Herz gerammt hatte, um Thomas das Leben zu retten. Damit hatte er allerdings auch sein eigenes Leben beendet. Noch immer hatte der Brünette die Bilder der Leiche seines zweiten Anführers vor Augen. Und noch immer waren die Gefühle, die er Newt gegenüber empfand, da. Und zwar so stark wie zu Zeiten des Labyrinthes.

Diese Gefühle brachen sich nun Bahn und der Schmerz überrollte Thomas förmlich. Dabei hatte er es doch bisher so gut unter Kontrolle. Er ärgerte sich, dass er nicht stärker war, aber es war ihm andererseits auch egal.
Mit von Tränen verschleierter Sicht bog er um eine Ecke und….

RUMMS!

Mit voller Wucht rannte er in eine andere Person hinein. Die Schädel der beiden krachten aneinander und bescherte dem jeweils anderen nicht nur heillose Kopfschmerzen, sondern auch eine dicke Beule. Durch den Aufprall taumelten beide etwas zurück.

Stöhnend hob Thomas die Hand und legte sie auf die sich anbahnende Erhebung auf seiner Stirn. Als er den Huckel spürte, wurde ihm auf einmal übel. So ein Mist, der Zusammenstoß war doch stärker, als gedacht. Leicht benebelt ließ sich Thomas zu Boden sinken und legte sich rücklinks auf die Erde. Für einen Moment schloss er die Augen, da ihm kurz etwas schwindelig wurde. Doch nach einigen Sekunden ebbte der Schwindel ab. Der Schmerz blieb jedoch und pocherte mit aller Kraft gegen seine Stirn.
Langsam erhob sich der Läufer, indem er sich an der Hauswand zu seiner Linken festhielt und hochzog. Einige Sekunden stand er abgestützt an der Mauer, dann wankte er noch etwas benommen zu der anderen Person hinüber, die sich ebenfalls kurz hingesetzt hatte. Das erste, was Thomas erkannte war, dass es sich ebenfalls um einen jungen Mann handelte. Ein junger Mann mit Glatze, bzw. gerade nachwachsenden Stoppelhaaren. Verwirrt hockte sich Thomas vor den Glatzkopf.

„Es tut mir leid, ich habe dich nicht gesehen. Ich war so in Gedanken, dass ich nicht auf den Weg geachtet habe. Ich wollte nicht, dass du verletzt wirst. Entschuldige. Ich bin übrigens Thomas.“

Langsam hob sein Gegenüber den Kopf. Ähnlich wie bei Thomas glitzerten in seinen Augen auch Tränen. Wahrscheinlich durch den Aufprall. Langsam breitete sich ein Lächeln in dessen Gesicht aus.

„Ist schon in Ordnung, ich hatte es auch ziemlich eilig. Es ist ja nichts passiert, von daher Schwamm drüber. Aber gerumst hat es ganz schön. Aua… ich bin Peter. Schön dich kennenzulernen.“

Langsam kam Peter auf die Beine. Hilfsbereit streckte Thomas eine Hand aus, doch Peter wehrte dankend ab.

„Es geht schon, danke.“

Endlich konnte Thomas seine neue Bekanntschaft etwas genauer unter die Lupe nehmen. Abgesehen von den Stoppelhaaren fiel ihm etwas Anderes sofort ins Auge. Das zugeschwollene Gesicht. Man konnte zwar die Gesichtszüge erkennen, aber das war auch schon alles. Der Körper sah ebenfalls so aus, ein wenig aufgeschwemmt. Peter hatte in etwa die Figur von Chuck. Nur in größer. Es war das erste Mal, dass Thomas einer Person begegnete, die Chuck ähnelte. Bei dem Gedanken an den Kleinen musste er lächeln.

Auch die Kleider von Peter waren interessant. Es war eine graue Hose, die ihm trotz der Körperfülle etwas zu weit erschien. Dazu trug er einen roten Pullover und eine Weste. Auch diese Kleidungsstücke sahen etwas zu groß aus. Doch Thomas sagte nichts dazu, sondern nahm es stillschweigend zur Kenntnis.

Gemeinsam traten die beiden aus der Gasse heraus ins Sonnenlicht. Jetzt konnte Thomas auch endlich die Haarfarbe erkennen. Die Stoppeln, die auf dem Kopf des Mannes nachwuchsen, vertraten die Farbe braun. Wie Thomas selbst. Wie sein Gegenüber wohl aussah, wenn er längere Haare hatte? Vielleicht so wie Newt?

Erschrocken verbannte Thomas den Gedanken aus seinem Kopf. Wieso fing er denn an, Peter mit Newt zu vergleichen? Wie kam er dazu? Welches Recht hatte er, seine Gefühle für Newt auf einen völlig Fremden zu projizieren? Erneut spürte er einen Stich und merkte, wie seine Kehle eng wurde.

Und doch hatte Peter etwas an sich, dass Thomas Herz schneller schlagen ließ. Und das nach nur 5 Minuten. Es war das erste Mal, seit Newts Tod, dass er für eine andere Person so empfand. Er verstand nur nicht, warum es so heftig war. Vielleicht spielten auch seine Gefühle nur verrückt, weil er gerade an Newt dachte. Aber Peter hatte eine Wirkung auf ihn, so viel stand fest.

„Hast du gerade was vor oder hast du noch ein bisschen Zeit?“ wollte Peter wissen.

Thomas überlegte.

„Ich bin gerade auf dem Weg zu einem Kumpel. Deswegen bin ich auch so in Eile. Aber morgen könnte ich. Wie siehts bei dir aus?“

Peter lächelte.

„Ja, morgen passt mir gut. Treffen wir uns hier, so gegen 15 Uhr?“

„Abgemacht.“




Zehn Minuten später:


„Mensch, wo bleibst du denn, du Strunk?“

Mit verschränkten Armen stand Minho an die Kirche gelehnt da und brüllte über den ganzen Platz, sobald er Thomas erblickte. Mit vier großen Sätzen stand der Brünette neben dem Asiaten und hielt ihm eine Hand vor den Mund.

„Schrei doch nicht so, zum Klonk. Ich habe mich verspätet, ja. Entschuldige.“

Jetzt musste Minho schmunzeln.

„Hast du es mit einem Baum aufgenommen?“ grinste er und deutete auf das Hörnchen, dass sich auf Thomas Stirn bemerkbar machte.

Gespielt wütend gab Thomas Minho einen Schlag auf den Hinterkopf, dann schnappte er sich seine Tasche und machte sich auf den Weg. Mit zwei schnellen Schritten hatte Minho ihn wieder eingeholt.

„Nun sag schon“ forderte er ihn auf.

„Ich habe mich so beeilt, um dich Strunk nicht noch länger warten zu lassen und bin auf dem Weg in jemanden hineingerannt. Also nichts Wildes passiert.“

Minho lachte.

„Derjenige scheint aber, wie du auch, einen echten Dickschädel zu haben.“

Thomas zog es vor, nicht darauf zu antworten. Was sollte er auch groß sagen? Minho hatte mit seinen Worten Recht. Dementsprechend lohnte es sich nicht, daraus eine Diskussion zu ziehen.

Der Asiate lachte erneut, dann schulterte er seinen Rucksack, den er neben sich abgestellt hatte. Mit einer Hand zog er Thomas Kopf an den Haaren zu sich heran, um einen Blick auf das Hörnchen zu werfen, dass immer weiter anwuchs und mittlerweile eine leicht blau-grüne Farbe annahm.

„Das gibt sich wieder, vielleicht fünf, sechs Tage, dann merkst du nichts mehr davon“ mutmaßte der Läufer, dann packte er Thomas und zog ihn am Ärmel hinter sich her.

Es wurde bald dunkel und sie hatten noch eine Aufgabe. Denn sie waren schließlich nicht hier, um Beulen zu bekommen, sondern um Ausschau zu halten.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast