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Mediatores – Frieden oder Tod

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Severus Snape
02.07.2020
15.06.2021
25
44.201
39
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02.07.2020 782
 
Harry fiel durch einen endlosen Strudel von Farben. Gefühle zogen an ihm vorbei, durchdrängten ihn und ließen ihn wieder los, als wären sie Wolken, durch die er hindurchflog. Er verlor jedes Gespür für Raum und Zeit. Diese Art zu reisen war durchaus angenehmer als das Apparieren, schoss es ihm durch den Kopf, und doch beunruhigte ihn die Präsenz des Mannes, den er neben sich spüren konnte.

Mit einem Mal landeten sie bauchlings mitten auf einer grünen Wiese. Das Licht der Sonne blendete ihn, so dass er sich erst langsam an die Umgebung gewöhnen musste. Es schien geklappt zu haben. Zumindest war ja ganz offensichtlich etwas passiert und er war noch am Leben. Noch. Der Mann neben ihm hatte sich sofort auf seinen Zauberstab geworfen, peitschte ihn durch die Luft und schrie „Avada Kedavra“. Harry zuckte unwillkürlich zusammen, doch nichts passierte. Kein Lichtblitz, kein Zauber, keine Schmerzen, nichts.

Harry lachte erleichtert auf und wurde nur noch ausgelassener, als er das dumme Gesicht sah, dass der Schlangenmann neben ihm machte, als auch sein nächster Versuch des Zaubers keine Wirkung zeigte. Harry musste so stark lachen, dass ihm sogar die Tränen kamen und er ließ sich zurück ins Gras fallen. So befreit hatte er sich schon ewig nicht mehr gefühlt. Kaum zu glauben, dass das ausgerechnet in der Gegenwart dieses Mannes möglich war.

Voldemort kam bedrohlich näher und zischte „Was zum Teufel hast du gemacht? Wo sind wir hier?“
Doch bevor Harry antworten konnte ertönte eine laute Stimme, die von nirgends und überall zu kommen schien.

„Willkommen Purgatoren auf der Mediatores-Insel.
Auf dieser Insel sind eure Zauber wirkungslos und körperliche Verletzungen nicht möglich.
Ihr seid hier um einen Konflikt zu klären.
Am Ende stehen nur 2 Möglichkeiten:
Frieden oder Tod.
Nach 31 Tagen könnt ihr einen Vertrag unterzeichnen, der euch zu Pacificatoren macht. Dies bedeutet, dass ihr einander weder mittelbar noch unmittelbar körperlichen oder seelischen Schaden zufügen könnt.
Dieser Vertrag kommt nur zustande, wenn er von beiden freiwillig unterzeichnet wird.
Passiert dies nicht, so sterbt ihr beide.
Es ist euch nicht möglich die Insel zu verlassen oder mit der Außenwelt Kontakt aufzunehmen.
Entscheidet euch weise.“

Harry hatte aufmerksam zugehört und blickte jetzt auf den anderen Mann, dessen Angriffslust offenbar nachgelassen hatte und der sich ebenfalls ins Gras hatte sinken lassen. Tja ohne seine Zauberkraft und ohne die Möglichkeit ihm zu schaden, kam er Harry fast ein bisschen erbärmlich, ja jämmerlich vor. Voldemort schien rasch nachzudenken und die Möglichkeiten durchzugehen, die er hatte. Viele waren das ja nicht, nur Frieden oder Tod.

Harry musste wieder grinsen. Er wusste, dass er bei dieser Aktion nichts zu verlieren hatte. Die endlose Jagd nach den Horkruxen hatte ihn zermürbt und die Prophezeiung hatte ihm keinen Zweifel gelassen, dass er höchstwahrscheinlich sterben würde oder mit Glück nur zum Mörder werden.
Beide Möglichkeiten waren nicht die besten Aussichten und ließen ihn mürrisch werden.

Umso mehr faszinierte ihn zunehmend eine Geschichte aus dem Märchenbuch, das Hermine von Dumbledore vermacht bekommen hatte.
In dieser Geschichte kämpften zwei Zauberer bis auf´s Blut, zerstörten dabei nicht nur ihre Umgebung und ihren Besitz, sondern auch ihre Familie und Freundschaften, woraufhin ein mächtiger Zauberer namens Medio sie in einen Käfig sperrte und diesen magisch versiegelte, so dass diese ihn nicht eher verlassen konnten, bevor sie Frieden geschlossen hatten. Einen ganzen Monat hatte es gedauert, bevor die beiden gemeinsam wieder raus kamen und zusammen Hand in Hand aufbauten, was sie zerstört hatten.

Nachdem sie dann durch Xenophilius erfahren hatten, dass die Märchen durchaus einen wahren Hintergrund haben konnte, hatte Harry sich nicht mehr zurückhalten können und war auf ihren diversen Ausflügen immer wieder in Zaubererbibliotheken auf die Suche gegangen, bis er eines Tages in einem sehr alten Buch tatsächlich einen Hinweis auf Mediatores fand. Es gestaltete sich schwierig wirklich viel mehr darüber in Erfahrung zu bringen, als dass es ein folgenschweres Ritual sei, deren Teilnehmer häufig starben oder lange Zeit verschwanden. Und doch ermutigte es ihn, als er die handgekritzelte Formel in einem der aufschlussreicheren Werke fand, direkt neben der ausdrücklichen Warnung vor dem Ritual.

Und nun hatte er die Beschwörung tatsächlich gewagt und es war besser als er es erwartet hatte. Das hier war mitnichten der dunkle Käfig, wie er ihn sich nach der Lektüre des Märchens vorgestellt hatte. Und er würde Voldemort nicht aktiv töten müssen. Nein, selbst wenn sie das hier überlebten, würde er ihn nicht mal mehr töten können. Dazu kam das Gefühl von Sicherheit. Nicht nur um seiner selbst willen, sondern vor allem wegen all der Menschen, die er jetzt in Sicherheit vor Voldemort wissen konnte.

Seine Gedanken wanderten zu den Menschen, die er zurückgelassen hatten und die ihm so viel bedeuteten und ein warmes Gefühl stieg in seiner Brust auf.
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