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Mediatores – Frieden oder Tod

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Severus Snape
02.07.2020
19.04.2021
21
35.559
30
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Dieses Kapitel
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08.04.2021 1.377
 
Ich hab die nächsten Tage viel Zeit und Ruhe, da hab ich mir vorgenommen, diese Geschichte weiter voranzubringen. Also wenigstens, bis die 31 Tage des Rituals um sind, will ich noch bis Ende der Woche schreiben. Dürften noch 2-4 Kapitel werden, je nachdem, wo sie sich sinnvoll teilen lassen.
LG und viel Spaß mit diesem Kapitel

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Das Frühstück am nächsten Morgen war zunächst eine recht schweigsame Angelegenheit. Harry traute sich nicht außer dem üblichen „Guten Morgen“ eine Unterhaltung zu beginnen. Er konnte die Laune von Voldemort nicht gut genug einschätzen konnte, also wartete er bis sein Gegenüber sprechen würde.

Voldemort merkte Harrys unsichere Blicke und rollte mit den Augen. „Du darfst sprechen.“ sagte er und fuhr fort „Ich bin nicht sicher, ob das alles wirklich etwas bringt… aber ich habe gestern etwas festgestellt. Nachdem ich dir das mit Adam gezeigt habe. Ich hatte dieses Gefühl, was du mir gezeigt hast. Vermissen.“
„Das kann ich mir gut vorstellen.“, antwortete Harry. „Adam war dein erster richtiger Freund und ihn zu verlieren war sicher ein großer Verlust für dich.“
Voldemort ließ den Blick nach draußen wandern und sagte „Da ist noch mehr. Es ist so ein Schweregefühl, das mich irgendwie runter zieht.“

„Du bist traurig.“ vermutete Harry. „Dann lass uns mit diesem Gefühl fortfahren. Ich würde es erstmal noch versuchen von der Trauer abzugrenzen, aber ich muss schauen, ob ich das schaffe, da diese Gefühle recht nah beieinander liegen.“

Voldemort erklärte sich einverstanden und so suchten sie nach dem Frühstück wieder einen gemütlichen Platz auf der Wiese und starteten ihr Training mit einer kurzen Wiederholung zu Vermissen, Freude und Freundschaft.

Dann machten sie eine kurze Pause, damit Harry seinen Geist voll und ganz leeren und auf das neue Gefühl einstellen konnte. Er hielt Voldemort wieder seine Hand hin, die dieser ergriff und zeigte ihm die erste Erfahrung, die in ihm als trauriges Erlebnis verankert war:

~  Es war ein Weihnachten, das sehr lange her war. Vermutlich das früheste an das Harry sich bewusst erinnern konnte. Er war mit Dudley ins festlich geschmückte Wohnzimmer gekommen und unter dem Baum lag ein großer Berg von Geschenken. Die Dursleys hatten Fotos davon gemacht, wie Dudley ein Geschenk nach dem nächsten auspackte und Harry fragte sich ob er auch eins bekommen würde. Petunia, die seinen Blick gesehen hatte, nahm eins von den Geschenkpapieren, das Dudley zerrupft hatte und überreichte es Harry.
„Zum Malen.“ erklärte ihm Petunia harsch und wandte sich dann wieder ihrem Duddyschatz zu. Harry stand unschlüssig da und schließlich reichte es Vernon. Er verkündete, dass Harry ihnen das Fest ruinieren würde und schickte ihn raus. Da Harry nicht wusste, wohin genau er gehen sollte, stolperte er zur Haustür hinaus und vertrat sich draußen die Beine. Er ging die Straße hinunter und sah überall in den beleuchteten Wohnungen Familien, die glücklich schienen. Und Harry war traurig. Er fragte sich, wieso er nicht glücklich sein durfte. Wieso er keine Familie hatte, die ihn liebte. Ob er es verdient hatte, dass seine Eltern ihn verlassen hatten.

Die Emotionen dieser Erinnerungen durchdrangen Harry, bis er es nicht mehr aushielt und, ohne auf das Signal von Voldemort zu warten, durch die nächsten Szenen sprang:
~  Wie er sich gefühlt hatte, als er durchs Schloss gegangen war und ihm von überall „Potter stinkt“-Abzeichen entgegenblitzten.
~  Wie Hermine und Ron in der 5. Klasse nicht mehr miteinander gesprochen hatten und Harry dachte, dass ihre Freundschaft endgültig zerbrochen wäre und er sich zwischen ihnen entscheiden müsste.
~  Wie er Remus Hilfe abgewiesen hatte, damit dieser zu seinem ungeborenen Kind zurückkehren würde.
~  Wie sie in der Schule etwas für den Muttertag basteln sollten und er vor der ganzen Klasse sagen musste, dass er keine Mutter hat.
~  Wie Petunia das gebastelte Herz ohne es anzusehen vor ihm in den Mülleimer geworfen hat.
~  Wie Ron sich auf der Horkruxjagd von ihm abgewendet hatte und disappariert ist.
~  Wie Dumbledore seinen Blicken ausgewichen ist und ihn nicht mehr ansehen wollte und Harry dachte, dass er auch das wieder ruiniert hat.
~  Wie er auf dem Astronomieturm saß, weil er von Albträumen über Sirius Tod wachgehalten worden war und seinen Kopf in seinen Händen verborgen hatte. Und dann Snape gekommen war und ihm nicht mal Punkte abgezogen hatte, nachdem Harry ihm nicht geantwortet hatte.

Harry fühlte sich erschöpft. Er brach die Verbindung ab und sah, dass Voldemort vor ihm nicht besser aussah. Sie gingen wortlos zurück zur Hütte, wo Harry ihnen beiden eine heiße Schokolade machte. Er musste an Remus denken, der ihn mit Schokolade aufgepäppelt hatte und er fühlte sich tatsächlich genauso ausgelaugt, als wäre er einem Dementor begegnet.

Den restlichen Tag trainierten sie nicht weiter, aber sprachen über die Szenen, die Harry Voldemort gezeigt hatte. Dieser wollte mehr zu den Hintergründen erfahren und Harry hat das Gefühl, dass er aufrichtig daran interessiert war, wie es Harry ergangen war.

Am nächsten Tag trainierten sie am Vormittag wieder eine Wiederholung der bisherigen Gefühle, bevor Harry am Nachmittag das Gefühl der Liebe zeigen wollte.

Harry erklärte zunächst, dass Freundschaft und Liebe eng miteinander verflochten waren.
„Ich denke, dass man meistens seinen Freunden und Familie gegenüber Liebe empfindet und es ist ein besonderes Gefühl. Liebe ist bedingungslos, nicht mit gegenseitigen Erwartungen verbunden, auf deren Erfüllung man hofft. Liebe braucht keine Zuverlässigkeit, sondern Liebe gibt und verzeiht und lässt gehen. Liebe ist der tiefe Wunsch, dass es dem anderen so gut wie möglich geht und die Bereitschaft alles dafür zu tun. Zumindest sehe ich es so.“ schloss Harry.

Dann begann er Voldemort wieder ausgewählte Erlebnisse dazu zu zeigen, in denen er Liebe gefühlt hatte.
~ Als erstes kam die Erinnerung an ein Bild. Er mit seinen beiden Eltern dicht zusammen stehend und lächelnd. Und davor eine Hand, die zitternd den Spiegel Nerhegeb berührte.

Harry hätte ewig in dieser Erinnerung schwelgen können, doch Voldemort hatte schnell seine Hand gedrückt und so zeigte Harry ihm die weiteren Szenen:
~ Hermine, die ihn auf ihrer Flucht umarmt und gehalten hatte, als Harry kurz davor war verzweifelt alles aufzugeben.
~ Sirius, der ihm verkündete, dass er Harry ein Zuhause geben möchte.
~ Wie alle Weasleys ihn ganz selbstverständlich und warmherzig an ihrem Frühstückstisch willkommen geheißen hatten, nachdem er in seinem zweiten Jahr von den Dursleys gerettet worden war.
~ Wie Harry zärtlich über den Brief strich, den seine Mutter an Sirius geschrieben hatte und dabei so liebevoll über ihn gesprochen hatte.
~ Wie er mit Ginny über die Ländereien gegangen ist und sie lachten, bei dem Gedanken daran, wie schief das hätte gehen können, wenn sie an dieser Beziehung festhalten hätten wollen, obwohl sie Gefühle für andere haben und nicht als Paar füreinander geeignet sind. Wie Ginny ihm versprochen hat, dass sie trotzdem immer für ihn als Freundin da sein wird und hinter ihm stehen.
~ Wie Harry im Eulenturm stand und Hedwig ihm entgegengeflattert kam, sich auf seiner Schulter niederließ und dann mit dem Schnabel klackernd seine Haare zerzauste.
~ Wie die Dursleys ins Auto stiegen und endgültig wegfuhren. Wie Harry dachte, dass sie trotz allem Familie waren und er nicht wollte, dass ihnen etwas geschah.

Es war schon dunkel geworden und so ließen sie das Training für heute gut sein und zogen sich wieder in die Hütte zurück um den Abend ruhig ausklingen zu lassen.
Harrys Augen fielen ganz von selbst auf die große Zahl, die ihnen anzeigte, dass sie inzwischen schon 14 Tage auf der Insel verbracht hatten. Harry musste sich kurz einen Moment beruhigen, als in ihm die alte Panik hochstieg, die der Zeitdruck gelegentlich auslöste.

Voldemort riss ihn aber aus seinen bedrückenden Gedanken als er sagte „Ich verstehe, dass du deinen Freunden gegenüber Liebe empfindest. Aber du hast behauptet, dass du Severus liebst. Wieso war dazu nichts zu sehen?“

Harry wurde rot und stammelte „Ich kann dir da nicht so viel zeigen. Ehrlich gesagt, habe ich auch etwas Sorge, dass du Bilder aus meinen Gedanken sehen könntest, die so nie passiert sind.“ Harry lachte nervös, während Voldemort sich ein ernsthaftes Lachen verkneifen musste.

„Na gut, ich kann dir vielleicht doch etwas zeigen, aber dafür will ich die Szene sehen, wo du Minerva zum Ball eingeladen hast.“ sagte Harry herausfordernd.
Voldemorts Gesicht wurde wieder ernst. Er schien es kurz abzuwägen, doch nickte dann.
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