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Wie ein Teufel Faust verführte

von Aieda
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Dr. Heinrich Faust OC (Own Character)
01.07.2020
01.07.2020
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AN: Ein alter Deutschaufsatz, der die Inspiration für mein Projekt 'Ein Pakt mit dem Teufel' lieferte. Wir sollten einen Aufsatz darüber schreiben wie wir als Teufel Faust verführen würden und eh Violá.

„Sag wie willst du diesen Knaben verführen? Er wird sich nicht blenden lassen von der Schönheit einer Frau.“, erwidert mein Kumpel, der schon oft an den einfachsten Menschen gescheitert ist.
Mit einem berechnenden Lächeln lehne ich mich zurück.
„Er sehnt sich danach sein Leben der Wahrheit zu widmen. Er hält sie für unerschütterlich. Das ist sein größter Fehler.“
Fragend betrachtet mich mein alter Kumpel. Er scheint es nicht zu verstehen. Das war auch nicht anders zu erwarten. Er ist ein Idiot.
„Seine tiefsten Sehnsüchte, seine Wünsche haben ihn in meine Hände getrieben. Er hat sich bloß gestellt in seinem Bestreben sich vor mir zu schützen, sie vor mir zu verbergen.“
Ich lache leise.
Das ist fast schon zu einfach.
„Wovon faselst du?“
Spöttisch grinsend wende ich mich meinem Kumpel zu.
„Du bist ein echter Idiot, ein Dummkopf.“
Oh ja, das ist er. Deshalb wird er auch nicht in der Lage sein diesen Knaben zu verführen. Er hat sich nie wirklich mit ihnen, den Menschen, beschäftigt. Faust dürstet es nach Wissen, nach der Wahrheit. Ich werde ihm bieten was er sich wünscht, denn seine Seele wird mir gehören.
Ich erhebe mich.
„Wo willst du hin?“, kommt die irritierte Frage von meinem alten Kumpel.
„Ich werde dir zeigen, dass es möglich ist. Ich werde ihn mir holen.“

Lautlos lasse ich mich auf einem der zahllosen Bücherstapel nieder, die sich in dieses Menschen Zimmer stapeln. Zeugnisse seines unstillbaren Durstes nach Wissen. Der Knabe, Faust, sitzt an seinem Schreibtisch. Vor ihm auf dem Tisch liegt ein Buch, dessen Inhalt er zu begreifen versucht. Ich beobachte wie er sich durch die Bücher wälzt auf der Suche nach etwas, was ihm helfen könnte dieses Buch zu verstehen.
Still sitze ich da. In meiner Hand ein roter Apfel, der einen süßen Duft verströmt. Äpfel sind mir von allen Früchten, die liebsten.
Verzweifelt rauft sich Faust die Haare, da er nicht verstehen kann, was dort, in diesem Buch, geschrieben steht.
„Soll ich dir verraten, was dort geschrieben steht, Faust?“, frage ich ihn mit zuckersüßer Stimme.
Er zuckt zusammen, packt im selben Moment den Kerzenleuchter ehe er sich zu mir umdreht. Wie von selbst greift seine andere Hand nach dem eisernen Schürhaken.
Sanft lächelnd bleibe ich auf den Büchern sitzen.
Ich spiele mit diesem wundervollen roten Apfel in meinen Händen. Er ist fast so rot wie das Blut, welches in den Adern der Menschen fließt.
„Sprich, wer bist du Fremde! Wie kamst du in dieses Haus hinein?“
Ich betrachte den roten Apfel in meiner Hand.
„Wer ich bin das weißt du längst. Wie ich hier rein kam, ist einfach. Du hast mir die Tür geöffnet. Vor mir brauchst du keine Angst zu haben. Ich bin nicht die, die du zu fürchten hast.“
Mit Augen angefüllt von Misstrauen mustert er mich. Sein Blick erfasst jede meiner Bewegungen.
„Sag, du begehrst doch Wissen? Dich dürstet es doch nach der Wahrheit? Ist es das, was dein Herz am meisten begehrt?“
Seine Hand schließt sich fester um den Schürhaken, doch fürchte ich mich nicht. Denn ich habe sein Interesse längst geweckt. In meiner anderen Hand erscheint ein Buch. Auf dem Deckel steht der Titel jenen Buches, welches er nicht zu verstehen mag.
„Hier steht das Wissen geschrieben, was du begehrst. Hier steht es in deiner Sprache geschrieben.“
Ich halte ihm das Buch hin, welches jener Apfel ist mit dem Eva Adam zur Sünde verführte.
Der Blick des Knaben ist auf das Buch geheftet.
„Glaubst du mir nicht? So will ich es dir beweisen.“
Ich schlage das Buch auf und beginne laut vor zu lesen. Seine Augen werden weit, als meine er Worte vernimmt. Er senkt den Schürhaken als begreift was ich da verlese. Wie in Trance stellt er den Kerzenleuchter zurück auf den Tisch, legt den Schürhaken beiseite. Ich halte inne und hebe meinen Blick von Seiten jenes Buches.
„Lies weiter, hör nicht auf.“, bittet Faust mich.
Ich klappe das Buch zu und reiche es ihm.
„So lies selbst, Faust. Lies selbst was darin geschrieben steht.“
Zögerlich streckt er die Hand aus um es zu ergreifen, um jenes Wissen entgegen zu nehmen nachdem es ihn dürstet. Er zieht seine Hand ein wenig zurück. Doch schließlich nimmt er das Buch aus meiner Hand. Er schlägt es auf. Voller Euphorie beginnt er laut zu lesen, was dort geschrieben steht. Er lacht vor Freude, weil verstehen, begreifen kann was dort geschrieben steht.
Ich beiße in meinen roten Apfel. Er ist süß, wie jener den Eva Adam reichte. Jenes Geräusch reißt den Knaben vor mir aus der Euphorie. Ich halte ihm den Apfel hin.
„Komm nimm einen Bissen. Er ist köstlich.“
Faust erstarrt.
In seinen Augen blitzt Erkenntnis auf als er begreift, was er getan hat. Das Buch entgleitet seinen Hände alles was er sieht ist mein süßes Lächeln.
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