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2020 07 01: Die Definition von Spaß [by - Lemmy -]

Kurzbeschreibung
OneshotFreundschaft / P12 / Gen
Daniel Jackson Jack O'Neill Samantha Carter Teal'c
01.07.2020
01.07.2020
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01.07.2020 2.273
 
Tag der Veröffentlichung: 01.07.2020
Zitat: „Aber von jetzt an steht ihr alle in meinem Buch der coolen Leute.“ (From Dusk till Dawn)
Titel der Geschichte: Die Definition von Spaß
Autor: - Lemmy -
Hauptcharaktere: Jack O’Neill, Daniel Jackson, Samantha Carter, Teal’c
Kommentar des Autors:
Ich dachte mir, dass das Zitat am besten zu O’Neill passen würde und er auf die Idee zu diesem Ausflug kommen könnte. Dann habe ich überlegt, wie die anderen Teammitglieder reagieren würden und ob ich mir dieses Szenario mit den Charakteren überhaupt vorstellen kann. Aber es hat wunderbar gepasst. Begleitet also das SG-1-Team auf dieser besonderen „Spaß-Mission“^^.





Die Definition von Spaß

„Halten Sie das wirklich für eine gute Idee, Jack? Noch können wir umkehren.“ Daniel stand unschlüssig da, scharrte mit dem Fuß auf dem Boden und lauschte den Geräuschen, die der Wind herübertrug. Schreien und Kreischen war zu hören.

O’Neill musterte ihn verständnislos. „Na klar ist das eine gute Idee, eine super Idee sogar! Teal’c soll doch die Erde kennenlernen, stimmt’s? Dann darf das hier doch nicht fehlen“, er deutete in die Richtung, in die sie gehen mussten, um zu der Ursache des Lärms zu gelangen. „Und ich hoffe stark, dass Sie beide mich nicht im Stich lassen.“ Er musterte Daniel und Sam, die neben ihm standen.

„Sie und Teal’c wollten uns dabei haben, Sir“, Carter zuckte mit den Achseln. „Da werden wir wohl schlecht Nein sagen können.“

„Selbst wenn wir es wollten“, Daniel grinste schief und wirkte, als wäre er jetzt lieber ganz woanders. „Also bleibt uns wohl nichts anderes übrig.“

Neben ihm räusperte sich nun Teal’c. Der großgewachsene Jaffa sah ungewohnt aus in der Freizeitkleidung, die er trug, und mit der Wollmütze, die das goldene, ovale Schlangensymbol auf seiner Stirn verdeckte. „Ich lege auch auf deine Anwesenheit wert, Daniel Jackson“, verkündete er mit der für ihn typischen Seelenruhe. „O’Neill meint, dass das hier wichtig sei, um euer Volk bei seinen Freizeitbeschäftigungen zu beobachten. Ich möchte gerne die Gebräuche und Gepflogenheiten eurer Welt kennenlernen. Und wenn der Ort, wo wir nun hingehen, dazugehört, möchte ich auch diesen kennenlernen.“

Teal’cs Argumentation veranlasste Daniel zu einem Seufzen. „Ich merke schon, ich komme aus der Sache nicht raus. Also lasst es uns hinter uns bringen.“

„Das ist genau die richtige Einstellung. Hey Daniel“, Jack klopfte dem jungen Archäologen auf die Schulter. „Sie werden schon Ihren Spaß haben. Und nun lasst uns gehen. Ich bin froh, dass Hammond uns diesen freien Tag problemlos genehmigt hat. Wir sollten ihn nicht vergeuden.“ Er setzte sich in Bewegung, gefolgt von Carter, die der geplanten Aktion offen gegenüberstand.

„Hoffentlich wird deinem Symbionten nicht schlecht“, witzelte Daniel und musterte Teal’c, der noch immer völlig unbewegt wirkte. Oder dir, fügte er in Gedanken hinzu.

Der Jaffa hob eine Augenbraue. „Warum sollte das geschehen?“

„Wart’s ab“, mit diesen Worten drehte sich Daniel um und folgte seinen beiden Teamkollegen, die schon einige Meter vor ihm waren.

Teal’c setzte sich ebenfalls in Bewegung. Sollte er gespannt sein, was da auf ihn zukam, so sah man es seinem dunklen Gesicht nicht an.

Der Lärm nahm immer mehr zu, je näher das SG-1-Team seinem Ziel kam, und schließlich standen die vier vor dem Freizeitpark, den O’Neill ausgesucht hatte. Eine Mischung aus Geschrei, Gekreische, Musik und dem charakteristischen Rattern von Achterbahnen wehte ihnen entgegen.

„Was ist denn los, Daniel?“ Sam musterte den jungen Mann, der irgendwie blass um die Nase war. „Sie waren doch wohl schon mal in einem Freizeitpark?“

„Ja, als Kind, und ich weiß nicht, ob das damals wirklich ein Spaß für mich war. Ganz ehrlich, Sam, ich wäre jetzt lieber auf einem Goa’uld-Planeten.“

„Jetzt übertreiben Sie aber“, O’Neill rollte mit den Augen. Er hatte nicht geahnt, dass es so schwierig werden würde. Als er Teal’c davon erzählt hatte und der Jaffa mit einem Besuch im Freizeitpark einverstanden gewesen war, verbunden mit dem Wunsch, dass sie alle vier gemeinsam hingehen würden, hatte der Colonel den nächstgelegenen Park herausgesucht und General Hammond um einen freien Tag gebeten. Die ganze Zeit hatte er sich auf diesen Ausflug gefreut, nicht nur aus dem Grund, aus dem er ihn vorgeschlagen hatte – seine Welt dem Jaffa näherzubringen –, sondern auch, weil er als Kind Freizeitparks geliebt hatte. „Kommt, Leute, lasst uns heute mal ein bisschen Spaß haben. Der Alltag holt uns schon früh genug wieder ein.“

„Alltag wäre jetzt schön. Und wenn ich nur auf einem öden Planeten ein paar Schriftzeichen entziffern könnte“, Daniel rührte sich nicht von der Stelle.

Teal’c hatte dem Gespräch stumm gelauscht. Er spürte die Vorfreude von Colonel O’Neill und Captain Carter, aber auch das Sträuben von Daniel Jackson. Er lauschte kurz der Geräuschkulisse. „Der Lärm klingt nicht bedrohlich“, stellte er fest. „Und ich glaube auch nicht, dass O’Neill mit uns zu einem gefährlichen Ort gehen würde. Ich möchte nun gerne wissen, was es dort zu sehen gibt, und es erleben.“

„Der Mann gefällt mir“, Jack grinste. „Und jetzt wird nicht weiter diskutiert, sonst kommen wir nie in den Park.“

Daniel seufzte erneut, senkte gottergeben den Kopf und schlurfte hinter seinen Freunden her.

„Keine Sorge, Daniel“, Carter legte ihm einen Arm um die Schultern. „Wird schon nicht so schlimm.“

„Gehen Sie in die Fahrgeschäfte, Sam?“

„Klar, warum nicht? Und was ist mit Ihnen? Möchten Sie denn alleine draußen herumstehen?“

„Eigentlich nicht. Ach, was soll’s.“ Daniel machte eine resignierte Handbewegung. „Bin ich eben dabei. Ich möchte Teal’c und euch nicht den Spaß verderben.“

Sam strahlte. „Prima! Wenn Sie möchten, können wir auch nebeneinander sitzen.“

Bei diesen Worten erhellte sich endlich Daniels Miene.


Bald darauf standen die vier Mitglieder von SG-1 im Freizeitpark. Jack hatte den Besuch für alle spendiert.

Teal’c sah sich mit staunendem Gesicht um – so zumindest konnte man seine Miene interpretieren. Er betrachtete die Fahrgeschäfte, die Buden, die Achterbahnen und die vielen Menschen, die meisten davon Kinder und Jugendliche, die hier unterwegs waren und sich amüsierten. „Die Menschen beziehen also Spaß daraus, sich von Maschinen schnell durch die Luft befördern zu lassen oder in rasenden kleinen Wagen auf Schienen zu fahren?“

„Ja, mein Freund“, Jack klopfte dem Jaffa kameradschaftlich auf den Rücken. „Und zwar jede Menge Spaß! Das ist ein tolles Gefühl! Solltest du mal ausprobieren.“

„Ja, ganz unbeschreiblich“, murmelte Daniel, der sich im Hintergrund hielt.

„Wie wäre es mit der Achterbahn dort drüben?“ Sam deutete auf die entsprechende Attraktion. „Die sieht doch ganz harmlos aus. Teal’c?“

Der Jaffa nickte. „Wenn du meinst, Captain Carter.“

Gesagt, getan. Bald darauf saßen die vier in der Achterbahn. Lange anstehen mussten sie zum Glück nicht. O’Neill hatte es sogar geschafft, den ersten Wagen zu erwischen, in dem er es sich nun mit Teal’c bequem gemacht hatte. Hinter ihnen hatten Sam und Daniel Platz genommen. Letzterer hatte sich weitere Kommentare verkniffen und für sich beschlossen, die Sache nun einfach durchzustehen, vor allem, nachdem Carter ihn aufmunternd angelächelt hatte. Als die Wagenschlange anfuhr, rückte er noch einmal nervös seine Brille zurecht und ergab sich in seinem Schicksal.

Die Fahrt war so schnell vorüber, dass man hätte meinen können, eine Reise durchs Stargate dauere länger.

„Und, wie war’s?“ erkundigte sich Jack bei Teal’c, als sie wieder draußen waren.

Der Jaffa überlegte kurz. „Interessant. Nicht unangenehm.“

„Na, das ist ja mal 'ne Bewertung“, O'Neill nahm seine Baseballmütze ab, ließ sie einmal kurz um den Finger rotieren und setzte sie schwungvoll wieder auf. „Ich meine, hattest du Spaß?“

Teal’c überlegte erneut. Sein Gesicht schien meist ausdruckslos, und er verzog selten eine Miene. Dass er aber Humor besaß, hatte er schon gezeigt, besonders, als er seinen Kameraden einen typischen Jaffa-Witz erzählt hatte, der an Jack, Sam und Daniel völlig vorbeigegangen war, über den Teal’c selbst jedoch herzlich gelacht hatte. Nun zuckte er mit den Schultern. „Ich weiß es nicht.“

„Er weiß es nicht“, wiederholte O’Neill. „Gut, dann also weiter.“ Er deutete auf das nächste Fahrgeschäft. „Wie wäre es damit?“

Dem Nicken des Jaffa folgte ein dramatisches Seufzen von Daniel und ein fröhliches „Gerne, Sir!“ von Sam. Die junge blonde Frau hatte offensichtlich bereits ihren Spaß.

Nach diesem Fahrgeschäft kam ein weiteres an die Reihe und danach die Ankündigung von Daniel, dass er erstmal eine Pause bräuchte - was O’Neill auf die Idee brachte, in die Runde zu fragen, ob jemand Popcorn haben wolle. „Geht auf mich“, verkündete er. Was ihn anging, genoss er den Ausflug in vollen Zügen.

Gleich darauf gab es eine Popcorn-Pause, an der sich alle beteiligten. An dem gepufften Mais schien Teal’c Gefallen zu finden, denn nicht nur leerte er seine große Tüte in Windeseile, sondern brachte Jack dazu, ihm noch eine zweite zu spendieren.

„Also mir reicht diese Tüte völlig“, demonstrativ ließ Daniel seine in einen der Mülleimer fallen. „Unglaublich, wie viel du essen kannst, Teal’c.“

„Es schmeckt gut“, verkündete der ehemalige Primus von Apophis kauend. „O’Neill?“

Der Colonel seufzte. „Okay, ich spendiere dir auch noch eine dritte Tüte, aber später. Jetzt lasst uns erstmal in die Geisterbahn gehen.“

„Und an so etwas hat euer Volk tatsächlich Spaß?“ fragte Teal’c, nachdem auch diese Fahrt vorbei war und die vier die kleinen, gruselig verzierten Wagen verlassen hatten. Auf der Strecke hatte er sich aufmerksam umgesehen und sich schließlich einen Jux daraus gemacht, Daniel, der neben ihm saß, mit einer völlig untypischen Grimasse und einem furchteinflößenden Geräusch zu erschrecken.

„Ja, zumindest ein Teil von uns“, Jack lächelte. „Freizeitparks ziehen weltweit Millionen Menschen an.“

„Das Erschreckendste war Teal’c, als er mich plötzlich knurrend mit irrem Blick breit angegrinst hat, gerade, als dieses heulende Plastikgespenst von der Seite auf uns zukam“, gestand Daniel. „So was Gruseliges habe ich selten gesehen.“

„Vielleicht solltest du dich bei der Geisterbahn als Erschrecker bewerben“, Carter lächelte den Jaffa an, der als Antwort nur eine Augenbraue hob.

Je länger die vier in dem Park unterwegs waren, desto mehr genossen nun doch alle diesen Ausflug. Selbst Daniel war deutlich entspannter, vor allem, als er merkte, dass die Fahrgeschäfte, in die sie gingen, doch gar nicht so schlimm waren. Vielleicht war er heute doch Freizeitpark-tauglicher, als er dachte. Als Teal’c schließlich jedoch auf eine riesige Doppel-Looping-Achterbahn deutete und verkündete, dass er dort gerne hineingehen würde, wurde der junge Archäologe blass.

„Bitte gerne, aber ohne mich“, er machte eine abwehrende Handbewegung. „Ihr braucht auch gar nicht erst zu versuchen, mich zu überreden. Nein.“

„Okay“, murmelte Jack und dehnte das Wort etwas. „Die ist heftig. Die ist ... wie soll ich sagen ... ziemlich heftig.“ Er gestikulierte. „Und hoch. Mächtig hoch.“

„Kommst du mit, O’Neill?" Teal’c, völlig unbeeindruckt, klang abenteuerlustig.

Nun war es der Colonel, der herumdruckste. „Na ja ...“

Carter lächelte ihn aufmunternd an. „Jetzt geben Sie sich einen Ruck, Sir. So schlimm wird es schon nicht. Ich bin auf jeden Fall dabei.“

Jack streckte den Rücken. Er ahnte, dass er sich blamieren könnte, sollte er sich hier drücken wollen - schließlich hatte er den Freizeitparkbesuch organisiert und war bislang unerschrocken vorangegangen. „Na dann, auf geht's.“

Die beiden Menschen und der Jaffa setzten sich in Bewegung, während Daniel dort blieb, wo er war, froh, sich nicht dem Gruppenzwang beugen zu müssen. Und einfach nur mal beobachten zu können, machte auch Spaß.

Die Fahrt war rasant und spektakulär und löste in O’Neills Magengrube ein kribbelndes Gefühl aus. Vielleicht klammerte er seine Hände ein wenig fester um die Griffe, als es nötig gewesen wäre, aber ja, er hatte Spaß! Neben ihm ließ sich Carter zu fröhlichen Jauchzern hinreißen, und als die Wagenschlange schließlich wieder zum Stehen kam und die drei ausstiegen, trug Teal’c ein zufriedenes Lächeln zur Schau.

„Und, wie war's?“ fragte Daniel seine Kameraden gespannt.

„Super!“ erwiderte Jack betont lässig.

„Gerne noch mal“, Sam strahlte.

„Das hat Spaß gemacht“, verkündete Teal’c kurz und bündig.

„Na endlich, jetzt hat der Mann Spaß!“ O’Neill sah in die Runde. „Wer fährt noch mal?“


Es war schon Abend, als das SG-1-Team allmählich auf den Ausgang zuschlenderte.

Teal’c hatte seine vierte Tüte Popcorn gegessen und wirkte zufrieden. „Danke für diesen Tag und diese Erfahrung“, wandte er sich an Jack. „Jetzt weiß ich, wie die Tau'ri Spaß haben.“

„Natürlich gibt es auch viele andere Dinge, die Spaß machen“, erläuterte Sam. „In seiner Freizeit kann man vielen Hobbys und Beschäftigungen nachgehen. Und die sind vielfältig. Jeder hat seine Vorlieben und Interessen.“

Teal’c nickte verstehend. Dann wandte er sich an Daniel, der sich eine Schokobanane schmecken ließ. „Wie geht es dir jetzt, Daniel Jackson?“

Der junge Mann mit der Brille lächelte. „Oh, gut. Eigentlich war das ein richtig schöner Tag. Ein Teamevent. Und ihr müsst zugeben, dass ich doch mehr mitgemacht habe, als ich eigentlich wollte. Und das war auch völlig okay.“

„Super, dann war es also ein Erfolg.“ O’Neill war sichtlich zufrieden. „Das freut mich. Am Anfang hatte ich so meine Zweifel, ob das wirklich eine gute Idee war und ob alle mitmachen würden.“ Er sah in die Runde. „Aber von jetzt an steht ihr alle in meinem Buch der coolen Leute.“

„Wo gibt es das zu lesen?“ fragte Teal’c.

„Das muss der Colonel erst noch schreiben“, Carter lachte fröhlich, und die vier verließen in bester Laune den Freizeitpark mit dem guten Gefühl, Teal’c die Erde und ihre Bewohner wieder ein Stück nähergebracht zu haben.





~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~ Lulas Nachwort ~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~


Das war eine sehr lustige Geschichte. Es war sehr unterhaltsam. Das Zitat hat hier wirklich super gepasst.

Eure lula-chan
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