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Mediatores – Frieden oder Tod

GeschichteFreundschaft, Schmerz/Trost / P18 / MaleSlash
Harry Potter Lord Voldemort / Tom Vorlost Riddle Severus Snape
02.07.2020
29.04.2021
23
39.586
32
Alle Kapitel
70 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
01.04.2021 1.880
 
Eigentlich wollte ich das Kapitel schon eher fertig haben, aber dann ist mir meine neue Geschichte Waisenkinder dazwischen gekommen, die eigentlich nur ein Oneshot werden sollte und irgendwie eskaliert ist :D
Naja, wenn ihr sie noch nicht gelesen habt, dann schaut sie euch gerne an. =)
Aber nun viel Spaß mit diesem Kapitel, das ich geteilt habe, weil es mir sonst zu lang geworden wäre, aber der nächste Teil kommt auch bald. Die Zeit auf der Insel nähert sich in großen Schritten dem Ende zu. Und ich freu mich auch schon sehr darauf endlich zum Snarryteil der Geschichte zu kommen.^^

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Gefühle I


„Minerva?“ fragte Harry lachend. „Ihr kennt euch?“
„Nein, nicht wirklich. Ist auch egal.“
„Ahhh“ sagte Harry grinsend, nachdem es bei ihm Klick gemacht hatte und sah Voldemort mit einem wissenden Blick an.

Voldemort wich Harrys Blick aus „Könnten wir uns bitte auf das wesentliche konzentrieren? Vielleicht darauf, dass du ein Horkrux bist und wir tatsächlich die Verbindung zwischen uns nutzen können?“

Das ließ Harry schlagartig wieder nüchtern werden. Er hatte es ja schon vermutet, aber mit Sicherheit zu wissen, dass man ein Horkrux war fühlte sich furchtbar an. Vor seinem inneren Auge, sah er seine eigene Seele als eine Art hellen Ball aus strahlender Energie, an den sich ein großer, dicker, schwarzer Klumpen geheftet hatte und hatte unwillkürlich den Drang, diesen los zu werden. Außerdem fragte er sich schon, inwieweit dieses Seelenstück ihn und auch seine Umwelt beeinflusst hatte. Vor allem nachdem er gesehen hatte, welche Wirkung die anderen Horkruxe auf sie gehabt hatten.
„Du hast Recht.“ sagte er ernst. „Wie war es für dich, hast du etwas gefühlt?“

„Es war nicht viel anders als Legilimentik. Nur dass eben auch die Emotionen mit übertragen worden sind. Hauptsächlich war es so ein leicht schmerzhafter Druck ungefähr hier.“ sagte Voldemort nachdenklich und zeigte auf den Bereich über seinem Herzen bis hin zum Beginn des Halses.
„Ja, das war das Gefühl zu Vermissen. Das kann wirklich schmerzhaft sein.“ stimmte Harry zu.

„Wir können damit fürs erste unsere Verbindung weiter trainieren und wenn wir diese dann problemlos aufbauen können, kannst du mir weitere Gefühle zeigen.“ schlug Voldemort vor.
Und so übten sie den weiteren Tag immer weiter an ihrer Verbindung, bis auch Harry ein immer klareres Gespür dafür bekam, wie er die Verbindung herstellen konnte, wie er Voldemort gezielt Bilder zeigen konnte und wie er die Verbindung aber auch wieder lösen konnte.

Es war ein recht kräftezehrender Lernprozess, so dass sie sehr erschöpft waren, als sie am Abend endlich ihr Training abbrachen und zurück zur Hütte gingen um gemeinsam ein Essen zu kochen.
An sich waren sie aber beide mit den Fortschritten zufrieden, die sie machten, da sie endlich eine Art Plan hatten, an dem sie arbeiten konnten.

Am nächsten Tag setzten sie ihr Training fort. Wie schon am Tag zuvor erkundeten sie ihre Verbindung und fanden sie wesentlich schneller, als gestern.
Nachdem Harry der Meinung war, dass sie genug zu dem Gefühl des Vermissens gemacht hatten, wollte er zu positiveren Gefühlen übergehen. Immerhin war es auch für ihn etwas schmerzhaft sich die ganze Zeit so tief bewusst zu machen, was er vermisste und es war in manchen Fällen schwierig das Gefühl zu dem der Trauer abzugrenzen.

Also schlug Harry vor, dass sie sich als nächstes eines der Grundgefühle aussuchen sollten. Die Freude. Reine Freude. Harry musste zunächst etwas überlegen, welche Erinnerungen er dafür nehmen würde, doch als er sich entschieden hatte, hielt er Voldemort wieder seine Hand hin. Dieser ergriff sie und Harry spürte wieder die Kälte der Verbindung durch seine Adern pulsieren.
Als er Voldemorts Präsenz in seinem Geist spürte, beschwor er die erste Sequenz auf.

Es war die Szene, wie er mit Ron in einem Berg voll Süßigkeiten im Zugabteil saß und zum ersten Mal in seinem Leben nach Herzenslust Geld ausgeben konnte und jemanden zum teilen hatten. Das freudige Glücksgefühl durchströmte ihn und er verweilte extra lange in dieser Erinnerung, um Voldemort sich an das Gefühl gewöhnen zu lassen. Doch er beendete die Szene als sie die Schokofroschkarten auspackten und Harry wusste, dass er gleich die Karte von Albus Dumbledore in der Hand halten würde.

Es war schwer, Szenen zu finden, die vorrangig nur mit einem Gefühl verknüpft waren und daher beschränkte er sich darauf sie nur teilweise zu nutzen. Die Erinnerung löste sich auf und Harry holte die nächste hervor.

Er saß an einem Tisch mitten in der sonnigen Winkelgasse und schlemmte an seinem Eisbecher, den ihm Florean Fortescue gerade mitgebracht hatte. Jetzt saß der Mann ihm gegenüber und erzählte ihm Anekdoten aus seiner eigenen Schulzeit, die nur entfernt mit dem Aufsatz zu tun hatten, den Harry vor sich liegen hatte und bei dem ihm der Eisladenbesitzer eigentlich hatte helfen wollen. Harry fühlte die Freude über diese neu gewonnene Freiheit. Wie gut es sich angefühlt hatte, seine Sommerferien einmal so unbeschwert und fernab seiner Verwandten zu verbringen und wieder blieb er extra lange in der Szene und versuchte sich meditativ tiefer in die Gefühle sinken zu lassen, die mit der Erinnerung verbunden waren.

Voldemort drückte nach einer Weile kurz seine Hand und Harry nutzte das als Zeichen um die nächste Szene abzuspielen. Noch bevor er die Bilder klar sehen konnte, fühlte er das Adrenalin durch seinen Körper rauschen. Danach die Begeisterung, die er empfunden hatte, als er mit dem Fang des Schnatzes nicht nur das Spiel für sein Team entscheiden konnte, sondern sie auch den Quidditchpokal sicher hatten. Die Massen jubelten um sie herum. Die Teamkameraden klopften Harry lachend auf den Rücken. Und Harry war mittendrin und freute sich über ihre Leistung als Team und darüber, wie selbstverständlich er dazu gehörte und sie ihn wertschätzten.

Wieder drückte Voldemort seine Hand und Harry tauschte die Bilder aus. Diesmal sah man die Weasley-Zwillinge, wie sie auf ihren Besen über die schimpfende Umbridge hinwegsausten und die Schülerschaft ihnen Beifall zollte. Sie machten Werbung für ihren Laden und Harry freute sich, dass das Geld vom Trimagischen Turnier einen guten Zweck erfüllte. Dann war da noch Peeves, der versprach Umbridge das Leben zur Hölle zu machen. Ebenfalls etwas, was Harry mit Freude erfüllte. Zwar mit Schadenfreude, aber Harry war der Meinung, dass es trotzdem zählte.

Auf diese Weise übten sie den halben Tag, bis sie Hunger bekamen und da es immer noch recht anstrengend war diese Verbindung so lange aufrecht zu erhalten, beschlossen sie sich am Nachmittag
am Strand auszuruhen. Dabei sprachen sie über das Gefühl der Freude und wo Voldemort dies bei sich körperlich fühlen konnte. Immerhin beschrieb er dieses Gefühl nicht mehr als Druck oder Schmerz, sondern eher als ein Kribbeln in der Brust.

Das klang für Harry richtig und so ging er dazu über, das Gefühl der Freude nicht nur in der Erinnerung, sondern auch in der Gegenwart zu suchen. Beschrieb Voldemort, dass er sich über ihre Fortschritte freute, über die warmen Sonnenstrahlen auf seinem Gesicht und über die Tatsache, dass er an einem Strand war und im Meer baden konnte. Etwas, was er vorher noch nie gekonnt hatte.

Am darauffolgenden Tag sprachen sie durch, welche Gefühle sie sich noch anschauen sollten. Sie waren sich einig, dass Ärger und Wut nichts waren, bei dem Voldemort Nachhilfe nötig hätte. Freundschaft und Liebe fand Harry essenziell, womit Voldemort einverstanden war, ganz im Gegensatz zu Angst und Traurigkeit, von denen Voldemort am liebsten gar nichts hören wollte. Also entschied Harry, dass sie diese erst am Ende anschauen würden.

Und so begannen sie ihr Training wieder mit einer kurzen Wiederholung. Die Verbindung suchen, dann kurz eine Szene zum Vermissen und eine zur Freude, bevor Harry die nächsten Szenen zeigte. Diesmal entschied er sich mehrere hintereinander zu hängen um das Gefühl besser zeigen zu können.
Da war Ron mit ihm im Zug, wie er sich ihm vorstellte.
Harry, wie er ihn vor Malfoy verteidigte.
Ron, der mit Harry im fliegenden Auto saß und das Radio laut aufgedreht hatte.
Ron, mit gebrochenem Bein, der Harry gegen einen gesuchten Verbrecher verteidigen wollte.
Ron, der zugab, dass Harry nie im Leben seinen Namen in den Pokal geworfen hätte.
Ron, der ihm beim Training half.
Ron, der ihn wie selbstverständlich Teil seiner Familie werden ließ.
Ron, der Harry aus dem Eiswasser zog und sich entschuldigte.
Harry ließ die Bilder stoppen und trennte die Verbindung.

Die Erinnerung an seinen besten Freund ließ Harry etwas emotional werden, deswegen versuchte er sich schnell abzulenken indem er Voldemort fragte, ob er es fühlen konnte.
„Freundschaft.“ bestätigte Voldemort knapp. „Es war ähnlich zu dem mit Adam. Lass uns weitermachen.“

Harry reichte Voldemort wieder seine Hand und wählte wieder sorgfältig Bilder aus, die er ihm zeigen wollte. Er zeigte ihm natürlich auch seine Freundschaft zu Hermine, die immer treu und zuverlässig an seiner Seite gestanden hatte. Doch auch seine Freundschaft zu Luna, zu Neville und zu Hagrid und Remus.

Am Ende fühlte Harry sich nicht so ausgelaugt, wie am Tag davor. Seine Freunde zu sehen und um ihre Freundschaft zu wissen, erinnerte ihn darum, warum er das alles auf sich nahm. Er tat es für sie. Damit sie alle in Frieden leben konnten. Denn Freundschaft war ein wunderbares Gefühl, dass in zwei Seiten funktionierte.

Nach dem Abendbrot kam ihm eine Idee.
„Sag mal, meinst du, dass ich auch so in deine Erinnerungen sehen kann?“ fragte er nachdenklich.
„Klar.“ antwortete Voldemort sofort. „Hast du doch schon oft gemacht. Warum?“
„Stimmt. Ich wollte fragen, ob du mir deine Freundschaft mit Adam zeigen würdest.“

Voldemort zögerte, doch streckte dann Harry seine Hand hin. Harry ergriff sie und konzentrierte sich auf ihre Verbindung. Diesmal fühlte es sich so an, als ob die Kälte in seiner Hand blieb und nicht zu seinem Kopf wanderte. Er versuchte die Kälte zu fühlen und sie zurück zu verfolgen bis zum Ursprung. Es schien zu klappen, er fühlte die Bewegung der Energie, die nicht seine war. Unter ihm erschauderte die Hand von Voldemort.

Dann plötzlich kamen die fremden Bilder. Er sah zwei kleine Jungen, die auf dem Boden saßen und mit Holzeisenbahnen spielten. Einer der beiden starrte angespannt auf die Eisenbahn und ganz plötzlich fuhr sie von allein los. Der andere Junge sah ihn überrascht an und kicherte dann verschwörerisch.

Die Szene veränderte sich. Die beiden Jungen lagen nebeneinander auf einem Bett und sahen gemeinsam ein Buch an, während der kleinere Junge dem größeren eine Geschichte passend zu den Bildern erzählte und felsenfest behauptete, dass er sie lesen könnte, obwohl er sich die fantasiereiche Geschichte offensichtlich selbst ausgedacht hatte.

Bei der nächsten Szene lag der jüngere Junge im Bett und sah sehr kränklich aus. Der größere Junge brachte ihm einen Teller Suppe ans Bett und begann ihn zu füttern, da der andere zu schwach schien um selbst zu essen.
Harry konnte die verschüttete Zuneigung fühlen, die noch bis heute in Voldemorts Seele davon übrig war.

Dann wechselte die Szene wieder. Diesmal stand ein größerer Junge da und schubste den kleinen Tom, während er höhnisch lachend sagte „Um den ist es doch nicht schade. Das war eh nur so ein Freak, wie du. Ich hoffe du bist der nächste!“

Diesmal spürte Harry die kalte Wut von Voldemort wie Peitschenhiebe und brach die Verbindung schnell ab. Er legte ihm tröstend eine Hand auf die Schulter und wollte etwas sagen, doch Voldemort schüttelte seine Hand im aufstehen ab und sagte nur, dass er müde sei und schlafen wolle.

Harry sah ihm mitfühlend hinterher.
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