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How to: Slash

von Leviathan
Kurzbeschreibung
GeschichteAllgemein / P16 / MaleSlash
01.07.2020
01.07.2020
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Dieses Kapitel
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01.07.2020 3.289
 
Herzlichen Dank an meine bezaubernden Beta-Elfen. Ohne euch wäre ich Nichts.

Howdy.

Dieses Tutorial soll die anatomisch korrekte Darstellung von Slash zum Inhalt haben. Ich habe mich dafür entschieden, mich hier ausschließlich mit homosexuellen Männern und Frauen zu befassen, deren Körper und Geschlechtsidentität übereinstimmen. Der richtige Umgang mit intersexuellen und transidenten Charakteren würde nach einem eigenen Tutorial verlangen.

Anhand von „Dos“ und „Don’ts“ werde ich herausarbeiten, wie homosexuelle Handlungen realitätsnah aussehen könnten und welche Hilfsmittel grundsätzlich geeignet sind. Damit das alles nicht zu sehr nach Lehrbuch klingt, werde ich kleine Praxisbeispiele einsetzen.

Außerdem gehe ich vom Idealfall aus. Das heißt, dass hier Konsens zwischen Top und Bottom herrscht, beide aufgeklärt sind, vorher ausführlich über ihre Wünsche, Vorstellungen und Vorlieben gesprochen haben und ein gewisses Maß an Empathie auf beiden Seiten vorhanden ist.

Zum Einstieg eine seichte Begriffserklärung der von mir häufig verwendeten Worte Top und Bottom:

Top: der, der penetriert

Bottom: der, der penetriert wird

Gleitmittel:

Es gibt verschiedene Arten von Gleitmitteln:

1. auf Wasserbasis: Ein Nachteil ist, dass sie in der Qualität eher mittelmäßig sind. Da sie, wie das Wort schon nahelegt, auf Wasser basieren, ziehen sie bei Körperwärme und Reibung sehr schnell ein, und man wird während des Aktes wiederholt zur Tube greifen müssen.

2. auf Silikonbasis: Vorteilhaft ist, dass sie beim Geschlechtsakt am längsten halten. Hier haben Allergiker aber einen deutlichen Nachteil.

3. auf Ölbasis: Generell eine gute und zuverlässige Alternative, aber hier ist Vorsicht geboten, wenn man mit Kondomen verhütet. Die Öle können die Kondome angreifen. Ein Infektionsschutz ist dann nicht mehr gegeben.

4. Anderes: Auch Aloe Vera eignet sich hervorragend als Gleitmittel, solange keine Unverträglichkeiten vorhanden sind. Pflanzenöle wie Oliven- und Kokosöl können ebenfalls genutzt werden. Sie haben jedoch den gleichen Nachteil wie ölbasierte Gleitmittel.

Es gibt keine Regel, wie viel oder wenig Gleitmittel beim Akt als angenehm empfunden wird, das ist eine sehr individuelle Sache und bedarf einer offenen Kommunikation.

No Go:

1. fetthaltige Produkte wie Butter, Margarine oder Vaseline: Ich habe zwar keine Ahnung, wer auf die Idee kam, für den Sexualakt im Kühlschrank nach geeigneten Hilfsmitteln zu suchen, aber leider ist dieser „Tipp“ doch weiter verbreitet, als man annehmen mag. Im Analbereich befinden sich Schleimhäute, die durch die Fette in genannten Produkten austrocknen – und niemand möchte, dass in dieser Region die Schleimhäute austrocknen. Also verzichtet bitte zum Wohle eurer Charaktere darauf.

2. Milchprodukte jeglicher Art: Nein, es ist keine gute Idee, Joghurt oder sogar Quark (Protipp: der gehört auch nicht auf Sonnenbrand, außer man steht auf Entzündungen) als Gleitmittel zu benutzen. Diese Produkte klumpen bei Wärme und Reibung. Das ist weder sexy, noch besonders angenehm (kommt bitte bloß niemals auf die Idee, es auszuprobieren). Genausowenig eignet sich Milch jeglicher Art, sei es extrem fetthaltige Kuhmilch, Soja- oder Mandelmilch, etc. Sie sind durchweg ungeeignet. Wie wir bis jetzt gelernt haben, trocknen die Fette die Schleimhäute aus, und das mit der Wasserbasis ist jetzt auch nicht optimal.

3. Speichel: Ich bin fassungslos, wie oft ich das zu Lesen bekomme. Speichel ist kein adäquater Ersatz für Gleitmittel, siehe Wasserbasis. Er zieht so schnell ein, so viel Speichel könnt ihr wahrscheinlich gar nicht produzieren, ohne während des Aktes zu dehydrieren. Gerade bei Speichel sind die Darstellungen teilweise sehr unrealistisch. Einmal „gespuckt“ und es reicht bis zum Schluss, ist absolut an der Realität vorbei. Tut das euren Charakteren und vor allem den Lesern bitte nicht an. Zu trockener Analsex ist für beide Seiten schmerzhaft und äußerst unangenehm, siehe weiter unten.

4. Duft- und ätherische Öle, parfümierte Produkte, medizinische Salben, Körper- und Haarpflegeprodukte: Hierzu zählen Bodylotions, Cremes und Gels. Auch auf kleinen, harmlosen Verletzungen der Haut kann es zu Brennen kommen, und auch hier werden die Schleimhäute ausgetrocknet, sogar relativ schnell. Das gleiche gilt für Duftöle, wie z.B. Rosenöl. Ätherische Öle, wie auch medizinische Cremes und Salben, haben dazu häufig noch einen erwärmenden Nebeneffekt. Auch hier besteht die Gefahr der Austrocknung. Körper- und Haarpflegeprodukte sind absolut nicht geeignet. Sie sind häufig reine Chemie, die man niemandem, der bei klarem Verstand ist, auf so eine empfindliche Stelle wie den Analbereich schmiert.

5. Blut: Ja, tatsächlich, ihr lest richtig. Besonders im Vampirfandom wird Blut als Gleitmittel regelrecht inflationär genutzt, und beim ersten Mal war ich sicher genauso schockiert wie ihr gerade. Auch das fällt in die Kategorie Wasserbasis. Außerdem gerinnt Blut auch relativ schnell und wird klumpig. Das möchte niemand.

Bevor jetzt jemand laut Fem-Slash schreit, weil Damen und Menstruation, vergesst bitte nicht, dass Frauen ein Sekret ausscheiden, um die Region humid zu halten. Dies geschieht auch während der Periode.

6. kein Gleitmittel: Davon ist absolut abzuraten. Für beide Seiten kann das unangenehm bis schmerzhaft werden, und Fissuren sind nicht zu unterschätzen. Gerade Schleimhäute sind sehr sensibel und müssen vorsichtig behandelt werden. Bitte verzichtet beim Analsex nie auf Gleitmittel, denn ihr wollt eure Charaktere sicher nicht verletzen.

Kevin und Dieter hatten sich gemeinsam dazu entschieden, Analsex auszuprobieren. Aufgeklärt und gut informiert waren beide. Über die Rollenverteilung waren sie sich auch ziemlich schnell einig: Sie hatten beschlossen sich abzuwechseln. Da aber nun mal einer den Anfang machen musste, hatte sich Kevin dazu bereiterklärt, für ihr erstes Mal die Rolle des Bottom einzunehmen. Eigentlich hatte er sich darauf gefreut, die Situation regelrecht herbeigefiebert, aber das böse Erwachen kam schnell.Die Stimmung war zuerst recht gut und ausgelassen. Es war nicht das erste Mal, dass sie Petting miteinander hatten, und beide waren gespannt und neugierig darauf, was passieren würde. Selbstredend waren beide auch furchtbar nervös, immerhin war diese Erfahrung für die Männer etwas komplett Neues. Als es dann soweit war, passierte Dieter ein fataler Fehler: Er wollte Kevin ohne Gleitmittel penetrieren, obwohl er erst kurz zuvor gelesen hatte, dass das Gleitmittel auf dem Kondom nicht ausreichend ist. Wie man sich vorstellen kann, war Kevin von dieser Idee nicht so recht begeistert, und letztendlich bekam Dieter anstatt eines Orgasmus die Retourkutsche. Kevin drückte ihn mit dem Fuß im Gesicht von sich, die Stimmung war gekillt und der Haussegen hing einige Tage schief.

Vorbereitung:

Hygiene: Ich gehe einfach vom Idealfall aus, dass eure Charaktere das Thema persönliche Hygiene ernst nehmen und auch durchführen. Dann ist in der Regel keine Analspülung von Nöten, da der Enddarm nur während der Ausscheidung an sich mit Kot in Kontakt kommt. Also alles halb so wild und schmutzig, wie man es sich vielleicht vorstellt. Für die ganz Vorsichtigen kann auch gern ein Handtuch untergelegt werden.Auch die Fem-Slash Schreiber sollten auf die persönliche Hygiene ihrer Charaktere achten. Hin und wieder mal eine Dusche zu erwähnen, tut keinem weh, sonst kommen automatisch Assoziationen mit unliebsamen Gerüchen beim Leser auf.

Kevin: „Hast du dir die Hände gewaschen?“

Dieter: „Klaro.“

Kevin: „Warst du duschen?“

Dieter: „Selbstredend.“

Kevin: „Denkst du, ich sollte vorher eine Darmspülung machen?“

Dieter: „Wenn du meinst. Ich hab keine Bedenken, ich weiß, dass du sauber bist. Angst habe ich auch keine, immerhin weiß ich ja, wo ich den kleinen Dieter reinstecken werde.“

Kevin: „Wow.“

Dieter: „Hm?“

Kevin: „Könntest du noch unerotischer sein?“

Dieter: „War das eine Herausforderung?“

Kevin: „…“

Kevin: „Geh dir bitte noch mal die Hände waschen, ich will es sehen.“

Dieter: „Ein Kontrollfreak bist du ja gar nicht.“

Kevin: „Ich glaube, wir verschieben das dann doch lieber auf einen Zeitpunkt, an dem du kein Idiot mehr bist.“

Verhütung: Kondome sind wichtig, quasi unabdingbar für sexuelle Handlungen, Oral-, wie Anal- und Vaginalverkehr. Insbesondere, wenn eure Charaktere gerade frisch eine Verbindung eingegangen sind oder in einer promiskuitiven Beziehung leben. Schutz vor Geschlechtskrankheiten geht vor!Sätze wie: „Aber mit Kondom fühlt es sich nicht so intensiv an“ oder „Latex schmeckt nicht!“ sollten keinem Leser zugemutet werden. Das ist wie das Kratzen von Fingernägeln auf einer Tafel. Kein Mensch sollte sich von solch fadenscheinigen Argumentationen beeinflussen lassen. Schon gar nicht eure Charaktere, wenn ihr realitätsnah bleiben wollt.Auch die Fantasy und/oder Historienschreiberlinge unter euch haben Möglichkeiten zur Verhütung. Zum Beispiel wurden bereits in der Antike Tierdärme oder Stoffsäckchen benutzt. Die Menschen waren schon sehr früh kreativ. Dass das natürlich nicht für jedes Fandom zutreffend ist, sollte natürlich auch klar sein.

Fingerkondome: Wie das Wort schon sagt, handelt es sich hierbei um ein Kondom für den Finger. Man bekommt sie in jeder Apotheke, sollte man den Kontakt zu den Genitalien komplett vermeiden wollen. Auch Einmalhandschuhe sind hierfür geeignet. Für den Fem-Slash – selbstverständlich auch für den Oralsex im Analbereich – gibt es sogar noch sogenannte „Lecktücher“. Dabei handelt es sich um Latexschutztücher, die beim Oralverkehr über die Vagina oder den Anus gelegt werden. Sie sind sehr dünn, ähnlich wie Kondome.

Vorspiel: Kaum zu glauben, aber ja! Vorspiel ist sehr wichtig, bei Herren, wie bei Damen! Stimmung existiert nicht einfach von jetzt auf gleich. Auch für den Sexualakt muss man ein bisschen arbeiten, und wenn man es richtig macht, haben sogar alle Seiten Spaß daran. Gegen Zärtlichkeitsaustausch, Petting, etc. hat niemand etwas einzuwenden, um sich, vor dem Akt als solches, in Stimmung zu bringen. Nur bitte nicht während des Stimmungsaufbaus direkt an die Geschlechtsorgane greifen und dort, in welcher Hinsicht auch immer, penetrieren. Im realen Leben würde man das so auch nicht tun. Eure Leser und Charaktere werden es euch danken.

Präparation: Wenn eure Charaktere besprochen haben, wer sich in welcher Rolle am wohlsten fühlt, und es letztendlich ans Eingemachte geht, solltet ihr die Erwähnung der Präparation natürlich nicht vergessen. Je nachdem, wie groß ein Genital ist, muss nicht nur der Anus, sondern auch die Vagina etwas gedehnt werden, nur um das mal vorweg zu nehmen. Dies kann man mit den Fingern tun (funktioniert auch in Kombination mit oralem Verkehr). Vor allem aber sollte dies langsam – Sex ist nun mal kein Wettrennen – und so angenehm wie möglich für jeden Anwesenden gestaltet werden. Mit so viel Gleitmittel wie nötig ist. Nicht immer ist weniger mehr. Schön wäre es auch, wenn eure Charaktere klar und deutlich (auch während der Präparation!) kommunizieren, ob das, was da gerade passiert, auch wirklich in Ordnung geht. Nicht übertreiben, aber so ein kleiner Hint ist für den Leser immer hilfreich.

Der Sexualakt:

Zu allererst sei gesagt, dass die häufigsten Probleme in der realistischen Darstellung des Aktes an der mangelnden Erfahrung im Umgang mit dem Schreiben von erotischen Szenen liegt. Da hilft Üben, Üben, Üben. Es schadet nie, sich mit anderen Autoren über Erfahrungen auszutauschen. Falsche Scham ist hier völlig fehl am Platz. Auch Betaleser – wenn sie gut sind – achten mit darauf, dass alles möglichst realistisch und nicht allzu grafisch dargestellt wird. Recherche ist ebenfalls ein wichtiges Thema. Ich will damit nicht sagen, dass sich jeder ein explizites Erwachsenenfilmchen ansehen soll – diese sind als Anschauungsmaterial ohnehin absolut ungeeignet, weil sie ein völlig verzerrtes Bild von Sexualität vermitteln –, sondern vielmehr, dass man sich z.B. auf medizinischen Seiten etwas über die Mechanik und Durchführung informiert. Eben das absolute Minimum, das man als Autor leisten sollte, um sich an neue, unbekannte Themen heranzutrauen heranzustasten.

Mit den Händen: Hier sollte bei Männern darauf geachtet werden, ein Gleitmittel zu benutzen. Trocken kann es zu unangenehmen Reibungen kommen, die sich im schlimmsten Fall sogar entzünden können. Handhygiene sollte selbstverständlich sein. Weiterhin fällt auf, dass das Thema Vorhaut häufig übergangen wird. In der jüdischen und muslimischen Bevölkerung ist es Gang und Gäbe, diese zu entfernen. Das bedeutet aber nicht, dass die Vorhaut bei 80% der männlichen Bevölkerung einfach verschwindet, also darf sie auch thematisiert werden. Sie ist sogar recht nützlich für diese Praktik, denn es wird nicht nur die Vorhaut schändlich ignoriert, sondern zusätzlich noch die Stimulation der Eichel. Gerade die haben Männer ohne Vorhaut bitter nötig. Dort sitzen sämtliche Nervenenden, die die ganze Sache erst so richtig interessant machen.Bei Fem-Slash wäre darauf zu achten, den Scheideneingang vorsichtig zu dehnen. Keine Frau ist glücklich damit, wenn sie plötzlich von Null auf Hundert gedehnt wird. „Salami in Scheunentor“ will niemand.

Oralverkehr: Zuallererst sollte hier das Wichtigste erwähnt werden: Es ist physiologisch nicht machbar, sich beim ersten Mal einen Penis weit in den Rachen einzuführen. Niemand, wirklich niemand, ist ein geborenes Talent für diese Sexualpraktik (ausgenommen die Menschen, die ohne Würgreflex geboren wurden). Ungeübt kann die Praktik des „Deepthroating“ sogar extrem unangenehm werden. Es ist also nicht realistisch, direkt beim ersten Versuch ein Meister zu sein (außer, man möchte seinen Mageninhalt zurück auf seinen Partner speien). Rimming, der anale Oralsex, ist auch etwas, was häufig thematisiert, aber selten so wirklich realistisch dargestellt wird. Bei Männlein wie Weiblein ist es nicht erregend, mit der Zunge ins „Dunkle zu stochern“. Dazu gehört viel Feingefühl, immerhin präsentieren die Charaktere eine ihrer empfindlichsten Stellen. Bei vaginalem Oralverkehr gilt übrigens das gleiche.Eine große Hilfe ist, wenn die Charaktere untereinander klar kommunizieren, was ihnen gefällt und was nicht. Das ist natürlich auch während des Aktes nicht verboten! Falsche Scham hilft euch und der Entwicklung eurer Charaktere – insbesondere, wenn ihr auf eine ernsthafte Beziehung hinarbeitet – überhaupt nicht.

Der eigentliche Akt: Auch hier gilt die Regel der offenen Kommunikation und der Empathie, wie bei allem, was mit Sexualität – und Beziehung – zu tun hat. Für die Anfänger unter euch wäre es wichtig, euch nicht direkt an abenteuerlichen Stellungen zu versuchen. Niemand hat etwas an der klassischen Missionarsstellung auszusetzen. Altbewährt ist nichts Schlechtes. Wenn man keine Übung hat, kann es schon bei solchen „Kleinigkeiten“ zu Komplikationen – in Form von Unglaubwürdigkeit – kommen.Zudem ist der Akt als solches kein Wettrennen. Oft bekommt man als Leser das Gefühl suggeriert, dass alles zackig zum Höhepunkt führen muss, damit der Charakter glücklich und befriedigt ist. Das ist absolut an der Realität vorbei (siehe weiter unten, Thema Orgasmus).Es gibt aber auch die andere Seite der Medaille. Zu ausgedehnte und explizite Sexszenen können ebenfalls aufstoßen. Ein solches Ausmaß kriegt ganz häufig den fahlen Beigeschmack von Pornografie. Wenn man das Gefühl hat, dass sich ein Charakter „stundenlang abmüht“, vergeht dem Leser ebenfalls der Spaß an der ganzen Sache. Ein gutes Mittelmaß ist also ideal. Sollten hier Unsicherheiten entstehen, ist weniger einfach mehr. Das gleiche gilt übrigens auch für die grafische Darstellung generell. Ein wenig Zurückhaltung ist absolut angebracht, damit es nicht in Richtung „Schmuddelsex“ ausartet. Denn wie wir gelernt haben, verzerrt Pornografie das Bild von Sexualität und geht völlig an der Realität vorbei.

Orgasmus: Dazu möchte ich ein paar Dinge sagen, die mir persönlich sehr häufig untergekommen sind. Es ist absolut unrealistisch, dass beide Partner gleichzeitig zum Höhepunkt kommen. Und mal ehrlich, was ist daran so schlimm, wenn der eine Partner halt ein bisschen mehr Zeit braucht als der andere? Daran ist nichts verwerflich und das ist sogar normal. *schockiertes Lufteinziehen*  Auch für nicht menschliche Charaktere. Sex ist nicht perfekt, weil keine Lebensform in ihrer Existenz als solche perfekt ist. Denkt mal drüber nach.Zudem habe ich desaströse Dinge über die männliche Ejakulation gelesen. Es wird, nach einigen Beschreibungen, literweise Samenflüssigkeit ausgestoßen (Pun intended), sodass einem beim Durchlesen die Galle hochsteigt. Seien wir einfach mal realistisch: Wenn ein Mann längere Zeit keinen Sex gehabt oder onaniert hat, kann er bis zu sechs Milliliter auf einmal ausscheiden. Der Durchschnitt liegt aber in der Regel bei höchstens vier Milliliter. Alles andere ist unlogisch, utopisch und durch die Pornoindustrie verzerrt. Es kann also niemand an dieser Ausscheidung ertrinken – das sollte man sich für die Zukunft einfach merken.Ebenfalls ist es ein weit verbreitetes Phänomen, dass man immer zum Orgasmus kommen muss. Das ist vielleicht in der Fantasie eine tolle Sache, passiert in der Realität aber nicht immer. Daran ist nichts verwerflich. Man kann Sexualität auch ohne Orgasmus genießen, denn der ist vielleicht das Tüpfelchen auf dem i, aber nichts, was erzwungen werden könnte oder sollte. Wenn es mal nicht klappt, ist das kein Weltuntergang und sagt auch nichts über die Leistung des Liebhabers aus. Ich habe dazu schon die unterschiedlichsten Argumentationen gehört und war teilweise regelrecht geschockt. „Ich will nur FFs/Prosa lesen, in der alles perfekt funktioniert.“ Entschuldigung, aber die Geschichten sollten ja so realitätsnah wie möglich sein. Perfektion ist nicht die Realität.

Nachbereitung: Ein ganz wichtiger Punkt bei der Nachbereitung ist die Hygiene. Mann und Frau sollten nach dem Akt dringend eine kleine (oder große) Säuberung durchführen, um die verschiedenen Körperflüssigkeiten loszuwerden. Dazu reicht in der Regel ein feuchter Waschlappen für das Gröbste. Eine Dusche danach wäre perfekt, aber dass man nach dem Akt nicht immer die Lust und/oder Motivation hat, ist durchaus auch verständlich. Deshalb der feuchte Waschlappen.Zudem kann Sex (und/oder der Orgasmus) manchmal sehr überwältigend sein und ein leichtes bis starkes Gefühlschaos auslösen. Es ist wichtig, dass eure Charaktere nach dem Akt aufeinander achten, auf die Bedürfnisse des Partners eingehen und ihm die emotionale Stütze sind, die er/sie braucht (oder aber auch das Bedürfnis nach körperlicher Distanz – was durchaus auch vorkommen kann – respektieren und dem Partner dennoch das Gefühl der Wertschätzung vermitteln). Auch dort ist es wichtig, den Mittelweg zu finden, und dem Leser nicht das Gefühl zu vermitteln, dass euer Charakter nach jedem sexuellen Kontakt sofort in eine tiefe Krise stürzt.

Kevin und Dieter hatten es letztendlich doch irgendwann geschafft, miteinander zu schlafen. Auch wenn die Reise eine lange und beschwerliche war, waren beide letztendlich erleichtert, diese Hürde in ihrer Beziehung überwunden zu haben.Ohne Umschweife war Dieter nach dem Akt aufgestanden und hatte sein benutztes Kondom im Badezimmermülleimer entsorgt. Mit einem feuchten Waschlappen in der Hand war er zurück ins Schlafzimmer gekommen und hatte Kevin schlafend auf dem Bett vorgefunden. Dieter konnte seinen Geliebten absolut verstehen, doch Kevins Bauch war von seiner eigenen Körperflüssigkeit beschmutzt. Und so wie Dieter ihn kannte, würde Kevin sich am nächsten Morgen nicht unbedingt darüber freuen. Also wusch Dieter den Bauch seines Liebsten sauber, der natürlich dabei wach wurde und ein paar unartikulierte Laute von sich gab. Allerdings ließ er sich die liebevolle Behandlung von Dieter gefallen. Nachdem Dieter ihn gesäubert und den Waschlappen auf links gedreht hatte, wollte Kevin seinen Liebsten aber nicht mehr aus dem Bett lassen. Und so kam es, dass der Waschlappen auf den Nachttisch gelegt wurde, da sie Arm in Arm einschliefen. Gerüchten zufolge hatte sich während der Nachtruhe des Paares neues Leben im Waschlappen entwickelt.

Spielzeug: Um bei diesem Punkt nicht zu grafisch zu werden, fasse ich mich kurz. Beim Thema Sexspielzeug sind der Fantasie erstmal keine Grenzen gesetzt. Es gibt ein breitgefächertes Angebot, für jeden Geschmack ist etwas dabei. Herren sowie Damen können mit der Auswahl sehr glücklich werden, wenn man erst mal das Richtige gefunden hat. Natürlich ist der Austausch, was geht und was nicht, das A und O, wie schon mehrfach erwähnt. Gegen den Gebrauch von Spielzeugen hat per se erstmal niemand etwas einzuwenden, wenn da nicht dieses Wort „aber“ wäre. Denn häufig ist es so, dass schon Teenager, die sexuell kaum bis gar keine Erfahrungen haben, mit Sexspielzeugen herumhantieren. Das ist leider alles andere als glaubwürdig. Ich frage mich dann immer, wie Minderjährige an solche Art von Spielzeug kommen, denn online oder in einem speziellen Shop werden sie das wohl kaum erworben haben können. So hätte sich also schon das erste Logikloch aufgetan, und leider führt so eine Entdeckung nur zu weiteren Logikfehlern, die einem Leser schon regelrecht Schauer über den Rücken jagen können.Die Handhabung ist von Spielzeug zu Spielzeug unterschiedlich – selbstredend. Am wichtigsten ist dabei natürlich, auf den Partner zu achten und in Kommunikation mit ihm zu bleiben. Aufgrund der Härte des jeweiligen Materials kann es, wenn man nicht sorgsam genug damit umgeht, zu Verletzungen kommen. Hier ist auch der Gebrauch von Gleitmittel nötig, was eigentlich selbstverständlich sein, aber besser noch mal Erwähnung finden sollte.Alltagsgegenstände, Obst, Gemüse, Flaschen, zerbrechliche und/oder scharfkantige Gegenstände sind kein adäquater Ersatz für Spielzeuge und sollten, aufgrund der unter Umständen hohen Verletzungsgefahr, nicht zweckentfremdet werden.

Ich hoffe sehr, dass sich der ein oder andere Autor hier eine kleine Hilfe und/oder Unterstützung holen und sich amüsieren konnte. Für Anregungen, Fragen und Diskussionen bin ich immer offen.

Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.

Gehabt euch wohl,

Levi
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