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When the snakes start to sing

GeschichteDrama, Mystery / P16
Hiruzen Sarutobi Kabuto Yakuushi Kisame Hoshigaki OC (Own Character) Oonoki Orochimaru
03.07.2020
13.01.2021
23
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13.01.2021 997
 
Als Sayuri aus dem Badezimmer kam fand sie eine kleine Holzschachtel, die mit aufwendigen Verzierungen geschmückt war, auf ihrem Bett neben dem gepackten Rucksack. Orochimarus Geruch lag noch kaum merklich in der Luft.
Unschlüssig betrachtete Sayuri die Schachtel. Was könnte da wohl drin sein? So selten wie Sayuri Orochimaru in letzter Zeit gesehen hatte, hatte sie nicht damit gerechnet, dass er ihren heutigen Aufbruch in irgendeiner Weise zur Kenntnis nehmen würde.
Sayuri setzte sich auf das Bett und öffnete die Schachtel. Auf einem Bett aus schwarzem Samt lag…eine Haarnadel. Der lange, gegabelte Stiel war aus gold gearbeitet und funkelte im spärlichen Licht der Öllampe auf Sayuris Nachttisch. Am oberen Ende funkelte ein blauer Edelsteine in seiner goldenen Fassung aus der zwei goldene Kraniche empor stiegen. Die Vögel hielten feine Kettchen voller winziger Lilien mit Blütenblättern aus edlem Perlmutt in ihren Schnäbeln.
Ehrfürchtig fuhr Sayuri mit den Fingerspitzen über das Schmuckstück. Es musste sündhaft teuer gewesen sein. Sie nahm die Haarnadel aus der Schachtel und ging zum Schminktisch. Mit geübten Handbewegungen steckte Sayuri ihr langes Haar zurück und fixierte es mit der Haarnadel. Die Lilien verzierten Kettchen wippten bei jeder Bewegung sanft in der Luft umher. Abwesend ließ Sayuri die Ketten zwischen ihren Finger hindurch gleiten.
Seufzend stand Sayuri auf und schulterte ihren Rucksack. Auf ihrem Weg durch das Versteck traf sie auf keine Menschenseele. Kabutos Chakra spürte Sayuri in einem der Labore. Von ihm hatte sie sich bereits gestern verabschiedet. Der Mann, den Sayuri gerne noch einmal gesehen hätte, hielt sich wohl nicht mehr im Versteck auf.
Die morgendlichen Sonnenschein wärmten Sayuri nur träge das Gesicht. Ein Lächeln schlich sich auf ihre Lippen. Tief zog sie die kühle Luft in ihre Lungen. Zum ersten Mal fühlte Sayuri sich frei. Während der Tage, die sie zur Genesung gebraucht hatte, hatte Sayuri Zeit gehabt alle neuen Informationen zu verarbeitet und vor allem zu akzeptieren. Zum ersten Mal in ihrem Leben wusste Sayuri jetzt wer sie war und hatte eine Idee wer sie sein wollte. Sayuri nicht unschuldig, das wusste sie nun. Die Schuld an allem was geschehen war lag nicht nur bei Oonokie oder bei den Krieg führenden Dörfern. Die Schuld für ihre Taten allen anderen aufzuerlegen würde den Anteil, den Sayuri an ihr trägt, nicht verschwinden lassen. Sie hatte böse Dinge im Auftrag des Dorfes und Orochimarus getan, aber das hieß nicht, dass sie auf ewig verdammt war böse zu sein. Es gab schlicht nicht das eindeutige und immer währende Böse und der logische Schluss daraus war, dass es auch nicht das ultimative Gute gab. Sayuri konnte sich dazu entscheiden gut zu sein, trotz der Fehler ihrer Vergangenheit.
Zwischen den Bäumen konnte Sayuri Orochimarus Anwesenheit spüren. Mit verschränkten Armen lehnte er an einen Baum gelehnt und beobachtete sie ausdruckslos. Überrascht schaute Sayuri zu ihm, hatte sie nicht mehr damit gerechnet ihn noch einmal zu sehen. Sie betrachtete nachdenklich seine gelben Schlangenaugen und ihr wurde schmerzlich bewusst wie sehr sie sich danach sehnte ihn ein letztes Mal zu küssen. Orochimaru ließ seinen Blick über Sayuri gleiten und sie hoffte er würde sie aufhalten, aber das tat er nicht. Er schaute sie nur an.
Unwillkürlich griff Sayuri nach der Haarnadel in ihrem Haar. Sie spürte wie eine Welle der Traurigkeit über sie zusammenbrach, jedoch konnte sie ihr nicht das Lächeln von den Lippen spülen. Es war eine süße Trauer. Eine sehnsüchtige. Eine ferne Idee was hätte sein können und doch niemals sein kann, denn Sayuri musste gehen. In Orochimarus Augen konnte sie sehen was aus ihr werden würde, würde sie bleiben und sie hatte sich gegen diese Version ihrer selbst entschieden. Sayuris Inneres Protestierte dennoch bei dem Gedanken zu Gehen und so setzte sie bloß einen Fuß vor den anderen und bevor sie sich versah, war Orochimaru aus ihrem Blickfeld verschwunden.
Die erste Strophe des Liedes war Sayuri wieder eingefallen und auch von wo sie es kannte. Eine Frau mit kurzen silbrig-blonden Haaren hatte es ihr vor langer Zeit vorgesungen. Dieselbe Frau, die Sayuri vor einer gefühlten Ewigkeit in einem Narkose—iduziertem Traum gesehen hatte. Ihre Mutter. Um sich von dem Schmerz in der Brust abzulenken und die tonnenschwere Stille, die sie plötzlich umgab, zu vertreiben begann sie leise zu singen.

»I’d a pluck a fair rose for my love
I’d a pluck a red rose blowin‘
Love’s in my heart, I’m tryin‘ so to prove
What your heart’s knowin‘

I’d a pluck a finger on a thorn
I’d a pluck a finger bleedin‘
Red is my heart, wounded and forlorn
And your heart needin‘

I’d a hold a finger to my tongue
I’d a hold a finger waitin‘
My heart is sore, until it joins in song
With your heart matin‘«



Es gab noch eine Sache um die sich Sayuri kümmert musste, bevor sie sich ihrem neuen Leben und ihrem neuen Selbst widmen konnte.
Ein letztes Rätsel, das geklärt werden wollte.
Eine letzte offene Frage, die eine Antwort verlangte.
Das Bild der roten Augen tauchte vor Sayuris innerem Auge auf. Sie verstärkte den Griff um die Träger ihres Rucksacks. Mit geübter Leichtigkeit stieß Sayuri sich vom Boden ab und kam Geräuschlos auf dem breiten Ast über ihr auf. Ein sanfter Wind zog durch die Baumkronen und ließ die Blätter raschelnd gegeneinander schlagen. Der Geruch des Frühlings wurde von allen Seiten an sie heran getragen.
Aus der Tasche ihres Kleides holte Sayuri einen kleinen, unscheinbaren Ring. Sie betrachtete den blaugrauen Stein, der in das Metall eingelassen war. Ihr Blick schweifte in die Richtung aus der sie gekommen war. Irgendwo dort erstreckte sich das unterirdische Tunnelsystem, dass Orochimarus Versteck war. Ob ihm der Diebstahl aufgefallen war? Sie musste seinen Zorn und Missgunst riskieren um ihre Wahrheit finden zu können.
»Vergib mir…« murmelte Sayuri.

Sayuri wusste nicht was die Zukunft für sie bereit hielt, aber sie wusste, dass sie nie wieder Angst vor ihr haben würde und aus irgendeinem perfiden Scherz des Universums heraus musste sie ausgerechnet Orochimaru dafür danken!
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