Die neue Welt

GeschichteRomanze, Freundschaft / P16
30.06.2020
29.09.2020
33
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30.06.2020 1.144
 
Kapitel 1: Prolog? Anfang? Erklärung? Sucht euch was aus.


Wenn mir jemand die Fragen stellen würde, wie mein Leben aussieht, würde ich sagen ich hatte im wahrsten Sinne des Wortes, die Arschkarte gezogen.

Ich heiße Trixie und bin eine einfache, billige Aushilfskellnerin am Dresdner Flughafen, jedenfalls was der Anfang betraf.

Meinen Lebensunterhalt verdiente ich damit, mir von 8°°- 15°° Uhr das meckern und motzten der Geschäftsleute anhören zu müssen. Überall wäre es so teuer und bei uns wäre es am Schlimmsten. Sogar der Kaffee würde nach Waschwasser schmecken oder wäre so stark, dass buchstäblich der Löffel darin stehen blieb.

Ehrlich gesagt, konnte ich darauf bis jetzt noch keinem eine gute Antwort geben. Zum einen, weil ich nicht gerne Kaffee trinke und zum anderen, weil ich noch nicht viel von der Welt gesehen habe und sagen kann, wie der Kaffee zum Beispiel in Afrika oder Asien schmeckt.

Die Wahrheit war, dass er definitiv nicht aus Brasilien stammte, mehr wusste ich aber auch nicht.

Aber was sollte man schon in einem Kaffeegeschäft erwarten, dass irgendeiner mit zu viel Geld in einen Flughafen errichtete. Das er dabei nicht wirklich viel dafür investieren wollte, versteht sich wohl von alleine. Personal war schließlich teuer genug.

Warum ich euch das erzähle? Ich glaube es liegt daran, dass ich selber nicht an meine Geschichte glaube. Natürlich weiß ich, dass ich derzeitig auf diesem großen Bett sitze und das meine Umgebung eine andere ist als noch vor ca. 1 Jahr. Aber daran glauben kann ich trotzdem nicht. Deshalb versuche ich alles zusammen zufassen und von Anfang an zu erzählen.



Also was gibt es noch über mich zu wissen?

Ich bin unglaubliche 18 Jahre jung, ohne gelernten Job und zu meinem Überfluss bin ich noch Jungfrau. Das wolltet ihr bestimmt jetzt wissen?

Aber mittlerweile bin ich daran am Verzweifeln.

Alle in meiner „ehemaligen“ Klasse waren entweder schon einmal mit einem Jungen zusammen in der Schulzeit oder sind es noch oder zu meinem übel, schon wieder.

Was das Thema Jungs betraf, war ich schon immer eine totale Niete gewesen. Ohne groß herum zu reden: Ich habe zu jedem gesagt, ich warte auf den richtigen... Naja, was auch zu meinem Verdruss gewirkt hat. Deshalb haben mich alle nach einer gewissen Zeit in Ruhe gelassen.

Nun gut, die ältere Generation die das hier liest, wird denken, du bist doch noch jung und hast noch bis Mitte 20 Zeit. Euch sag ich, ihr lebt hinter dem Mond!! Mit 20 gehört man schon sozusagen zum alten Eisen und hat nur geringe Chancen die netten und angesagten Jungs noch ab zu bekommen. Mit 20 bekommt man noch die „Rest Ware“ die keiner haben möchte. Also in zwei Jahren gehöre ich schon zur Ausschussware und bin so etwas von out, dass ich gar keine Chance mehr haben werde was Schönes... nettes... freundliches... liebevolles.... Ich schweife ab.

Natürlich gab es in meiner Schulzeit ein paar nette Jungen die mich interessierten, vor allem bei einen namens Sven Müller. Ich fand ihn echt süß, aber ich habe mich nie getraut ihn darauf anzusprechen. War mir einfach zu peinlich. Schon alleine, weil ich schüchtern bin und ständig rot dabei werde. Ihr müsstet mich jetzt mal sehen, wären ich euch das erzähle.

Aber lieber nicht, selbst das wäre mir schon peinlich genug.



Aber Sven war immer sehr nett zu mir und liebenswürdig, freundlich... Also eigentlich alles was man sagen würde, wenn man verliebt ist.

Jedenfalls fand er dann eine andere von meiner Klasse interessanter und war dann mit ihr die letzten Jahre zusammen. Na ja, sollte halt so sein oder auch nicht.



Aber ich erzähle gerade nur Unsinn und das ist eigentlich auch nicht wirklich wichtig.

Mit meiner Arbeit war es jedenfalls nicht wirklich besser. Ich wurde damit vertröstet, eventuell in einem Jahr als Gastronomiekauffrau arbeiten zu können bzw. als Lehrling überhaupt anzufangen. Aber daran glaubte ich selber nicht wirklich, da mein Chef mich 1 Jahr lang hin hielt. Was meinem Traum nicht wirklich näher rückte. Mein Traum...



Mein größter Traum war einmal eine Restaurantkritikerin zu werden. Keine Ahnung wieso. Aber ich fing schon als kleines Kind an, meine Mama ihr Essen zu bewerten. So zum Beispiel ihre Suppe, da habe ich immer zu ihr gesagt: "Mama deine Linsensuppe bekommt heute 4 Sterne, die ist dir super gelungen". Oder ihre Rindfleischrouladen: "Mama die sind heute viel zu trocken, also mehr als 2 ½ Sterne kann ich dir dafür nicht geben."

Diese fand das immer sehr lustig und hatte auch ihren Spaß dabei, auch wenn die Kritik nicht immer schön aus viel. Sie lachte darüber... Jetzt wo ich darüber nachdenke, lachte sie immer schon sehr viel. Auch als ich älter wurde, hat sich daran nicht wirklich viel geändert. Mittlerweile strebe ich danach, mein Ziel als Kritikerin zu erreichen.

Aber als eine Aushilfskellnerin kann man nicht wirklich viel daraus werden lassen. Macht sich nicht so gut, auf einer Bewerbung.

Was solltet ihr noch über mich erfahren?

Eigentlich gibt es da nicht mehr viel zu berichten. Ich bin ein ganz normales durchschnittliches Mädchen mit brünetten Haaren. Einem komischen Bob-Verschnitt, langweiligen blauen Augen und zu meinem Überfluss nicht mal sehr groß, um bei der Wahrheit zu bleiben 1,53m.

Leider auch etwas pummelig um die Hüften, trage deshalb auch die Kleidergröße 38/40 und zu meinem Übel, habe ich auch noch sehr kleine Füße.

Aber Schuhgröße Infos gibt es erst nach dem zweiten Date. Nein, Spaß beiseite. Es ist wirklich deprimierend.

O Gott, könnte sich doch gleich ein tiefes Loch aus der Erde auftun und ich darin versinken.

Meine Wohnung findet ihr in einem Hochhausteil der Stadt, eine kleine Zweiraumwohnung. Mit Fenstern, jeweils im Schlafzimmer; Bad und im Wohnzimmer.

Tja und der Rest meiner Wohnung ist entweder mit geliehenen Möbeln oder von der Sozialhilfestation bunt durcheinander gewürfelt eingerichtet.



Meine Eltern leben geschieden, zu meinem Vater habe ich schon seit Jahren keinen Kontakt mehr, seit er mit seiner neuen Frau verheiratet ist.

Aber vermissen? Nein, nicht wirklich. Ich habe meine liebevolle zerstreute Mutter, dich ich hin und wieder sehe und es ist okay für mich. Jedenfalls hat es mich bis jetzt nie gestört. Ich hatte nicht wirklich das Gefühl, dass mir etwas fehlen würde.



Nun zur Zeit komme ich mir wie eine Verbrecherin vor, obwohl ich alles richtig gemacht habe. Gut mittlerweile hatte sich meine Welt etwas gebessert, jedenfalls was einen bestimmten Teil betraf. Doch es ist alles so verdreht und verwirrend. Schwer zu erklären.



Aber besser ist es vielleicht, ich erzähle euch die Geschichte von Anfang an. So könnt ihr besser verstehen und ich besser verarbeiten, sonst versteht ihr ja meine ganze Aufregung gar nicht.



Ich erinnere mich an die gesamte Geschichte, wie als wenn ein Film in meinem Kopf ablaufen würde und spule ihn jetzt nur wieder ab.



Mein Glückstag begann damit, dass ich so wie jeden Tag auf Arbeit ging und die Gäste bediente die sich so am Terminal sammelten.
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